Wozu zählen Neuanschaffungen?

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Markus1984
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Wozu zählen Neuanschaffungen?

Beitrag von Markus1984 » 17.10.2012, 07:32

Hallo zusammen,

mir ist die Frage ja fast peinlich aber man sagt ja immer, dass es keine dummen Fragen gibt...
Wenn ich mein Sortiment aufstocken will und diese Aufstockung variabel an den Umsatz anpasse, frage ich mich, wo ich diese Ausgaben zuzuordnen habe. Die Sortimenterweiterung ist ständiger Bestandteil der Geschäftsgründung, fallen jedoch monatlich in verschiedener Höhe an. Sind das somit variable Kosten oder fixe Kosten, da sie monatlich anfallen, jedoch in unterschiedlicher Höhe?
Genau das gleiche Frage ich mich bei den Kosten für das Marketing!
Ich tendiere ehr dazu, beide Kosten zu den variablen zu schreiben, da ich selber bestimme, wann und wo ich investiere. Bei den fixen Kosten, handelt es sich ja um Kosten die unabhängig vom Umsatz anfallen. Sehe ich das richtig? Bin mir nicht ganz sicher....

uvis-beratung
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Re: Wozu zählen Neuanschaffungen?

Beitrag von uvis-beratung » 24.10.2012, 14:53

@Markus1984 ..

... mal ganz langsam. Da bringst Du verschiedene Dinge durcheinander, wenn gleich ich ahne, was Du meinst.

Dein Sortiment aufstocken .... ich vermute Du bist Händler .... und das Sortiment umfasst Waren, die Du einkaufst. Wenn das so stimmt, dann sind Deine beschafften Waren keine Kosten. Du kaufst Sie ein und stellst sie ins Lager. Du buchst Warenbestand an Kreditor, den Du irgendwann einmal bezahlst. Der Warenbestand steht in Deiner Bilanz auf der Aktivseite.

Das gilt für die Warenerstausstattung bei der Gründung, wie auch bei dem Aufstocken Deiner Bestände in der Folgezeit.

Wenn Du Waren verkaufst, wird diese Ware zum Wareneinsatz, denn Du nimmst Sie aus dem Lager um sie zu verkaufen und an einen Kunden zu versenden. In diesem Moment entlastest Du den Warenbestand durch eine Entnahme, die dann kostenwirksam wird (Wareneinsatz = Kosten). Gleichzeitig schreibst Du eine Rechnung und machst Umsatz. Du buchst Debitor an Umsatzerlöse. Die Umsatzerlöse und die Wareneinsätze werden über die Gewinn- und Verlustrechnung abgeschlossen. Das Delta ist der Gewinn.

Bei Marketing verhält es sich etwas anders. Marketing- und Werbekosten (es ist betriebswirstschaftlich nicht das Gleiche) sind allgemeine Kosten, die eine gewisse Fixkostenrelevanz haben. Sie fallen an und können im allgemeinen eben nicht eindeutig bestimmten Erlösen zugeordnet werden (Vielleicht in einer Modell- oder Musterrechnung). Etwas anders würde es bei umsatzabhängigen Provisionen aussehen. Diese fallen wieder umsatzbezogen an und wären dann variable Kosten.

Das wären so die ersten Grundschritte im Verständnis von Rechnungswesen. Bitte sei jetzt aber nicht enttäuscht, wenn ich schreibe, dass es bei der E/Ü-Rechnung wieder etwas anders aussieht, wenn keine Bestandführung erfolgt sondern in einer vereinfachten Buchungstechnik alle Wareneingänge im Monat des Eingangs kostenrelevant gebucht werden, ohne Rücksicht darauf ob diese Waren verkauft werden oder nicht.

Diese vereinfachte Darstellung ist bei vielen kleinen Unternehmen in der Buchungstechnik üblich, stellt aber gegenüber der obigen bilanziell orientierten klaren Buchführung erhebliche betriebswirtschaftliche Nachteile dar.

Verwirrung beenden:

Waren, Artikel, Güter, Sortiment sind keine Kosten, weder variable noch fixe.
Marketing/Werbekosten sind Fixkosten.


MfG Jürgen Arnold
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