Privatperson als Kapitalgeber (Sanierungsprojekt) möglich?

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traumgaertner
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Privatperson als Kapitalgeber (Sanierungsprojekt) möglich?

Beitrag von traumgaertner » 29.08.2010, 18:28

Hallo liebe Forenmitglieder!

Ich beschäftige mich gerade mit einem etwas ungewöhnlichen Projekt, bzw. mit dessen Rahmenplanung. Ausgangsbasis war die Idee, eine günstige Immobilie zu kaufen, in Eigenregie zu sanieren, und im Anschluss natürlich mit Gewinn zu verkaufen. Dabei gibt es aber natürlich zwei vorherrschende Probleme: Zum Einen fehlt es grundsätzlich am nötigen Eigenkapital für den Erwerb und die Sanierungskosten, zum Anderen fehlt es natürlich während der Sanierungsarbeiten am eigenen Einkommen. Ergo - Schnapsidee, nicht realisierbar.

Ich wollte den Gedanken aber nicht aufgeben, und so kam ich zu einer etwas a-typischen Lösung, welche drei für mich wichtige Faktoren verbinden sollte:

- selbständige Tätigkeit als Einzelunternehmer beibehalten
- trotzdem ein monatliches fixes Einkommen sichern
- und im Idealfall einen Überschuss zu Projektende erzielen

Die Idee:
Ein Risikokapitalgeber in Form einer Privatperson (vorzugsweise) stellt Kapital für den Grundstückserwerb, die monatlich laufenden personellen Kosten in Form meiner eigenen Arbeitskraft, den zu erwartenden Materialaufwand sowie einen Betrag X für Fachpersonal wie Gas/Wasser, also alles was mit städtischen Anschlüssen zu tun hat, oder eben die paar Arbeiten die ich lieber anderen Kollegen überlasse, wie Dachdeckerarbeiten.

Ich gehe von einem reinen Kaufpreis von maximal 20.000 Euro aus. Hinzu kommen nochmal 17 - 20T Euro Personalkostenaufwand (das bin dann wohl ich, und dient zur Grundsicherung während der Sanierungsarbeiten von 1 - 1,5 Jahren bei einem mittelgrossen Projekt) sowie nochmals 20-30T Euro an Materialkosten und externe Fachkräfte.

Wir erreichen damit eine Investitionssumme von knapp 70.000 Euro (im besten Fall darunter, abhängig vom Zeitaufwand und natürlich vom Kaufpreis und Zustand des Objekts).

Nach abgeschlossener Sanierung wird das Objekt zu marktüblichen Preisen veräussert, welcher jetzt mal grob veranschlagt zwischen 90 und 130T Euro liegen dürfte. Je nach Lage und vorherrschenden Immobilienwerten natürlich.

Ich selbst komme aus dem Handwerk, und kann tatsächlich nahezu alles selbst - hier ist der Zeitfaktor (lange Laufzeit, dafür weniger personelle Kosten als üblich) der eigentliche Gewinnfaktor.

Je nach Höhe des Gewinns käme dann eine Aufteilung 50:50 oder 2/3 zugunsten des Geldgebers in Frage. Sollte sich das Objekt wider Erwarten in einem bestimmten Zeitrahmen nicht mit Gewinn verkaufen lassen geht die Immobilie, vertraglich geregelt, in Besitz des Investors über.

Eine Immobilie notfalls zum Kapitalpreis von rund 70.000 Euro zu verkaufen dürfte wohl kein grosses Problem darstellen, mir wäre jedenfalls kein saniertes Objekt bekannt das derart niedrig gehandelt worden wäre. Wir sprechen natürlich von Eigenheimen (Einfamilienhäusern).

Somit ist das Risikokapital am Ende durch die Überschreibung des Objekts bei Fehlschlag relativ gut abgesichert, womit es sich eigentlich nicht um "echtes" Risikokapital handelt.

Natürlich könnte man den zu erwartenden Gewinn auch nochmal anteilig in eine bessere Ausstattung stecken, um den Marktwert nochmals zu erhöhen.

Das ist nun also die Grundidee. Nichts neues, nichts innovatives und auch nichts "geniales" - wie so oft von Geldnehmern prophezeiht, sondern eher was solides mit verhältnismässig wenig Risiko, dafür aber auch keine Bombenrendite.

Seht Ihr hierbei Chancen der Realisierung, bzw. dass sich hierfür Kapitalgeber finden lassen? Und wenn ja, welchen Weg würdet Ihr vorschlagen um an potentielle Investoren heranzutreten?

Bin mal für jeden konstruktiven Beitrag dankbar.

Grüsse

mgb-consulting

Re: Privatperson als Kapitalgeber (Sanierungsprojekt) möglich?

Beitrag von mgb-consulting » 30.08.2010, 05:23

Hallo ...

ich finde die Idee ganz drollig... ein kleiner Handwerker kann auf diese Art und Weise seinen Laden am Laufen halten, ohne dass der Kapitalgeber auch nur ahnt, dass er nur einer von zig Kapitalgebern und einer Mehrzahl von Gebäuden ist, die gleichzeitig saniert werden.

Das kaufmännische Risiko liegt zu 100% beim Kapitalgeber, Ihr Einsatz ist gleich Null, im Gegenteil, Sie lassen sich sogar den Lohn zahlen, nennen es Grundsicherung!

Wenn sich beim Bau herausstellt, dass der Aufwand größer wird, dann muss der Kapitalgeber einspringen, um nicht auf einer Ruine zu sitzen, aber auch dann, wenn das Gebäude nicht veräusserbar ist, sitzt er auf einer Leiche.

Wie man sich auch dreht und wendet, der schwarze Peter ist immer beim Kapitalgeber oder worin sehen Sie den Vorteil für einen Kapitalgeber?

MfG
MGB-Consulting

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