Frage zur Tätigkeitsvergütung und Gewinnentnahme

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Martin84
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Frage zur Tätigkeitsvergütung und Gewinnentnahme

Beitrag von Martin84 » 12.03.2012, 12:17

Hallo Leute,

wir möchten eine GbR gründen. Eine feste Tätigkeitsvergütung möchten wir nicht in unserem Gesellschaftsvertrag festlegen, damit wir flexibler sind. Wir sind jetzt auf folgende Fragestellung gestoßen: Kann man jederzeit Geld vom Geschäftskonto auf das Privatkonto transferieren und somit eine Gewinnentnahme vornehmen, oder gibt es dabei Probleme? Fällt dies dann unter verdeckte Gewinnausschüttung? Ist das nach § 721 Abs. 2 BGB erlaubt? Falls nicht: Wie müsste man eine entsprechende Klausel im Gesellschaftsvertrag gestalten, um eine flexible Gewinnentnahme ermöglichen?

Gruß,

Martin84

Dagobert.jun
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Re: Frage zur Tätigkeitsvergütung und Gewinnentnahme

Beitrag von Dagobert.jun » 14.03.2012, 20:19

Ladies and Gentleman,

Wir haben es in unseren Unternehmen so gehandhabt, dass bestimmten Leistungsträgern zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Darlehn in Höhe von .......€ (genaue Summe) gewährt/bewilligt worden ist, Auszahlung "nach Vereinbarung" , -verstanden ?" die Zinsen im Darlehnsvertrag müssen sich am Kapitalmarktzins orientieren, die Rückzahlung wird zum Zeitpunkt .....(Datum) vereinbart, sowie es die Ertragslage/Geschäftslage erfordert und dann wurde ein Betrag in ähnlicher Höhe durch Gesellschafterbeschluß (schriftlich festlegen) ausgeschüttet und versteuert.
Das verschafft den Leistungsträgern liquide Mittel, Steuern werden natürlich fällig, jedoch ein wenig später.

P.Spielmann
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Re: Frage zur Tätigkeitsvergütung und Gewinnentnahme

Beitrag von P.Spielmann » 15.03.2012, 19:07

so ein Quatsch, Darlehen und Gewinnausschüttung ...

Bei der GbR kann man einfach Entnahmen tätigen ... beliebige Regelungen dazu kann man im GbR-Vertrag treffen.
Es gibt keine "Gewinnausschüttungen" bei der GbR, die gibts nur bei Kapitalgesellschaften ... der Gewinn muss entnommen werden.
Versteuert wird der Gewinn der bei der GbR entstanden ist, unabhängig davon ob er entnommen wurde oder nicht.

In der Praxis bekommt jeder Gesellschafter ein Kapitalkonto damit man nachvollziehen kann wer wann wieviel entnommen oder eingelegt hat.

Martin84
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Re: Frage zur Tätigkeitsvergütung und Gewinnentnahme

Beitrag von Martin84 » 16.03.2012, 12:18

Hallo Herr Spielmann,

erstmal vielen Dank für ihre kompetente Antwort und dafür dass Sie sich Zeit genommen haben.
Allerdings gibt es bei uns noch einige Unklarheiten:

Was genau ist das sog. Kapitalkonto?

Dazu haben wir folgende Definition gefunden:
Ein Kapitalkonto ist bei Personengesellschaften ein Konto auf der Passivseite der Bilanz, in dem das Eigenkapital ausgewiesen wird.
Jedoch benötigen wir bei einer GbR keine doppelte Buchführung und somit auch keine Bilanz. Gibt es bei der einfach Buchführung auch Kapitalkonten? Führt man bei der einfach Buchführung pro (Kapital)konto eine eigene EüR? Oder handelt es sich bei den Kapitalkonten um normale Bankkonten? (Entschuldigen Sie unsere Unwissenheit)

Vielen Dank im Vorraus

Gruß,

Martin

P.Spielmann
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Re: Frage zur Tätigkeitsvergütung und Gewinnentnahme

Beitrag von P.Spielmann » 12.04.2012, 22:47

sorry für die späte Antwort, ich hab die Frage übersehen

Auch bei der GbR wird in der Regel ein Kapitalkonto geführt um die Einlagen und Entnahmen nachvollziehen zu können. Ein Bankkonto ist das nicht, es ist nur ein in der Buchführung geführtes Konto.
Im Prinzip geht es aber auch mit folgender Rechnung:

Gewinnanteil 2011
- Entnahmen
+ Einlagen
= entnahmefähiger Gewinn
+ Gewinnanteil 2012
- Entnahmen
+ Einlagen
= entnahmefähiger Gewinn
etc.

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