verzögerte Gründungsphase

Darlehen, Kreditlinien, Kontokorrent, Geschäftskonto, Bankverhalten, Finanzkrise und Kreditkrise.
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inline
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verzögerte Gründungsphase

Beitrag von inline » 09.01.2007, 20:05

Hallo,

ich habe mich bereits im dez 2004 selbstständig gemacht.
Es gab damals ja noch den Gründerzuschuss (ich-ag) und ich wollte schauen wie weit ich so komme.

Nun bin ich im Anfang des 3. Jahres und betrachte die ersten 2 Jahre als Selbststudium Experimentierphase oder was auch immer, der Überschuss während der Zeit hielt sich auch in Grenzen..eigentlich wollte bzw. musste ich schon fast aufgeben, bis sich dann doch positive Tendenzen abzeichneten u. die ersten ernsthaften Aufträge u. anfragen kamen.

Nun bin ich zwar um Erfahrungen reicher und würde auf vieles anders managen, aber das sogenannte Rating bei den Banken scheint schlecht zu sein.

Meine jetztige Hausbank will mir noch nicht mal einen normalen dispo geben, obschon ich bereits über 3 Monate dort das Konto führe.

Bei 2 weiteren Banken habe ich mich erkundigt, dort sprach man unabhänig voneinander von einer verzögerten Gründungsphase.

Man will grundsätzlich schon finanzieren aber erst über einen Businessplan Rentabilitäsvorschau (das ganze muss natürlich professionell vom Steuerberater abgewickelt werden)

Also was ganz anders wie damals den für die AfA.
Dazu muss ich mir aber erst mal einen Steuerberater suchen und auch finanzieren...Werbung muss raus..

Die Banken sehen am liebsten, dass das Geld schon zu ihnen zurückfließt
also das es schon gut anläuft, am leichtesten bekommt man einen Kredit wenn man ihn nicht (mehr) braucht ;)

Nun habe ich die finanziellen Recouren schon in der ersten Gründungsphase verbraucht und was ich derzeit einnehme brauche ich zum Leben..

Was kann ich nun tun, um etwas Geld für Finanz- bzw. Steuerberatung, Werbung, PR, etc. zu ergattern?

Danke für Infos

homo habilis
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Wirtschaftsförderung !

Beitrag von homo habilis » 09.01.2007, 20:51

Hallo inline,

Ihre Schilderungen kommen mir durchaus bekannt vor und sind absolut nachvollziehbar.

Meinen Kunden (Unternehmer + Existenzgründer) konnte in ähnlichen Fällen öfter die zuständige Wirtschaftsförderung helfen.

Suchen Sie daher den Kontakt zu Ihrer örtlichen Wirtschaftsförderung.

Viel Erfolg wünscht
homo habilis

BEBOUB
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Beitrag von BEBOUB » 10.01.2007, 15:14

Hallo ...

Sie haben leider nicht geschildert, in welcher Phase (evt. noch Ich-AG Bezug) Sie sich im Moment befinden und ob Sie männlich oder weiblich sind. Sie müßten einmal bei der AA nachfragen, ob für Sie ein Gründercoaching in Frage kommt, alternativ, ob man Ihnen eine Bezuschussung zur Erstellung eines Businessplanes gewährt. Die meisten AA's tun dies, normalerweise werden Frauen stärker gefördert als Männer, daher die Nachfrage. Damit sollte es kein Problem sein einen Businessplan finanziert zu bekommen.

Das größere Problem wird die Findung einer Hausbank sein, denn wenn man bereits 2 Jahre "rumgekrebst" hat, dann wird man sich fragen, ob die kaufmännische Fähigkeit fehlt und unterstellt, dass es bei sorgfältiger Planung zu Anfang geklappt hätte. Es wird daher ein steiniger Weg werden eine Bank zur Vergabe eines Darlehens zu bewegen, wenn das Eigenkaptal verbraucht und die rückliegenden Zahlen schlecht sind.

Eine Alternative wäre die komplette Aufgabe des jetzigen Gewerbes und ein vollständiger Neuanfang, alles andere macht jede neue Bank sehr aufmerksam und kritisch. Dies wäre z.B. dann möglich, wenn Ihr Anspruch aus ALG-I noch größer als 90 Tage ist und nachweisbar ist, dass Sie aufgrund mangelhafter Planung gescheitert sind. Man würde dann ein neues Konzept aufbauen, mit diesem Konzept den Gründungszuschuss unter Berufung auf § 57 (4) Satz 2 SGB III beantragen und eine komplette Neugründung starten und hierfür ein Darlehen beantragen. Aber... auch hier ist der Weg mühsam und ohne Eigenkapital bzw. Bürgen, der sich für 20% der Kreditsumme verbürgt nicht machbar.

MfG
BEBOUB

inline
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Beitrag von inline » 15.09.2007, 13:13

Hallo, bekam gestern eine e-mail
"Forum im neuen Design"
somit bin ich wieder hier und lese, dass mein Thread noch existiert.

Darum gebe ich mal eine kleine Zwischenbilanz ;)

Mein Gewerbe, noch wenige Monate etwas subventioniert über die Ich-AG-Schine, existiert ebenfalls noch im 3 Jahr.

Einen Dispo habe ich wieder, kann nun auch etwas mehr Sicherheiten bieten, da ich nun auch als freie Mitarbeiterin arbeite.

Ein hohes Darlehen zu nehmen, um den großen Durchbruch zu erwirken, davon habe ich Abstand genommen. Vielleicht gerade deswegen, weil ich eine kaufmännische Ausbildung habe ;)

Manchmal träume ich davon ein Buch zu schreiben.
Erfahrungsbericht - 3 Jahre Ich-AG ;)

Ich will damit aber eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass ich nur etwas investiere, wenn die Kosten dafür sehr gering sind - dafür aber der Erfolg möglichst groß sein kann.

mfg inline

trading
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Beitrag von trading » 16.09.2007, 12:59

Hallo user Inline,

haben Sie sich schon einmal ernsthaft gefragt, ob Sie überhaupt für
die Selbständigkeit geeignet sind? Manches was Sie so von sich geben,
ist doch etwas diffus, z.B. 2 Jahre Probierphase etc. Typisch Ich-AG,
meistens Schluß, wenn das monatliche Kleingeld wegfällt.

trading

inline
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Beitrag von inline » 16.09.2007, 22:09

Hallo,
trading hat geschrieben:Manches was Sie so von sich geben,
ist doch etwas diffus, z.B. 2 Jahre Probierphase etc.
Ich habe geschrieben "die ersten 2 Jahre als Selbststudium Experimentierphase".
Wobei ich differenzieren möchte. Das erste Jahr war die Experimentierphase, das 2 Jahr größtenteils Selbststudium u. das dritte Jahr verlangte konkrete Initative u. Entscheidungen um Geld zu verdienen.
trading hat geschrieben: haben Sie sich schon einmal ernsthaft gefragt, ob Sie überhaupt für die Selbständigkeit geeignet sind?
Sicher habe ich mich das immer wieder gefragt, zwischenzeitlich gab es auch Phasen, wo ich aufhören wollte u. einen Hänger hatte, aber letztendlichkeit gehe ich sehr beharrlich und konsequent vor, um meine Ziele (noch) zu erreichen.

Ich habe nicht nur einmal mein Konzept überdacht, bin aber dem Grundgedanken immer treu geblieben. Nicht so getreu dem typischen Klischee "Ich-AG" heute dieses, morgen das.

Ich möchte noch mal betonen, "Ich-AG" ist nur ein Zuschuss bzw. eine Subvention, keine Geschäftsform und sollte auch kein Synonym für ein bestimmtes Klischee sein.
trading hat geschrieben:Typisch Ich-AG,
meistens Schluß, wenn das monatliche Kleingeld wegfällt
Wau - Ich-Ag da gibt es (klein)geld pur.

Gut, ich bekomme noch 240 € Kleingeld monatlich von der AfA , muss mich selbst um die KV und RV kümmern, außerdem kommen noch Betriebskosten dazu.

@trading
Ihren Äußerungen entnehme ich, dass sie entweder die wirtschaftlichen Zusammenhänge nicht wirklich kennen, oder es (wie so viele) aus einem einseitigen Blickwinkel betrachten.

Vielleicht sollte ich wirklich ein Buch über das Thema "Ich-AG" schreiben um den typischen Klischee mal was entgegenzusetzen. ;)

Zum Glück gibt es aber auch einige Beobachter, die das Ganze schon etwas differenzierter sehen.

trading
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Beitrag von trading » 19.09.2007, 21:31

Hallo Inline,

ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten, aber glaube, es ist besser, offen zu
reden.

So wie Sie die ersten beiden Jahre schildern, müssen Sie doch Verständnis dafür aufbringen, daß jetzt keine Bank einfach so Kredite
vergibt, die zweifeln doch an der Ernsthaftigkeit.

Wie Sie richtig schreiben, bekommen Sie im Moment Subventionen,
die irgendwann wegfallen.

Daß man in der Anfangsphase ab und zu Durchhänger hat, ist normal.

Ich betrachte die Ich-AG nicht aus einem einseitigen Blickwinkel, sondern
als das, was sie ist: eine Subvention, die dazu verführt, nicht von Anfang
an mit aller Ernsthaftigkeit an die Sache heranzugehen.

Ich hoffe, Sie verstehen nun, was ich meine und wünsche Ihnen auf
jeden Fall viel Glück.

Gruß

trading

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