Monatliche Einlage von Stammkapital möglich?

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bijou
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Monatliche Einlage von Stammkapital möglich?

Beitrag von bijou » 06.03.2016, 12:05

Hallo zusammen,
wir haben eine UG gegründet und werden kommende Woche das Stammkapital per Kapitalerhöhung auf 25k aufstocken, davon jedoch nur die Hälfte einzahlen.

Die GmbH wird uns, den Gesellschaftern, in den kommenden Monaten per AV ein kleines Gehalt zahlen (hat SV-technische Gründe). Damit das Kapital der GmbH in den nächsten 6 Monaten durch diese Gehaltszahlungen nicht komplett aufgezehrt wird, hatten wir vor, dieses Gehalt jeden Monat als Einzahlung auf das GmbH Konto (minus SV-Abzügen) zurückzuzahlen.

Meine Fragen:
1.ist das so ohne Weiteres möglich?
2.würden diese Einlagen als Einzahlung auf das Stammkapital (12,5k ja noch offen) gerechnet? Sprich angenommen wir würden monatlich 500€ auf das GmbH Konto zurücküberweisen, wäre nach 25 Monaten die volle Einzahlung des Stammkapitals geleistet?

Vielen Dank und beste Grüße
bijou

riese
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Re: Monatliche Einlage von Stammkapital möglich?

Beitrag von riese » 23.03.2016, 12:12

Hallo Bijou,

gerade UG-Gründer sollten sich intensiv mit dem §272 Abs. 2 HGB beschäftigen. Diese Kapitalrücklage hat nämlich bei dieser Gesellschaftsform eine größere Bedeutung als das Stammkapital selbst.

Stammkapital (auch eine Änderung) bedarf stets der Eintragung ins Handelsregister, die über einen Notar erfolgen muss (kostet auch Geld). Außerdem sind bei der UG hier Sacheinlagen verboten.

Die Kapitalrücklage einer Kapitalgesellschaft entspricht dagegen einer Privateinlage bei einem Einzelbetrieb. Also jedes Geld, dass ein Gesellschafter seiner Gesellschaft zufließen lässt, ohne dass es beurkundet wird. Bei einer UG sind wegen des zu gering gehaltenen Stammkapitals so gut wie immer Nachschüsse erforderlich. Auch kann man einen bestehenden Einzelbetrieb nicht in eine UG umwandeln, sondern nur im Wege der Kapitalrücklage einbringen.
bijou hat geschrieben:hatten wir vor, dieses Gehalt jeden Monat als Einzahlung auf das GmbH Konto (minus SV-Abzügen) zurückzuzahlen.
Bank an Kapitalrücklage.

Damit bist Du zwar nicht überschuldet, weil die Bilanz ausgeglichen wird. Die Rückzahlung wirkt sich aber nicht auf das Betriebsergebnis aus, so dass es trotzdem zu Verlusten kommen kann, die eine Kapitalgesellschaft unattraktiv machen (im Gegensatz zu einer Rechtsform, die nach dem Einkommensteuergesetz besteuert wird) - und Du darfst dich dann bei der Körperschaftssteuererklärung mit Verlustvor- und -rückträgen herumschlagen. :cry:

Gruß
Rainer

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