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Mangelhafte Leistung von Unternehmensberater. Was tun?

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Mangelhafte Leistung von Unternehmensberater. Was tun?

Beitragvon DanielBWL am 16.12.2014, 19:25



Hallo,
ich bin sehr unzufrieden mit meinem Unternehmensberater.
Ich habe mir einen Berater genommen, um eine professionelle Beurteilung des Geschäftskozeptes zu bekommen, aber vor allen Dingen für die Erstellung eines Businessplans und für die Beantragung von öffentlichen Krediten.

Er hat sich gleich zu Anfang einen großes Bock geleistet, der sehr viel Zeit und Geld gekostet hat.
Er hat mir zu der Beantragung eines Gründerkredites geraten und entsprechend alles dafür vorbereitet. Als ich dann bei der IHK alles abgeben wollte, nahm mich der IHK Mitarbeiter zur Seite und sagte, dass ich den Gründerkredit gar nicht in Anspruch nehmen könne, weil sich da Gesetze geändert haben und dieser wirklich nur noch vor der Gründung beantragt werden kann. "Das müsste ihr Berater eigentlich wissen!"

Das dachte ich mir auch. Ich habe ihn allerdings dummerweise für mich weiter arbeiten lassen.
Dann wurde ein ERP Antrag bei der KFW über die Bank gestellt, wofür er einen Businessplan, sowie Planzahlen erstellt hat, wobei mir die Planzahlen nicht gefallen haben, da wesentliche Investitionen, wie z.B. der Kauf eines wichtigen Warenregales nicht aufgelistet wurde, weil man dies angeblich nicht bräuchte "Boden- /Palettenlagerung". Da mir aber auch der Hausbänker große Chancen ausmalte, schickten wir das Ding so raus. Und siehe da eine Absage.
Die merkwürdigen Planzahlen waren einer der Hauptgründe, warum das Ding in der Summe abgelehnt wurden.

Er hat mich einmal in sein Büro bestellt, um den Businessplan auszuarbeiten und das weitere Vorgehen zu besprechen, gerade was das Online Marketing angeht. Ich war da um die 4 Stunden und es kam eigentlich nichts dabei raus. 4 Stunden indem er mich zugequatscht hat mit Beispielen anderer Kunden, irgendwelchen dummen Ideen und Plänen. Nach 4 Stunden hat es mir dann doch gereicht, was ich ihm auch sagte.

Jetzt kommen wir zum absoluten Knaller, wobei ich mir auch Schuld einräumen muss, weil ich wohl zu leichtgläubig war.
Ich habe von der KFW eine Förderung bekommen für die Beratung. 50% des Beraterhonorars. Ich habe dafür einen Stichtag bekommen, wann ich alles spätestens eingereicht haben muss (Abrechnung, Kontoauszug etc.).
Nun haben ich mit dem Berater darüber gesprochen und immer wieder auf die 6 Monate verwiesen, in denen das Ding abgerechnet werden muss. Allerdings behauptete er immer wieder, dass es 12 Monate seien, da er einen Kunden hätte, der sogar erst nach 12 Monaten das Ding eingereicht hätte, sodass er mir keine Rechnung ausstellte und ich somit nicht abrechnen konnte.
Der Stichtag wurde inzwischen versäumt und ich habe von der KFW nochmal erklärt bekommen, dass es nur 6 Monate sind und ich nun nicht mehr die Förderung in Anspruch nehmen kann und nun auf 100% der Kosten sitzen bleibe.

Wie gehe ich mit der Situation um? 50% der Kosten wären gerade noch machbar gewesen, aber 100% der Kosten sind für mich einfach nicht zu schaffen. Ich hatte wirklich fast 0 von seiner Beratung, außer einen halbwegs brauchbaren Businessplan. Die Planzahlen kann man auch in die Tonne kloppen. Außerdem glaube ich auch nicht, dass er für mich die Zeit gearbeitet hat, die er vorgibt.

Was würdet ihr machen?
DanielBWL
 
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Re: Mangelhafte Leistung von Unternehmensberater. Was tun?

Beitragvon DanielBWL am 16.12.2014, 19:49

Nachtrag: Nachdem ich mir gerade hier einen anderen Beitrag angeschaut habe, ist auch mir aufgefallen, dass ich weder einen Vertrag, noch irgendwelche Unterschriften geleistet habe. Ich habe mal ein "Angebot" vom Berater bekommen. Mehr auch nicht.
DanielBWL
 
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Re: Mangelhafte Leistung von Unternehmensberater. Was tun?

Beitragvon uvis-beratung am 27.12.2014, 20:19

@danielbwl ...

.... werde mich in Kürze melden. Bin nur gerade zufällig hier und kann nicht weiter darauf eingehen.

MfG Jürgen Arnold
- www.uvis.de -
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Re: Mangelhafte Leistung von Unternehmensberater. Was tun?

Beitragvon uvis-beratung am 05.01.2015, 18:35

@danielBWL ....

.... so, melde mich wie versprochen wieder. Allerdings fällt es mir sehr schwer, Dir hier Tipps zu geben, die nachträglich viel an Deiner Situation ändern. Nebeneffekt: Das Mitlesen von anderen kann vielleicht helfen, ähnliche Erfahrungen zu vermeiden oder sie zu wiederholen.

Da wären wir schon bei einem Schlüsselwort: "Vermeiden von Fehlern". Viele Gründugsfehler sind notorisch die gleichen. Doch sie scheinen wie ein Magnet zu wirken, - die meisten Gründer müssen und müssen sie immer wieder machen, bis sie es glauben. Dabei kann eine ausreichende Gründungsvorbereitung, das Anlesen von Gründer-Know how und relevante Marktbeobachtungen, auch das Studium derartiger Gründerforen hilfreiche Prävention sein. Gut, im Nachhinein ist man immer schlauer.

Ein paar Anmerkungen zu deinen Ausführungen:

Du bist unzufrieden mit deinem Berater .... - wenn Du das erkennen kannst, wechsele

Wahl für einen Berater um ...
... professionelle Beurteilung des Geschäftskonzeptes zu bekommen .... absolut okay,
... einen Businessplan zu erstellen ..... falsch, ein Berater sollte keinen Businessplan erstellen, das ist alleinige Aufgabe des Gründers, der diesen auch Dritten gegenüber vertreten und argumentieren muss, - ein Berater unterstützt, hilft, rät zu oder ab,
... öffentliche Kredite zu beantragen ...... falsch, der Gründer beantragt, der Berater kann Hilfestellung in Bezug zu Vollständigkeit und Inhalte geben oder den Sinn abwägen.

Hier ist alleing die Vertrauensbeziehung von Gründer und künftiger Hausbank maßgebend und bestimmend.

Die IHK ist zwar im allgemeinen eine kompetente Stelle. Dennoch kann sie nur eine Meinung wiedergeben und es muss nicht punktgenau die richtige sein. Schließlich sind es auch nur Menschen und viele dieser Mitarbeiter geben auch nur angelesenes Wissen weiter und haben selten ein eigenes Unternehmen geführt oder unternehmerische Verantwortung getragen, geschweige den Risiko übernommen. Hier würde ich durchaus auch Wert auf die Meinung des Beraters legen wollen. In deinem konkreten Fall sieht es aber so aus, dass in der Regel mit dem Vorhaben bei der Beantragung öffentlicher Mittel nicht begonnen worden sein darf. Es gibt hier Grenzregelungen, die aber Einzelfallbezogen sind und mit im Ermessensspielraum des Bankpartners liegen (erstes Gespräch).

Das mit den vier Stunden Beratungszeit ist subjektiv. Jedes Vorhaben ist individuell zu sehen. Dass man hierbei auf Erfahrungswerte zurückgreift und in der Argumentation vielleicht damit den einen oder anderen Standpunkt erklärt, halte ich für legitim.

Das Erstellen von Planzahlen ist nicht Aufgabe eines Beraters. Hierzu gebe ich Dir am Schluss meines Postings noch zwei Literaturtipps, in denen man ganz klar nachlesen kann, worin die Soll-Kompetenzen eines Gründers liegen und wo ein Berater in einer Vorgründungsphase assitiert.

Der Abschnitt mit der versäumten Einreichung des Antrags auf Beratungszuschuss ist wohl eine Mär. Es gibt von den Förderbanken/organisationen für Gründer und Berater zugänglich, Downloads zu den Bestimmungen, Voraussetzungen und Durchführungserläuterungen von Beratungshilfen und -zuschüssen. Da hätte so eine Meinungsverschiedenheit von 6 oder 12 Monaten gar nicht entstehen können. Es sei denn, es gab erhelbliche Kommmunikationsstörungen zwischen Gründer und Berater.

Guter Rat muss nicht teuer sein. Ich möchte an dieser Stelle die beiden Literaturtipps für Gründer nachreichen.

- Existenzgründung - Bussinessplan & Chancen - 3. Auflage - ISBN 978-3-938684-33-7
- Existenzgründung - Finanzierung & Sicherheiten - ISBN 978-3-038684-03-0

Beide Titel sind dem Existenzgründerzyklus (5 Bände) entnommen, der als Gesamtwerk auf so ziemlich alle Eventualitäten von Gründungsvorhaben mit über 1.500 Seiten mit Checklisten eingeht. Die Details und Inhaltsverzeicnisse können gerne unter www.uvis-verlag.de/uv5100.htm nachgelesen werden. Der Autor ist seit über 30 Jahren mit Gründungsvorhaben involviert.

MfG Jürgen Arnold - Autor
- www.uvis.de -
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