Existenzgründung Pflegeheim

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sozial
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Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von sozial » 29.06.2009, 12:51

Hallo
Wir sind zu zweit und wollen uns mit dem Bau eines Pflegeheimes selbständig machen.
Wir kommen beide aus diesem Bereich ich KS meine Geschäftspartnerin PDL mit der Befähigung Heimleitung.
Leider fehlt uns warscheinlich das nötige Eigenkapital. Wir haben zwar beide Eigenheime die wir aber nicht einsetzen wollen zu mal die noch nicht abgezahlt sind.Wollen die Banken in jedem Fall diesen Einsatz? Auch wenn es eigentlich noch einer anderen Bank gehört? Muß mein Lebensgefährte auch mit einsteigen b.z.w Bürgen? Wenn ja ,ist es sinnvoller seinen Dispokrediet sofort zu kündigen? Denn sicherlich wollen die Banken auch sein Konto sehen. Wir wollen so gut es geht das Private außen vor lassen ist das überhaupt möglich?
Wäre über Tipps sehr dankbar
LG

Jaquemot
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Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von Jaquemot » 30.06.2009, 11:21

Zum wesentlichen: Für ein solches Vorhaben braucht es erst mal eine Menge Mut, denn die Investitionssumme wird beim Bau eines solchen Heimes erheblich sein (incl. Einrichtung womöglich an die 500 T€). Gibt es dazu schon erste Schätzungen, wie hoch die zu finanzierende Summe ist?

Ganz grundsätzlich muss ein solches Vorhaben wirtschaftlich erfolgreich darstellbar sein, damit eine Bank da überhaupt mitgeht. Wenn das Konzept tragfähig ist, müssen für ein solches Vorhaben dann erst mal 15% der Gesamt-Summe an Eigenmitteln vorhanden sein. Die verbleibenden 85% können dann durch öffentlich geförderte Kredite finanziert werden, die wiederum teilweise mit Bürgschaften des Landes oder des Bundes besichert werden. Der dann noch unbesicherte Teil muss durch entsprechende Sicherheiten von den Gründern darstellbar sein.

Jetzt erst kommt die Frage nach Vermögens- und Versicherungswerten ins Spiel. Sofern die Gründer über Grundbesitz verfügen, der noch die Eintragung einer zusätzlichen (!)Grundschuld zulässt (und nur dann!), wird das natürlich gerne genommen von der Bank. Wenn aber die Immobilie ohnehin noch mit Grundschulden voll ist und eine finanzierende Bank drinhängt, ist da auch nichts mehr an Sicherheit für weitere Finanzierungen zu holen, und dann wird keine Bank für die Gründungsfinanzierung noch auf die Immobilie schielen.

Die Folge: Die Sicherheiten müssen woanders herkommen. Ohne genauere Kenntnis der Bedarfs- und Finanzierungsstruktur würde ich aber vermuten, dass die zu errichtende Immobilie sich weitgehend selber besichert und in Kombination mit den öffentlichen Bürgschaften eine Finanzierung und Besicherung des Gesamtvorhabens darstellbar sein dürfte.

mgb-consulting

Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von mgb-consulting » 30.06.2009, 20:21

Hallo ...

man kann Ihre Fragen nicht beantworten, weil die Größenordnung des Investitionsvolumens völlig unbekannt ist.

Ein Pflegeheim wird ja nicht mit dem Bau eines Hauses in Gang gesetzt, dies ist ja nur ein Teil. Zusätzlich gehören Einrichtungen, Personal, und Abrechnungsverträge genauso hinzu wie die Pflegebedürftigen selbst.

Wenn man bedenkt, dass bereits ein kleines Einfamilienhaus ca 250.000€ kostet und ein Pflegeheim ein gewisses Basis-Volumen haben muss, damit man kostendeckend arbeiten kann, so entwickelt sich auch hier der Kaufpreis entsprechend.

Ganz sicher werden Sie nicht drum herumkommen Ihr Eigenkapital einzubringen, es ist aber viel zu früh, um darüber ohne nähere Details darüber zu spekulieren.

Da das Gebäude ein Spezialbau ist, der nicht so ohne weiteres an Dritte vermarktet werden kann, etwaige Kunden müßten schon aus der Branche kommen, besichert sich das Gebäude keineswegs selbst, man muss schon eine angemessene Summe aufbringen, um das Gebäude ggf. rückzubauen.

Sie sollten die Idee vielleicht mit jemandem durchsprechen und das Für und Wider einer weiteren Verfolgung des Vorhabens abklären. Das dafür erforderliche Geld ist ganz sicher nicht zum Fenster rausgeworfen!

MfG
MGB-Consulting

sozial
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Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von sozial » 03.07.2009, 10:26

Erst einmal vielen Dank für die Antworten :D

Also grob überschlagen müssen wir mit einer Investition von mindestens 1.5 Mill. Euro rechnen.
Warscheinlich ehr noch mehr , da wir ja aus dem Pflegebereich sind und in einem Privaten Pflegeheim arbeiten wissen wir das unser Arbeitgeber 3 Mill Investiert hat.Aus Privaten Gesprächen eines Bankkaufmannes wissen wir das es nicht gänzlich unmöglich ist ein Geschäftskrediet ohne Eigenkapital zu bekommen wenn das Konzept stimmig und nachvollziehbar ist. Wir haben ein Sanitätshaus an der Hand der für uns mit 150.000 Euro bürgen würde. Er möchte dann als zweiter im Grundbuch drinne stehen bis die Schuld bezahlt ist. Voraussetzung wäre das wir bei ihm einkaufen. Fraglich ist tatsächlich ob die Form des Eigenkapitals ausreichend ist.
LG sozial

Jaquemot
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Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von Jaquemot » 03.07.2009, 13:10

1.
wenn Sie mit 1,5 Mio € Investittion rechnen, dann brauchen Sie immer noch 15% Eigenkapital bei allen mir bekannten Förder- oder Kreditinstrumenten. Gerne können Sie das bei kfw.de nachlesen.
Der Bankkaufmann soll bitte die Quelle nennen, wo Sie die gesamte Investition aus Fremdkapital gedeckt bekommen. Dann hätte ich hier wenigstens mal einen Lerneffekt. Ich begleite seit 17 Jahren gewerbliche Vorhaben und habe bei einem solchen Volumen immer Kredite genutzt, die aus öffentlichen Mitteln gesponsert wurden. Die Richtlinien dieser günstigen Kredite sehen alle Eigenmittel vor. Selbst das ERP-Kapital für Gründung spricht von dieser Eigenkapitalquote von 15%.

2.
Verwechseln Sie Bürgschaften nicht mit Eigenkapital. Dieses generiert sich aus Geld oder Sachen, die Sie selber mitbringen müssen. Was der Lieferant Ihnen abietet, ist kein Geld, kein Kredit, sondern eine Bürgschaft, also eine Sicherheit, die Sie der finanzierenden Bank noch bieten müssen. Diese Bürgschaft besagt, dass er im Falle Ihrer Zahlungsunfähigkeit für die Schulden aufkommen wird. Dafür möchte der Lieferant wiederum die Abtretung einer Grundschuld haben, was bedeutet, dass er seinerseits die Sicherheit wieder besichern lassen will. Das ist allerdings dann ungewöhnlich, denn dann können Sie gleich die Grundschuld für den Kreditgeber eintragen lassen.
Dieser Vorgang war auch der, den ich im letzten Posting meinte mit "das Gebäude besichert sich selbst". Wobei auch die berechtigten Einwände von Herrn mbg bezüglich der Werthaltigkeit der Immobilie noch zum Tragen kommen werden.

Angesichts der Schwierigkeiten in der Handhabung der Begrifflichkeiten des Finanzierungsgeschäftes rate ich zu einer eingehenden Beratung oder Recherche, um die Konstrukte aus Kredit, Sicherheit, Eigenkapital, Fremdkapital, Bürgschaft, etc etc. richtig einordnen zu können. Das noch eingehender zu behandeln, fehlt hier der Raum.

baufi-zentral.de
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Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von baufi-zentral.de » 17.05.2010, 17:51

Wir sind durch Zufall leider erst jetzt auf Ihren "Hilferuf zur Pflegeheimfinanzierung" vom letzten Jahr gestoßen und vermuten, dass Sie inzwischen einige anstrengende Bankgespräche schon erleiden mussten.
Konkret zu Ihren Fragen:
- nein, Sie müssen nicht zwingend Ihre beiden Eigenheime belasten und 'verhaften', auch dann nicht wenn es nur eine geringe oder keine Grundschuldbelastung einer anderen Bank vorhanden ist
- nein, Ihr Lebensgefährte wird nicht eingebunden und auch nicht als Bürge
- der Kredit des Lebensgefährden ist uninteressant und eine Bekanntgabe nicht erforderlich
- das "...Private außen vor lassen..." geht nur begrenzt, d.h. die Offenlegung Ihrer eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse ist erforderlich, aber es werden nicht jeder Vermögenswert wird an die Bank abgetreten/verpfändet und eine abgestimmte Vermögensdisponierung wäre zuvor ratsam

Natürlich ist auch das Gesagte in den Vorbeiträgen überwiegend richtig. Nur gibt es darüber hinaus noch einiges Wesentliches mehr zu beachten, um eine positive Kreditentscheidung zu erarbeiten. Was alles nicht zu finanzieren geht, hören Sie und wir fast täglich. Leider geben die meisten Banken die Kreditablehnungen im strukturierten Geschäft nicht gegenüber dem Kunden bekannt. Kaum eine Bank sagt Ihnen, unter welchen Kriterien eine Pflegeheimfinanzierung mit nur 10 % Eigenkapital (ggf. weniger) umsetzbar wäre. Viele Banken bieten mangels Verdienstmarge oder teils auch mangels Förderwissen oft nicht den höchstmöglichen Förderanteil zu zinsbilligen Bundes-/Landesförderdarlehen (KfW, Investitionsbank, Landesförderinstitute, Städtebau- oder Eler-Zuschüsse usw.) an. Externe Beratungen kosten und sind meist nur gegen Honorarvorschuss/-vertrag möglich. Für fördergestützte Pflegeheimfinanzierungen sind neben dem Fachwissen auch Berufserfahrungen als Kreditentscheider und eine hohe Affinität in Förderbereich dienlich. Deshalb scheuen Sie sich nicht die richtigen konkreten Fragen zu stellen. Am Günstigsten wäre, Ihnen gelänge der direkte Kontakt zu den abgeschotteten Spezialisten (Kreditentscheidern in Banken oder externe Spezis), die im freien Markt kaum zu finden sind.

Ein Kollege und ich waren Kreditentscheider im Spezialsegment Pflegeheime/Kliniken und erarbeiten für unsere langjährigen Pflegeheimkunden bundesweit die Finanzierungslösungen in allen Etappen
- Vorplanungsphase, Basiskalkulation, Machbarkeitsprüfung
- höchstmöglicher Förderanteil,
- Erstellung des betriebswirtschaftlichen Teil 1+2 zum Kreditbeschlusses nach den Kriterien der jeweiligen Bank (Kalkulation der Anlaufphase, der Ertrags- und Kostendetails für 3 Folgejahre unter Vergleich ähnlicher Heime nach bankinternen Gesichtspunkten, Bilanz-/GuV-Auswertungen zu Bestandsheimen für die letzten 3 Jahre, Ermittlung kritischer Kreditbelastungsgrenzen, Heimkonzept und einiges mehr)
- abgestimmte Mitgestaltung der Kredit- und Sicherheitenverträge
- Auszahlungsbegleitung bis hin zum Fördermittelverwendungsnachweis nach Fertigstellung
- und einiges mehr

Aufgrund der positiven Regelung des Gesetzgebers nach §655a ff. BGB ist für Privatpersonen und Existenzgründer prinzipiell jede Finanzierungsberatung/-vermittlung kostenfrei mangels schriftlichen Vergütungsvertrag. Also geben Sie nicht auf, denn geht nicht gibt's nicht! Es gibt immer eine Lösung, auch wenn es anstrengend sein kann, diese gemeinsam zu finden. Falls Sie Unterstützung wünschen, mailen Sie einfach oder rufen an, denn Kosten entstehen Ihnen keine.

Viele Grüße
I.Schneider (baufi-zentral.de)

mohrruebe
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Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von mohrruebe » 24.04.2013, 21:32

Ich hänge mich mal an das alte Thema dran, weil wir in einer ähnlichen Situation sind. Gibt es Neuigkeiten, ist es dem Ursprungsposter gelungen, eine Finanzierung ohne EK umzusetzen? Ich werde den Herrn Schneider auf jeden Fall demnächst kontaktieren, inzwischen sind ja auch schon wieder drei Jahre vergangen und es hat sich ggf. etwa verändert (in welche Richtung auch immer).

Zu unserer Lage, vielleicht hat jmd noch Ideen, wie man es anpacken könnte?

Aus persönlichen Erfahrungen heraus möchten wir ein alternatives Pflegeheim gründen und betreiben. Ein Grobkonzept steht, der Businessplan steht und wurde von mehreren erfahrenen Pflegeheimbetreibern als realistisch eingeschätzt. Eine Bestandsimmobilie gibt es ebenfalls, die demnächst versteigert werden soll und die wir bauökologisch sanieren und einrichten wollen.
  • 48 Plätze stationäre Pflege nach KDA-Hausgemeinschaftskonzept, Schwerpunkt Demenz, Gerontopsy., ggf. eine geschlossene Hausgemeinschaft
  • 85.000 EUR löffelfertige geplante Kosten pro Platz = ca. 4.0 Mio. Investitionssumme
  • Einzugsgebiet Ballungsraum ca. 1.0 Mio. Menschen
  • Pflegesatz konkurrenzfähig, ca. +7.5% über dem Durchschnitt in 5 km Radius, vor allem wegen erhöhtem Personaleinsatz und 100% kbA-Lebensmittel
  • EK 0, bzw. marginal (50.000 EUR zur Gründung von 1-2 GmbH wären vorhanden, eigenes Haus soll nicht eingesetzt werden), der Kredit soll sich selbst durch die Immobilie besichern (das ist unser Wunsch-Modell) -> 50-60% vom Ertragswert müßten die 4.0 Mio. komplett absichern, je nach dem, wie man rechnet
Wir haben in einer ersten Runde v.a. sog. alternative Banken angefragt, die scheinen aber leider kein besonderes Interesse zu haben, trotz einzigartigem Konzept. KO-Kriterium war das fehlende EK, aber auch daß wir keine Kette sind und schon mehrere APH betreiben, sprich eine Neugründung anstreben.

Notwendiges EK wurde meist nicht beziffert, eine Bank sprach von 20-30%, was natürlich utopisch ist. Hat jemand noch andere Ansätze? Trennung von Immobilienkauf und Betrieb? KfW Gründungskredit und irgendwoher (Stiftungen) 10% EK bekommen? Bürgschaften? Leuchtturmprojekt-Zuschüsse? Crowd-Funding? Bin ein bißchen ratlos momentan, wenn wir übriges Geld hätten, würden wir es ja gern einsetzen, allerdings haben wir es nicht.

Kleinere Einrichtung (z.B. 24 Plätze) habe wir schon durchgerechnet, da wären die Pflegesätze nicht mehr konkurrenzfähig, also 48 (4 Hausgemeinschaften a 12 Personen) sind leider Mindestgröße.

uvis-beratung
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Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von uvis-beratung » 27.04.2013, 17:44

@mohrrübe ....

... wirklich ein ehrgeiziges Vorhaben. Wenn es aber klug durchdacht ist, sollten die Chancen auf Durchführung nicht schlecht stehen. Wenn halt eben die Einstiegshürden nicht wären.

In jedem Fall wird hier wohl eine sehr dezidierte Beratungshilfe erforderlich werden. Es ist keine Gründung, die man eben mal so macht, sondern die sehr viele Einflusssfaktoren berücksichtigen muss. Das überfordert natürlich viele Banker in der Einschätzung und sie denken eher konserativ.

Um hier sich explizit vorzubereiten und auch andere Finanzierungsformen mit einzubinden, sollte man rund um das Thema Fremdmittel, verbunden mit dem Thema Sicherheiten und Alternativfinanzierungen vertraut sein. Ich kann Dir einfach einmal eine Orientierungshilfe bieten, wie auch umfangreichere Investitionsvorhaben gestämpt werden können. Mache Dich einfach schlau:

Existenzgründung - Finanzierung und Sicherheiten - ISBN 978-3-938684-03-0

Einen Überblick kannst Du Dir über das Inhaltsverzeichnis und den Begleitwortschreiber der KfW-Mittelstandsbank gerne via http://www.uvis-verlag.de/uv5100.htm verschaffen.

Ich denke, hier wirst Du auch weitere Anregungen finden auf deinem Weg wieder einige Schritte weiterzukommen. Und wenn ein entscheidender dabei ist, hat es sich schon gelohnt.

MfG Jürgen Arnold (Autor)
- http://www.uvis.de -

mohrruebe
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Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von mohrruebe » 06.05.2013, 08:55

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ich habe mir dein Buch bestellt und bin schon gespannt. Ja, ich glaube auch, daß wir eine Beratung brauchen, Problem ist nur: wie findet man da "den Richtigen"? Wie gesagt, der Business-Plan steht bereits und erscheint erfahrenen Leuten aus der Branche realistisch. Das haben wir also schonmal selbst hinbekommen. Mir kommt stattdessen vor, daß die Banken (mit denen wir bereits gesprochen haben) das aber gar nicht kompetent beurteilen können (oder wollen).

Meinst du, es würde etwas nützen, wenn man mit einem eigenen Beleihungswert-Gutachten bei der Bank vorstellig wird? Die Sozialbank bietet das z.B. an (Kosten sind nicht unerheblich!). Meine Befürchtung ist, das Gutachten fällt zwar in unserem Sinne aus (sprich Beleihungswert deckt die Kreditsumme voll ab), aber die Bank interessiert das nicht und macht ein eigenes Gutachten nach ganz anderen Maßstäben. Die letzte Bank hat z.B. das Gebäude weder gekannt noch gesehen und einfach "blind" eine Zahl in den Raum geworfen.

uvis-beratung
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Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von uvis-beratung » 07.05.2013, 16:39

@mohrrübe...

... danke für die Rückkopplung. Ich wünsche Dir, dass Dir der Buchtitel behilflich ist.

Den richtigen Berater finden ist schon etwas Glückssache. Ich kann dir folgende Möglichkleiten empfehlen, zumindest eine gewisse Auswahl zu bekommen, allerdings ist damit keine Garantie verbunden, wenn gleich ich alle Instutionen kenne.

- Bundesverband deutscher Unternehmensberater BDU e.V. (Fachgruppe Existenzgründung/Unternehmensentwicklung/Unternehmensnachfolge)
- KFW - Beraterbörse (gelistete Berater mit Bewertungen)
- BAFA/BMWI-Beraterbörse (zuschussfähige Beratungsprojekte)

Sicherlich werden regional noch Technologie- und Gründerzentren ihre Hilfen anbieten können. Wichtig ist jedoch, Du solltest ein gutes Bauchgefühl haben, Dir Referenzen nennen lassen (und prüfen), auf das Unternehmensportfolio des Beraters und die Berufserfahrung (Beratungspraxis) schauen.

Zur Sozialbank kann ich keine Aussage treffen, kenne sie nicht. Ein Wertgutachten ist nur eine Entscheidungsgrundlage. Wichtiger sind aktuelle Marktpreise. Eine Bank wird ein Gutachten niemals blind übernehmen. Die Frage wäre zu beantworten, zu welchem Preis das Objekt verkäuflich wäre/ist.

Und dieses blinde Hereinwerfen, wie Du es nennst, kommt vor. Es sind allgemeine Erfahrens- aber auch Daumenwerte, die nur durch fundierte Inaugenscheinnahme relativiert werden können.

Weiterhin alles Gute.

MfG Jürgen Arnold
- http://www.uvis.de -

dimitrief
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Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von dimitrief » 21.10.2013, 11:51

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich sekräter von einen Privatinvestor,wollte sie fragen ob sie weiterhin Kredit suchen?
Wen ja nehmensie bitte kontakt mit mir auf...

MFG
Dimitrief

lindda_
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Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von lindda_ » 10.11.2013, 10:36

Hallo, ich habe ein paar Fragen im Zusammenhang mit Altenheimen und würde sehr dankbar sein, wenn jemand sie beantwortet ! :)
1. Welche Maßnahmen werden getroffen im Falle eines Unfalls, der das Leben der Heimbewohner betrifft? Wer trägt die Verantwortung? Gibt es Strafen für die Angestellten?
2. Gibt es Überprüfungen in den Altersheimen? Wer erfüllt sie? Spielt der Staat hier eine Rolle?
3. Wie werden die Altersheime finanziert? Was bezahlen die Heimbewohner und was wird von dem Staat übernommen?
4. Worin besteht der genaue Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Altersheimen? Warum kosten die ersten mehr als die zweiten?

kbt-buerotechnik
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Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von kbt-buerotechnik » 02.10.2014, 17:30

Hallo,

zur Frage von dimitrief

ja wir suchen auch einen Investor für die Neugründung eines Pflegeheims.

Sie können sich melden unter 034202/346515

oder email: kbt-buerotechnik@t-online.de

MFG
Hintzsch

mohrruebe
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Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von mohrruebe » 17.04.2015, 14:34

Habe jetzt länger nicht mehr reingeschaut, das Vorhaben gibt es aber noch. Inzwischen habe ich weiter an meiner fachlichen Qualifikation gearbeitet, wie von den Banken gewünscht. Den Businessplan hatten alle bereits als herausragend eingeschätzt. Hoffen wir das beste.
lindda_ hat geschrieben:Hallo, ich habe ein paar Fragen im Zusammenhang mit Altenheimen und würde sehr dankbar sein, wenn jemand sie beantwortet ! :)
1. Welche Maßnahmen werden getroffen im Falle eines Unfalls, der das Leben der Heimbewohner betrifft? Wer trägt die Verantwortung? Gibt es Strafen für die Angestellten?
Was meinst du mit Maßnamen? Die Verantwortung trägt immer die Leitungsebene/der Träger, für die Arbeitnehmer gilt das Arbeitnehmerprivileg. Zwar können sie aus § 823 BGB (Haftung ohne Vertrag) herangezogen werden, das kommt aber nur in Fällen von grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz zum Tragen.
2. Gibt es Überprüfungen in den Altersheimen? Wer erfüllt sie? Spielt der Staat hier eine Rolle?
Selbstverständlich. Die Überprüfungen erfolgen jährlich unangemeldet durch den MDK sowie durch die Heimaufsichtsbehörde. Der Staat spielt hier direkt und indirekt eine Rolle.
3. Wie werden die Altersheime finanziert? Was bezahlen die Heimbewohner und was wird von dem Staat übernommen?
Sind das Schulaufgaben? Über die Finanzierung sprechen wir hier ja schon. Die Heimentgelte werden vom Bewohner übernommen, dessen Pflegekasse den bekannten Anteil übernimmt. Kann er den Rest nicht selbst tragen, springt das Sozialamt ein.
4. Worin besteht der genaue Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Altersheimen? Warum kosten die ersten mehr als die zweiten?
Der Träger ist a) privat und b) die Kommune. Die Preisunterschiede sind nicht in jedem Fall vorhanden und wenn, dann ergeben sie sich meist aus der staatlichen Förderung der Investitionskosten im Falle der kommunalen Heime. Diese erheben dann einen geringeren Anteil an Investitionskosten vom Bewohner.

RAe Gifford
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Wohnort: London

Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von RAe Gifford » 19.04.2015, 16:33

Hallo,

wir haben bereits für einige unserer Mandanten Finanzierungen für größere Projekte ohne Eigenkapital erzielt. Durch unsere Kontakte zu einigen Investoren könnten wir auch ihnen Helfen die Summe aufzubringen.

Schreiben Sie uns einfach an, wir Beraten Sie Kostenfrei und schnell!

Pentax
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Registriert: 14.08.2016, 09:48

Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von Pentax » 14.08.2016, 09:56

@sozial
@mohrrüber

ging es bei euerm Vorhaben voran bzw. konntet ihr es zwischenzeitlich umsetzen?

Martin79
Beiträge: 2
Registriert: 21.09.2017, 13:37

Re: Existenzgründung Pflegeheim

Beitrag von Martin79 » 25.09.2017, 07:49

Hallo,
ich habe hier den Chat-Verlauf gelesen da ich durch meine Suche bei Google hier drauf gestoßen bin.
Ich arbeite seit einigen Jahren Erfolgreich als Heimleiter, nun ist in meinem Landkreis ein bestehendes Alten- und Pflegeheim zu verkaufen.
Wer kann mir hier helfen? Wer hat hilfreiche Tipps wo ich das nötige kleingeld her bekomme um die Immobilie zu Kaufen?
Ich selbst würde gerne die Einrichtung weiter betreiben.
Da die Einrichtung schon lange besteht und auch belegt ist, sind die Kosten direkt nach der Übernahme Sicher, also eigentlich kaum Risiko dabei.
Vielen Dank

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