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Probleme mit Gründercoach

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Probleme mit Gründercoach

Beitragvon rolfb am 02.03.2014, 15:09



Hallo Zusammen,

nach langem Suchen bin ich auf dieses Forum gestoßen und möchte mein Problem schildern.

Ein Gründercoach hat mich im Zuge der Neugründung beraten. Diese Beratung wurde auch von der KfW gefördert bzw der Antrag wurde genehmigt.
Das Coaching wurde durchgeführt (wobei das Coaching nur auf die Erstellung eines neuen Businessplans hinauslief). Ich hatte mir eigentlich mehr Input vom Coach erwartet, zumal ich als 50jähriger Neugründer zu einer Problemgruppe gehöre, die von den Banken nicht gern gesehen/unterstützt werden. Demzufolge wurde von jeder Bank schon im Vorfeld ein negativer Bescheid über mein Vorhaben erstellt.

Als damaliger Newcomer ging ich davon aus, dass so alles ok sei, bis von der KfW der Abschlussbericht angefordert wurde. Darin wurde ich gebeten, den von Coach angegebenen Arbeitsaufwand zu prüfen und zu bestätigen. Der vom Coach angegebenen Arbeitsaufwand deckte sich leider nicht mit den Zeiten, die ich mit dem Coach verbrachte. Die KfW verweigerte daraufhin die Abschlusszahlung bzw. die Abschlusszahlung wurde erheblich gekürzt.

Nun mein Problem:
Da der Beratervertrag mit mir abgeschlossen wurde, drängt mich der Coach, den Differenzbetrag auszuzahlen, da sener Meinung nach, die Beratung gemäß Vertrag ausgeführt wurde. Ich hatte mich daraufhin mit der KfW in Verbindung gesetzt und um Unterstützung gebeten. Fehlanzeige.

Ich weigere mich weiterhin, die angeblichen 8-Mann-Tage zu je 800.- Euro zu honorieren, da keine 8-Mann-Tage-Beratung durchgeführt wurden.

Nun bin ich natürlich in einer Zwickmühle: hätte ich seinerzeit alles für ok befunden, wäre die minderwertige Beratung von der KfW voll honoriert worden. Nunmehr jedoch, soll ich dies aus meiner Tasche zahlen.

Hat jemand eine Idee, wie ich aus dieser Nummer wieder rauskomme, oder habe ich da schlechte Karten?

Vorab vielen Dank


P.S. meine Firma in nunmehr im 3. Jahr und unsere Planzahlen haben wir jedes Jahr weit überschritten.
rolfb
 
Beiträge: 2
Registriert: 02.03.2014, 14:24

Re: Probleme mit Gründercoach

Beitragvon uvis-beratung am 07.03.2014, 10:15

rolfb ...

... es ist schwierig hier eine generelle Aussage zu treffen, weil die Umstände immer recht unterschiedlich sind. Dabei ist das Verhältnis KFW-Regionalpartner-Berater-Unternehmen zwar durch viele Standards und Formalitäten geregelt, die über längere Zeiträume gesehen sowieso nie ideal sind und zu Kritik anregen, doch ist bei den Beteiligten auch deren eigene Persönlichkeiten und Interessen zu verstehen. Auch das Empfinden einer Leistung, ob sie jetzt als positiv, negativ oder zwischendrin gesehen wird, ist aus der Sichtweise des jeweiligen Betrachters immer recht unterschiedlich zu werten.

Hast Du den Berater eines Verbandes gewählt, dürfte es möglich sein über den Vermittlungsausschuss oder entsprechende Gremien auf jeden Fall gehört zu werden. Ich weiß, es ist schwer zu anfangs bei der Wahl des Beraters den Richtigen zu treffen. Aber es liegt an jeden Unternehmer selbst, sich für einen Berater zu entscheiden. Die KfW empfielt in der Regel nicht, stellt aber eine Beraterbörse gelisteter Berater zur Verfügung. Über diese Börse kann man ein gewisses Maß an Eignung des jeweiligen Beraters durch gegebene Bewertungen vermuten. Allerdings stellt dies mit sicherheit nur eine minimale Empfehlung aber keine Garantie dar.

Letztlich muss vor dieser Bewertung die eigene Menschenkenntnis und die Vertrauensgrundlage Basis einer Beraterentscheidung werden.

Besteht ein guter Draht zum Regionalpartner, sollte man versuchen dessen Meinung zu hören. Unabhängig davon wäre ggfs. die Angelegenheit zu verwerfen oder den Rechtsweg einzuschlagen. Das musst Du einfach von innen heraus abwägen und entscheiden.

Ich kann nur den folgenden Tipp an Unternehmer geben, die sich mit Unternehmensberatern und Coaches befassen, sich permanent mit jeder Beratungssitzung, die bis dahin aufgewandten Zeiten schriftlich aufschreiben zulassen und sie mit Kurzzeichen gegenzuzeichnen. So können über einen längeren Beratungszeitraum ständig die aufgewandten Zeiten mitverfolgt werden. Zu den Beratungszeiten gehören allerdings nicht nur Zeiten, die für gemeinsame Gespräche verwendet werden, sondern auch Zeitpotenziale, die im Büro des Beraters stattfinden für Recherchen, Entwürfe, Berichte, Konzepte und natürlich auch den gewaltigen Formalismus, der gegenüber dem Regionalpartner und der KfW erbracht werden muss. Dieser Aufwand wird gerne unterschätzt und wird von so manchem Unternehmer gar nicht vermutet.

Und diese 8-Tage-Regelung ist auch so eine Krux. Der Berater wird vermutlich viele einzelne Stunden zu Beratertagewerken, die nach KfW-Standard auch in Verbindung mit der Honorarhöhe vorgegeben werden, zusammengefasst haben. Und da werden vielleicht Stunden verschiedener Tage zu Tagewerkblöcken zusammengefasst worden sein. Es gibt das wirklich unterschiedliche Wege, wie man die aufgewendeten Stunden nachweist. Nur sollte eines klar sein, dass die Anzahl der angegebenen und abgerechneten Stunden in der Summe nachweisbar und glaubhaft sein sollte.

Vielleicht konnte ich Dir direkt nicht ganz helfen, aber für die Zukunft Möglichkeiten aufzeigen, zufriedener mit Beratern zusammenarbeiten zu können. Und wenn Du bereits im dritten Geschäftsjahr bist, dann ist das ein gutes Zeichen. Vielleicht hast Du dann auch mal Lust dich mit dem Werk

Der Masterplan - Unternehmenscoaching für langfristigen Erfolg - ISBN 978-3-938684-27-6

zu befassen. Viele Themen, auch der Umgang mit Beratern und Beratungshilfen der KfW, werden hier explizit beschrieben. Darüberhinaus kannst Du über die Inhaltsverzeichnisse via uvis-verlag.de/uv5100.htm Dir einen Überblick über die Themenvielfalt verschaffen, die junge Unternehmen umtreibt um aktiv Unternehmenssicherung und -entwicklung zu betreiben. Ich wünsche Dir weiterhin ein glücklicheres Händchen. Die Erfahrungen zeigen einfach, dass Synergien dann entstehen, wenn man die Stärken und Potenziale von Partnern bündelt und eine konstruktive Teamentwicklung betreibt.

MfG Jürgen Arnold - Autor
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Re: Probleme mit Gründercoach

Beitragvon rolfb am 25.03.2014, 16:47

Vielen Dank für die ausführliche Info.

Nur noch eine kurze Frage: wie hoch kann das Zeitpotential sein, die der Berater für seine interne Bearbeitung verrechnen kann? Bei mir waren es nur 10 Stunden, die der Berater mit mir persönlich gearbeitet hat.


Gruss
Rolf
rolfb
 
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Re: Probleme mit Gründercoach

Beitragvon Jaquemot am 26.03.2014, 20:54

Ich stimme zunächst mal uvis in vollem Unfang zu, bevor ich dann aber doch Partei ergreife für rolfb. Und so gibt es zwar keine rechtlich bindenden Aussagen, aber durchaus Referenzwerte dafür, was tatsächlich face-to-face zu leisten ist. Ein solcher Referenzwert ist dem Beratungsprogramm Wirtschaft in NRW zu entnehmen. Dort heißt es in den Richtlinien: "Die Beratungen sind mindestens zur Hälfte der Beratungszeit in Anwesenheit der zu beratenden Personen durchzuführen." So viel schon mal für einen Richtwert. Weiterhin: Der Schlussverwendungsnachweis fordert eine detaillierte Liste der geleisteten Stunden mit Datum und Inhalt der Beratungsleistung und wird von mir und anderen verlässlichen Beratern einem Handwerker ähnlich anhand der Face-to-face-Termine sowie der Inhouse erbrachten konkreten Leistungen gelistet. (Bei mir persönlich ist die Face-to-face-Quote deutlich über den 50% bei etwa 80%.)

Wie sieht der Schlussverwendungsnachweis hier im konkreten Fall aus? Könnte diesbezüglich dargestellt werden, dass hier eine tatsächlich nicht erbrachte Fakeleistung dokumentiert ist, die faktisch nicht nachweisbar vom Berater zu belegen ist? Wenn dem so ist, so ist eine Weigerung zur Zahlung berechtigt und selbst ein gerichtlicher Mahnbescheid des Anspruchstellers würde mit einem entsprechend begründeten Widerspruch vermutlich nicht durchkommen, sondern abzuwehren sein. Dazu braucht es dann womöglich nicht mal anwaltlicher Hilfe, die aber im Falle der Mahnung zur Sicherheit in Anspruch genommen werden sollte.
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Re: Probleme mit Gründercoach

Beitragvon uvis-beratung am 08.04.2014, 16:35

@rolfb ...

... 10 Stunden Beratung face-to-face bei 64 Beraterstunden insgesamt, so habe ich Dich verstanden (8 Tagewerke zu 8 stunden), sind eindeutig zu wenig.

Bei KfW-Beratungen können 8 Stunden durchaus für den adminstrativen Aufwand inklusive Online-Berichten und Bewertungsbörse angesetzt werden.

Wichtig vor allem ist, dass mit dem Abschluss der Beratung der Beratungsbericht gemeinsam mit dem zu Beratenden durchgesprochen und erläutert wird. Der Berater muss als Sender bei einer guten Beratung sich einen nachhaltigen Eindruck verschaffen können, dass der zu Beratene den Inhalt verstanden und Antworten auf seine Fragen bzw. adäquate Lösungsansätze schriftlich aufgezeigt bekommen hat.

Hilfreich kann hier auch zum Nachschlagen der Buchtitel

Unternehmenscoaching - Rentabilität stärken - ISBN 978-3-938684-12-2

sein, bei dem diverse KfW-Beratungsprodukte, deren Aufbau und Handling beschrieben werden. Einzelheiten unter uvis-verlag.de/uv5100.htm insbesondere Inhaltsverzeichnis und Ausführungen des Begleitwortschreibers der KfW


MfG Jürgen Arnold
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