Stundensatz Subunternehmer ???

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sladi78
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Stundensatz Subunternehmer ???

Beitrag von sladi78 » 06.06.2009, 17:55

Nach langer Arbeitsuche und vielen Enttäuschungen, habe ich mich letzten Monat Selbstständig gemacht. Habe jetzt ein Angebot von einem Unternehmer bekommen, ich soll bei ihm als Subunternehmer arbeiten. (Abbruch arbeiten)
Der bietet mir 15 Euro die Stunde, natürlich auf Rechnung ! :x Ich habe von einem seiner Mitarbeiter erfahren das er für jeden seiner Angestellten vom Auftraggeber 48 Euro die Stunde verlangt. (Bestimmt wird er das auch für mich verlangen)...
Meine Frage wäre jetzt, wie viel kann ich von ihm verlangen ???
In den Sachen Subunternehmer kenne ich mich gar nicht aus, habe im Internet nach Stundensatz gesucht, leider finde ich da nix :( !!!
Ach ja, als ich ihm sagte das 15 Euro wenig seien, meinte er er habe aber für ein paar Monate für mich Arbeit und es wäre kein schlechtes Angebot...
Ich glaube das es viel zu wenig ist.

Was meint ihr dazu ???

Vielen dank
sladi78

mgb-consulting

Re: Stundensatz Subunternehmer ???

Beitrag von mgb-consulting » 06.06.2009, 18:07

Hallo ...

selbständig gemacht... mit oder ohne Gründungszuschuss?

Die Bauunternehmer die ich kenne, stellen den Kunden für Ihre selbständigen Hilfsarbeiter zwischen 20 und 40€ in Rechnung, wenn dieser Bauunternehmer 48€ verlangt und auch wirklich bekommt, das ist meist eine ganz andere Frage, dann ist er wirklich gut was Preise aushandeln angeht.

15€ entspricht bei 160 Stunden im Monat einer Größe von 2.400€, das ist nicht sonderlich gut, aber auch nicht grottenschlecht!

MfG
MGB-Consulting

sladi78
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Re: Stundensatz Subunternehmer ???

Beitrag von sladi78 » 06.06.2009, 18:24

Danke für die schnelle Antwort ,habe es ohne Gründungszuschuss gemacht.
Ja der Mann kann sehr gut verhandeln, 48 Euro Stundenlohn und dazu kommt dann noch die Anfahrt usw.
Der weis wie er sein Geld macht :wink:

traumgaertner
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Re: Stundensatz Subunternehmer ???

Beitrag von traumgaertner » 06.06.2009, 18:35

Also Sätze wie "Hey - dafür hast Du für ein paar Monate Arbeit" klingen für mich immer ein wenig negativ (persönliches Empfinden), mit dem subtilen Nebengeschmack ala "Entweder das, oder Du hast halt gar nichts - nicht mein Problem".
Da bekomme ich eher das Gefühl der Unternehmer versucht Deine Position als "Neuling dem noch das nötige Standbein fehlt" auszunutzen indem er unter Wert handelt. Die "Nahrungskette" ist hier ja ganz deutlich, und er sitzt am sogenannten längeren Hebel und kann sich das wohl auch leisten und erlauben.

Andererseits muss man am Anfang natürlich etwas tief stapeln, mit dem Risiko in eine Preisklasse gedrängt zu werden aus der man, hat man sich erst einmal etabliert, schwer wieder rauskommt.

Tendenziell wirst Du das selbst entscheiden müssen, ich würde aber einige Dinge vorher abwägen, speziell bei Stundensätzen. Denn der richtet sich generell in jeder Branche als aller erstes nach dem eigenen Bedarf. Und den kennst nur Du. Wenn 15 Euro die Stunde am Monatsende ein +/- Null ergeben würden (Du bist ja jetzt selbständig, da muss viel berücksichtigt werden) ist das für den Anfang ein guter Schnitt, aber eben kein goldener. Im Idealfall gehst Du natürlich bereits im ersten Monat mit Gewinn nach Hause. Das musst Du erst einmal ausrechnen. Wenn die Rechnung ergibt dass Du 20 Euro stündlich nehmen müsstest um Deinen gesamten wirtschaftlichen und privaten Bedarf zu decken, dann sind es eben 20 Euro. Daran kann keiner etwas rütteln, egal wie sein Angebot aussieht.

Ein Fehler den viele am Anfang machen ist der niedrige Angebote anzunehmen die eben nicht alles abdecken, mit dem Hintergrundgedanken "besser als gar nichts", denn im Umkehrschluss halten sich Verluste dadurch niedriger als gar keine Aufträge zu haben. Das ist aber ein gefährlicher Ansatz, und merken die Unternehmer das erst einmal wird sich so schnell an diesem Kreislauf auch nichts ändern. Auf kurz oder lang ist das Ergebnis also das gleiche, der Frust aber noch um einiges höher als wenn man sich seine Integrität bewahrt.

Selbständigkeit ist immer ein Risiko. Ich persönlich, für mein Empfinden, sage damit ganz klar: Wenn 15 Euro auf den Monat gerechnet wirtschaftlich keinen Sinn machen würde ich das Angebot versuchen hochzuhandeln, und notfalls mit leeren Händen weiterziehen und es anderswo versuchen. Genau genommen bietest Du deine Arbeitskraft als Subunternehmer an, nicht umgekehrt er eine freie Position. Und gesetz dem Fall die 48 Euro stimmen kann er es sich auch leisten höher zu gehen.

Natürlich aber ist die Aussicht auf mehrere Monate geregeltes "Einkommen" verlockend und auch viel Wert. Aber das interessiert das Finanzamt nicht wirklich wenn es am Ende an die Bücher geht und man trotz guter Auftragslage kaum Gewinn macht oder gar Verluste.

sladi78
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Re: Stundensatz Subunternehmer ???

Beitrag von sladi78 » 06.06.2009, 18:51

Ich komme mir schon blöd vor es anzunehmen, habe auch eine Kalkulation erstellt unter http://www.erfolg-reich-frei.de/tests/kalkulator.php , mit den 15 Euro Std. kann ich gerade für meine 3 Kinder Kindergarten, Benzinkosten und die Miete bezahlen :(
Wie du sagst dachte ich auch, besser Spatz in der Hand wie Taube auf dem Dach...
Ist aber falsch !
Ich hätte zwar für 3-4 Monate Arbeit aber auch keine Zeit für weitere Aufträge.

mgb-consulting

Re: Stundensatz Subunternehmer ???

Beitrag von mgb-consulting » 06.06.2009, 18:56

Ich hätte zwar für 3-4 Monate Arbeit aber auch keine Zeit für weitere Aufträge.
Hallo ...

aus genau diesem Grunde stellte ich die Frage nach dem Gründungszuschuss... mit diesem hätten Sie so viel Geld gehabt, dass Sie durch Anzeigen neue Kunden hätten suchen können.

MfG
MGB-Consulting

traumgaertner
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Re: Stundensatz Subunternehmer ???

Beitrag von traumgaertner » 06.06.2009, 19:03

Ist der nicht auch noch im Nachhinein beantragbar? *mal blöd frag - ich weiß es nicht*

Wie sich herausgestellt hat sind 15 Euro wohl das absolute Existenzminimum. Wenn man sich jetzt auch persönlich noch blöd dabei vorkommt das Angebot anzunehmen, was völlig verständlich ist, beantwortet sich meiner Meinung nach die Frage nach dem "ob" von ganz alleine. Zudem ist es nicht nur so dass keine Zeit für andere Aufträge bleibt, sondern es auch zudem noch rein rechtlich gar nicht so einfach möglich ist da Subunternehmer häufig vertraglich gebunden sind, also exklusiv arbeiten (sollen).

Ich würde mir das sehr gut überlegen, persönlich tendiere ich dazu den Preis hoch zu handeln, und parallel aber noch weitersuchen. Sicher ergibt sich eine rentablere Möglichkeit. Aber ich habe weder Kinder noch anderweitige finanzielle Verpflichtungen in diese Richtung, und da fällt es natürlich leicht so etwas zu sagen.

sladi78
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Re: Stundensatz Subunternehmer ???

Beitrag von sladi78 » 06.06.2009, 19:09

aus genau diesem Grunde stellte ich die Frage nach dem Gründungszuschuss... mit diesem hätten Sie so viel Geld gehabt, dass Sie durch Anzeigen neue Kunden hätten suchen können.

Meinen Sie in den Lokalen Zeitungsanzeigen ?
Die kosten ja auch nicht so viel.
Nützt das was eigentlich ?

MfG

Thomel
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Re: Stundensatz Subunternehmer ???

Beitrag von Thomel » 14.01.2020, 19:53

Ich denke 15€ ist schon arg an der unteren Grenze. Auch wenn man neu ist, sollte man sich nicht unter Wert verkaufen. Die erste Zeit ist immer im roten Bereich, aber bei guter Arbeit und der eigenen Wertschätzung, kann schnell mehr draus werden. Ich habe mir am Anfang meine Aufträge über eine Auftragsbörse besorgt. Die Auswahl ist groß, demnach konnte ich auch am Anfang den Stundensatz verlangen, der für mich wirtschaftlich ist. Wenn es aber tatsächlich so ist, dass die Auftragslage in deinem Bezirk so schlecht ist, dann sind 15€ wie gesagt "in Ordnung" (tatsächlich besser, als nichts, wenn man davon leben muss).

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