Wer hat bei seiner Bank mit Rohstoffen gehandelt?

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Shadow
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Wer hat bei seiner Bank mit Rohstoffen gehandelt?

Beitrag von Shadow » 02.01.2014, 09:41

Hallo zusammen,

ich habe durch eine Erbschaft etwas Geld zur Verfügung und möchte dieses jetzt gerne Gewinnbringend anlegen. Da am Markt für Tagesgeld absolut lächerliche Zinsen gibt, bin ich gerade dabei mich nach einigen Alternativen umzusehen.

Denn wenn man dies nicht machen würde, würde man sein Geld einfach nur weniger werden lassen und das sollte sicherlich nicht das Ziel sein. Viele meiner Freunde haben mir dazu geraten in Immobilien zu investieren, aber davor scheue ich ein wenig zurück, auf Grund des Namens "Immobil" - d.h. hier kann man sein Geld auch nicht so schnell abziehen wie man möchte!

Dann habe ich ein bisschen im Netz gelesen und bin irgendwann auf das Thema Rohstoffe gekommen und das man gezielte Investitionen hier mitverdienen kann.

Was haltet Ihr davon? Hat es jemand von euch schon mal gemacht? Wie hoch sind die Risiken bei solchen Geschäften?

Freue mich sehr über eure Antworten.

mariamarry
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Re: Wer hat bei seiner Bank mit Rohstoffen gehandelt?

Beitrag von mariamarry » 02.01.2014, 16:09

Hallo,

gleich vorab ich habe bei meiner Bank nicht mit Rohstoffen gearbeitet...
Wenn der Dollar stark wird, wird der Goldpreis fallen, und es gibt die Regel je nach vorhandenem Vermögen zu streuen, ich glaube, es waren 10 - 20% in Gold.

Aber da ich noch vorhabe meinen Freundeskreis nach privaten Investoren abzuchecken, ist meine Frage an dich was genau verstehst du unter mobilem bzw. immobilien Vermögen ?

Angenommen, du würdest Gold per 1000 $/Unze kaufen (falls er soweit faellt) dann könnte es durchaus sein, dass der Goldpreis eine laengere Zeit unten bleibt, bevor er wieder steigt und ein Profit für dich sichtbar waere....

HF Consult
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Re: Wer hat bei seiner Bank mit Rohstoffen gehandelt?

Beitrag von HF Consult » 02.01.2014, 22:19

Hallo
die Idee ist vom Ansatz her bestimmt ok, aber es kommt ja auch darauf an von welchen Summen man bei solch einer Handelsinvestition redet, denn die dazugehoerigen Nebenabreden koennen den vermeintlichen Gewinn ganz schnell wieder auffressen.
Alternative waere
aktives (Eigen)Trading (Nerven und Zeit vorausgesetzt)
aktives foerdern von vielleicht kleineren guten Projekten (mit guten Renditen)
aktiven anschieben von groesseren Projekten mit kl Geld (dh mit kl Startkapital kannst du einen grossen Anteil von Firmen-anteilen kaufen, die Angebote gehen von 100K im gegenwert zu 1-5Mio...nein keine Geldwaesche)
aktiven Investmentpool finden der deinen Vorlieben entspricht ( vielfach gibt es kl Gruppen die gemeinsam zb ein Sportbar in Thailand/Phuket kaufen, oder eine Off-shore-Angeltrip Gesellschaft in der Karibik, oder oder)

also je flexibler man ist, und variabler die Ideen sein koennten, desto mehr Glueck kannst du haben.

mfg
Haiko

mariamarry
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Re: Wer hat bei seiner Bank mit Rohstoffen gehandelt?

Beitrag von mariamarry » 04.01.2014, 11:51

Aehm jetzt muss ich doch mal nachhaken, bei Immobilieninvestments auch im kleineren Stil gibt es doch Kündigungsfristen, ich weiss jetzt nur nicht, ob gesetzlich vorgeschrieben oder auf freiwilliger Basis zwischen den Vertragsgestaltern. ...

Natürlich, wenn jemaND eine Wohnung kauft, dann ist das unflexibel, aber das ist hier vermutlich nicht gemeint...

Cinquero
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Re: Wer hat bei seiner Bank mit Rohstoffen gehandelt?

Beitrag von Cinquero » 02.03.2014, 19:16

Vorweg, das hier stellt keine Beratung dar, lediglich meine persönliche Meinung. Anwendung auf eigenes Risiko!
Shadow hat geschrieben:Hallo zusammen,

ich habe durch eine Erbschaft etwas Geld zur Verfügung und möchte dieses jetzt gerne Gewinnbringend anlegen. Da am Markt für Tagesgeld absolut lächerliche Zinsen gibt, bin ich gerade dabei mich nach einigen Alternativen umzusehen.
Jau. Genau das gleiche macht seit ein paar Jahren jeder. Ergo: alles zu teuer (IMHO). Daher würde ich erstmal jede Anlage unter den Generalverdacht der Überbewertung stellen -- solange ich es nicht besser weiss im Einzelfall.

Ich empfehle Dir, Dich mit folgenden Leuten auseinanderzusetzen:

Hussman (Hussman Fonds - lies seine wöchentlichen, kostenlosen Newsletter, insbesondere die Analysen zum "reversion to the mean")

Value Investing und generell Prinzipien eines erfolgreichen Unternehmertums (James Montier, Warren Buffet (mag keinen Wettbewerb, keine R&D Kosten, mag Marken, die von selbst laufen), Richard Branson, Scott Adams etc.) - kurz gefasst: mach nur das, wovon Du was verstehst, und vor allem sichere Dich "nach unten" ab. Wichtiger als der zu erwartende Gewinn ist das mögliche grösste Risiko. Weiterhin kannst Du nicht in die Zukunft sehen -- der Einstandspreis ist bei allem der entscheidende Faktor für den lanfristigen Erfolg, evtl. noch vor der Qualität des Investments. Sei konträr. Beliebte Aktien sind tendentiell immer überbewertet - und die Feinheiten kriegt man da eh nicht in den Griff, also Finger weg. Momentan fliesst soviel Geld in den Märkten rum, ich denke es ist sinnvoller, unternehmerisch tätig zu werden und die andere Seite einzunehmen. Kauf niedrig und renne nicht den Kursen hinterher. Rohstoffe sind seit der Jahrtausendwende fast nur am Steigen - das ist das perfekte Beispiel für ein Hinterherrennen. Können sie noch weiter steigen? Keine Ahnung. Allerdings höre ich schon wieder von neu geöffneten Minen und neuen Fördertechnologien für Öl etc.... wie gesagt, man muss sich sehr genau auskennen und möglichst unter Produktionskosten kaufen, aber selbst dann kann man nur schwer technologische Fortschritt rechtzeitig erkennen, die den Produktionspreis drücken können.

Noch eine interessante Info zu diesem Thema: es gibt Fonds, die haben durchschnittlich über viele Jahre pro Jahr 15% Überschuss erzielt. Analysen der Zu- und Abflüsse haben dann ergeben, dass die Investoren durchschnittlich 0.5% Verlust pro Jahr eingefahren haben, weil sie den Trends hinterhergelaufen sind, anstatt nach Businessansätzen/Wertansätzen zu investieren. Nimm niemals die Kurse für die Kaufentscheidung (es sei denn sie sind unverschämt niedrig und Du verstehst, warum das so ist, z.B. allgemeine Weltuntergangsstimmung Anfang 2009), sondern immer die Geschäftsergebnisse der letzten 5+ Jahre und eine allgemeine Einschätzung des Geschäftsumfelds etc.
Shadow hat geschrieben:Denn wenn man dies nicht machen würde, würde man sein Geld einfach nur weniger werden lassen und das sollte sicherlich nicht das Ziel sein. Viele meiner Freunde haben mir dazu geraten in Immobilien zu investieren, aber davor scheue ich ein wenig zurück, auf Grund des Namens "Immobil" - d.h. hier kann man sein Geld auch nicht so schnell abziehen wie man möchte!
Schau Dir die Inflationsraten an. Ich spüre da nur wenig Investitionszwang. Erst recht, wenn ich die Risiken gegenrechne. Immobilien sind in guter Lage in den letzten Jahren gut gelaufen. Werden sie das weiter tun? Vielleicht. Aber das reicht mir nicht. Andererseits reagiert die Wirtschaft auf die hohen Preise natürlich schon wieder mit massenhaft Neubauten...
Shadow hat geschrieben: Dann habe ich ein bisschen im Netz gelesen und bin irgendwann auf das Thema Rohstoffe gekommen und das man gezielte Investitionen hier mitverdienen kann.

Was haltet Ihr davon? Hat es jemand von euch schon mal gemacht? Wie hoch sind die Risiken bei solchen Geschäften?

Freue mich sehr über eure Antworten.
Naja, die Risiken sind definitiv weit über denen der momentanen Inflation und Anlage auf Tagesgeld... ausserdem waren Rohstoffe lange im Contango, keine Ahnung ob sie das noch immer sind, d.h. Du wirst als Halter der Kontrakte für Deine Nicht-konträre Stellung "bestraft", eben weil zuviele LONG sind (auch über ETFs usw.). Wie kommst Du auf Rohstoffe? Es gibt ja diesen Schwätzer Jim Rogers, der darauf schwört, und immer mit dem Argument kommt, dass die Farmer aussterben. Und lässt dabei aus, dass seit Jahrzehnten die Kleinbetriebe durch Massenbetriebe ersetzt werden und einfach keine Farmer mehr gebraucht werden. Das gilt natürlich nicht für spezielle Nischen, die schlecht maschinisierbar sind. Aber die normalen Agrarkontrakte fallen da eben nicht unbedingt drunter.

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