als Graffitisprayer freiberuflich tätig

Fragen und Diskussionen sowie alles über Pflichten, Voraussetzungen, Genehmigungen etc. dieser Berufsstände.
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Lunaja
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als Graffitisprayer freiberuflich tätig

Beitrag von Lunaja » 20.06.2011, 07:05

Hallo,
ich betreibe seit einiger Zeit künstlerische Wandgestaltung, d.h. das Besprühen mit Farbdosen auf Fassaden etc. (legal natürlich)! Nun möchte ich das gerne etwas professioneller gestalten und versuche an einige kleinere Aufträge zu kommen.
Leider bin ich nicht fündig geworden, was Beratungsstellen für diese "Berufsgruppe" betrifft, denn unter Künstlern werden meist nur Fotografen, Musiker etc genannt.
Ich habe bereits ein Logo erstellt, darf ich dieses ohne weiteres nutzen was z.B. Schriftarten betrifft, die aus meinem PC Programm stammen (Word)?
Möchte zunächst mal Visitenkarten drucken lassen.
Darf ich als freiberuflicher Künstler mir jeden Fantasienamen zulegen (habe bereits einen Künstlernamen den ich gerne verwenden möchte), wenn ich auf meinen Visitenkarten, Briefpapier etc meinen richtigen Namen dazuschreibe?
Und was muss ich beim Erstellen meiner Auftragsformulare und AGB beachten? Kann man sich dort einfach Zahlungsbedingungen etc aus anderen AGBs zusammenbasteln oder muss in jedem Fall ein Anwalt draufschauen?
Für ein paar Tipps hinsichtlich meiner Fragen wäre ich sehr dankbar oder falls jemand weiss, wo man sich hinwenden kann, um noch weitere auftretende Fragen zu klären.
Danke, Gruß Lunaja

Hamburger
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Re: als Graffitisprayer freiberuflich tätig

Beitrag von Hamburger » 21.06.2011, 19:08

Hallo Lunaja,

es gibt eine Reihe von Anlaufstelle für Künstler. Vielleicht kann man Dir dazu verhelfen wenn man genauer weiß was für einen Beratungsbedarf Du hast oder welche Unterstützung Du Dir konkret von denen wünscht.

Das Logo darfst Du verwenden wenn es keine Urheberrechte anderer verletzt. Dazu kann man in der Marken-Datenbank des DPMA notfalls nachschlagen. Es gibt geschützte und frei verwendbare Schriftarten. Bei den MSWord Schrifttypen wirst Du bei den meisten davon keine Probleme bekommen.

Einen Künstlernamen kannst Du frei wählen solange er nicht die Namensrechte anderer verletzt oder unsere demokratischen Grundordnung widerspricht ;o)

Ich kenne keine Künstler, die Auftragsformulare und AGB verwenden. Das klingt eher nach gewerblicher Tätigkeit. Vorsicht, ganz viele, kleine Aufträge mit Wandbemalungen, die wiederkehrende Motive aufweisen oder denen es an anderen künstlerischen Qualitäten mangelt könnten Dich vom Künstler zum gewerblichen Fassadenmaler degradieren.

In Deinem Auftrag, oder Deinem Vertragsmuster solltest Du unbedingt Deine Urheberrechte absichern sowie alles klären, was zu Kosten oder Arbeitszeit führen könnte. In ähnlichen Fällen aus meiner Praxis hat man sich wenig auf klassische AGB-Themen und Zahlungsbedingungen konzentriert. Es wurde in der Regel eine 50%ige Anzahlung und ein oder zwei weitere Zahlungen bei Zwischenabnahme oder Abnahme vereinbart.

Als freiberuflicher Künstler solltest Du Dich zwingend mit der Künstlersozialkasse beschäftigen. In anderen Fällen war der Hinweis wichtig beim Material nach weiteren Lieferanten zu suchen und konkret nach Rabatten zu fragen.

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