Welche Probleme oder Fallen hatte ihr bei der Existenzgründung?

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TomCedrik
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Welche Probleme oder Fallen hatte ihr bei der Existenzgründung?

Beitrag von TomCedrik » 13.12.2019, 14:34

Hallo,

ich möchte mich mit einem Handwerksbetrieb im nächsten Jahr selbständig machen. Parallel plant meine Frau auch eine
Existenzgründung im Online Bereich. Wir haben bisher weder eine Planung, noch tieferes Wissen im Gründungsumfeld,
dafür ein hohes fachliches KnowHow im zukünftigen Arbeitsumfeld.

Jetzt überlegen wir, einen Gründungsberater zu engagieren, der natürlich auch einen größeren Betrag kostet.

Deshalb jetzt de Fragen an die Erfahrenen hier im Forum:

Wo sind eure größten Probleme oder Schmerzen bei der Gründung aufgetreten?
Wo hättet ihr oder habt ihr euch Beratung eingeholt?

Freue mich auf eure Hinweise.

LG
Tom

Helfer Elfe
Beiträge: 15
Registriert: 13.12.2019, 16:32

Re: Welche Probleme oder Fallen hatte ihr bei der Existenzgründung?

Beitrag von Helfer Elfe » 21.12.2019, 03:49

Moin aus Hamburg!

Meiner Meinung nach ist jeder Anfang schwer, wenn man den Weg mit einem Berater geht, ist man schnell viel Geld los, welches man lieber in Marketing etc. stecken sollte und seine Firma, Produkte oder Dienstleistungen vermarkten.

Wir sind haben auch sehr lange darüber nach gedacht und haben uns gegen einen Berater entschieden, so haben wir jede einzelne Erfahrung selber gemacht, können stolz sagen "alles selber aufgebaut" 8)

Klar haben wir auch ab und an Lehrgeld gezahlt, jedoch finde ich, das man am Besten lernt, wenn man es selber macht!

Solltest du Fragen haben, kannst du mir gerne schreiben! In Sachen Neukunden Gewinnung, Werbung und Marketing kann ich dir auf jedenfall ein Paar nützliche Tipps geben, da ich im Bereich Werbetechnik tätig bin :)

Ich freue mich auf deine Rückmeldung!

Liebe Grüße

wiesoauchnicht
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Re: Welche Probleme oder Fallen hatte ihr bei der Existenzgründung?

Beitrag von wiesoauchnicht » 09.06.2020, 09:15

Hallo,
also für mich persönlich war Time-Management gerade am Anfang echt schwer, da ich neben der Gründung meines Unternehmens auch noch meinen alten Job hatte. Außerdem wusste ich nicht was alles für gewisse Aspekte benötigt wird. Wie zum Beispiel eine Unternehmenskarte
( https://www.bussgeld-info.de/unternehmenskarte/ ).

Lg

Lerimeta
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Re: Welche Probleme oder Fallen hatte ihr bei der Existenzgründung?

Beitrag von Lerimeta » 18.06.2020, 13:00

War jetzt nicht bei mir so, aber ich habe eine gute Freundin bei ihrem online-shop unterstützt, als sie letztes Jahr angefangen hat.
Wichtig ist zu wissen: was will ich verkaufen und was unterscheidet mich von meinen Mitbewerbern? Ist genug Bedarf da? Sonst geht man nämlich auch schnell pleite.
Meine Freundin hatte sich eigentlich recht gut vorbereitet, hat aber dann zum Beispiel komplett das Versandthema unterschätzt. Nicht nur die Verträge mit den Versanddienstleistern, sondern auch die Verpackungen. Die sind nämlich teuer und teilweise braucht man Sondergrößen, weil die Produkte nicht reinpassen oder sonst unverhältnismäßig groß sind. Das haben wir dann hier mit Kartons nach Maß gelöst, aber bis wir da angekommen sind, hat es doch eine ganze Welle enttäuschter Kunden gebraucht.
Was anderes war die Steuererklärung. Die hatten wir beide immer selbst gemacht und dachten wir kriegen das hin. Für ein Unternehmen war das aber nochmal ein ganz anderes Kaliber. Da würde ich auf jeden Fall drauf achten.

Lorenz22
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Re: Welche Probleme oder Fallen hatte ihr bei der Existenzgründung?

Beitrag von Lorenz22 » 13.07.2020, 14:13

Bei der Gründung ist vieles zu bedenken.
Ein Buissnessplan ist auf jeden Fall zu empfehlen, wo eine Vorlage aus dem Netz hilft!
Mit was will man Geld machen, U.S.P. raus finden (warum soll man bei mir kaufen)
eine sehr gute Kostenanalyse und Umsatzeinschätzung
hierzu noch vom Profi mal anschauen lassen und selbst Bücher lesen für die Gründung!

das spannenste war die Umsatzeinschätzung!

Jaquemot
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Re: Welche Probleme oder Fallen hatte ihr bei der Existenzgründung?

Beitrag von Jaquemot » 15.07.2020, 22:38

Ich kenne die vielen Fallen nur zum Teil aus eigener Erfahrung, will aber als Gründungsberater ein bisschen berichten, in welchen Feldern ich unterstützen kann und über die Klippen hinweg helfe.
Das erste Thema ist das Geschäftsmodell. Das ist mehr als "USP" finden. Es geht um die Profilierung - und später die Argumentation bei der Verkaufe - des Angebots, was sich oft in den beschreibbaren Fähigkeiten der Gründer verbirgt. Dazu braucht es oft den Blick "von außen", weil wir alle normalerweise eine gewisse Betriebsblindheit haben für die eigenen Belange. Weiter muss man wissen, wer genau die Zielgruppe ist, die das Angebot nutzen soll, um diesem Personenkreis die besondere Nützlichkeit verständlich zu machen. Auch wer da schon als Wettbewerber da ist, von denen man sich unterscheiden sollte, um wahrgenommen zu werden, sollte man analysieren, ... und ggf. Abkupfern, was man da an guter Darstellung und Argumentation findet. Mit all diesen Informationen kann man ein schlagkräftige Marketing machen.
Das zweite Thema sind dann die Finanzen: wie viel Geld brauche ich für Equipment, Auto, Büroausstattung, wie viel habe ich schon? Woher kommt das Geld? Brauche ich einen Kredit? Welcher ist der "richtige"? Weiter: welche Umsätze werde ich erzielen. Im ersten, im zweiten oder im dritten Jahr? Mit welchen Kosten muss ich rechnen? Welche Gewinne entstehen daraus? Brauche ich für die Lücke am Anfang noch einen Geldpuffer, um immer zahlungsfähig zu sein? Wir BWL'er nennen das dann Liquiditäsplanung.
Wenn man all diese Fragen vollständig beantwortet und in einem Businessplan zu Papier oder PDF bringt, kann man auch meistens erfolgreich einen Kredit beantragen.
Und wer all diese Fragen nicht allein beantworten will oder kann, der sucht sich einen erfahrenen Gründungsberater. Man schaut z.B. in die Beraterbörse der KfW, da findet man Berater mit Erfahrung und guten/im besten Fall vielen Referenzen. Btw, ich habe weit über 100 Referenzen, die alle wieder mit mir arbeiten würden. Im übrigen kosten die Berater gar nicht so viel, fast jedes Bundesland hat Fördermittel für die Gründungsberatung. Hier in NRW kostet die Beratung bis zu 3200 € Netto und man bekommt dazu einen Zuschuss von 50%. Ein kostenloses Erstgespräch ist für mich und jeden fairen Berater selbstverständlich.

Verito
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Re: Welche Probleme oder Fallen hatte ihr bei der Existenzgründung?

Beitrag von Verito » 22.07.2020, 13:50

Ich finde, der erste und beste Weg ist schon mal, sich Erfahrungen und Wissen von den Menschen abzuholen, die ebenfalls gegründet haben und ihr eigenes Business schon mehrere Jahre erfolgreich betreiben. Von daher ist es schon mal gar nicht so schlecht, hier in diesem Forum anzufangen :)

Ansonsten sollte man sich natürlich einen genauen Businessplan erarbeiten und sich so viel Wissen zu dem Thema einholen wie möglich. Sei es durch das Internet oder Beratungsstellen und Seminare. Sobald man einen Businessplan und alles an Paperkram erledigt hat, kann es im Prinzip losgehen. Der Rest kommt - wie hier schon gesagt wurde - durch die Erfahrung.

Estra
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Re: Welche Probleme oder Fallen hatte ihr bei der Existenzgründung?

Beitrag von Estra » 12.08.2020, 11:04

Schwierig ist es mit dem Thema Finanzen richtig umzugehen. Das Thema ist schon in allen Gründerseminaren ein sehr großes und wenn da was nicht stimmt, fällt man schon vor der Gründung eben durch. In der Regel sollte man für den schlimmsten Fall einplanen den Laden ca. zwei Jahre am laufen halten zu können, ohne schwarze zahlen zu schreiben. Das kann sich ja natürlich nicht jeder leisten...

Jaquemot
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Re: Welche Probleme oder Fallen hatte ihr bei der Existenzgründung?

Beitrag von Jaquemot » 13.08.2020, 12:19

@Estra: Ich finde es problematisch, wenn ich in ganzen drei Zeilen gleich zwei Aussagen finde, die ich anzweifeln muss und die im Informationsgehalt gleich Null sind. Zum einen kennst du ganz sicher nicht "alle Gründerseminare" und hast somit kaum einen fundierteren Einblick in die wirklichen Problematiken der Gründer. Richtig ist hier allein die Aussage: Finanzen sind schwierig. Zum anderen ist aus Banken- und Beratersicht schlicht falsch, dass man einen worst case planen soll, der in den ersten beiden Jahren noch keine "schwarzen Zahlen" schreibt. Täte man das nämlich, würde keine Bank die Tragfähigkeit des Vorhabens positiv beurteilen. Diese Aussage ist also schlicht nicht zielführend. Viel mehr besteht die Aufgabe darin, die Positionierung und die Kommunikation (in Summe: die Markteinführung) so gezielt und effizient vorzunehmen, dass eine Etablierung am Markt mit dieser Strategie wahrscheinlich erscheint. Wenn dann im ersten Jahr noch keine nennenswerten Gewinne anfallen, wird das von Banken verziehen, wenn vor allem durch die Liquditätsplanng belegt ist, dass das nicht zu größeren Problemen bei der Zahlungsfähigkeit führt. Das dürfte aber bei einer deutlich längeren Anlaufphase - z.B. von 2 Jahren - kaum machbar sein.
Ich habe in meinem Beraterleben rund 300 Kreditanträge begleitet und den Businessplan dazu mit den Gründer*innen entwickelt, und von all diesen Plänen sind nur 2 oder 3 nicht finanziert worden. Ich denke, diese Erfolgsquote belegt, dass ich weiß, wovon ich hier spreche.

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