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Wahl der Geschäftsform für B2B Software Start Up

Alles über Rechtsformen, Rechtsformwahl und Rechtsformwandel.

Wahl der Geschäftsform für B2B Software Start Up

Beitragvon Stullenandi am 12.07.2017, 17:39



Moin Zusammen,

mein bester Freund und ich wollen uns selbständig machen und sind uns unsicher welche Geschäftsform für uns am besten geeignet ist. Momentan schwanken wir eigentlich zwischen einer UG und einer GbR mit Betriebshaftpflicht. Jetzt hatte ich allerdings gelesen, dass es speziell im Softwarebereich eventuell mehr Sinn macht eine ausländische Geschäftsform zu wählen, da es vom Verwaltungsaufwand zeit- und kostensensitiver wäre. Da haben wir auf jeden Fall keinen überhaupt keinen Überblick und können uns eigentlich auch nur schwer vorstellen, dass das für uns Sinn machtr..

Wir planen eine online Software-Überlassung im B2B Bereich. Besonders die Frage der Haftbarkeit bei einem eventuellen Verlust von sensitive Daten von Firmen/Kunden (Zahlungsinformationen etc.) aufgrund von Hackerangriffen oder ähnlichem machen uns da Gedanken. Weswegen wir eigentlich eine beschränkte Haftung präferieren würden. Andererseits wissen wir nicht genau ob die Haftbarkeit in einem solchen Fall überhaupt entscheidend ist. Zusätzlich planen wir in Zukunft weitere Projekte im Online-Start Up Bereich, also wir sind schon an einer langfristig sinnvollen Geschäftsform interessiert, was unserer Sicht ein weiterer Punkt für die UG ist.

(1) Haftet man bei einem Verlust von Daten grundsätzlich nur bei Fahrlässigkeit oder sowieso immer?
(2) Wann greift eine Betriebshaftpflicht bzw. ist man mit einer GbR + Betriebshaftpflicht genauso gut oder vielleicht sogar besser als bei einer UG geschützt?
(3) Wie sind die Kosten einzuschätzen, bzw. ist eine Betriebshaftpflicht bei einer UG zusätzlich nötig / sinnvoll?
Unsere private Situation ist recht unterschiedlich, ich bin Angestellter bei einem deutschen Softwarebetrieb und wohne in Deutschland, mein Kumpel zieht jetzt nach Oslo und wäre quasi Vollzeit Selbständiger, also keine Nebeneinkünfte/Versicherung über Arbeitgeber etc..
(4) Da wäre interessant inwiefern sich die Versteuerung bei GbR und UG unterscheidet und ob das für uns beide Unterschiede hat.
(5) Zuletzt wäre noch interessant wie groß der Unterschied im betriebswirtschaftlichen Aufwand was Buchhaltung usw. angeht ist. Die GbR müsste ja etwas weniger aufwendig sein, welche Vorteile büßt man dafür ein?

Wir sind natürlich auch für weitere Vorschläge offen wenn ihr sagt eine andere Geschäftsform macht mehr Sinn.

Danke fürs Lesen und wir freuen uns auf euren Input!

Gruß Andi
Stullenandi
 
Beiträge: 1
Registriert: 12.07.2017, 17:14

Re: Wahl der Geschäftsform für B2B Software Start Up

Beitragvon riese am 24.07.2017, 10:48

Hallo Andi,

[Quote="Stullenandi "][/Momentan schwanken wir eigentlich zwischen einer UG und einer GbR mit Betriebshaftpflicht.quote]

In dem einen Fall seid Ihr Unternehmer (Einkommensteuervorauszahlungen, keine SV) und in dem anderen Fall Eure eigenen Angestellten (Lohnsteuerabzug). Um in den Genuss der SV zu kommen, müsste bei der UG ein Strohmann einspringen, der die Mehrheit der Anteile hält.

Bei der Haftung muss man unterscheiden zwischen Insolvenzhaftung und Handelndenhaftung. Wer einen Fehler macht, haftet grundsätzlich erst mal nach §823 BGB. Ist er jedoch Angestellter und hat nicht vorsätzlich oder grob (=wissentlich) fahrlässig gehandelt, haftet für ihn nach §§278/831 BGB sein Arbeitgeber, also die Gesellschaft. Ein Unternehmer hat aber keinen Arbeitgeber und haftet deshalb immer persönlich. Der Angestellte (auch ein GF gehört dazu) haftet hingegen nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.

Im Insolvenzfall sieht es hingegen so aus, dass bei einer Personengesellschaft - also auch bei der GbR - Nachschusspflicht besteht, d.h. die Gesellschafter müssen für den Verlust der Gesellschaft aufkommen (auch ohne eigenes Verschulden). Bei der Kapitalgesellschaft hingegen ist lediglich die Einlage verloren.

Gruß
Rainer
riese
 
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