UG Auflösen

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approach
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UG Auflösen

Beitrag von approach » 15.11.2016, 22:54

Hallo Zusammen,

ich möchte gerne meine UG Auflösen. Sie besitzt weder Verbindlichkeiten noch Forderungen (außer 10 Euro bei Finanzamt).
Die Restlichen 200Euro Eigenkapital wollte ich mir zurück Überweisen damit man komplett auf 0 ist.

Wie gehe ich nun vor? Habe im Netz zu viele Informationen gelesen, weiß nun gar nicht so wirklich aber wie ich vorgehe. Muss ich eine Anzeige beim Bundesanzeiger veröffentlichen?

Danke schon mal im voraus :D

riese
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Re: UG Auflösen

Beitrag von riese » 20.12.2016, 16:01

Hallo Approach,

1. Steuerbescheid abwarten und begleichen
2. Beschluss fassen, die UG ohne Liquidation zu beenden
3. Rest vom Konto aufs Privatkonto überweisen
4. Bilanz erstellen, die nur einen Gewinn/Verlust und ein Eigenkapital in gleicher Höhe aufweist (Aktivseite = 0).
5. Diese ans Handelsregister schicken mit einem netten Anschreiben an den Registerführer, er möge seine Pflicht tun und die UG wegen Vermögenslosigkeit gemäß § 394 FamFG löschen

Es gibt noch eine andere Möglichkeit, die ist im GmhG beschrieben und wesentlich teurer und langwieriger (Liquidation).

Gruß
Rainer

riese
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Re: UG Auflösen

Beitrag von riese » 30.01.2017, 12:41

Hallo Dennis,

das Bankkonto kannst und sollst Du unmittelbar nach der Auskehrung kündigen.

Auf die Höhe des Kapitals kommt es nicht an. Der Gesetzgeber hat mit der Liquidation den Gläubigern der Gesellschaft Gelegenheit geben wollen, noch innerhalb eines Jahres ihre Ansprüche anzumelden.

Die Amtslöschung ist nicht dafür gedacht, den Laden selbst runterzuwirtschaften, um damit die Liquidation zu umgehen, sondern für den Fall, dass eine überschuldete Gesellschaft noch weiterhin Rechtsgeschäfte zu schließen droht.

Das Kapital zu verplempern oder an Gesellschafter zurückzuzahlen ist streng genommen ein Verstoß gegen §30 GmbHG. Nur wenn es vorher passiert ist, steht der Rechtspfleger, der die Amtslöschung vorzunehmen hat, vor vollendeten Tatsachen. Er kann aber auch dafür keine Sanktionen verhängen oder in die Wege leiten; das könnten nur andere Gesellschafter oder Gläubiger (falls es noch welche gibt) tun. Und da ist der Unterschied: Will nach einer erfolgreichen Liquidation nach Ablauf des Jahres noch jemand Ansprüche gegen die Gesellschaft geltend machen (z.B. das Finanzamt nach einer Betriebsprüfung), schaut er in die Röhre. Tut er das jedoch nach einer Amtslöschung wegen Vermögenslosigkeit, haften diejenigen, die sich selbst "ausgekehrt" haben, im Verhältnis ihrer Rückzahlungen oder gar als Gesamtschuldner (ein Verstoß gegen §30 führt zur sog. "Existenzvernichtungshaftung").

Gruß
Rainer

stephanos2k
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Re: UG Auflösen

Beitrag von stephanos2k » 06.02.2017, 08:36

Hallo Rainer,

ich wollte mal ganz direkt fragen: Hast du das schon mal gemacht?

Ich frage mich was in diesem Szenario passiert, sollte das Handelsregister sich weigern der Anfrage nachzukommen. Ich meine mich zu erinnern, dass diese nicht gezwungen sind dem Antrag nachzukommen.

Kam man sonst noch irgendwo etwas über diesen Weg nachlesen?

Gruß
Stephan

riese
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Re: UG Auflösen

Beitrag von riese » 15.02.2017, 16:55

Hallo Stephan,

es ist ja kein Antrag. Daher kannst Du auch keine Erinnerung einlegen, über die dann ein Rechter entscheidet. Aber wenn die IHK weiterhin Gebühren kassieren will, teilst Du ihnen den Sachverhalt mit. Und dann machen die als Beteiligter Druck...

Der Registerführer handelt nämlich pflichtwidrig, wenn er eine nachweislich vermögenslose Gesellschaft wider besseres Wissen bestehen lässt.

Gruß
Rainer

TomLehmann
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Re: UG Auflösen

Beitrag von TomLehmann » 09.09.2017, 10:37

Hallo Rainer,

ein RA gab mir die Auskunft, dass für die Löschung einer Gesellschaft aus dem HR ohne Liquidation folgende Punkte versichert werden müssen:

-          die Geschäftsanteile vollständig eingezahlt worden sind,
-          eine Ausschüttung an den Gesellschafter nicht erfolgt ist,
-          Forderungen und Verbindlichkeiten nicht bestehen,
-          ein zu verteilendes Gesellschaftsvermögen nicht vorhanden ist,
-          die Gesellschaft vermögenslos ist,
-          keine Abwicklungsmaßnahmen erforderlich sind,
-          bei der Gesellschaft keine gerichtlichen Prozesse anhängig sind und
-          die Gesellschaft nicht Eigentümer von Grundstücken oder grundstücksgleichen Rechten ist.

Hierfür sei, laut seiner Aussage, eine notariell beglaubigte Unterschrift notwendig. Ist das richtig? Oder will er nur Notarkosten für sich generieren (...er ist auch Notar).

Ach ja, des weiteren sagte er mir, dass ich vorab nach Begleichung aller Forderungen die Zustimmung des zuständigen FA für Körperschaften einholen müsste.

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