Richtige Vorgehensweise Angestellter -> Selbstständigkeit

Alles über Fördermittel und Förderprogramme. Was wird alles gefördert? Wie werden Fördermittel beantragt?
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rrrobot
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Richtige Vorgehensweise Angestellter -> Selbstständigkeit

Beitrag von rrrobot » 22.11.2011, 21:32

Hallo zusammen,

ich bin zur Zeit noch angestellt, möchte aber am 14.12.2011 zum 15.01.2012 kündigen und mich als Immobilienmakler selbstständig machen. Da ich mir einen Gebrauchtwagen kaufe und die Vorsteuer geltend machen möchte, habe ich das Gewerbe bereits angemeldet und die benötigten Unterlagen (Gewerbezentralregisterauszug, Führungszeugnis, Unbedenklichkeitsbescheinigung Finanzamt) für den §34c GewO an die zuständige Behörde weitergeleitet. In dem Unternehmen, in dem ich zur Zeit noch angestellt bin, habe ich meine Ausbildung zum 28.02.2011 beendet und wurde entsprechend übernommen.
Eigentlich hatte ich geplant das Unternehmen später (Mitte des Jahres 2012) zu verlassen und mich dann selbstständig zu machen. Allerdings halte ich es hier nervlich nicht mehr (Mobbing) und möchte mich daher schon früher selbstständig machen.

Jetzt würde ich gerne wissen wie der konkrete weitere Ablauf aussieht. Generell weiß ich, wenn man selbst kündigt, eine Sperrfrist bzgl. ALG I von 3 Monaten erhält, es sei denn man kündigt bspw. wg. Mobbing. Dieses würde ich mir zur eigenen Sicherheit gerne von einem Arzt bescheinigen lassen. Natürlich würde ich gerne entsprechende Fördermittel und Arbeitslosengeld erhalten, habe aber gerade gelesen, dass man min. 1 Tag arbeitslos gemeldet sein muss. Heißt das, ich habe mein Gewerbe zu früh angemeldet, um Arbeitslosengeld und Fördermittel zu erhalten? Erhalte ich zum 16.01.2012 dann gar keine Unterstützung? Evtl. könnte ich mit meinem jetzigen Arbeitgeber vereinbaren mich zu kündigen, aber hat das überhaupt einen Vorteil, wenn ich bereits mein Gewerbe angemeldet habe?

Bitte nicht falsch verstehen. Ursprünglich wollte ich die ersten Monate, in denen ich die Kunden akquiriere von meinem Ersparten über die Runden kommen, aber wenn ich Arbeitslosengeld und eine Förderung erhalten kann, wäre das super und mir würde ein riesen Stein vom Herzen fallen. Wie gesagt, habe ich jetzt nur Angst, dass ich aufgrund der Gewerbeanmeldung nun weder Arbeitslosengeld noch eine Förderung bekommen kann.

Besten Dank im Voraus.

MartinK
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Re: Richtige Vorgehensweise Angestellter -> Selbstständigkei

Beitrag von MartinK » 23.11.2011, 08:04

Leider hast du, meines Wissens nach, keine Möglichkeiten mehr Förderung durch Gründungszuschuss zu erhalten. Wie du schon sagtest, muss man mindestens einen Tag ALG-I empfangen haben, um die Anträge stellen zu dürfen. Da du schon gegründet hast, gibt es keine Möglichkeit mehr den Gründungszuschuss zu beantragen.

Zum Verständis: Bist du selbsständig, gibt es kein ALG-I mehr, da dies nur für Arbeitslose ausgezahlt wird. Es gibt lediglich den Gründungszuschuss, der die Höhe des ALG-I beträgt + 300 € pauschal für Sozialleistungen. Die 300 brauchst du aber auch unbedingt, um beispielsweise deine Krankenkasse zahlen zu können. Meine Krankenkasse (freiwillig geseztlich) hat einen Mindestbeitrag von 220 €. Da kommt dann noch die Pflegeversicherung dazu.

Je nach Rechtsform wäre es denke ich möglich das Gewerbe jetzt (vor der Kündigung bestenfalls) zu beenden, dann zu kündigen, ALG-I zu empfangen (Sperrzeit beachten), und erst dann Antrag auf Gründungszuschuss stellen und erst dann zu gründen.

rrrobot
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Re: Richtige Vorgehensweise Angestellter -> Selbstständigkei

Beitrag von rrrobot » 23.11.2011, 09:12

Besten Dank für die Antwort! Die Rechtsform ist eine Einzelunternehmung.

Die Rechnung für den Gebrauchtwagen ist noch nicht geschrieben, bzw. kann ich diese noch umschreiben lassen. Mir ging es vorrangig darum, dass ich die MwSt. geltend machen kann. Kann ich den Wagen denn auf eigenen Namen kaufen und später trotzdem noch mal die MwSt. geltend machen? Ich denke nicht, oder?

Ich möchte ungern ein Gewerbe anmelden, die MwSt. für den Kauf eines Autos geltend machen und dann das Gewerbe wieder abmelden. Das kommt dem Finanzamt doch sicher auch komisch vor, oder?

Damit ich den Gründungszuschuss bekomme, muss ich dem Arbeitsamt sicher meine Gewerbeanmeldung vorlegen, richtig?

mgb-consulting

Re: Richtige Vorgehensweise Angestellter -> Selbstständigkei

Beitrag von mgb-consulting » 23.11.2011, 09:44

Hallo ...

es ist nicht schädlich, ein bereits bestehendes Nebengewerbe zum späteren Zeitpunkt, etwa nach Verlust des Arbeitsplatzes, zu einem Vollerwerb zu machen.

Wenn man das bereits angemeldete Gewerbe als Nebengewerbe bezeichnet, dann würde ich eine Beantragung dennoch versuchen, denn dass es ein Nebenerwerb ist, ist völlig klar, da Sie ja derzeit noch in Lohn und Brot stehen.

Es gibt Fälle, in denen die Arbeitsagentur die Abmeldung des vorhandenen Gewerbes und eine mit Antragstellung zeitgleiche Neubeantragung fordert, doch dies ist eher die Ausnahme.

MfG
MGB-Consulting

rrrobot
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Re: Richtige Vorgehensweise Angestellter -> Selbstständigkei

Beitrag von rrrobot » 23.11.2011, 10:45

Das wäre ja super, daran habe ich gar nicht gedacht. Und ich kann das Auto jetzt dennoch auf das Nebengewerbe meiner Einzelunternehmung kaufen und die MwSt. geltend machen?

Noch mal zusammengefasst, ich möchte nichts falsch machen: Ich bin jetzt angestellt, habe jetzt ein (Neben-)Gewerbe angemeldet, kaufe einen Gebrauchtwagen auf den Namen meiner Einzelunternehmung, kündige im Dezember zum 15.01.2012, melde mich entsprechend arbeitssuchend und am nächsten Tag beantrage ich den Gründungszuschuss und mache mein Nebengewerbe zum Hauptgewerbe (wie und wo mache ich das genau) - richtig?

Wenn das so funktioniert, würde mir ein riesen Stein vom Herzen fallen.

Edit: Ach so, ganz vergessen. Es ist ja so, dass man min. 12 Monate gearbeitet haben muss. Ich habe in meinem jetzigen Betrieb meine Ausbildung am 26. Februar abgeschlossen und wurde direkt übernommen. Die Zeit der Ausbildung zählt aber auch zu den 12 Monaten, oder? Oder muss ich dann doch bis März warten? Das würde ich nicht aushalten...

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