Geschäftsführergehalt im Handwerk

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MeisterEder
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Geschäftsführergehalt im Handwerk

Beitrag von MeisterEder » 24.07.2020, 17:52

Guten Tag,

ich hoffe das Thema passt in diese Rubrik.

Ich habe ein Angebot bekommen, als Geschäftsführer für ein Handwerksunternehmen mit 10-15 Mitarbeitern
tätig zu sein. Ich persönlich bin mitte 30 Jahre, Handwerksmeister, mit 20 Jahren Berufserfahrung und davon
5 Jahre Berufserfahrung in leitender Tätigkeit, sowie Einkauf, Verkauf, Kalkulation, Auftragsakquise und Durchführung.

Die 5 Jahre Berufserfahrung in leitender Tätigkeit erhielt ich in dem Betrieb, welches mir das Angebot unterbreitete.
Mein Wochenarbeitspensum beläuft sich auf 50-60 Std. die Woche. Wobei ich, wenn ich das so sagen darf, nie die Bezahlung
der Überstunden eingefordert habe und diese auch nicht vergütet worden sind, aber ich denke der Fleiß hat sich ausgezahlt,
da ich das Angebot zum GF bekommen habe.

In dem Vertrag steht folgendes:

-Zitat Anfang-

(1) Der Geschäftsführer erhält für seine Tätigkeit ein festes Monatsgehalt von 4.600,00 EUR brutto, das jeweils am Monatsletzten zu zahlen ist.

(2) Als sonstige Leistung erhält der Geschäftsführer:

a. eine Weihnachtsgratifikation in Höhe eines Monatsgehaltes nach Abs. 1. Die Gratifikation wird mit dem Dezembergehalt ausbezahlt. Bei einer Beendigung des Dienstvertrages während des Kalenderjahres wird eine Gratifikation nicht geschuldet.

(3) Eine Vergütung von Überstunden, Sonn-, und Feiertags- und sonstiger Mehrarbeit erfolgt nicht.

§ 4 Arbeitszeit

Der Geschäftsführer ist an eine bestimmte Arbeitszeit nicht gebunden. Die Arbeitszeit richtet sich vielmehr nach den betrieblichen Erfordernissen und ist vom Geschäftsführer frei und eigenverantwortlich zu gestalten.

-Zitat Ende-

Ich weiß einfach nicht ob dies angemessen ist, ich kann weder mit Kollegen darüber sprechen noch mit Bekannten, da ich niemanden kenne
der in solch einer Position eingesetzt wird, bzw. jemand den ich gut kenne der mich darüber Auskunft geben würde.

Vielleicht können mir hier Gesellschafter oder Geschäftsführer weiterhelfen ?

Nur zur Information, ich arbeite auch 80 Std. die Woche. Ich bin weder Faul noch möchte ich das Unternehmen ausbeuten, ich weiß nur
nicht ob dies wirklich Leistungsgerecht wäre ?

LG

Meister Eder

Jaquemot
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Re: Geschäftsführergehalt im Handwerk

Beitrag von Jaquemot » 11.08.2020, 15:58

Die Frage führt natürlich sehr stark in die Nähe des Arbeitrsrechts und jede Auskunft hier muss sich damit auseinandersetzen, wie weit man sich in diese "Gefahr" begibt. Wenn ich hier als sachkundiger Berater antworte, so berichte ich lediglich aus meine Erfahrungsschatz heraus und kläre nicht über rechtliche Begebenheiten auf.
Ich handhabe das immer so, dass ich - mir und anderen - über eine dem Vollzeitumfang von 40 Wochenstunden entsprechende Leistung Rechenschaft ablege. Wenn ich da den aktuellen Erfordernissen geschuldet schon mal Mehrleistung bringe, rechne ich diese nach Möglichkeit durch Freizeitausgleich an anderer Stelle wieder auf. Das schützt mich vor der Selbstausbeutung, der gerade Führungskräfte sich zuweilen aussetzen. Die implizite Unterstellung "als Geschäftsführer machst du selbstverständlich mehr und bekommst das nicht vergütet" umgehe ich, indem ich die übliche Wochenarbeitszeit zum Vertragsgegenstand mache, alternativ zur Wochen- auch eine Jahresarbeitszeit. Damit habe ich es selber in der Hand, wie viel nicht vergüteter Arbeit ich zu leisten willens und in der Lage bin. Ist dann das Arbeitsaufkommen womöglich sogar nachhaltig höher, kann ich dann immer noch - sogar mit Nachweis - auf eine entsprechende Personalerweiterung (Sekretariat, Sachbearbeitung etc.) hinwirken.

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