Kapitalkontenentwicklung - steuerlich

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Henkoeoey
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Kapitalkontenentwicklung - steuerlich

Beitrag von Henkoeoey » 27.08.2020, 14:11

Guten Tag zusammen,

ich habe die Frage und Antwort hier nicht finden können.

Ich gründe zur Zeit mit zwei anderen Personen eine GbR zur Immobilienvermietung.
Ich verstehe die Kapitalkontenentwicklung und -verbuchung noch nicht endgültig.

KK I - Festkapital, KK II - Rücklagen, soweit, so klar.

Jetzt kommt das variable KK III. Ich würde das ganze in Excel etwa so aufbauen:

Vortrag
+/- Gewinn des Geschäftsjahres
+ Privateinlagen
- Privatentnahmen
= Summe KK III

Nehmen wir an Jahr N1 ist beendet. Die GbR macht einen Gewinn von 12.000 EUR. Ich schreibe also in die KK-Entwicklung bei jedem Gesellschafter 4 TEUR im Punkt "Gewinn des GJ" gut. Dieser taucht in N2 als Vortrag auf. Die Summe, die auf dem Bankkonto der GbR liegt, wird aber ja über die GuE und die private EStE der Gesellschafter versteuert. Wenn hier nächstes Jahr 4 TEUR im Kapitalkonto stehen, sind davon ja gar nicht mehr 4 TEUR da. Ist das richtig? Muss ich die ESt im Kapitalkonto irgendwie berücksichtigen?
Und Frage 2: nehmen wir an, wir machen einen Verlust von 12 TEUR. Dann bekommt doch jeder über seine ESt einen Teil als Steuererstattung zurück. Wenn ich die dann auf das GbR-Bankkonto überweise, ist das dann eine Privateinlage?

Sorry falls die Frage dämlich ist, aber ich brauche da einen Stubser in die richtige Richtung.

Danke. :roll:

Pharus
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Re: Kapitalkontenentwicklung - steuerlich

Beitrag von Pharus » 28.08.2020, 18:16

Hallo Henkoeoey,

vielleicht als Grundinfo zuerst, wenn man einen Gewinn gemacht hat, bedeutet es nicht, dass man es auch ausschütten muss oder beim Verlust, dass man jetzt was nachschießen muss.
Die Ausschüttung wird in einer GbR (im besten Fall) gemeinsam beschlossen. Der ausgeschüttete Gewinn taucht dann in den Konten auf. Die private Steuer (ESt) ist bei jedem individuell (dort wird nur der ausgeschüttete Gewinn auftauchen) und hat dann nichts mit der GbR zu tun.

Privateinlage ist steuerneutral. Man kann aber den Verlust steuerlich geltend machen. Steuererstattung bekommt man nur, wenn zu viel an Steuer gezahlt hat (zB Steuervorauszahlungen gemacht und am Ende des Jahres ein Verlust).

Beste Grüße
Pharus

Henkoeoey
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Re: Kapitalkontenentwicklung - steuerlich

Beitrag von Henkoeoey » 10.09.2020, 10:28

Verstehe ich noch nicht ganz.

1. Du sagst "Die private Steuer (ESt) ist bei jedem individuell (dort wird nur der ausgeschüttete Gewinn auftauchen)"
Das kann doch nicht. Wenn ich aber einen Gewinn mit der GbR mache, bleiben wir mal bei 12 TEUR, muss dieser doch versteuert werden. Auch, wenn ich ihn nicht konkret auszahle, sondern in der GbR belasse. Oder nicht? Die GbR macht Gewinn, ich thesauriere und lasse auch das Geld auf dem Bankkonto der GbR. Dennoch wird doch über die GuE jedem Gesellschafter ein Teil des Gewinns zugerechnet und über die ESt automatisch versteuert. So kenne ich es. Sonst könnte die GbR ja enorme Gewinne machen und stets unversteuert im UN lassen?

2. "Steuererstattung bekommt man nur, wenn zu viel an Steuer gezahlt hat (z.B. Steuervorauszahlungen und dann ein Verlust"
Wenn ich ohne VZ einen Verlust generiere, müsste ich doch auch Steuern wiederbekommen. Oder etwa nicht?

Vielen Dank im jedem Fall!

Pharus
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Re: Kapitalkontenentwicklung - steuerlich

Beitrag von Pharus » 10.09.2020, 11:42

ja thesaurierende Gewinne muss man auch versteuern. GbR wird aber trotzdem nicht versteuert, nur die Gesellschafter mit dem individuellem Steuersatz.

zu Steuererstattung allgemein: Steuer zu zahlen > als Steuer gezahlt = Nachzahlung, Steuer zu zahlen < als Steuer gezahlt = Erstattung.
Wenn man gar keine Steuergezahlt hat, bekommt man auch nichts zurück, es kann aber zur Nachzahlung kommen. (bezogen auf ESt)

Beste Grüße
Pharus

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