Woher nehmen, wenn nicht stehlen...?

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Erstsemester
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Woher nehmen, wenn nicht stehlen...?

Beitrag von Erstsemester » 14.08.2006, 17:00

Hallo Forumsmitglieder,

wie wohl ein Großteil der studentischen Bevölkerung dieses Landes, bin ich nicht mit einem goldenem Löffel im Mund zur Welt gekommen. Um mein Studentenleben zu finanzieren, arbeite ich daher 20 Stunden pro Woche nebenbei.

Neben meine Fix- und Lebenshaltungskosten kommen nun im nächsten Semester auch noch 500 Euro Studiengebühren hinzu. Woher soll ein normalsterblicher Student dieses zusätzliche Geld pro Semester eigentlich nehmen? Meine Eltern will und kann ich nicht um Unterstützung bitten und Bafög bekomme ich nicht.

Wenn ich meine Stundenzahl im Nebenjob aufstocke, gelte ich nicht mehr als Student und bin voll versicherungspflichtig. Habe also wieder die vollen Abzüge. Außerdem möchte ich mein Studium schnell abschließen, was aber durch meinen Nebenjob - auf den ich finanziell angewiesen bin - nicht gerade erleichtert wird.

Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als eines der Bank-Angebote anzunehmen, die speziell für Fälle wie mich ins Leben gerufen wurden. Diese Angebote sprießen derzeit ja eh wie Pilze aus dem Boden.

Aber was ist das für ein Start ins Leben, der mit einem Schuldenberg beginnt?

Politiker beklagen den Fachkräftemangel in Deutschland. Auf der anderen Seite werfen sie Lernwilligen Knüppel zwischen die Beine. Das ist für mich einfach unverständlich.

Gruß,

Erstsemester

fallobst
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Dann geh doch

Beitrag von fallobst » 14.08.2006, 17:04

Na,

da ist aber jemand bemitleidenswert.

Vorschlag: Geh doch mal in ein anderes Land, z.B. nach England, Australien oder in die USA und frag mal nach, was die da für Ihr Studium zahlen. Oder glaubst du etwa, du bist der einzige auf der Welt, der was für sein Studium zahlen muss???

Die Jugend von heute...

Mento
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Beitrag von Mento » 29.08.2006, 09:22

Hallo ihr,

naja ich verstehe deine Ansicht und es ist sicherlich unumstritten wahr, dass im Ausland noch mehr Studiengebühren anfallen.

Aber Deutschland läßt ständig verlauten wie schwer doch Fachkräfte hier zu finden sind, weil die meisten aus Deutschland auswandern. Wenn Deutschland seine bisherigen Fachkräfte nicht halten kann, muss es doch nicht noch den Kommenden solche Steine in den Weg legen?!

Außerdem ist der Zwiespalt daran, dass Personen die aufgrund Ihres na sagen wir mal Ihres Abschlusses oder Ihres IQs vielleicht bald gar nicht mehr studieren können (außer den paar Personen denen ein Stipendium gegeben wird), weil es sich Ihre Eltern nicht leisten können und wie oben beschrieben nicht Unmengen an Arbeitsstunden geleistet werden können (ohne immense Abzüge zu erhalten). Das heißt doch jeder der wirklich "mit dem goldenen Löffel im Mund gebopren wurde" hat zumindest einen entscheidenen Vorteile neben seiner Qualifikation - das liebe Geld.

Grüße aus Erfurt

ineedmoney
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Beitrag von ineedmoney » 01.07.2007, 02:15

Ich verstehe euch Studenten nicht !!!

Es ist wie mein Vorredner schon sagte in anderen Ländern völlig normal das man zahlen muss wenn man studieren will.

Willst Du mir wirklich sagen das ca. 41 € ,-/Mon. ist für einen Studenten nicht aufzutreiben sind ?
Überall gibs Rabatt für Studenten. Ob Kino, Solarium, Handyverträge oder Schwimmbad.

Ich weiss nicht was das geheule soll, nach dem Studium habt ihr die Chance auf gute Jobs und verdient deutlich mehr als einer der sich auf der Baustelle, im Hafen oder sonstigen Körperlichen arbeiten den Rücken krumm arbeiten muss.

Vieleicht sollten sich einiege Leute daran gewöhnen, dass man für sein Geld arbeiten muss :wink:

Mento
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Beitrag von Mento » 02.07.2007, 08:16

Hallo,

bin und war keine Studentin :-)

1. Ich persönlich finde es ebenfalls sch....., wenn manche Leute die ewigen Studenten spielen und ein Semester nach dem anderen "Absitzen". Die sollten auch auf alle Fälle Studiengebühren blechen. Anders sieht die Sache aus, wenn manche einfach nicht hinterher kommen, weil se drei Jobs gleichzeitig annehmen müssen.

2. Naja, ob das so zutrifft, dass jeder der studiert danach nen tollen gut bezahlten Job kriegt... Ich kenne Leute die großartig Jura studiert haben oder BWL und jetzt kellnern gehen (einer der Gründe warum ich nie studiert habe).

3. 41 Eus im Monat ist kein Geld, allerdings gibt es Studiengänge, wie beispielsweise Architektur, wo diese Summe bei weitem nicht ausreichen. Abgesehen von den Nebenkosten....

4. Ich glaube es ist aber ein grundsätzliches Problem, dass ein Großteil der Fachkräfte, und da beziehe ich auch Handwerksmeister o.ä. ein, auswandert, nachdem sie in Deutschland studiert haben.

Viele Grüße aus Erfurt

Tom68
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Beitrag von Tom68 » 04.07.2007, 21:17

Hallo,

sehen wir uns doch einmal unsere Herren und Damen in Weiss an. Nachdem sie jahrelang, in beheizten Bibliotheken, Unisääle usw. Bildung auf Kosten des leidgeblagten deutschen Steuerzahlers genossen, zudem auch noch kostenfrei einen Dozenten nutzten wandern diese ab nach England oder Skandinavien.

Also ich meine wenn ich Vorsteuererstattungen erhalte muss ich diese insofern ich keine Umsätze tätige auch wieder zurückzahlen. Übersetzt, nehme ich als Student der Medizin Leistungen des Bundes/Landes an um zu stiudieren und zahle später in Deutschland keine Steuern zurück...drängt sich mir u.U. einGedanke auf den mann/frau auch im BGB § 8.. findet.

Selbstverständlich genießen die Herren/Frauen Mediziner ein hohes Ansehen auch dann in der Öffentlichkeit wenn sie der Steuerzahlergemeinschaft ein Schnipchen gelagen haben.

So sei es.
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es sollen sich hier nicht nur Mediziner angesprochen fühlen...dies ist nur Beispielhaft erklärt.

Mit freundlichen Grüßen

Campus
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Stichwort: Generation Praktikum...

Beitrag von Campus » 15.10.2007, 14:15

Die harte Realität für viele deutsche Uniabsolventen sieht doch leider so aus: nach erfolgreich abgeschlossenem Studium und schlechtbezahlter Jobs nebenher, sitzen sie mit Beginn des "echten Lebens" auf einem Schuldenberg. Und alles was Ihnen in Deutschland winkt, ist ein Praktikumsplatz, der womöglich nur mit "Erfahrungsgewinn" bezahlt wird.

Auch ich würde in so einer Situation Deutschland den Rücken kehren...

gründerchen
Beiträge: 2
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In England nur mit Stipendium

Beitrag von gründerchen » 18.10.2007, 22:17

Lieber Erstsemester
ich denke, dass es am sinnvollsten ist, wenn Du Deine Eltern um Hilfe bittest - Du kannst das Geld ja an sie zurückzahlen. Ich finde es nicht verwerflich, dass Du das in Anspruch nimmst - dafür kannst Du später als Akademiker Urlaube und kleine Extras an sie verschenken. Falls es irgendwie möglich ist, würde ich auf gar keinen Fall einen Kredit aufnehmen.

In England ist ein Studium ausschließlich mit Stipendium zu bezahlen...nur so am Rande..

viele Grüße und viel Glück

gründerchen
Beiträge: 2
Registriert: 04.10.2007, 12:48

An Mento und Tom68

Beitrag von gründerchen » 18.10.2007, 22:29

Mento scheint leicht vergrämt ihre verpatztes Akademikerdasein zu therapieren, indem sie die Studentenzunft beschimpft, während Tom68 ein persönliches Thema mit Medizinern zu haben scheint. Ich denke nicht, dass Eure Beiträge Erstsemester Antworten auf seine Fragen bescherte - aber er hat Euch sicher gern eine Plattform für euren Frust geboten...

in diesem Sinne:

Beati pauperes spiritu

schreini
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Re: Woher nehmen, wenn nicht stehlen...?

Beitrag von schreini » 04.09.2011, 18:00

Zusätzlich zur Generation Praktikum kann man mittlerweile auch von dem Billiglohn-Arbeitsmarkt sprechen. Nicht nur dass viele gut ausgebildete Akademiker nach dem Studium noch zig Praktika machen müssen und auch gehaltstechnisch ziemlich weit unten anfangen muss. Was ich aber eben so erschreckend finde ist, dass die Löhne in vielen Bereichen so niedrig sind. Gerade im Osten müssen viele Menschen für sehr niedrige Löhne arbeiten. Aber selbst in anderen Branchen wie zum Beispiel in so einem Büroservice wie hier sind die Löhne erfahrungsgemäß recht niedrig. Hier muss man sich mal parteiübergreifend stärkere Gedanken über einen Mindestlohn machen.
Zuletzt geändert von schreini am 07.09.2011, 08:58, insgesamt 2-mal geändert.

earendil1
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Re: Woher nehmen, wenn nicht stehlen...?

Beitrag von earendil1 » 05.09.2011, 11:53

tja, in anderen ländern mit studiengebühren studieren oft nur die, deren Eltern geld haben. in england halte ich es z.b. für verdammt schwierig, wenn jemand aus einer arbeitnehmerfamilie studieren möchte.
und z.B. mal eben neben einem medizinstudium noch zu jobben - das halte ich für mehr oder weniger unmöglich.
ich denke, da sind diese Kredite noch fast die beste Möglichkeit.... weiß nicht, wie es jetzt mit baföggeregelt ist - das war auf jeden fall mal eine sinnvolle einrichtung. letztendlich ist das aber auch eine art kredit - wenigstens zum teil.

aaagul45
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Re: Woher nehmen, wenn nicht stehlen...?

Beitrag von aaagul45 » 13.12.2014, 06:20

Also ich meine wenn ich Vorsteuererstattungen erhalte muss ich diese insofern ich keine Umsätze tätige auch wieder zurückzahlen. Übersetzt, nehme ich als Student der Medizin Leistungen des Bundes/Landes an um zu stiudieren und zahle später in Deutschland keine Steuern zurück...drängt sich mir u.U. einGedanke auf den mann/frau auch im BGB § 8.???

kujulian
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Re: Woher nehmen, wenn nicht stehlen...?

Beitrag von kujulian » 15.12.2014, 12:35

Man kann schon wieder - ohne die persl. Hintergründe tatsächlich zu kennen - sagen, wer hier studiert hat und wer nicht. Studenten haben es nämlich aus Sicht der älteren Generation, die durch harte Arbeit ohne Studium zur hohen Stelle kam, immer viel zu leicht... Außerdem musste man damals zu Fuß 18 Kilometer im tiefsten Winter in die Schule laufen und zog auf nem Schlitten die ganze Familie hinter sich her in die Stadt... :roll: Deutschland - das Land in dem jeder hart Arbeitet aber es auch wirklich jeden Wissen lassen muss.

Ironie beiseite und Hilfe her:

Ich würde an deiner Stelle alles daran setzen Bafög zu bekommen, ich kenne viele Leute bei denen das erst nach dem zweiten oder dritten Versuch hinhaute uind davor abgelehnt wurde. Können deine Eltern dir tatsächlich keine finanzielle Hilfe leisten (war bei mir auch so) wird als nüächsten nach Erspartem geschaut, ist auch da nichts vorhanden steht BaFög in der Regel nichts im Weg...

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