Provision beziehen als Privatperson....bald Selbstständiger

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Sascha08
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Provision beziehen als Privatperson....bald Selbstständiger

Beitrag von Sascha08 » 17.02.2010, 02:57

Hallo,
war 16 Jahre, bis zum 15.12.09 als Angestellter im Aussendienst (Technik & Vertrieb für Fenster und Türen) tätig und beziehe nun ALG1.
Bin jetzt im Aufbau der Selbstständigkeit als "Selbstständiger Handelsvertreter".....Mein vorheriger Arbeitgeber bietet mir die Möglichkeit
bestehende Angebote (aus Eigenakquise) noch weiter zu bearbeiten und Aufträge mit den Kunden abzuschließen.
Für diese Auftäge möchte ich dann eine Provision von meinem Ex-Arbeitgeber
einfordern.

Frage:
Da ich die Selbsständigkeit noch nicht ausübe....fordere ich die Provisionszahlung als Privatperson.
1)Was muss ich beachten bzgl. Steuern?
2)Kann ich den, von mir ermittelten Provision-Betrag als Rechnung an den
Ex-Arbeitgeber weiterleiten bzw. fordern?
3)Wie macht der Arbeitgeber diese Ausgaben dann geltend?

Vielen Dank

mgb-consulting

Re: Provision beziehen als Privatperson....bald Selbstständi

Beitrag von mgb-consulting » 17.02.2010, 07:30

Hallo ...

ich versuche es mal zu beantworten:

[b]1. Provision[/b]
Grundsätzlich könnten Sie eine Provision in Rechnung stellen, dies setzt aber voraus, dass Sie definitiv wissen, dass der Auftrag ausgeführt wurde und dies weiss der Handelsvertreter in den meisten Fällen nicht zu 100%.

Aus diesem Grunde, schreibt das HGB vor, dass das vertretene Unternehmen bis zum 10. des Folgemonats eine Abrechnung über alle ausgeführten Aufträge erstellen MUSS.

Unternehmer tricksen an dieser Stelle gerne und meinen, erst dann zahlen zu müssen, wenn der Kunde bezahlt hat, de facto entsteht der Provisionsabspruch aber mit Auftragsausführung, denn Sie übernehmen ja keine Haftung dafür, dass der Kunde zahlt, die Bonitätsprüfung muss schon das Unternehmen gewährleisten.

[b]2. Betriebsausgaben für den Unternehmer[/b]
Ihre Provision ist eine ganz normale Betriebsausgabe für den Unternehmer, völlig egal, ob dies auf dem Wege geht, dass er eine Provisionsabrechnung erteilt oder Sie eine Rechnung schreiben, was aber eher unüblich wäre.

[b]3. Ausgleichsanspruch[/b]
Ihnen sollte klar sein, dass Ihnen mit Abschluss des Handelsvertretungsvertrages im Laufe der Tätigkeitszeit ein Ausgleichsanspruch heranwächst, sofern das Unternehmen danach mit diesen Kunden weiterarbeiten kann.

[b]4. Rechtsanwalt[/b]
Ich würde Ihnen empfehlen, einen Rechtsanwalt für ein Erstgespräch aufzusuchen, denn das HV-Recht ist ein relativ komplexes Gebilde. Es wird Ihnen zwar jeder Anwalt sagen: "Das mache ich auch!" im Normalfalle scheitern diese Anwälte dann aber. Wenden Sie sich mal an den www.cdh.de und lassen Sie sich einen Anwalt in Ihrer Gegend benennen.

Für ein Erstgespräch fallen hier im Normalfall keine Kosten an, man wird allerdings versuchen Sie als CDH-Mitglied zu werden.

MfG
MGB-Consulting

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