Bank will "zuviel" Sicherheiten?

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Juergen_BGL
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Bank will "zuviel" Sicherheiten?

Beitrag von Juergen_BGL » 06.09.2011, 08:10

Hallo!

Kurz zu meiner Geschichte: Habe vor, einen Digitaldruckladen (CopyShop) zu eröffnen, dazu wäre ein Kredit von 75.000€ nötig. Diesen würde ich gerne durch die KfW finanzieren lassen.

Ein 48-Seitiger Businessplan ist erstellt, mit allem drum und dran. Der Businessplan wurde bei meiner Hausbank vorgelegt und auch für gut empfunden. Die Hausbank würde die Finanzierung durch die KfW auch übernehmen, allerdings mit einer Sicherheit meinerseits von 40.000(!)€.

Ich finde die Summe etwas zu hoch, zumal die Hausbank ja nur mit 15.000 im Schadensfall in Haftung tritt. Oder habe ich da einen gravierenden Denkfehler?!

Über Infos und Ratschläge bin ich Dankbar :)

Gruß
Jürgen

mgb-consulting

Re: Bank will "zuviel" Sicherheiten?

Beitrag von mgb-consulting » 06.09.2011, 10:58

Hallo ...

das Problem (der Denkfehler) ist der Digitaldruck an sich!

Digitaldruck ist für Haus-, Förder- und Bürgschaftsbanken ein weitgehend unentdecktes Land, weil sich die gängigen Statistiken nur auf den Offsetdruck beziehen, der seit Jahren rückläufig ist und mit fallenden Margen zu kämpfen hat.

Die Banken können sich die Vorteile des Digitaldrucks sehr oft nicht vorstellen und haben hier großen Erklärungsbedarf.

Ich begleite seit 11 Jahren eine Digitaldruckerei und kenne die Probleme zur Genüge, sowohl die Probleme mit Hausbanken, wie auch die Probleme mit Maschinenlieferanten, die Verfügbarkeitsgarantien abgeben, die die Maschinen nie halten können... das Finanzierungsproblem ist dabei wirklich noch das kleinste Problem :wink:

Je nach Verlangen der Kunden sind auch nicht die Druckmaschine entscheidend, sondern die Maschinen der Endverarbeitung wie schneiden, falzen, kaschieren, laminieren, heiß & kalt -klebebinden und und und... die Farb- und SW-Drucker liefern nur bedrucktes Papier... die Endverarbeitung kostet das Geld.

MfG
MGB-Consulting

Juergen_BGL
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Re: Bank will "zuviel" Sicherheiten?

Beitrag von Juergen_BGL » 06.09.2011, 19:44

Hallo mbg!

Danke für die Nachricht. Diese "Probleme" sind bereits alle gelöst. Durch meine bißherige 7 jährige Erfahrung in einem Digitaldruckladen bringe ich das Wissen mit, auch was die Nachbearbeitung angeht. Ebenso sind bereits alle Maschinen für die Nachbearbeitung als Angebot eingeholt worden. Zulieferfirmen für Papier und Weiterverarbeitungsmaterial sind ebenso vorhanden und es besteht eine langjährige "Bekanntschaft". Alle Angebote habe ich als schriftlich verbindliche Papiere vor mir liegen.

Es happert bei mir wirklich nur an den Banken. Hatte schon ein Gespräch mit der Sparkasse, welche gleich beim Wort KfW den Deckel zugemacht hat. Bei der jetzigen Raiffeisenbank bin ich zumindest so weit, als dass man sich auf ein Gespräch einigen konnte und sie den Businessplan als gut befunden haben, die Finanzierung aber zu oben genannten Konditionen durchführen wollen.

Kann ich denn darauf pochen, dass der Kredit durch die KfW finanziert wird, ohne dass die Bank gleich wieder den Deckel schliesst? Bei der Bürgschaft die ich momentan vorlegen müßte, vermute ich nämlich dass es sich um einen Hauskredit der RaiBa handelt. Genaueres WOLLTE mir der Berater auch nicht sagen. Komme mir ein bisserl veräppelt vor... :evil:

mgb-consulting

Re: Bank will "zuviel" Sicherheiten?

Beitrag von mgb-consulting » 06.09.2011, 21:17

Hallo ...

im Moment sind die Sparkassen recht freundlich, was die Vergabe von KfW Krediten angeht, insoweit verstehe ich das Problem nicht.

Ich vermute, dass es irgendein anderes Problem gibt, dass Sie als Solches vielleicht noch nicht erkannt haben, das für die Bank jedoch so erheblich war, dass sie abgewinkt hat.

Wenn Sie von bürgen schreiben... wie und in welcher Art sollen Sie bürgen... liegen die 40T€ nicht in bar vor?

MfG
MGB-Consulting

Juergen_BGL
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Re: Bank will "zuviel" Sicherheiten?

Beitrag von Juergen_BGL » 07.09.2011, 09:31

mgb-consulting hat geschrieben:Hallo ...

im Moment sind die Sparkassen recht freundlich, was die Vergabe von KfW Krediten angeht, insoweit verstehe ich das Problem nicht.
Bei unserer Sparkasse geht sofort der Rolladen runter wenns um KfW geht. KEINE Chance mit denen zu reden, selbst mein StB der mit dabei war, hat sich die Zähne ausgebissen. Keinen Zentimeter nach rechts oder links gerückt sind die.
mgb-consulting hat geschrieben:Wenn Sie von bürgen schreiben... wie und in welcher Art sollen Sie bürgen... liegen die 40T€ nicht in bar vor?
Da liegt ein weiterer Hase begraben. Ich habe kein Eigenkapital. Mit 4 Kindern sind wir froh dass der Monat nicht noch einen Tag länger dauert.

Gibt es denn eine Möglichkeit, komplett ohne Eigenkapital so einen Kredit zu bekommen?

Was mich ja immer wieder wundert ist die Rechnerei der Banken. Wieso muss ich für einen KfW-Kredit über 75T eine Sicherheit über 40T€ vorlegen?!?

Wenn die Bank eine Haftungsfreistellung von 80% hat, bleiben, im schlimmsten Fall, 15T€ übrig. Wieso brauch ich dann eine Bürgschaft über 40T€ ?? Dies konnte, oder wollte, mir die Bank auch nicht wirklich plausibel erklären (können).

Da werden Zahlen auf den Tisch geworfen die irgendwoher stammen und mit der Realität rein überhaupt nichts zu tun haben. Passt ein (Business)Plan nicht ins Schema-F wird abgewunken.

mgb-consulting

Re: Bank will "zuviel" Sicherheiten?

Beitrag von mgb-consulting » 07.09.2011, 15:00

Hallo ...

anhand Ihrer Ausführungen hatte ich bereits vermutet, dass wenig bis kein Eigenkapital vorhanden ist.

Ich wäre in diesem Falle anders vorgegangen und hätte versucht, bei der Bürgschaftsbank Ihres Bundeslandes eine Bürgschaft ohne Bank zu beantragen. Mit dieser Bürgschaft wäre ich dann auf Bankensuche gegangen und hätte eine Hausbank gesucht, die das Engagement begleitet.

Die Banken erwarten ein Minimum an Eigenkapital, schon alleine aus dem Grunde, um die Ernsthaftigkeit des Gründungsvorhabens zu dokumentieren.

Nichts ist einfacher, als mit dem geliehenen Geld Dritter zu spielen und dieses zu verbrennen, eben dies wollen die Banken vermeiden.

Merkwürdig ist, dass weder Sie, noch der StB herausbekommen haben, warum die Bank ein KfW Darlehen ablehnt. Für mich normal wäre, dass der Bänker sich mit dem Berater in Verbindung setzt und die Beweggründe schildert... anders kenne ich das gar nicht.

Daher... wie geschrieben... ich würde den anderen Weg gehen... über eine Bürgschaftsbank eine Bürgschaft ohne Bank beantragen und wenn diese zugesagt wird, dann mit dieser Bürgschaft eine Hausbank suchen.

Wenn Sie es nennen möchten... PN wäre auch ok:
1. Aus welchem Bundesland kommen Sie?
2. Aus welcher Situation heraus gründen Sie aus ALG-I oder aus ALG-II heraus?
3. Je nachdem... wurden Gründungszuschuss oder Einstiegsgeld und Darlehen beantragt?

MfG
MGB-Consulting

Juergen_BGL
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Re: Bank will "zuviel" Sicherheiten?

Beitrag von Juergen_BGL » 22.09.2011, 15:06

Hallo!

Da sich in meinen Investitionen einiges verändert hat, bräuchte ich "nur" noch den Mikrokredit. Summe: 20.000€ - Sicherheiten: 85.000€ an Druckmaschinen.

Der Mikrokredit sollte für die ersten 6 Monate herhalten, quasi die Lebenshaltungskosten decken und erste kleinere Investitionen abdecken.

Ist es möglich, die Druckmaschine mit Leasingvertrag als Sicherheit anzugeben?

Danke und Gruß

gruendungsberater24
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Re: Bank will "zuviel" Sicherheiten?

Beitrag von gruendungsberater24 » 22.09.2011, 16:09

Hallo Juergen,

zunächst mal kurz zur Haftungsfreistellung: die 80% beziehen sich nicht auf die offene Kreditsumme, sondern auf den Restbetrag, der im Falle eines Kreditausfalles übrig bleibt, sofern alle anderen Bürgschaften und Sicherheiten verwertet wurden. Die Bank hat daher als ausgebendes Kreditinstitut schon einen Vorteil davon, wenn das Darlehen hoch besichert wird.

Zur zweiten Frage:

Nein, geleaste Gegenstände können nicht zur Besicherung eines Darlehens herangezogen werden, weil Sie nicht der Eigentümer sind. Die Leasingsache dient weiterhin schon als Sicherheit für den Leasingvertrag, der im Grunde ja auch nichts anderes als ein Kredit ist. (und bei der Bank auch in der internen Rechnung wie ein weiterer Kredit behandelt wird...)

Ich könnte mir folgende Variante Vorstellen:

Lebenshaltung: Gründungszuschuss oder Einstiegsgeld beantragen
kleinere Investitionen: Mikrokreditfonds Deutschland (einfach mal googeln...)
Lieferantenforderungen: erweiterte Zahlungsziele verhandeln

Viele Grüße

Michael Köhler
Zuletzt geändert von gruendungsberater24 am 22.09.2011, 16:22, insgesamt 1-mal geändert.

mgb-consulting

Re: Bank will "zuviel" Sicherheiten?

Beitrag von mgb-consulting » 22.09.2011, 16:21

Hallo Jürgen,

seien Sie mir nicht böse, aber Sie mögen wissen, wie man in einem Copyshop Kopien macht, aber wie man sich über einen Maschinenerwerb finanziert wissen Sie nicht... das ist ein hohes Risiko, wenn man mittellos in ein solches Geschäft einsteigen möchte, denn die Betriebsausgaben sind hier immer höher als ursprünglich erwartet.

Druckmaschinen haben einen schier unüberschaubaren Wert, und die Verkäufer wie z.B. Heidelberger, Indigo, Minolta, Océ, Xerox usw. refinanzieren sich, indem sie direkt mit Leasinggesellschaften zusammenarbeiten und die passende Finanzierung vermitteln.

Es spielt dabei eine nur untergeordnete Rolle eine Maschine mit 20 oder 30 T€ überzubewerten und sich diese 20 oder 30T€ als Werbekostenzuschuss vom Lieferanten auszahlen zu lassen, sowas ist branchenüblich.

Auf diese Weise haben Sie Ihre Finanzierung erhalten und der Lieferant seine Maschine verkauft.

Wenn Sie wirklich clever sind, dann setzen Sie noch einen obenauf, gehen mit diesem Geld zur Hausbank, hinterlegen es als Sicherheit und nehmen damit 100.000€ an Kredit auf, denn das ist mit der dann entstandenen Eigenkapitalquote kein Problem mehr.

Aber... das funktioniert nur dann, wenn Sie wirklich feste Kunden haben und die Maschinen auslasten können. Andernfalls führt das fehlende Eigenkapital zu von vornherein zu hohen Verkaufspreisen der Druckerzeugnisse und man verliert seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Mitbewerbern!

Ein weiterer Charme im Leasinggeschäft mit diesen hochpreisigen Maschinen liegt darin, dass man die Anzahlung auf eine geleaste Maschine bereits im Jahr der Anschaffung als Betriebsausgabe geltend machen und somit den Gewinn steuern und in Folgejahre verschieben kann.

Zu Ihrem Posting... Die Maschine ist als Leasinggegenstand ein Risiko und keine Sicherheit. Soweit ich mitbekommen habe, soll es wohl ein Finanzierungsleasing sein, gleichwohl erwerben Sie dann aber nur Monat für Monat einen Teil der Maschine und diesem Wert stehen die restlichen Leasingzahlungen, die zu erfüllen sind gegenüber. Im Falle eines Untergangs würden die ausstehenden Restleasingraten als Verbindlichkeit gegenüber der Leasinggesellschaft offen stehen.

Abschließend nochmals als Ergänzung zu meinem ersten Posting... Sie sind noch nicht so weit, sich selbständig in diesem Markt zu tummeln, denn Ihnen fehlt das kaufmännische Wissen die Klaviatur von Lieferanten, Leasinggesellschaften und Finanzierung zum eigenen Vorteil zu spielen.

Im Digitaldruck geht es nicht darum ein Druckerzeugnis zu erstellen, sondern Sie bewegen sich in einem umkämpften Markt, in dem nur handfeste Alleinstellungsmerkmale zählen, um vernünftige Preise erzielen zu können. Wer da die Finanzierung als Hauptproblem sieht und nicht in der Lage ist, sich finanziell so aufzustellen, dass er sich in Ruhe seinem Geschäft widmen kann, der hat verloren, bevor er angefangen hat.

Mal am Rande... schicken Sie mir doch bitte mal eine PN mit den Maschinendaten, den Frei- und Folgeclicks, sowie den Daten über die Verfügbarkeitsgarantie der Drucksysteme pro Monat, und den Kosten des Wartungsvertrages.

MfG
MGB-Consulting

budash
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Re: Bank will "zuviel" Sicherheiten?

Beitrag von budash » 24.01.2014, 16:35

Deinen evtl. Denkfehler sehe ich noch beim Ansatz "klassischer Kredit/Fördermittel". Du könntest ja auch schauen, wie andere Finanzierungsformen, wie bspw. Leasing von EDV (finaboo.de/edv-und-it-leasing) Geräten deine Situation abbildet. Es gibt Nischenleasinganbieter, die gute Kontakte im sekundären Markt haben. Deshalb können deine Maschinen als Sicherheit dienen und somit reduziert/optimiert sich der Bedarf an Sicherheiten

Timbl
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Re: Bank will "zuviel" Sicherheiten?

Beitrag von Timbl » 31.03.2014, 08:50

Zuviele Sicherheiten darf eine Bank gar nicht fordern!

Timbl
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Re: Bank will "zuviel" Sicherheiten?

Beitrag von Timbl » 31.03.2014, 08:51

Das ist gesetzlich sogar so festgelegt, wenn ich richtig informiert bin!

uvis-beratung
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Re: Bank will "zuviel" Sicherheiten?

Beitrag von uvis-beratung » 08.04.2014, 17:19

@timbl ...

... kannst Du mir bitte weiterhelfen? Welches Gesetz?


MfG Jürgen Arnold
- uvis.de-

JanaSchreiber
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Re: Bank will "zuviel" Sicherheiten?

Beitrag von JanaSchreiber » 20.05.2014, 10:38

@timbl ...
ich habe auch mal sowas gehört. Die Banken müssen sich da soweit ich weiß an gewisse vorgaben halten. Leider weiß ich nicht genau welches Gesetz das ist...

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