"Ltd & Co KG" und Mindest-KÖST in Österreich

Wie gründe ich eine Limited? Limited-Provider und Agenturen. Vor- und Nachteile der Limited. Vergleich zu anderen Rechtsformen. FAQs
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trader
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"Ltd & Co KG" und Mindest-KÖST in Österreich

Beitrag von trader » 26.08.2011, 16:33

Hallo Profis,

ich habe in einem Gespräch mit einem Gründungsberater in Erfahrung gebracht, dass die Konstruktion der "Ltd & Co KG" bei einer ruhenden Ltd in GB den Nebeneffekt hat, dass man um die KÖST gar nicht herumkomme. Stimmt das, ist dies, wenn zutreffend, nur in Deutschland so, oder auch in Österreich - weiß das jmd. von Euch? Denn wohl oft ist für Österreich in den Beschreibungen der Gründungsagenturen zu lesen (wie z.B. hier), dass dies in Österreich genialerweise entfalle?!
Aber auch für Deutschland lese ich, sogar auf Seiten einschägiger Kanzleien, dass keine Körperschaftsteuer anfiele?!

Neu war mir zudem, dass 2 Buchführungen und Bilanzen notwendig sind (für beide: Ltd und KG; scheint auch hier im Forum von RAKLOSE und riese so gesehen zu werden), was so ganz nebenbei die Steuerberaterkosten doch erheblich mehrt, denn mein Steuerberater z.B. sagt, dass er eine Jahresbilanz unter 1.000,- EUR gar nicht anfasst ...

Sind aber nun schon 2 Buchführungen und Bilanzen (1 x für die Ltd) notwendig, dann wäre eine anstehende Zahlung von KÖST für die Ltd doch gar nicht so abwegig?

Wenn also einer wie ich in Österreich eine "Ltd & Co KG" zur Haftungsbeschränkung seines kleinen 1-Mann-IT-Unternehmens gründen will, dann muss er, nicht eingerechnet Registered Office und sonstiges UK-Handling, mit jährlichen Nebenkosten von um die 4.000 EUR rechnen??!! (2 Bilanzen, und Mindest-KÖST 1.750,- EUR jährlich ...)

Wer weiß mehr, speziell auch zu Frage bzgl. Österreich?

Danke, schöne Grüße,
Frank
Zuletzt geändert von trader am 28.08.2011, 17:39, insgesamt 1-mal geändert.

garbs
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Re: "Ltd & Co KG" und Mindest-KÖST

Beitrag von garbs » 26.08.2011, 17:11

Viel Rauch um nichts.

Gründe wg. Haftungsbeschränkung? Überlege dir, einfach eine UG (haftungsbeschränkt) oder eine Limited mit HRB Eintragung in DE zu gründen. 1x Buchhaltung und Steuererklärung in DE und gut ist, bei Ltd kommt noch der anual return hinzu, den kannst du selber machen (Exceltabelle).

Meine persönliche Meinung ist: eine reine 1-Mann-Ltd. & Co.KG macht aus Haftungsgründen keinen Sinn, da sie haftungsrechtlich keinerlei Vorteile gegenüber der reinen Limited hat.

Und die "Mindest-KÖST in Höhe von 1750,-" solltest du mir auch mal näher erklären, ich brenne schon vor Neugier... :wink:

trader
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Re: "Ltd & Co KG" und Mindest-KÖST

Beitrag von trader » 27.08.2011, 01:11

garbs hat geschrieben:Meine persönliche Meinung ist: eine reine 1-Mann-Ltd. & Co.KG macht aus Haftungsgründen keinen Sinn, da sie haftungsrechtlich keinerlei Vorteile gegenüber der reinen Limited hat.
Ich gebe zu: ich habe die überall nachlesbaren Vorteile einer KG-Konstruktion gegenüber dem Betreib einer reinen Kapitalges. vergessen zu wiederholen und den Aspekt der Haftung hervorgehoben. Ich würde trotzdem natürlich auch gerne die Vorzüge einer Personengesellschaft genießen - und hätte da noch meine unbeantwortet gebliebene Frage ...
garbs hat geschrieben:Und die "Mindest-KÖST in Höhe von 1750,-" solltest du mir auch mal näher erklären, ich brenne schon vor Neugier... :wink:
Gerne. Aus erster Quelle. :) Ich agiere in Österreich, bin hier wohnhaft und steuerpflichtig.

Die Polemik will also nicht recht bei der Antwort auf meine Frage helfen - hat niemand von Euch eine Ltd & Co KG in (Deutschland oder) Österreich? Zahlt Euer Limited-Gesellschafter Körperschaftssteuer oder nicht? Ich habe die Fragestellung nicht erfunden; die steht in rechtlicher Hinsicht offenbar wirklich - nur ist (zumindest mir) irgendwie nicht möglich, via Suchmaschinen eine Antwort zu finden. Da kam ich auf dieses Forum, in der Hoffnung, aus der Praxis zu hören 8)

The best,
Frank

trader
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Re: "Ltd & Co KG" und Mindest-KÖST

Beitrag von trader » 27.08.2011, 17:17

Also: es sieht momentan für mich so aus, als würde man, wenn überhaupt, allenfalls über ein Hintertürchen die österreichische (Mindest-)KÖST vermeiden können: nämlich so, dass der Limited-Director nicht wie üblich die Geschäfte der KG führt, sondern per individualisiertem Gesellschaftsvertrag der Kommanditist der 1-Mann-Ltd-u-Co-KG der alleinige GF der KG wird. Dann hätte die Limited als Gesellschafter zwar eine Steuernummer, wäre aber im Rahmen der KG gar nicht aktiv, weil sie die Geschäfte nicht anrührt. Für diese Nur-Hafter-Rolle zahlt man der Ltd eine Bagatellsumme von 20 EUR als jährliche Haftungsentschädigung, was den ruhenden Status der Ltd in GB nicht ernsthaft in Gefahr bringt.

Aber was sagt der Fiskus :)

Es ist so, Leute: ich will ganz einfach keine 1.800 EUR Garantie-Steuer im Jahr zahlen (die in Ö nämlich selbst dann anfällt, wenn eine Körperschaft Verlust macht), weder für eine Nur-Ltd noch eine UG (haftungsbeschränt) - für die die Mind-KÖST übrigens gleichfalls anfiele -, nur um nach Zahlung der KÖST dann noch einmal einkommenssteuerpflichtig zu werden. Oh, Haftungsbeschränkung in Österreich hat seinen Preis. - Wenn also die Ltd & Co KG mir zur Haftungsbeschränkung die KÖST-Ersparnis nicht bringt, dann werde ich leider drauf pfeifen müssen und überlege mir eben etwas anderes. Vielleicht muss ich ja gar nicht in Österreich Umsatz machen und einfach nur meine Konzepte überdenken :?

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