Neugründung GbR-in welcher Reihenfolge handle ich am besten?

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GogolNr1
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Neugründung GbR-in welcher Reihenfolge handle ich am besten?

Beitrag von GogolNr1 » 15.05.2008, 21:45

Hallo,

am besten fange ich mal vorne an. Zur Zeit bin ich nach der Ausbildung seit einem Jahr im unbefristeten Angestelltenverhältnis (beides in der selben Firma). Aus persönlichen Gründen möchte ich dort mittelfristig kündigen und mich mit einem Freund in der IT-Branche (Dienstleistungen) selbstständig machen. Dies soll in der Form einer GbR (habe hier auch schon über Ltd. gelesen, muss ich noch im Detail sehen was besser geeignet ist) und möglichst bald erfolgen.

Wir möchten das am Anfang klein, kostenfreundlich (da wir nahezu kein Kapital zur Verfügung haben und vorerst keine Schulden machen möchten) aber proffessionell aufziehen. Die Dienstleistungen werden vor Ort ausgeführt und die Geschäftsstelle ist für Kunden erstmal nicht als Anlaufstelle zugänglich, sondern sie kontaktiert uns primär über Internetseite, Email und Telefon.

Bisher ist alles auf vielen Zetteln und in meinem Kopf verteilt. Ein Vertrag zur Gründung der GbR existiert allerdings schon. Webseite, Logo, Visitenkarte und halt gestalterisches ist auch schon vorhanden, nur ist das für eine Gründung ja erstmal völlig unwichtig. Vielmehr stellt sich mir nun die Frage, welche Handlungsreichenfolge als nächstes die beste ist.

- Wann muss ich zur Stadt und die GbR anmelden? (Wo und wie meldet man eine Ltd. an?)

- Muss ich außer dem Vertrag noch etwas für die Gründung vorliegen haben?

- Wann brauche in den Businessplan? Ist der erst notwendig wenn wir Förderungen/Darlehen in Anspruch nehmen möchten?

- Ist Steuerberater und Notar notwendig und wann muss ich diese kontaktieren?

- Welche Anlaufstellen sind wann noch ratsam/notwendig um das Unternehmen solide ins Rollen zu bringen?

Tut mir leid, sind eine Menge Fragen und sicher gibts noch weitere Fragen die ich ggf. natürlich beantworten werde. Nur häng ich trotz durchforsten dieses Forums noch etwas in der Luft und wäre über Hilfestellung mehr als dankbar.


MfG

Gerald Franz
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Beitrag von Gerald Franz » 16.05.2008, 08:18

Holla GogolNr1,

Du gehörst also zu den Privigilierten, mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag. Also wenn Du den leichtfertig und ohne jede Not aufgibst, gehört Dir ab dem Zeitpunkt der Kündigung täglich mindestens zweimal ordentlich der nakte Hintern versohlt. Um nämlich als selbständiger IT-ler ein Tageshonorar von 1.000 Teuros verlangen zu können, braucht man viel und jahrelange Berufserfahrung. Bewirb Dich doch erst einmal zum Beispiel bei der Firma Bechtle, um Deinen Marktwert herauszufinden. Dort gehen übrigens täglich mehrere hunderte Bewerbungen von frustierten selbständigen IT-lern ein, die längst das Salz in der Suppe nicht mehr verdienen. Bei Bechtle werden sie aber, sofern sie es wert sind, mit einem satten durchschnittlichen Jahresbruttoeinkommen von etwa 75.000 plus vielen Extras fest angestellt.

Wenn Du Dich aber unbedingt selbständig machen willst, dann tue es bitte zunächst im Nebenerwerb. Und wenn Dein aktueller Arbeitsvertrag das verbietet, dan mache es auf den Namen eines Dir bekannten Menschen dem Du vertraust. Dann meldet der "Start up" zunächst ein Gewerbe zur Vermittlung von Versicherungen an. Das kostet am allerwegsten. Solltest Du das Gewerbe doch auf Deinen Namen anmelden, so kommen jetzt viele doofe Fragen von Behörden, die Du am besten durchweg dahingehend beantwortest, indem Du zurückschreibst, daß der Betrieb noch ruht, kein Vermögen vorhanden ist und überlegt wird, das Gewerbe wieder abzumelden. Etwa drei Monate nach diesem Schritt beginnst Du dann mir der Auftragsaquisition. Einen Steuerberater kannst Du Dir in den ersten Jahren ebenfalls sparen. Und öffentliche Gelder wirst Du auch nicht erhalten. Wenn das erste Geld verdient wurde, dann gehe zum Finanzamt und laß Dich darüber beraten, wie Du weiter vorgehen mußt. Bitte laß Dir alles nur schriftlich geben. Natürlich werden die Dir einen Steuerberater unterjubeln wollen. Bitte kontere dann, indem Du sagst, den kann ich nicht bezahlen, und sie wollen mich doch hoffentlich nicht dazu verleiten, etwas zu bestellen, was ich nicht bezahlen kann. Dafür kommt man nämlich in der BRDDR in den Knast. Zum guten Schluß noch der saublöde Spruch: Befolge nie einen guten Rat, auch diesen nicht!

Gerald Franz
Zuletzt geändert von Gerald Franz am 16.05.2008, 09:21, insgesamt 2-mal geändert.

trading
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Beitrag von trading » 16.05.2008, 09:00

das Gewerbe auf einen Bekannten anmelden und dann selbst
mit den Behörden korrespondieren, ein ganz toller Rat, muß
man erst mal daraufkommen.

trading

GogolNr1
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Beitrag von GogolNr1 » 16.05.2008, 11:09

Danke für die interessante Stellungnahme.

Habe mich indies bei Bechtle umgesehen und bemerkt, dass Anforderungen gestellt werden, welche ich noch nicht erfüllen kann. Ausgebiltet wurde ich als IT-Systemkaumfmann, arbeite aber fast ausschließlich als Programmierer (das wird sich in dieser Firma auch nicht ändern). Kenntnisse um umfangreiche IT-Dienstleistungen anbieten zu können sind u.A. durch Private Vorarbeit allerdings gegeben.

Diese Tätigkeit vorerst im Nebenerwerb zu betreiben war ohnehin geplant. Und dem Rat dieses über einen Bekannten anzumelden werde ich mir überlegen, klingt in der Tat nicht verkehrt.

Ich tuhe dieses auch nicht ausschließlich aus dem vermuteten Frust, vielmehr möchte ich viele Ideen umsetzen und anbieten können, die sich im laufe der Zeit angesammelt haben. Die Selbständigkeit ist daher keine Flucht.

Wer ist denn der "Start up"? Kosten zu sparen ist gut, aber der Vertrag beinhaltet ja zwei Gesellschafter für das IT-Gewerbe. Deshalb versteh ich nicht wie das funktioniert, wenn ein Gewerbe zur Vermittlung von Versicherungen angemeldet wird. Könntest du das nochmal erläutern?

Wäre ansonsten der nächste richtige Schritt die Anmeldung? Was benötige ich noch außer den Vertrag?

GogolNr1

mgb-consulting

Beitrag von mgb-consulting » 16.05.2008, 11:35

Befolge nie einen guten Rat, auch diesen nicht!
Hallo ...

dies war so ziemlich der einzig intelligente Satz im vorvorletzten Posting, alles andere war billige Trickserei, um eine Selbständigkeit durch das Vorschieben eines Dritten "Strohmann-Verhältnis" zu vertuschen.

Darüber hinaus schädigt es voraussichtlich auch noch den "lieben Dritten" der vermutlich in eine höhere Progressionsstufe kommt und für seine Freundlichkeit mit einer erhöhten Einkommensteuer bestraft wird.

Einen seriösen Rat kann ich in dem Posting nicht einmal ansatzweise erkennen!!!

Was die Gewerbeanmeldung als "Versicherungsvermittler" angeht, so sollte klar sein, dass zig Voraussetzungen für eine Anmeldung nach § 34d GewO zu erfüllen sind, die ihn einen Haufen Geld kosten, preiswert ist da nichts und im Ergebnis hat er ein Gewerbe angemeldet, das er gar nicht ausüben kann und möchte.

Angefangen bei der erforderlichen Schufa-Auskunft, über das polizeiliche Führungszeugnis, über die Sachkundeprüfung (Wie sollte er bzw. der Strohmann seine Sachkundigkeit als Versicherungsvermittler denn nachweisen?) bis hin zur erforderlichen Haftpflichtversicherung, um dann ein Gewerbe angemeldet zu haben, in dem er gar nicht vorhat tätig zu werden.

Sofern ein Hardware Lieferant die Gewerbeanmeldung würde sehen wollen, um ihn zu beliefern, könnte er diese nicht einmal nutzen, da ein völlig anderes Gewerbe ausgewiesen ist, schlimmstenfalls würde er gar nicht erst beliefert werden.

Mal ganz davon abgesehen, dass das Strohmann-Verhältnis, wenn es herauskommen sollte, eine dauerhafte Gewerbeuntersagung nach § 35 (1) GewO nach sich ziehen kann und zwar für beide Beteiligten.

Als langjähriger Berater als der Sie sich hier dargestellt haben, sollte man voraussetzen, dass Sie dieses Wissen parat haben!

MfG
MGB-Consulting

@Gogo...
IT-Branche ist sehr weit gefasst, wenn Sie keine Alleinstellungsmerkmale haben auf die Sie sich fokussiert haben, dann tut man sich in dieser Branche relativ schwer, ich gehe aber mal davon aus, dass Sie sich Gedanken hierzu gemacht haben.

Versuchen Sie festzustellen, welche realistischen Chancen Sie haben, um dauerhafte Aufträge erhalten zu können und ob Sie davon gut leben können.

Versuchen Sie, so detailliert zu planen wie eben möglich es gibt im Internet genügend Infobroschüren, die man sich problemlos zur Hilfestellung downloaden kann.

Lesen Sie ihren Arbeitsvertrag durch und prüfen Sie, ob eine selbständige oder gewerbliche Nebentätigkeit erlaubt ist, manchmal ist dies der Fall. Sollte dies nicht der Fall sein, dann reden Sie mit dem Arbeitgeber und machen diesem klar, dass Sie hin und wieder kleine Aufträge bearbeiten möchten, die nicht mit Ihrer Tätigkeit für den Arbeitgeber konkurrieren und hierzu eine Gewerbeanmeldung benötigen.

Viele Arbeitgeber legen den Mitarbeitern dann keinen Stein in den Weg.

Die Vorschiebung eines Dritten ist ein glasklarer Betrug, der zu strafrechtlichen Konsequenzen und zu einer fristlosen Kündigung führen wird, wenn der Arbeitgeber herausfinden sollte, dass nicht der Dritte, sondern Sie die Leistung erbringen.

Diesen Rat sollten Sie daher ganz schnell vergessen, denn er kann höchst schädlich werden!

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