Rechnung an einen Kleinunternehmer

Diskussion zum Kleingewerbe und zum Nebenerwerb, Vor- und Nachteile, Hinzuverdienst, Minijob, etc.
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JenRon76
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Rechnung an einen Kleinunternehmer

Beitrag von JenRon76 » 23.05.2016, 14:20

Hallo zusammen,

ich betreibe ein Gewerbe und muss nun eine Rechnung AN einen Kleinunternehmer stellen, welcher Ust-befreit ist.

Ich bin bisher davon ausgegangen, dass er eine ganz normale Rechnung über den vereinbarten Betrag + Ust. erhält.

Mehrer Leute inkl. der Kunde sagten aber, dass es möglich ist ihm einfach eine Rechnung oder Quittung über den Betrag ohne ausweisen der MwSt. zu schreiben. Was ist denn korrekt, bzw. was für Möglichkeiten bestehen? Es geht um 1000 EUR. Ich würde also eine Rechnung über 1190 EUR stellen. Er will aber gern eine Rechnung über 1000 EUR mit dem Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung haben. Die gilt ja aber nur für ihn und nicht für mich!

Danke schon mal für Eure Antworten.

KompaktDesign
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Re: Rechnung an einen Kleinunternehmer

Beitrag von KompaktDesign » 24.05.2016, 15:54

JenRon76 hat geschrieben: Ich bin bisher davon ausgegangen, dass er eine ganz normale Rechnung über den vereinbarten Betrag + Ust. erhält.
so ist es auch richtig

Papierhoch3
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Re: Rechnung an einen Kleinunternehmer

Beitrag von Papierhoch3 » 11.08.2016, 10:54

Das ist wirklich der Hammer und man möchte diesem Kunden lieber Unwissenheit als betrügerische Absichten unterstellen. Ihm sollte eigentlich klar sein, dass er als Kleinunternehmer die volle UST zu bezahlen hat und davon auch keinen Vorsteuerabzug machen darf.
Er ist mitnichten von dieser Zahlung befreit!
Er ist lediglich davon befreit, UST für sein eigenes Gewerbe einzunehmen und abzuführen.
UND: Der Status des Kunden hat dich überhaupt nicht zu interessieren.
Allein entscheidend, ist DEINE Situation.
Solange du nicht selbst Kleinunternehmer bist, bist du verpflichtet die UST explizit auszuweisen und von deinem Kunden bezahlen zu lassen. Dabei ist es völlig wurscht, ob er nun Endkunde, Kleinunternehmer oder König von Togo ist.
Die UST musst du dann wiederum ans FA abführen.
Insofern du deine UST nicht ausweist, ist dein Kunde damit fein raus, hat nur 1000€/netto bezahlt und du bleibst auf der UST sitzen.
Sprich, du hast Geld in den Sand gesetzt.
Irgendein Rechnungsvermerk, dass dein Kunde Kleinunternehmer ist, ist völlig hahnebüchen.
Anders sieht es aus, wenn du Waren ins Ausland verkaufst. Hast du dann eine gültige UST-ID vom Kunden (Vorsicht, du hast Prüfungspflicht, ob die Nummer gilt!), darfst du an diesen Unternehmer Waren zum Nettopreis liefern.

Karima
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Re: Rechnung an einen Kleinunternehmer

Beitrag von Karima » 24.08.2016, 15:11

Völlig richtig.

Da Sie offenbar kein Kleinunternehmer im Sinne von § 19 UStG sind, sondern Unternehmer i. S. v. § 2 UStG, müssen Sie Rechnungen im Sinne von § 14 UStG, also mit Umsatzsteuer legen, da Sie ja dem Finanzamt die Umsatzsteuer schulden und ansonsten aus den euro 1.000,00 selbst die Umsatzsteuer an das Finanzamt zahlen müssten. Es ist im Übrigen auch nicht nachvollziehbar, warum ein Kleinunternehmer anders behandelt werden soll als eine Privatperson.

BigBoss
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Re: Rechnung an einen Kleinunternehmer

Beitrag von BigBoss » 26.08.2016, 21:13

Ich verstehe auch nicht warum er als Kleinunternehmer der Meinung ist er müste dir die anfallende UST nicht zahlen muss. Entwerder ist er wirklich unwissend dann ist es aber sehr seltsam das er ein Kleinunternehmen führt oder er will "Betrügen" was ich ihm aber nicht unterstellen will.

lena34
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Re: Rechnung an einen Kleinunternehmer

Beitrag von lena34 » 07.10.2016, 20:10

Ich bin bisher davon ausgegangen, dass er eine ganz normale Rechnung über den vereinbarten Betrag + Ust. erhält.
Hallo, genau so ist es auch. Da hast du Recht.

Wenn du einen Kleinunternehmer hast, hat das für dich keine Vorteiel / Nachteile. Der Kleinunternehmer kann allerdings keine UmSt verrechnen.

Quelle: https://rechnungsvorlage-kleinunternehmer.de

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