Wirklich faire und rentable Franchises?

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mc-mike
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Wirklich faire und rentable Franchises?

Beitrag von mc-mike » 15.09.2012, 22:06

Hallo Leute,

tendenziell ist ja meine Einstellung zur Franchisebranche eher negativ.
Da ich aber nach mehreren erfolgreichen Gründungen ohne Franchise mich zurzeit wieder
ein wenig nach neuen Konzepten umsehe wollte ich mal nachhorchen ob es nicht vielleicht
doch was Interessantes gibt.
Zurzeit kenne ich nur ein Franchise wo es den Nehmern richtig gut geht, aber da kommt man seit Jahrzehnten nichtmehr rein: McDonalds.

Folgende Kriterien würde ich aufstellen um ein Franchise überhaupt in Erwägung zu ziehen:

- Keine Eintrittskosten in das System (heißt nicht kein Eigenkapital nötig)
- Franchisegebühr rein als Gewinnbeteiligung, und zwar so, dass den allergrößten
Teil der Nehmer bekommt. (Außer die feste Komponente ist im Verhältnis irrelevant)
- Kein "1-Mann-Franchise" wo man alleine über die Runden kommt sondern rentabel
genug für Mitarbeiter.
- Belastbare Zahlen von etablierten Umsetzungen sollten selbstverständlich sein für
jemand der ein Geschäft vertreiben will.

Gibts sowas?

tina
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Re: Wirklich faire und rentable Franchises?

Beitrag von tina » 16.09.2012, 08:05

Nein!

uvis-beratung
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Re: Wirklich faire und rentable Franchises?

Beitrag von uvis-beratung » 16.09.2012, 09:21

@mc-mike ...

.... viele Dinge sind im Umgang mit Existenzgründungsvorhaben und -methoden negativ besetzt. Franchise ist in der Regel positiv, wenn es sich um "richtige" Franchise-Systeme handelt. Da gibt es klare Regelungen, die im Franchiseverband auch niedergelegt sind.

Die Eintrittsgebühren müssen kein Negativkriterium sein, wenn denen entsprechende Leistungen entgegenstehen. Was viel, viel wichtiger bei der Einschätzung von einzelnen Franchise-Systemen ist der Wahrheitsgehalt der Hochglanzprosepkte.

Hier darf man sich nicht verleiten lassen, betriebswirtschaftliche Ergebnisse einzelner Standorte 1:1 auf andere zu übertragen. Zu viele individuelle Aspekte spielen da eine Rolle, die Franchise-Systeme nicht automatisch kopieren lassen.

Mehr dazu habe ich durch langjährige Beobachtungen, Erfahrungen und Tests in einem Leitfaden zusammengefasst, den ich Dir hier gerne nennen möchte:

Franchise-Systeme - Gemeinsam erfolgreicher werden - ISBN 978-3-938684-09-2
Details im Inhaltsverzeichnis sowie weitere Infos via http://www.uvis-verlag.de/uv5100.htm

Wünsche Dir gute Zeit beim Studium, vielleicht findest Du den richtigen Weg für Dich.

MfG Jürgen Arnold (Autor)
- http://www.uvis.de -

tina
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Re: Wirklich faire und rentable Franchises?

Beitrag von tina » 16.09.2012, 10:53

uvis-beratung hat geschrieben: um "richtige" Franchise-Systeme handelt. Da gibt es klare Regelungen, die im Franchiseverband auch niedergelegt sind.
Dieser Ethikkodex vom DFV ist doch nur Makulatur, wenn sich selbst Vorstandsmitglieder(für die Belange der Franchisenehmer zuständig) nicht darum scheren. Der Deutsche Franchise Verband hat kürzlich wenigstens seine HP berichtigt, jetzt heißt es nicht mehr -Erfolgreich selbsständig. Mit Sicherheit-,
sondern "ohne" Sicherheit. Auf den Ehrenkodex und die Auszeichnungen vom DFV würde ich nicht Vertrauen. Zu mir sagte einmal ein Rechtsanwalt aus Düsseldorf, der auch in der trüben
Franchisebrühe fischt, dass es von den ca. 1.000 Franchisesystemen nur ca. 150 Franchisegeber "gut mit ihren Franchisenehmern meinen".

Grüße
:shock:

mc-mike
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Re: Wirklich faire und rentable Franchises?

Beitrag von mc-mike » 16.09.2012, 19:03

@ tina

Ja was du beschreibst deckt sich schon auch mit meinem Bild der Franchisebranche.
Eine Verbandsmitgliedschaft ist für mich auch kein Gütesiegel da ich auch grundsätzlich
von Verbänden relativ wenig halte.

Ich denke auch, dass ein Großteil der Branche ihr Geld unrechtmäßig damit verdient Leute über den Tisch zu ziehen die jetzt nicht so die Profi-Betriebswirte sind.

Mit den Eintrittsgebühren verhält es sich doch ganz einfach: Wenn der Franchisegeber an sein Konzept glaubt, dann glaubt er auch, dass der Nehmer damit erfolgreich sein wird und geht gerne in Vorleistung. (Welche bei den meisten Systemen auch relativ überschaubar ist)

Dass ein Franchise für mich in Frage kommen würde, müsste es eine Analyse überstehen die der einer Bank oder eines VC-Fonds in nichts nachsteht. (mit etwas höherer Risikoneigung natürlich)

Gibt es von diesen "guten" Konzepten wirklich 150?
Ich mein da müssten doch im Internet irgendwo Empfehlungen usw. zu finden sein.
Bei vielen gibt es ja "Gebietsschutz" u.ä. weswegen ein weiterer Nehmer keine Konkurrenz ist.

Bis man sich da mal durch 1000 Konzepte analysiert vergehen ja Jahre.

uvis-beratung
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Re: Wirklich faire und rentable Franchises?

Beitrag von uvis-beratung » 18.09.2012, 10:40

@tina ...

... Nun ja, - Ehrenkodex ist das eine, das Geschriebene .... es zu leben ist mit unter etwas anderes und obliegt dem, der damit richtig umgeht. Ansonsten, mit dem Verhältnis von 1.000 zu 150 liegst Du gar nicht einmal so schlecht, wenn man die Pareto-Regel sich in Erinnerung ruft. Diese Annahme deckt sich weitgehend auch mit meinen Erfahrungen.

@mc-mike ....

.... Franchise-Systeme sollten keine Glaubensbekenntnisse liefern, sondern eine faire Sytempartnerschaft. Partnerschaft setzt aber auch voraus, sich in einem angemessenen Verhältnis an Aufwand, Nutzen und Risiko zu beteiligen. Eine Einbahnstraße, egal von welcher Seite sie ausgeht, ist keine Lösung mit Perspektive. Genauso wenig darf man glauben, dass Franchise die risikoleichtere Gründungsform gegenüber einer originär-traditionellen Gründung ist.

Ich würde einfach einmal empfehlen, eine der nächsten Gründer- und Franchisemessen zu besuchen und sich subjektiv (Bauchgefühl) und objektiv (Informationen und Zahlen) ein Bild von den Angeboten zu machen. Aber auch hier ist es wichtig, nicht mit einem Verkäufer oder Mitarbeiter sich zu besprechen, sondern versuchen den Systemgeber persönlich kennenzulernen. Bei den mittleren und kleineren Systemen sollte das möglich sein.

MfG Jürgen Arnold
- http://www.uvis.de -

mc-mike
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Re: Wirklich faire und rentable Franchises?

Beitrag von mc-mike » 18.09.2012, 21:33

"Angemessenes Verhältnis von Aufwand, Nutzung und Risiko" und Eintrittsgebühr widersprechen sich diametral.

Von wem kommt denn ein Großteil der Arbeit und das Eigenkapital? Wer trägt das Risiko?
Zumindest in den Franchises die ich im Kopf habe eigentlich nur der Gründer.

Welche Kosten kann der Geber dem Nehmer sozusagen als reine "Stückkosten" zurechnen?
Im Endeffekt ja nur Personalkosten, Reisekosten usw. welche vermutlich unter einem Mann-Monat liegen werden. Bei vielen wird man vermutlich garnicht vor Ort betreut sondern mit einem billigen Seminar abgefertigt.

Seine ganzen anderen Kosten wie Markenpflege, Handbücher, Verträge usw. werden ja nicht relevant mehr weil es jetzt 50 statt 49 Franchisenehmer gibt.
Oder übersehe ich da grob etwas?

sungsam
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Re: Wirklich faire und rentable Franchises?

Beitrag von sungsam » 09.02.2013, 00:49

Hallo liebe Franchise Interessenten,
seit 8 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Franchisesystemen, weil es einfach lukrativ klingt und interessant ist, was die Franchisesysteme bieten.
Es wird viel angepriesen und viel Augenwischerei betrieben, doch am Ende des Monats sollten die Franchisegebühren überwiesen werden.
Leider gibt es wirklich nur eine handvoll Franchisebetriebe, die in der Fast-Food und Systemkochen angesiedelt sind, als in anderen angeblich so interessanten und spannenden Branchen.
Wo schon eine Eintrittsgebühr über 50 000€ liegt und danach noch implizit folgende versteckte Kosten nur noch durch lange und tiefere Fragestellungen hervorkommen ist die seriöse Art und Weise mehr als fragwürdig.

1. 1-10% Globale Kosten für Marketing, Sales, Vertrieb vom Umsatz
2. Franchisegebühr Fix mind. 1000€/monatlich - xxxxx€/monatlich abhängig vom Umsatz (1-8%)
3. Verträge die nicht verhandelbar sind
4. Kein Schutz oder nur teilweise Schutz vpn Kunden/Regionen/Branchen
5. Abwälzen der Akquise, Vertrieb und Veranstaltungskosten auf den Frnachisenehmer
6. Kostenintensive Trainings, die nur der Franchisegeber anbietet - Kosten xxxx€/jährlich
7. Hohe Kosten für die Einarbeitung (Sales, Training, Dokumente, Richtlinien) xx xxx€/einmalig
8. 6-12 Monate sollte der Franchisenehmer mit NULL bis sehr wenig Umsatz rechnen
9. Sehr lange Laufzeiten für Verträge 10-25Jahre, wo der Austritt aus dem Vertrag mit Strafen und nur unter bestimmten Bedingungen möglich wird. Sonst sind die monatlichen Franchisegebühren weiterhin zu zahlen.

Hinzu kommen die monatlichen Fixkosten des Franchisegebers, der ja noch Geld zum Leben und für die Fixkosten benötigt.

Nach langen Unterhaltungen mit Steuerberatern, Banken, Fachanwälten ist die Entscheidung für ein Franchisesystem mit höhster Sorgfalt zu planen und zu überdenken.

Auch die Franchisegeber kochen nur mit Wasser...

Viel Erfolg bei der Selbständigkeit mit oder ohne Franchise :)

ShaniaReif
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Re: Wirklich faire und rentable Franchises?

Beitrag von ShaniaReif » 15.03.2013, 09:52

Neiin, denn die Mutterkonzerne sollen ja möglichst viel Kohle machen. Und finden immer wieder "Dummies" , die auf das große Geld durch Franchise hoffen. Profitgier wird hier sehr viel größer geschrieben als Fairness

DerWalter
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Re: Wirklich faire und rentable Franchises?

Beitrag von DerWalter » 02.06.2015, 17:02

Ist wie überall..Die die viel haben, bekommen mehr...der Rest bleibt mehr oder weniger auf der Strecke!!! Na ja kommt auch darauf an, mit was man sich zufrieden gibt! :D

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