Bankwechsel erfolgversprechend?

Darlehen, Kreditlinien, Kontokorrent, Geschäftskonto, Bankverhalten, Finanzkrise und Kreditkrise.
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leffi
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Bankwechsel erfolgversprechend?

Beitrag von leffi » 05.04.2009, 09:29

Hallo,

das Thema gab teils schon, aber durch die rasante Entwicklung im Bankenbereich mag es neuere Infos geben.

Zu unserer Situation: wir planen Produkte, die wir bisher nur handeln, selber herzustellen. Diese Idee hat sich über 3 Jahre entwickelt und ist eigentlich letzten Sommer zu Ende gereift.
Eine Bank hatte uns mündlich die Finanzierung in Aussicht gestellt, dann kamen aber die Verwerfungen in der Bankenbranche und es ging mit dieser Bank nichts mehr.

Bei einigen Gesprächen wurde uns oft mitgeteilt, dass das Volumen zu gering sei (EUR 200.000).

Allerdings ist unserer Idee und der Umsetzung eine Förderung durch die LfA hier in Bayern als mögliche Lösung dargestellt worden durch LfA Mitarbeiter. Da wir bei der Postbank sind und diese solche Förderungen nicht bearbeitet (so wurde es uns gesagt), müssen wir nun vermutlich die Bank wechseln.
Gibt es aus dem Kreis der Fachleute hier und der erfahrenen Unternehmer einen Tipp, welche Bank am sinnvollsten ist (unser Standort ist München). Uns ist auch klar, dass es heutzutage keine 100% Garantie gibt, aber wir wollen auch nicht zu viele Gespräche vorab führen, die am Ende nur Frust produzieren, weil zwar jeder freundlich ist, aber ansosnten keine Lust hat, sich unsere Idee ernsthaft anzusehen.

Danke für Hinweise

mgb-consulting

Re: Bankwechsel erfolgversprechend?

Beitrag von mgb-consulting » 05.04.2009, 09:49

Hallo ...

warum fragen Sie nicht einfach mal bei Herrn Gehring an, wenn ich mich recht erinnere, dann kommt er doch ebenfalls aus München und beschäftigt sich mit diesem Thema.

Wie andere Berater auch, so wird doch auch er einen Großteil der Banken kennen und entsprechende Verbindungen haben, die man sich im Laufe der Jahre schafft.

MfG
MGB-Consulting

Javamar
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Re: Bankwechsel erfolgversprechend?

Beitrag von Javamar » 12.04.2009, 21:54

Ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen, dass du tatsächlich höher spekulieren solltest bei Banken.
Wenn das Volumen zu gering ist, erwarten sie dadurch nicht so große Erträge, was wiederum in keinem Verhältnis zum entsprechenden Risiko steht.
Versuch es beim nächsten Mal, da ein wenig zu "pokern".

leffi
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Re: Bankwechsel erfolgversprechend?

Beitrag von leffi » 03.07.2009, 10:24

Wir hatten nun die Idee einer anderen Bank vorgestellt. Es gab einen Besuch bei uns, lange Gespräche und in die Planungen sind sogar Wünsche des Bankers eingearbeitet worden. Also ein ziemlicher zeitlicher Aufwand für uns.

Das Ende vom Lied war ein Telefongespräch, in dem uns mitgeteilt worden war, dass man es nicht machen will. Es ist nicht einmal die Frage eventueller Sicherheiten angesprochen worden.

Ein Studienkollege von mir, der in einer höher Ebene bei einer Bank ist, sagte mir, dass man heutzutage nicht glauben braucht, dass Banken Neukredite ausgeben. Für Altkredite werden sogar die Sicherheiten und Zinsen erhöht.

Es ist schade, dass unsere Politiker sich nur noch auf PR-trächtige Arbeitsplätze konzentrieren, die nach der Wahl vermutlich sowieso wegfallen werden.

Jaquemot
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Re: Bankwechsel erfolgversprechend?

Beitrag von Jaquemot » 03.07.2009, 13:26

Wie schade. Allerdings würde mich die Begründung für die Ablehnung interessieren, um da einen strategisch geschickten Rat geben zu können.

Meine Erfahrungen in der Finanzierung unternehmerischer Investitionen sind da mit regionalen Banken (Sparkassen und Volksbanken) ganz überwiegend positiv ausgefallen, weil diese (zumindst hier in NRW) meist Spezialisten für öffentlich geförderte Investitionskredite haben. Solche sind bei den Großbanken meist nicht zu finden.
Ich halte Aussagen wie die des Studienkollegen für Allgemeinplätze. Auch in der Krise des letzten halben Jahres habe ich als Berater kleine wie große Investitionsvorhaben erfolgreich bei der Finanzierung mit neuen Krediten begleitet. Das Volumen war da zwischen 20.000 und 500.000 €, die ganz überwiegende Anzahl lag unter 100.000 €.
Möchten Sie anhand solcher Aussagen immer noch glauben, Ihr Vorhaben sei zu klein? Um das aber genauer beurteilen zu können, braucht es mehr Einsicht in die Zusammensetzung und Angemessenheit der Investitionsbeträge. Vielleicht war die Summe deshalb zu klein, weil Sie vollständig die nicht unerheblichen Kosten der Markterschließung oder aber die Erfordernisse der Lagerhaltung und Vorfiananzierung von Material vernachlässigt hatten? Das alles wissen wir hier leider nicht. Insofern sind weitere Aussagen nur noch Spekulation.

mgb-consulting

Re: Bankwechsel erfolgversprechend?

Beitrag von mgb-consulting » 03.07.2009, 16:45

Hallo ...

ich habe da mal eine ganz andere Frage... machen Sie das Ganze alleine oder lassen Sie sich durch einen Berater begleiten?

Als Berater erhalte ich die Informationen warum ein Engagement abgelehnt wurde, weil ich auf einer ganz anderen Ebene mit dem Kundenbetreuer arbeite, der Kunde erhält diese Information normalerweise nicht, der zieht ab und ist sauer.

Die Gründe für eine Ablehnung sind vielschichtig, oftmals haben sie gar nichts mit dem Vorhaben an sich zu tun.

Wenn eine Bank zu Verhandlungsbeginn noch die Politik neuer Kreditvergaben fuhr und sich dieses während der Verhandlungen ändert, dann ist klar, dass jeder vorhandene und zukünftige Antrag abgelehnt wird.

Es gibt keinen Bänker, der Ihnen sagen wird: "Och... wir waren zu dämlich und sind mit drei großen Engagements untergegangen und der Chef meint, wir sollten uns im Moment mal mit neuen Krediten zurückhalten!"

Es gibt keinen Bänker, der Ihnen sowas sagen würde!

Es ist da wesentlich einfacher, den "Schwarzen Peter" dem Kunden zuzuschustern, denn der ist eh unsicher, ob er seinen Kredit bekommt und dem kann man in fast allen Fällen widerspruchslos Alles erzählen, weil er immer noch auf den Kredit hofft und sich deshalb zurückhält.

Würde man sich auf gleicher Ebene unterhalten, dann würde so mancher Kunde seinen Bänker "rundbürsten" und ihm den Kopf zurecht rücken.

MfG
MGB-Consulting

leffi
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Re: Bankwechsel erfolgversprechend?

Beitrag von leffi » 03.07.2009, 19:02

Zur kurzen Erklärung:

bei beiden Gesprächen, die wir hatten, sind unsere Unterlagen gelobt worden, da man so gut aufbereitet selten welche bekommen würde. Das Produkt konnte klar dargestellt werden und auch die Kenntnis des Marktes (wir agieren dort seit 7 Jahren mit Erfolg, da es um eine Erweiterung geht).

Die Begründung war so quasi, wenn man den geplanten Verkaufspreis nicht erzielen könnte und der Preis um x niedriger liegen würden, dann wäre .... . Logischerweise kann man alles gut und schlecht rechnen, da Zahlen geduldig sind.

Wie gesagt auf das Thema Sicherheiten und z.B. LfA Förderung ist gar nicht eingegangen worden, was seltsam ist. Dies scheint eine Denke wie bei manchen Behörden zu sein, dass jeder irgendwie erledigte Fall die Daseinsberechtigung erhöht.

Ob die Aussagen eines Studienkollegen nichtssagend sind, kann ich nicht beurteilen - morgen sehe ich wieder 2 Banker bei einer Feier und ich vermute, die lassen ähnliche Dinge verlauten.

Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn man mit Berater gekommen wäre, aber - ohne hier jemandem zu nahe treten zu wollen - da hatte ich auch mal vor einige Jahren ausgesprochen schlechte Erfahrungen gemacht und daher bin ich da etwas vorsichtig. Vielleicht war das ein Einzelfall, aber es war trotz allem unschön.

Letztendlich haben wir vermutlich nur Pech gehabt oder eigene Fehler gemacht. Da wir dies nicht machen müssen, ist es bei uns auch nicht weiter schlimm, aber es wurmt, wenn man sieht, wie Mrd. Pleitefirmen förmlich aufgedrängt werden und die KMUs ausgesprochen wenig abbekommen vom Kuchen.

Jaquemot
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Re: Bankwechsel erfolgversprechend?

Beitrag von Jaquemot » 03.07.2009, 19:13

Den Frust über die allgemeine Lage am Kreditmarkt kann ich gut verstehen, er führt aber nicht weiter. Aber nur um meiner Neugier willen: Fragen Sie diese Bänker doch zu vorgerückter Stunde mal nach der LfA-Förderung oder überhaupt Investitionsförderung mit öffentlichen Mitteln und nach deren Erfahrung damit. Wenn es Mitarbeiter einer Großbank sind, werden sie nichts davon wissen.

Mir treten Sie da ohnehin nicht zu nahe, denn solche Bälle spiele ich gerne zurück, da meine Referenzen mir bestätigen, dass ich gute Arbeit abliefere. Dennoch bedaure ich eine solche Erfahrung natürlich. Haben Sie denn Ihrerseits die genügende Sorgfalt walten lassen und die Kompetenz des Beraters für Ihren Bedarf abgefragt und ihn auch nach Referenzen für seine Arbeit gefragt?

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