Welche Ausbildung ist die beste für Unternehmensgründung?

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Aden
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Welche Ausbildung ist die beste für Unternehmensgründung?

Beitrag von Aden » 07.09.2020, 15:06

Hallo zusammen,

Ich weiß, dass das hier eine sehr unübliche Anfrage ist, aber da es mir so ein dringendes Anliegen ist und ich gerne mal eine andere Meinung zu der Thematik hören würde, habe ich mal einen etwas längeren Beitrag geschrieben. 😅 Ich habe leider keine passende Kategorie in diesem Forum gefunden, aber wollte mir trotzdem ein paar Meinungen und Erfahrungen aus der Community einholen, daher bin ich sehr dankbar für eure Rückmeldungen! 😄

Grundsätzlich richtet sich das Folgende an jeden, der bereit ist ein paar Minuten zu investieren und mir bei einer der wohl lebensweisendsten Entscheidungen zu helfen. Insbesondere würde mich die Haltung von Gründern/Unternehmern, Dozenten/Professoren und anderen (BWL-)Studenten zu dieser Thematik interessieren.

Bitte beachtet, dass mir das hier wirklich sehr am Herzen liegt, da ich gerade davor stehe die Weichen in meinem Leben komplett zu verstellen. Ein Studiumbedingter Umzug würde bei mir quasi alles auf den Kopf stellen, allerdings fühle ich mich auch dazu bereit.

So, jetzt komme ich aber mal zum Punkt bzw. zu meiner Person und der aktuellen Situation:
Mein Name ist Hendrik, ich bin 18 Jahre alt und habe dieses Jahr mein Abitur mit der Note 2,6 an einem Gymnasium in NRW bestanden.

Für mich war schon länger klar, dass ich beruflich in die kaufmännische Richtung gehen möchte, da mein Vater, in diesem Bereich jahrzehntelange Erfahrung hat und mich schon früh an Themen wie Finanzen und Wirtschaft herangeführt hat.

Allerdings hat mich die Abitur-Note daran gehindert direkt im Anschluss an die schulische Ausbildung meinen (damaligen) Wunschstudiengang International Management an der Hochschule Düsseldorf anzufangen. Aus diesem Grund und durch meinen Vater bekräftigt, wie wichtig Praxiserfahrung im Berufsleben sei, habe ich mich um eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei einigen mittelständischen Unternehmen beworben und habe auch schnell etwas Passendes mit einem bekannten Namen (war mir für den Lebenslauf wichtig -> Macht das Sinn?) gefunden. (Allerdings ohne wirkliche Recherche betrieben zu haben)

Seit dem 01.08.2020 bin ich nun in der Ausbildung und muss leider feststellen, dass das Ganze leider nicht das ist, was ich im Moment will. Ich merke, dass der Stoff, der in der Berufsschule gelehrt wird mich anspricht, allerdings ist das Tempo relativ langsam und der Stoff wird relativ oberflächlich behandelt. Ich weiß, dass nach 4 Wochen Berufsschule noch nicht tief genug auf Alles Bezug genommen werden kann, jedoch habe ich mich bei den Lehrern erkundigt, wie stark man auf die Thematiken eingeht und muss sagen, dass tiefere Einblicke mich doch mehr reizen würden, als das reine praxisorientierte Lernen. Zum Thema Tempo muss auch gesagt sein, dass ich im Gegensatz zu den meisten meiner Klassenkameraden keinerlei schulische Vorkenntnisse habe, was Vorgänge im Rechnungswesen etc. angeht. Das heißt es geht echt schleppend voran.

Außerdem stelle ich fest, dass ich im Betrieb nur sehr wenig eingebunden werde und auch auf Nachfrage und Impulse von meiner Seite aus, keine Besserung zu bemerken ist. Zudem bin ich momentan in einer Phase, in der ich nach Wissen und neuen Fähigkeiten strebe. Dazu gibt mir die Ausbildung leider nicht den richtigen Input.

Ich habe langsam Angst, dass ich, wenn ich zu lange in der Ausbildung hänge, die Mentalität meiner Kollegen adaptiere („kein Bock auf Arbeit, Leistung wird sowieso nicht honoriert, deshalb mach ich nur so viel wie ich will“).

Mein Vater hat mir nun empfohlen, entweder die Ausbildung in 3 Jahren abzuschließen oder falls es zum nächsten Jahr nicht besser läuft, ein duales Studium bei einer der „Big 4“ oder ähnlich großen Unternehmen zu beginnen.
Es nochmal mit der Ausbildung zu probieren und im schlimmsten Fall noch ein paar Monate durchzuhalten, finde ich grundsätzlich sinnvoll, da ja erst 1 Monat rum ist und ich so etwas Geld verdiene. Bis zum Jahreswechsel würde mir vermutlich sowieso nichts besseres passieren als ein bezahltes Praktikum, wofür im Falle eines Studiums ja eh noch genug Zeit wäre.
Bezüglich des dualen Studiums habe ich die Befürchtung, dass ich ähnliche Erfahrungen mache wie aktuell in der Berufsausbildung. Ich weiß jedes Unternehmen und dessen Kultur und Mitarbeiter sind anders, aber ich möchte ungern zwei abgebrochene Ausbildungen im Lebenslauf stehen haben.

Ich spiele durch die doch recht negative Erfahrung in der Berufsausbildung jetzt mit dem Gedanken, abzubrechen und mich einem Studium zu widmen, vorzugsweise mit Einblicken in eCommerce & Online Marketing und an einer Uni, die auch einen anschließenden Master in Richtung „Entrepreneurship“ / Unternehmensgründung anbietet, da ich mich in den letzten Monaten sehr intensiv mit dem Thema Selbstständigkeit befasst habe und ich merke, dass mich selbstständiges Arbeiten einfach mehr motiviert. (siehe Investments, wo ich viel Zeit in die Recherche und Analyse stecke)

Da ich bei meiner Auswahl des Ausbildungsbetriebes „auf die Schnauze gefallen“ bin, möchte ich hier sichergehen, dass ich das für mich richtige Angebot finde. Dementsprechend intensiv ist meine Recherche.

Dabei bin ich ziemlich oft über folgende Hochschulen gestolpert:
Otto Beisheim School of Management(WHU), Ludwig-Maximilian-Universität, FU Berlin, TU Berlin, TU München, Frankfurt School
(Wobei letzteres wohl eher für Leute, die im Bereich UB/IB arbeiten wollen, ausgelegt ist.)

- Gibt es hier evtl. Absolventen dieser Hochschulen, die mir bei der Entscheidungsfindung helfen könnten?

Leider kommen aufgrund der Abi-Note vermutlich nur private Hochschulen oder Staatliche, die ich nicht aufgelistet habe, in Frage. Daher wollte ich mal fragen, ob jemand
- diesbezüglich Empfehlungen und/oder Erfahrungen teilen möchte?
- Lohnt sich ein solches Studium (bspw. An der WHU oder Frankfurt School)?
- Wie sieht es mit anderen Unis aus, die ich evtl. noch gar nicht berücksichtigt habe?

Vielleicht gibt es ja unter Euch auch den einen Unternehmer/Gründer, der mal eine
- Einschätzung bezüglich der Sinnigkeit meiner Entscheidung abgeben kann?
- Bin ich vielleicht noch zu früh dran, um mir solche Gedanken zu machen?

Ich würde mich sehr über Euer Feedback freuen und bin äußerst dankbar für jede Hilfe!

Beste Grüße
Hendrik / ADEN

P.S. Sorry für den Roman, ist irgendwie doch mehr Text geworden, als ich gedacht habe 😅

Pharus
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Re: Welche Ausbildung ist die beste für Unternehmensgründung?

Beitrag von Pharus » 08.09.2020, 07:15

Hallo Aden,

mache das, was dir am Herzen liegt und nicht das, was andere wollen, oder evtl. im Lebenslauf erwarten.

Gründen kannst du mit jeder Ausbildung oder Studiengang, aber am erfolgreichen wirst du mit dem, was du gerne tust!

Beste Grüße
Pharus

doitnow2020
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Re: Welche Ausbildung ist die beste für Unternehmensgründung?

Beitrag von doitnow2020 » 10.09.2020, 07:59

Hallo Aden

Ich bin gleicher Meinung wie Pharus. Leider gibt es keine Zauberformel, die dir die perfekte Ausbildung/Arbeitstelle vorgibt. Man kann sich mit jeder Ausbildung (oder auch ohne Ausbildung) sich selbständig machen.

Ich habe schon einige Aus- und Weiterbildungen gemacht und kann aus Erfahrung sagen, dass der Stoff meist oberflächlich ist. Vieles wird angeschnitten und aus Zeitgründen nicht vertieft. Meist hat man dann im Job einen bestimmten Aufgabenbereich, den man vertieft und Erfahrung sammelt.

Vielfach gehört ein Portion Glück und Offenheit dazu. Ich habe in jedem Unternehmen ganz viel gelernt, weil ich neugierig war und die Zusammenhänge verstehen wollte. Das hat mir auch viele Türen geöffnet.

Ich wünsche dir auf deinem Weg viel Glück!

Gruß, Anne

Riven
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Registriert: 20.08.2020, 12:59

Re: Welche Ausbildung ist die beste für Unternehmensgründung?

Beitrag von Riven » 11.09.2020, 12:45

Also mal ganz grundsätzlich: Die Art der Ausbildung ist für die Gründung eines Unternehmen erst einmal egal. Du solltest dich eh darauf konzentrieren was du gern machen möchtest du in den Bereich dann eben einen Ausbildung anfangen. Und wenn das dann eben deine Kernkompetenz ist und du wirklich gut darin bist dann kannst du mit nahezu allem eine eigene Firma gründen.

Ich habe das selbst schon zwei mal jetzt mit bekommen. Einmal in Sachen Metallverarbeitung. Das war dann mein Vater, der sich nach langen ringen doch endlich dafür entschieden hat zu gründen und zum anderen ein guter Freund der seinen Fokus auf die Fotografie und die Videografie gelegt hat. Und damit hat er dann auch eine kleines Unternehmen gegründet.

Natürlich, es kommt dann zum Beispiel Bürokram auch dich zu mit dem du dann weniger zu tun hattest aber der eben auch gemacht werden. Oder wenn es irgendwann Angestellt gibt, muss Papierkram gemacht werden. Aber sowas muss dir bewusst sein aber auch dafür gibt es Hilfen über. Bei der Menge an Consulting Firmen ist man da heute gut bedient.

Dann kommen auch spezielle Sachen dazu wo man vielleicht noch eine Kurs zu machen muss. Das hatte mein Vater eben. Ist aber allgemein im Betrieb eben nicht verkehrt wenn es um die betrieblich Sicherheit geht. Da gibt es eben zum Beispiel Kurse über die LTS Akademie die dann eben zum UVV Prüfer macht.

Muss dir eben auch bewusst sein dass da eben in jeder Brache spezielle Sachen dann auf dich zukommen. Aber wenn du dahin gehend motiviert bist und dann steht dir die Welt komplett offen.

Rainer_Winkler
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Registriert: 22.09.2020, 11:41

Re: Welche Ausbildung ist die beste für Unternehmensgründung?

Beitrag von Rainer_Winkler » 23.09.2020, 10:21

Servus,

Also bei mir ist das ganz komisch bisher gewesen :D Ich bin mit BWL fast durch und auch zufrieden mit meinen Erfahrungen bisher.
Manche waren weniger gut und manche sehr lehrreich in Bezug auf die Gründung eines Unternehmens.
Beispielsweise bei Sortimo in der Abteilungsleitung konnte ich schonmal lernen wie es ist eine Art Führungsposition zu haben und mit dem Personal auszukommen (kennt wahrscheinlich eh keiner: mysortimo.de/de/produkte/fahrzeugeinrichtung aber die Abteilung in etwa war das).

Jetzt ist es nun tatsächlich so, dass ich wahrscheinlich die Firma meines Vaters übernehme, also es kommt doch ganz anders als gedacht. Steht aber noch nichts fest. Deswegen das ich dir, bleib offen für alles! Denn irgendwie ergeben sich immer neue Dinge und eines davon wird dir gefallen.

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