3 geschäftsführende Gesellschafter - kein Gehalt - GmbH

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Gründer1991
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3 geschäftsführende Gesellschafter - kein Gehalt - GmbH

Beitrag von Gründer1991 » 27.01.2016, 13:17

Hallo zusammen.

Ich erhoffe mir hier Rat, da ich im Internet nicht fündig geworden bin, was mein Problem betrifft.

Kurze Info: Zwei Kollegen und ich sind in einer Firma angestellt. Wir möchten nebenberuflich eine GmbH gründen und führen. Alle drei sind gleichberechtigt. Wir wollen insgesamt etwa 15.000 € einzahlen. Wir haben uns für die Rechtsform GmbH entschieden, weil wir Nahrungsmitteln im E-Commerce vertreiben möchten und die Haftungsbeschränkung gerade in diesem Bereich wohl unabdingbar ist.

Nun zu meiner Frage: Ist es möglich, die GmbH nebenberuflich zu gründen und zu führen (wir sind keine Konkurrenz zum AG und in den Verträgen spricht nichts dagegen) und sich kein Gehalt auszuzahlen, sondern nur die Gewinnausschüttung am Ende eines Geschäftsjahres? Was gibt es dabei zu beachten hinsichtlich Kranken- und Rentenversicherung, maximale Arbeitszeiten pro Woche, steuerliche Angelegenheiten?

Ich bin für hilfreiche Antworten und Tipps dankbar.

Freundliche Grüße
Gründer1991

riese
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Re: 3 geschäftsführende Gesellschafter - kein Gehalt - GmbH

Beitrag von riese » 29.01.2016, 17:39

sich kein Gehalt auszuzahlen, sondern nur die Gewinnausschüttung am Ende eines Geschäftsjahres? Was gibt es dabei zu beachten hinsichtlich Kranken- und Rentenversicherung, maximale Arbeitszeiten pro Woche, steuerliche Angelegenheiten?
Da das Gehalt als Betriebsausgabe wegfällt, fällt der Gewinn wesentlich höher aus und wird mit Körperschafts- und Gewerbesteuer belegt. Die Ausschüttung, die bereits versteuert ist, wird bei Euch privat noch einmal als Einkünfte aus Kapitalvermögen zur Einkommensteuer herangezogen. Das Dümmste, was man machen kann. Die steuerliche Stärke der GmbH liegt ja gerade darin, nur das Gehalt dem Lohnsteuerabzug zu unterwerfen und den verbleibenden Gewinn klitzeklein zu halten, so dass man eine Ausschüttung nicht mehr nötig hat. So wie Du denkt jemand, der im Herzen gerne Unternehmer wäre (und vom Gewinn leben möchte) und nur der Haftungsbeschränkung wegen auf die Kapitalgesellschaft ausweicht.

Was die Sozialversicherung anbelangt, wäre ein Statusfeststellungsverfahren durchzuführen. Bei einem Verhältnis 1:1:1 wären entweder alle 3 sozialversicherungspflichtig oder alle 3 sozialversicherungsfrei. Der Nebenjob wäre nach Klasse 6 zu versteuern. Entweder fallen SV-Beiträge an (dann Kranken-, Renten-, Arbeitlosen- und Pflegeversicherungsbeiträge, U1 und U2 und Berufsgenossenschaft) oder nicht. Eine private Vorsorge würde entfallen, da Versicherung durch den Erstjob besteht.

Noch etwas: Ausschüttungen kann man nur vom Jahresüberschuss beschließen, keine monatlichen. Im ersten Jahr (vor der ersten Ausschüttung) und bei einem Verlust würdet Ihr ohne privates Geld da stehen, wenn Ihr Euch kein Gehalt zahlen und nur vom Gewinn leben wolltet.

Gruß
Rainer

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