Nach 2,5 Jahren immer noch keine Finanzierung durch Sparkass

Darlehen, Kreditlinien, Kontokorrent, Geschäftskonto, Bankverhalten, Finanzkrise und Kreditkrise.
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Minimom
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Nach 2,5 Jahren immer noch keine Finanzierung durch Sparkass

Beitrag von Minimom » 22.05.2008, 11:43

Hallo an Alle,
ich möchte gerne meinen Fall schildern und hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen oder habt Tipps, wie ich weiter vorgehen könnte.

Ich bin seit 01/06 selbstständig im Online-Handel.
Schon im Dezember 05, also vor Gründung, hatte ich ein Gespräch mit meinem Sachbearbeiter bei der örtlichen Sparkasse, der mir "nur" einen Kontokorrent i.H.v. 3000 Euro anbieten konnte, da er meine Geschäftsidee nicht nachvollziehen konnte und für ihn der Erfolg nicht direkt greifbar war. Hatte damals einen ausgearbeiteten Business Plan, Rentab.vorschau & Liquiditätsvorsch. vom Steuerberater. Ein Existenzgründungsberatungs-Bericht mit guter Einschätzung lag der SPK auch vor. Benötigter Betrag waren 10.000 Euro zur Anschaffung eines Warenlagers.
Er bot mir an, das Geschäft auf längeren Zeitraum zu beobachten und nach ein paar Monaten eine "vernünftige" Finanzierung dafür zu finden. Dieses Angebot habe ich aufgrund von Zeitmangel bei der Gründung angenommen und ich willigte ein, mein Geschäft vorläufig auf einem 3000 Euro Kontokorrent zu finanzieren.
Internetauftritt, Werbung, etc. konnte ich alles selber machen, da ich in diesem Beruf bereits eine Ausbildung habe. Dadurch habe ich natürlich auch nochmal einen großen Betrag gespart.
Leider hat sich in dieser Zeit die Zuständigkeit des Sachbearbeiters geändert, so war diese mündl. Absprache natürlich im Nirvana verschollen. Er selbst war auch nicht mehr im Hause angestellt.
Beim neuen Sachbearbeiter gleiches Spiel: Erfolg nicht greifbar, Geschäftsidee nicht nachvollziehbar, obwohl alle Einschätzungen und Unterlagen vom Steuerberater vorlagen und natürlich auch schon die ersten Umsätze (Q. 10-11000 Euro) getätigt waren. Nunja, ich hatte zwischenzeitlich erfahren, dass die KfW Förderungen anbietet und habe versucht, über verschiedene Banken (VoBa, Sparkasse, Deutsche Bank) eine solche Förderung zu beantragen. Leider wimmelten mich die Banken immer mit gleichem Grund ab: fehlende Sicherheiten, die Entwicklung des Geschäftsbetrieb ließe sich nach 6-8 Monaten auch noch ncht beurteilen.
Der Gewinn im Jahre 06 belief sich +/- 0.
Ich habe dann meinen Geschäftsbetrieb für 2007 weiter auf 3000 Euro Basis geführt und zum Glück dann einen Großteil meiner Waren auf Komission kaufen können.
Der Gewinn in 07 liegt bei knapp 30.000 Euro.
Im März d.J. hatte ich dann endlich nochmals ein Gespräch beim Berater, allerdings aus sehr unerfreulichen Gründen: Meine Kreditkarte war gesperrt. Ich tätige viele Wareneinkäufe im Ausland, wo die KK die einzige Zahlungsmöglichkeit ist.
Mein Kontokorrent war um 500 Euro überzogen, das war dann der Grund für den Herrn die Karte zu sperren, damit keine weiteren Belastungen mehr auf dem Konto eingehen.
Ich muss gestehen, seit Februar ist der Händler, bei dem ich auf Komission kaufen konnte, ausgefallen, somit sind die Umsätze im 1. Quartal von durchschnittlich 13.000 Euro auf ca. 8.000 Euro gefallen.
Seitdem bucht der Sachbearbeiter der Sparkasse sämtliche Einzüge (KV, RV,Miete, Strom,Tele, Steuern etc.) wegen chronischer Überziehung des Kontorrents zurück und ich habe mittlerweile schon keine KV mehr. Der Ausgleich des Kontos erfolgt allerdings immer im Laufe eines Monats, da ich die eingekauften Waren zeitnah mit durchschnittlich 90% wieder absetzen kann. Allerdings kann ich leider nur den Betrag einsetzen, der mir zur Verfügung steht. Nun sind seit 08.05. meine Konten durchs Finanzamt gepfändet, weil auch die Steuerschuld nicht beglichen werden konnte und es geht gar nichts mehr. Mein Geschäftsbetrieb ist regelrecht ausgefallen, da ich keine Waren mehr einkaufen kann und mein Versanddienstleister aufgrund von Nichtzahlung das Geschäftsverhältnis aufgelöst hat.
Es ist dringend etwas nötig, um kurzfristig eine Liquidität zu schaffen, denn ohne Geschäftsbetrieb kommt auch nichts mehr rein!
Aber dass eine Finanzierung durch einen Kontokorrent in Höhe von 3000 Euro auf Dauer mehr als unglücklich ist, brauche ich glaube nicht zu erwähnen.
Allein der Gewinn in 2007 sollte dem Sachbearbeiter doch die Augen über die Erfolgsaussicht meines Geschäftes öffnen, oder sehe ich das falsch? Abgesehen von der jetzigen Situation, dass ein kurzfristiger Liquiditätsengpass entstanden ist.
Mittlerweile ist es soweit, dass ich das Messer auf die Brust gesetzt bekommen habe und nun mein gesamtes vorhandenes Warenlager abverkaufe, um einer Kontokündigung zu entgehen.
Sollte die Bank mir keine vernünftige Finanzierung anbieten können, werde ich im Juli meine Selbstständigkeit aufgeben müssen, da ich anfallende Kosten nicht mehr tragen kann und mir in solch kurzer Zeit nicht wieder ein solch großes Warenlager anschaffen kann. Mittlerweile würde ich 15.000 Euro benötigen, um alle Verbindlichkeiten zu begleichen und ein neues Warenlager anzulegen.
Erwähnenswert ist vielleicht, dass noch Aufträge von über 11.000 Euro für das dritte Quartal 2008 anstehen, was den Sachbearbeiter allerdings nicht sonderlich interessiert, wie ich feststellen musste.
Wie schätzt Ihr meine Situation ein? Sollte ich meine Selbstständigkeit an diesem Punkt aufgeben? Ich habe auch schon an private Insolvenz gedacht.
Vielen Dank für's bis hierher Lesen ;-)

mgb-consulting

Beitrag von mgb-consulting » 22.05.2008, 13:29

Hallo ...

ich schätze die Situation so ein, dass Sie dem StB und dem Berater unverzüglich in den Hintern treten MÜSSEN, denn die hätten Sie unter solchen Umständen niemals anfangen lassen dürfen, denn Sie waren bereits zu Anfang stark unterkapitalisiert.

Die Berater selbst waren außerordentlich unqualifiziert, denn die Einbeziehung öffentlicher Mittel hätte von den Beratern angestoßen werden müssen, es ist ein Unding, dass Sie dies "beiläufig gefunden" haben, sowas muss das ABC der Berater sein, dessen Beherrschung man als Kunden erwarten muss.

Ich kenne diese Problematik leider zur Genüge, Sie sind da nicht der Einzige, aber das hilft Ihnen nicht!

Der Gewinn aus 2007 bestätigt, dass der Gewinn niemals ausreichen würde, um einen Kredit bedienen zu können. Man könnte nun entgegnen, dass ein wesentlich größeres Rad würde gedreht werden können, wenn mehr Geld zur Verfügung stünde, aber genau dies ist das Problem, das durch die falsche Beratung geschaffen wurde. Inzwischen liegen Fakten auf dem Tisch und zwar in Form schlechter Ergebnisse und die stehen da zunächst erstmal!

Kurzfristig geht da leider nichts, denn die Bank wird sich weiterhin reserviert zurückhalten.

Es gäbe im Moment vielleicht zwei Möglichkeiten:

1. Man könnte versuchen, die Bank mit einer neuen Planung dazu zu bewegen ein Gründungsdarlehen zu beantragen, in diesem Falle vermutlich das Startgeld, damit auf diese Weise ein Kreditrahmen geschaffen wird.

2. Alternativ könnte man eine Ausfallbürgschaft "Bürgschaft ohne Bank" zu beantragen versuchen, um mit dieser eine Hausbank zu suchen, die ein dann über die Bürgschaftsbank abgesichertes Darlehen zur Verfügung stellt.

Beide Wege sind zeitaufwändig und die Erfolgsaussicht liegt vielleicht zwischen 30 und 50%. Bei der Bürgschaft hätten Sie allerdings den Vorteil, dass Sie eine Ausfallbürgschaft nur dann erhalten, wenn Sie die Bürgschaftsbank vom Konzept überzeugt haben und dieses positive Votum wiederum ist für die Hausbank überzeugender als alle Versicherungen, die Sie gegenüber der Hausbank selbst abgeben, dass mit größerem Kreditrahmen alles besser wird.

Der Gewinn muss dann im übrigen deutlich in Richtung 100.000€ gehen und dies muss für jeden Leser des dann zu entwickelnden Businessplans deutlich werden.

Im übrigen... es ist nicht die Aufgabe einer Bank Kredite anzubieten... ich lese dies leider immer wieder... diese Erwartungshaltung von Gründern ist falsch!

Gründer und Unternehmer sind selbst dafür verantwortlich, die Voraussetzungen zu schaffen, um jederzeit ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Hierzu gehört auch die Wahl der richtigen Finanzierung. Banken sind wirtschaftlich orientierte Unternehmen und man kann gar nicht erwarten, dass man das günstigste Angebot erhält, sondern muss zunächst davon ausgehen, dass die Bank Geld verdienen möchte und auch muss und man von daher etwas angeboten bekommt, was für die Bank und nicht für einen selbst günstig ist.

Man kann verhandeln... das richtige Produkt aussuchen muss man jedoch selbst!

MfG
MGB-Consulting

Minimom
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Beitrag von Minimom » 22.05.2008, 14:05

Hallo,
vielen Dank für die rasche und ausführliche Antwort.
Ein Gewinn von 100.000 Euro ist für mich vorläufig nicht realisierbar mit einem angenommenem Kapital von 15.000 Euro.
Mehr möchte ich mir nicht "aufhalsen", da das Risiko ansonsten zu hoch wäre.

Wie Sie schon richtig sagen, liegt es nicht an der Bank, Kredite anzubieten. Aber ich kann doch von der Bank erwarten, dass ich eine kompetente und ausführliche Beratung mit Aufweisung aller mir zur Verfügung stehenden Mitteln erhalte, wenn ich mich als Geschäftskunde vertrauensvoll an diese wende? Leider ist dies nicht der Fall gewesen, was sich nun, zwei Jahre später bemerkbar macht.

Wie läuft eine Bürgschaft ohne Bank, wenn ich überhaupt keine Sicherheiten habe? Ich komme aus Rheinland Pfalz und habe mich schon im Vorfeld über das Angebot der ISB informiert und mich dort auch telefonisch beraten lassen. Die Dame am Telefon sagte mir aber auch, dass solche Kleinstbeträge nicht relevant für sie seien und ich mich lieber mit solchen Beträgen an meine Hausbank wenden solle. Scheinbar lohnt da der Aufwand wohl nicht?

mgb-consulting

Beitrag von mgb-consulting » 22.05.2008, 14:36

Hallo ...

das mit dem "Kredit aufhalsen" sehen Sie meines Erachtens nicht richtig!

Sie halsen sich nur dann etwas auf, wenn Sie von der eigenen Idee nicht ausreichend überzeugt sind und dem eigenen Vorhaben misstrauen. Wenn Sie dem eigenen Vorhaben trauen und das Potenzial "genügend" abwerfen könnte, dann ist es unlogisch nicht darin zu investieren.

Wenn Sie das Vorhaben selbst als Risiko betrachten, dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Dritte dies auch tun und Ihnen keinen Kredit zur Verfügung stellen.

Nein... Sie können von einer Bank nicht erwarten, dass man Ihnen alle Möglichkeiten des Marktes aufzeigt... auf welcher rechtlichen Grundlage würden Sie so etwas erwarten? Wenn Sie sich bei VW ein neues Fahrzeug kaufen möchten, erwarten Sie dort auch, dass man Ihnen einen BMW empfiehlt, weil der viel günstiger ist?

Eine Bank ist ein Wirtschftsunternehmen, das mit Geld handelt... und zwar mit den eigenen Produkten, mit denen es das meiste Geld verdient. Es mag ja gut sein, dass Sie etwas anderes erwarten, aber diese Haltung ist nicht marktgerecht und blindes Vertrauen hat man als Kaufmann einfach nicht!

Was die Bürgschaftsbank angeht, so liegt der unterste Betrag bei 50.000€ alles andere macht auch keinen Sinn und wird wegen Geringfügigkeit an die Hausbank verwiesen und genau daher kommen Sie ja. Das ist auch keine Frage des Aufwands sondern eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Jedem dort ist klar, dass man vernünftige Erträge auch nur mit einem angemessenen Kapitaleinsatz erzielen kann und der ist bei 15.000€ einfach nicht gegeben.

Das sollten Sie nochmals überdenken!

MfG
MGB-Consulting
Zuletzt geändert von mgb-consulting am 22.05.2008, 19:33, insgesamt 1-mal geändert.

Minimom
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Beitrag von Minimom » 22.05.2008, 15:29

Sie haben vollkommen recht.
Ich habe genügend Vertrauen in mein Geschäft und sicherlich ist eine Investition von angenommen 50.000 Euro wirtschaftlicher.

Jedoch bezweifle ich, dass ich durch meine aktuelle Finanzlage, auch wenn ich zu 100% überzeugt bin, Kreditgeber von meiner Sache überzeugen werde.
Ich gehe davon aus, dass durch die bestehende Kontopfändung und nicht bestehender Sicherheiten die ganze Sache schon nicht mehr nicht so rosig aussieht und habe mich aus diesem Grunde "klein" gehalten, was das benötigte Kapital angeht.
Ich sehe bei mir keine Chance auf Vermittlung eines solchen Betrages.

mgb-consulting

Beitrag von mgb-consulting » 22.05.2008, 16:18

Hallo ...

eine Kontopfändung ist kein Weltuntergang, es gibt haufenweise Unternehmen, die irgendwann mal eine Kontopfändung hatten, z.B. weil irgendjemand vergessen hatte die Steuern zu zahlen, die Mahnungen verschlurt hatte und das FA dann gepfändet hat.

Wenn Sie dies für sich selbst als KO-Kriterium ansehen, dann muss man das so akzeptieren, denn Sie müssen selbst entscheiden, was Sie möchten.

Mit dem sich "klein halten" stopft man jedoch immer nur Lücken und hat dann im entscheidenden Fall keine Liquiditätsreserven, um denjenigen Gewinn zu erwirtschaften, den man zum erfolgreichen Überleben benötigt.

So wie es aussieht, bleibt Ihnen jetzt wohl wirklich nur der Weg in die Insolvenz, denn es fehlt Ihnen nicht an Möglichkeiten, sondern, wie mir scheint, eher am notwendigen Selbstvertrauen, um die letzten noch möglichen Chancen sinnvoll zu nutzen.

Dennoch Viel Erfolg!

MfG
MGB-Consulting

mueckennest
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Beitrag von mueckennest » 22.05.2008, 18:09

[quote="mgb-consulting"]Hallo ...

... ich schätze die Situation so ein, dass Sie dem StB und dem Berater unverzüglich in den Hintern treten MÜSSEN, ....
...
... Die Berater selbst waren außerordentlich unqualifiziert, ...
...
MfG
MGB-Consulting[/quote]

Hallo,
wie macht man das? In den "Hintern treten", ich meine jetzt ganz ernst! Sollte ich Anzeige erstatten? Oder was kann man machen?

Auch ich fühle mich falsch beraten, Steuerberater, Unternehmensberater, Banken.

Mein Steuerberater hat seine Aufgabe darin gesehen meine Steuern zu machen und mir darüber Rechnungen zu schreiben. Lange Zeit ist mir nichts aufgefallen, daß mir was fehlt (ich glaube, ich habe den Kopf zu sehr in meine Arbeit gesteckt und nichts gemerkt).

Mittlerweile fühle ich mich sehr allein gelassen und unverstanden.

Weil ich finde, in dieses Forum gehört mein Beitrag nicht unbedingt, können Sie ein anderes vorschlagen? Zum Weiterdiskutieren.

Grüße Mueckennest

mgb-consulting

Beitrag von mgb-consulting » 22.05.2008, 18:44

Hallo ...

schreibt da jetzt ein neuer Teilnehmer oder der Ursprungsposterer unter einem anderen Nick?

Zunächst muss man einmal falsch beraten und falsch beraten voneinander trennen, denn es gibt eine subjektive falsche Beratung und eine objektive falsche Beratung.

Eine subjektive falsche Beratung hat ein richtiges Ergebnis, aber der Mandant ist halt nicht zufrieden, weil er sich mehr erhoffte. Der hierzu typische Fall ist der Gründer, der ein riesiges Darlehen haben möchte, die Ertragskraft jedoch nicht ausreicht, um hieraus Steuern, Lebensunterhalt und Tilgungsleistung bestreiten zu können. Hier wäre dann die Machbarkeit, aber nicht die Tragfähigkeit des Vorhabens gegeben.

Eine objektive falsche Beratung bringt auf Basis richtiger Vorgaben ein falsches Ergebnis hervor oder wesentliche Elemente wurden gar nicht erst erkannt. Der hierzu typische Fall ist der Berater, der bei der Beratung politische, wirtschaftliche, sozio-kulturelle, technologische, rechtliche und ökologische Einflussfaktoren (PESTLE-Analyse) unberücksichtigt liess und die Gründung an Rahmenbedingungen scheitert. Hier wäre dann die Tragfähigkeit (rein rechnerisch) gegeben, aber eben nicht die Machbarkeit.

Wenn eine objektive falsche Beratung vorliegt, dann könnte man grundsätzlich den rechtlichen Weg in Anspruch nehmen und die für die Dienstleistung gezahlte Entlohnung zurückfordern. Das Problem liegt meist jedoch darin, dass keine konkrete Vereinbarung getroffen wurde und dann Aussage gegen Aussage steht.

In solchen Fällen kann man dann nur noch sehen, dass man den Vertrag mit dem Steuerberater oder Unternehmensberater kurzfristig beendet, um nicht weiterhin fortlaufend das Risiko einer falschen Beratung einzugehen.

Ein Steuerberater hat im Regelfalle nur das Mandat für die Lohnabrechnungen, die laufende Buchführung und den Jahresabschluss. Viele Mandanten erwarten zwar eine ergänzende, vollständige betriebswirtschaftliche Beratung, doch dies kostet Geld und viele Mandanten sind nicht bereit für diese Leistung zu zahlen, dessen muss man sich bewusst sein.

Den Kopf in die Arbeit stecken ist eine Sache, aber die Lieferungen der Lieferanten muss man auch kontrollieren und der Steuerberater ist ein ebensolcher Lieferant, den man kontrollieren muss, wie andere Lieferanten auch!

Wenn das Verhältnis "zerrüttet" ist, dann muss man entweder über die gegenseitigen Auffassungen sprechen oder die Zusammenarbeit beenden.

MfG
MGB-Consulting

mueckennest
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Beitrag von mueckennest » 22.05.2008, 21:37

[quote="mgb-consulting"]Hallo ...

schreibt da jetzt ein neuer Teilnehmer oder der Ursprungsposterer unter einem anderen Nick?

Hallo, bin neu hier :lol:

...Ein Steuerberater hat im Regelfalle nur das Mandat für die Lohnabrechnungen, die laufende Buchführung und den Jahresabschluss. Viele Mandanten erwarten zwar eine ergänzende, vollständige betriebswirtschaftliche Beratung, doch dies kostet Geld und viele Mandanten sind nicht bereit für diese Leistung zu zahlen, dessen muss man sich bewusst sein...

MfG
MGB-Consulting[/quote]

... wenn ich aber gerne betriebswirtschaftliche Beratung gehabt hätte, dann muß der Steuerberater mir mind. sagen was es kostet.

Und: ich erwarte sogar, daß er es mir anbietet, danach kann ich ja entscheiden, ob ich es bezahlen will oder kann!

Er hat doch mit meinen Zahlen zu tun und er ist der Fachmann, und für sein Fachwissen bezahle ich ihn! Da kann ich doch erwarten, daß er mir meine Zahlen erklärt ohne daß ich ihn auf Knien anbetteln muß! (Ich hab schon von anderer Seite gehört, Steuerberater sind seltsame Menschen ...)

Oder ist ein Unternehmensberater billiger? Oder sogar besser? Kompetenter? Umfassender? Sieht der Steuerberater nur eine Seite?

grüße Mückennest

Minimom
Beiträge: 5
Registriert: 04.01.2007, 12:27

Beitrag von Minimom » 23.05.2008, 09:46

In meinem Fall kann und will ich die Schuld der mangelnden Finanzierungs-Beratung nicht beim StB oder dem Bankberater suchen. Ich wusste ja von Anfang an, dass ich mehr Kapital benötige und hätte bereits da schon Stopp sagen müssen, bzw. mir eine andere Bank suchen müssen.
Ich war froh, dass der Bankmensch mir überhaupt einen Kontorahmen eingerichtet hat.

Nun weiß ich, dass diese Denkweise nicht richtig ist und eine ordentliche Finanzierung wirtschaftlicher ist, nicht zuletzt was die Liquidität betrifft, wie mgb-consulting sagt.

Ich werde meiner Bank diesen Vorschlag unterbreiten, wenn sie nicht mitzieht, werde ich mich an die ISB wenden. Ich hoffe, dass noch eine Lösung gefunden werden kann.
Den StB werde ich allerdings nicht mehr mit einbeziehen.

Ich weiß allerdings aus etlichen Gesprächen mit anderen Banken, dass selbst bei Kleinstbeträgen wie bspw. 10000 Euro schon Sicherheiten verlangt werden, die ich nicht stellen kann. Wie es dann bei einem Betrag von 50000 Euro aussieht, will ich gar nicht wissen. Aus diesem Grunde habe ich meine Aussichten auf die Vermittlung einer solchen Finanzierung eher kritisch gesehen.
Aber wenn Sie sagen, dass eine Chance besteht, will ich diese natürlich gerne nutzen.

Vielen Dank für Ihre Antwort

mgb-consulting

Beitrag von mgb-consulting » 23.05.2008, 12:25

Oder ist ein Unternehmensberater billiger? Oder sogar besser? Kompetenter? Umfassender? Sieht der Steuerberater nur eine Seite?


@ Mückennest
Weder das Eine, noch das Andere, es kommt lediglich auf die Vereinbarung an, die hinsichtlich des Mandats getroffen wurde.

Nach meinem Verständnis verstehe z.B. ich mein Geschäft in Form der begleitenden Beratung so, dass ich die Voraussetzungen und Stellschrauben schaffe, mit deren Hilfe meine Mandanten ihren Erfolg systematisch steuern können, ich betrachte dabei die Vergangenheit und plane gemeinsam mit meinen Mandanten in die Zukunft.

Der Steuerberater betrachtet hauptsächlich die Vergangenheit und hängt dadurch viele Monate hinter der Gegenwart zurück, an eine vorausschauende Planung für die Zukunft ist im Rahmen des Abschlussgesprächs gar nicht zu denken.

Es spricht nichts dagegen, dass ein StB dieselbe Funktion übernimmt, allerdings wird seine Beratungsleistung nicht vom Bundesamt für Wirtschaft gefördert, da er hauptsächlich von der Steuerberatung lebt und nicht von der Unternehmensberatung.

Man muss hier also sorgfältig abwägen was man möchte und mit dem StB über seine Wünsche und Erwartungen sprechen.

@Minimom
Die Ausfallbürgschaft ist doch die Sicherheit und eine bessere Sicherheit als diese wird die Hausbank nicht finden können!

Natürlich müssen Sie dies auch kritisch betrachten, denn es kann ja ebenso gut sein, dass Sie die Bürgschaft nicht erhalten.

Nur... wenn Sie die Hände in den Schoß legen und gar nichts tun, dann haben Sie bereits verloren, wenn Sie noch etwas tun, dann können Sie vielleicht doch noch ein positives Ergebnis erzielen.

MfG
MGB-Consulting

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