UG Kapitalrücklage

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Momo878
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UG Kapitalrücklage

Beitrag von Momo878 » 16.12.2015, 09:43

Hallo,

ich habe vor kurzem ein UG gegründet. Alleiniger Gesellschafter. Zweck ist diese als Investmentvehikel für Beteiligungen zu nutzen. Für ein konkretes Investment habe ich über das Stammkapital hinaus vor kurzem Geld in die Kapitalrücklage eingelegt. Leider ist das Investment kurz vor dem Notartermin geplatzt. Kurzum ich habe jetzt einen 5-stelligen Eurobetrag in der UG liegen für den ich vorerst keine Verwendung sehe.

Die Frage wäre nun, gibt es eine Möglichkeit diese freiwillige Einlage aus der UG, zumindest teilweise, auf saubere Art und Weise wieder rauszuziehen.

Für Eure Hilfe wäre ich sehr dankbar!

Viele Grüße
MoMo

Harald Garden
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Re: UG Kapitalrücklage

Beitrag von Harald Garden » 16.12.2015, 13:30

Hallo MoMo,

in einer UG musst du pro Jahr 25% deines Jahresgewinnes den Rücklagen zuführen, den Rest darfst du ausschütten. Wenn ich dich richtig verstehe, besteht deine UG momentan nur aus einem Bankkonto. Du hast vermutlich ein paar Kosten gehabt, also einen kleinen Verlust gefahren. Diesen musst du mit deinem Eigenkapital erst mal decken.
Danach sehe ich keinen Grund warum du diesen Nachschuss, den du in die Rücklage geleistet hast, nicht wieder zurückzahlen dürftest. Dazu ist ein Gesellschafterbeschluss nötig.
Andererseits sagst du, du hast schon einen fünfstelligen Betrag als Eigenkapital in deiner UG. Warum wandelst du diese nicht in eine GmbH um (dafür sind mindestens 12.500 EUR nötig) und gibst dir selbst (oder einer anderen Gesellschaft von dir) ein Darlehen? So erhältst du das Eigenkapital der UG/GmbH und falls du mal wieder eine Investmentidee hast, brauchst du nicht erst wieder eine Kapitalerhöhung machen, sondern nur das Darlehen zurückzahlen. Das Geld hast du trotzdem zur freien Verfügung. Eine Vorlage für einen Darlehensvertrag findest du z. B. hier: www.etl-rechtsanwaelte.de/zeigedoc/must ... ensvertrag

Ich hoffe ich konnte dir damit weiterhelfen.

Schöne grüße und weiterhin viel Erfolg
Harald

Momo878
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Re: UG Kapitalrücklage

Beitrag von Momo878 » 16.12.2015, 14:47

Hallo Harald,

Super. Erst mal vielen Dank für deine Antwort.

Ja ich habe mich für die UG entschieden, weil ich anfangs eigtl. geplant hatt weniger reinzuschiessen. Als die UG dann schon gegründet war und ich entschieden habe doch mehr einzulegen wollte ich eben einen erneuten Notartermin und die damit verbundenen Kosten umgehen.

Ja das wäre ja die einfachste Lösung nach Bezahlung der Gründungskosten etc., ein Teil des Betrages einfach wieder zurückzuschiessen. Weisst du wie man dies buchhalterisch sauber abbildet bzw. diesen Vorgang nennt?

Viele Grüße
MoMo

Harald Garden
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Re: UG Kapitalrücklage

Beitrag von Harald Garden » 17.12.2015, 09:48

Hallo MoMo,

Da für die UG die gleichen rechtlichen Rahmenbedingungen gelten, wie für eine GmbH, heißt der Vorgang "Kapitalherabsetzung". Dazu musst du nur einen Gesellschafterbeschluss (schriftlich) machen und das Geld aus der Gesellschaft herauszahlen.
Wichtig sind aber folgende allgemeine Punkte:
1. Die Kapitalerhöhung wurde per Beschluss nicht in das Stammkapital geleistet
2. Die Kapitalrücklage wurde nicht aus erwirtschafteten Gewinnen gebildet
3. Die bisher aufgelaufenen Verluste müssen gedeckt sein (-> es entsteht dadurch kein negatives Eigenkapital oder ein Eigenkapital, das niedriger als das Stammkapital ist
4. Bedenke zukünftig anfallende Kosten, um deine Gesellschaft nicht ernsthaft zu gefährden (drohende Insolvenz)

Für eine individuelle rechtliche oder steuerliche Beratung gehst du am Besten zu deinem Anwalt oder Steuerberater, das hier stellt nur allgemeine Hinweise dar.

Melde dich doch wieder, wenn du alles erledigt hast. Würde mich und bestimmt auch andere interessieren, wie du das dann gelöst hast.

Schöne Grüße & viel Erfolg
Harald

riese
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Re: UG Kapitalrücklage

Beitrag von riese » 04.01.2016, 07:57

Hallo,

hier verwechselt der eine die Kapitalrücklage mit der gesetzlichen Rücklage, der andere mit dem Stammkapital.

Stammkapital ist, was über den Notar beim Handelsregister angemeldet ist. Kein Cent darunter oder darüber.

Kapitalrücklage ist, was der Gesellschafter über das Stammkapital hinaus (ohne Beurkundung beim Handelsregister) - einfach durch Einzahlung oder Überweisung vom Privatkonto in die Firma gepumpt hat.

Die Gesetzliche Rücklage bei der UG ist aus Gewinnanteilen zu bilden. Hier fließt überhaupt kein Geld.

In die Kapitalrücklage eingezahlte Gelder können selbstverständlich auch wieder entnommen werden, ohne dass hierzu ein Notar erforderlich ist. Die Gesellschaft darf dadurch nur nicht überschuldet oder zahlungsunfähig werden.

Gruß
Rainer

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