Ermittlungswelle gegen mehr als 25.000 Limiteds

Wie gründe ich eine Limited? Limited-Provider und Agenturen. Vor- und Nachteile der Limited. Vergleich zu anderen Rechtsformen. FAQs
Rüdiger
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Ermittlungswelle gegen mehr als 25.000 Limiteds

Beitrag von Rüdiger » 16.01.2007, 14:26

Hier eine Pressemeldung von Firmenwelten: :!:
Nach Informationen aus Kreisen der Finanzbehörden sollen
in den nächsten Wochen mehr als 25.000 Limiteds "überprüft" werden.
Dabei geht es nicht nur um die steuerliche Ordnungsmäßigkeit, sondern
auch darum, ob die Unternehmen überhaupt in Deutschland arbeiten
dürfen. Geprüft wird auch, wem die Unternehmen gehören und wer
dahinter steckt.

Die Überprüfung erfolgt im Rahmen von Ermittlungen wegen
Steuerdelikten in Zusammenhang mit deren Gründungen. Die Ermittlungen
können für Limited-Besitzer, die in den letzten drei Jahren die Firma
gegründet haben, dann fatale Folgen haben, wenn die Gründungen nicht
ordnungsgemäß oder unter Vorspiegelung falscher Tatsachen
durchgeführt worden sind. Tatsache ist: In vielen Fällen wissen
Limited-Besitzer noch nicht einmal, dass ihre Limiteds nicht in
Ordnung sind.

Firmenwelten hatte bereits in der Vergangenheit ermittelt, dass
mehr als 80 Prozent aller Limiteds, die in Deutschland geführt
werden, rechtsfehlerhaft und "steuerlich bedenklich" sind. Diese
Zahlen werden auch durch Statistiken von Kreditschutzunternehmen und
Handelskammern gestützt.

Aus diesem Grund hat Firmenwelten jetzt den QuickCheck entwickelt.
Hierbei übermittelt der Limited-Besitzer alle zur Verfügung stehenden
Daten seines Unternehmens. Die Spezialisten von Firmenwelten prüfen
dann das Unternehmen auf Herz und Nieren.


Aber natürlich gegen eine Gebühr. :!:

Zu unserem Thread, ob Firmenwelten aufklären oder Marketing betreiben will! Jetzt ist es meiner Meinung nach deutlich.... die wollen selber am Ende nur Umsatz generieren und Limiteds gründen.

Was ist da dran? Müssen nun alle Angst und Bange sein? Sind die Agenturen "Schuld" oder liegt es einfach an der Rechtsform oder aber will Firmenwelten Politik betreiben?

Rüdiger.

Thomas B.
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Beitrag von Thomas B. » 16.01.2007, 15:29

Hallo zusammen,

mir stellen sich in diesem Zusammenhang immer wieder einige Fragen:

Wenn ich mir Gedanken über die richtige Rechtsform für mein Unternehmen mache, dann wäge ich doch zunächst einmal Vor- und Nachteile ab, informiere mich umfassend und lasse mich von jemandem beraten, der Ahnung davon hat.

Wenn ich mich dann für eine Limited entscheide, renne ich auch nicht zur erstbesten, billigsten Limited-Agentur, sondern informiere mich ausführlich über die Anbieter am Markt.

Wenn ich dann eine Agentur gefunden habe, der ich vertraue, dann schalte ich doch aber nach Vertragsschluss nicht mein Gehirn aus so nach dem Motto "die machen das schon", sondern ich prüfe doch selbst nochmal nach, ob das alles läuft.

Bin ich mit dieser Denkweise allein auf weiter Flur? Ist das nicht mehr üblich? Oder hat die Limited ihren schlechten Ruf als unseriöse Rechtsform für unseriöse Gründer und Unternehmer doch zu Recht?

Firmenwelten will mit den schwarzen Listen Geld verdienen, ok. Aber wie kann es passieren, dass da bald 25.000 Limiteds draufstehen (und wieviele davon wurden denn überhaupt von Deutschen gegründet)?

Um auf Rüdigers Frage zurückzukommen: Liegt es am Ende nicht einfach an den Gründern selbst, die sich blauäugig über den Tisch ziehen lassen?

Gruß
Thomas B.

Bernadette
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Re: Ermittlungswelle gegen mehr als 25.000 Limiteds

Beitrag von Bernadette » 16.01.2007, 16:06

Rüdiger hat geschrieben:

Zu unserem Thread, ob Firmenwelten aufklären oder Marketing betreiben will! Jetzt ist es meiner Meinung nach deutlich.... die wollen selber am Ende nur Umsatz generieren und Limiteds gründen.

Rüdiger.


:) Hallo Rüdiger,

klar wollen die Geld verdienen. Warum auch nicht. Die sind ja nicht die Heilsarmee. Und wenn andere möglicherweise keinen guten Job machen, ist es doch nicht ehrenrührig, wenn es Leute gibt, die besser sind und daraus auch Kapital schlagen, oder?

Bernadette

Rüdiger
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Beitrag von Rüdiger » 16.01.2007, 16:34

Hallo Bernadette,

ja, da hast Du grundsätzlich Recht.

Es ist nur interessant mit welchen Mitteln sie in den eigentlich bereits verteilten, hartumkämpften Markt eintreten.

Auf eine Weise schimpfen Sie über die "Limited" und auf die andere Weise wollen Sie am Ende selbst nur Limiteds gründen...!

Sie vermitteln einfach den Eindruck, dass man die Finger von einer "Limited" lassen sollte!

Nun denn, weiter gehts
Rüdiger.

PS: Trotzdem ist es unglaublich, dass über 25.000 Limiteds überprüft werden sollen und es eine unendlich lange schwarze Liste gibt! Sind denn alle anderen nur "unfähig"? Das kann doch nicht sein!?

MEC
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Re: Ermittlungswelle gegen mehr als 25.000 Limiteds

Beitrag von MEC » 16.01.2007, 16:45

Da zeigt sich der wirkliche Werbeprofi erst einmal die Mitbewerber schlecht machen und sich als den einzigen waren Profi darstellen.
Firmenwelten hat geschrieben: Das weltweit agierende Experten-Netzwerk von Firmenwelten: Führende Wirtschafts- und Rechnungsprüfer, Rechtsanwälte, Unternehmens- und Steuerberater, die den besten Job für ihre Kunden machen. Firmenwelten ist in dieses Erfolgs-Netzwerk eingebunden, an dem mehr als 100 Unternehmen in über 40 Ländern beteiligt sind. Und es werden immer mehr.
Quelle: http://www.firmenwelten.de/Unsere_Zusam ... .64.0.html

Nur schade das dies nicht durch Fakten belegt wir, dies kann man glauben oder nicht.

Aber warum fehlen dann die Pflichtangaben im Impressum des weltweit agierende Experten-Netzwerk von Firmenwelten?

Thomas B.
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Beitrag von Thomas B. » 16.01.2007, 16:45

Firmenwelten scheint doch alles richtig zu machen. Ich kannte die bis vor ein paar Monaten noch nicht, ihr etwa? Die Kosten für das Marketing haben sich in jedem Fall gelohnt.

MEC
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Beitrag von MEC » 16.01.2007, 16:58

Thomas B. hat geschrieben:Firmenwelten scheint doch alles richtig zu machen. Ich kannte die bis vor ein paar Monaten noch nicht, ihr etwa? Die Kosten für das Marketing haben sich in jedem Fall gelohnt.
Der selbsternannte Limited-Experte hat nach gibt im Impressum an das Handelsregistereintrag als Zweigniederlassung beim Amtsgericht Gütersloh vor liegt, die Handelsregistereintrag wird aber nicht genannt.

Wenn nur das Marketing stimmt reicht dies nicht, wichtig ist auch das man angaben zum Betreiber und den Produkt findet. Diese sind nach meiner Meinung allerdings sehr lückenhaft.

Überwiegend kann man auf zahlreichen Seiten nachlessen wie gut und toll der Anbieter ist und wie schlecht und ahnungslos alle anderen sind.

Etwas weniger Marketing und etwas mehr Infomation wäre wünschenswert.

Thomas B.
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Beitrag von Thomas B. » 16.01.2007, 17:02

@MEC: da kann ich Ihnen nur zustimmen

Bernadette
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Beitrag von Bernadette » 16.01.2007, 17:04

Ich habe ja keine Ahnung und spreche einfach mal in die Tüte hinein. Mal angenommen die Behörden überprüfen den Marktführer aufgrund des Verkaufes. Dann sind wir doch schon bei 25.000 Ltds oder? Und seitdem ich gelesen habe, dass die Staatsanwaltschaft vor kurzem wegen der Kinderpornografie-Sache mal eben ruckzuck 22 Millionen Kreditkarten überprüft hat, halte ich das gar nicht mal für unmöglich.

Bernadette

Thomas B.
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Beitrag von Thomas B. » 16.01.2007, 17:31

@Bernadette: Das verstehe ich jetzt nicht ganz.

Warum sollten die Behören denn den Marktführer aufgrund des Verkaufes überprüfen?

Bernadette
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Beitrag von Bernadette » 16.01.2007, 17:41

Ich habe in irgendeinem anderen Forumsbeitrag gelesen, dass die Zahlen des Marktführers in Zweifel gezogen werden, ich glaube, das hat sogar MEC geschrieben.

Wenn nun auch die Behörden die Zahlen zweifelhaft finden, könnte ich mir schon vorstellen, dass die dann mal genauer hinschauen.

Was meint ihr?

MEC
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Beitrag von MEC » 16.01.2007, 18:08

Wo kein kläger ist - ist auch kein Richter!

Welche Behörden haben Sie den da gedacht - an die britischen oder deutschen?

Bernadette
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Beitrag von Bernadette » 16.01.2007, 18:41

Eher an die deutschen.

Die können ja auch lesen. Und ich könnte mir vorstellen, dass sich ab und an auch der ein oder andere Beamte in ein solches Forum "verirrt". Oder?

MEC
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Beitrag von MEC » 18.01.2007, 14:40

Rüdiger hat geschrieben:...Trotzdem ist es unglaublich, dass über 25.000 Limiteds überprüft werden sollen und es eine unendlich lange schwarze Liste gibt! Sind denn alle anderen nur "unfähig"? Das kann doch nicht sein!?

Soviel mir bekannt ist werden die Listen NICHT vom Companies House veröffentlicht sondern vom der zuständigen Gazette veröffentlicht. Die Löschung kann aus versieden Gründen erfolgen.

Die Firmen die auf diesen Listen stehen werden nicht überprüft sondern gelöscht! Eine Löschung von Amtswegen kommt in betracht wenn die Unterlagen mehre Monate trotzt mehrfacher Aufforderung nicht einreicht werden!

Wer eine Limited gründet sollt auch sich über seine Pflichten informieren, auch in den Gründungsland. In diversen Formen wird dies bezüglich Companies House immer wieder erläutert. Ich befürchte das vielen noch einmal nicht HM Revenue & Customs gehört haben und dort auch entsprechende Dokumente einzureichen sind wenn nicht eine entsprechende Befreiung vorliegt.

Nur wie kommen Sie auf die Zahl von 25'000 Limited Companies :?:

Thomas B.
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Beitrag von Thomas B. » 18.01.2007, 16:14

@MEC
Nur wie kommen Sie auf die Zahl von 25'000 Limited Companies


Das stand in der PM von Firmenwelten. Oder meinen Sie mit Ihrer Frage, wie Firmenwelten auf diese Zahl kommt?

MEC
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Beitrag von MEC » 24.01.2007, 13:28

Leider habe ich diesen Artikel nicht gefunden...

Sie könnten ja mal den Link dazu angeben :wink:

MEC
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Beitrag von MEC » 24.01.2007, 13:51

Warum die Gründung von £1 Limiteds nicht clever ist kann man unter folgenden Link nachlessen:
http://www.firmenwelten.de/Detailansich ... t_news]=31

Dies Argument wird immer wieder angeführt, wird aber dadurch nicht richtiger!

Die Insolvent tritt erst ein wenn das Unternehmen zahlungsunfähig ist, zu einen ist es durchaus möglich das ein Limited Dienstleistungen erbringt und entsprechende Einnahmen hat woraus die Umkosten beglichen werden können.

Falls dies nicht möglich sein sollte kann zum Beispiel der Director den Betrag für die Limited auslegen, ohne das die Gefahr der Insolvent besteht.




Ich gehe mal davon aus das es für die Bank keine Rolle spielt ob das gezeichnete Aktienkapital 1 oder 100 Pfund (GBP) oder Euro beträgt. Solange das Bankkonto auf Guthabenbasis geführt wird spielt dies keine Rolle.
Wenn Sie einen Kredite benötigen werden die 100 Pfund Aktienkapital sicherlich keine ausreichende Sicherheit darstellen.



Billig Gründen?
Es ist richtig das nicht nur der Preis entscheiden ist und das bei manchen Anbieter versteckte kosten lauern wie im ersten Abschnitt von Firmenwelten erklärt wird:
http://www.firmenwelten.de/Sparen_Sie_n ... .69.0.html

Die weitern Abschnitte erscheinen mir nicht Sachlich ganz korrekt zu sein, der Company Secretary muss nicht ein Menschen aus Fleisch und Blut sein. Es ist richtig das Sie ein Registered Office benötigen, nur das viele Anbieter angeblich nur einen Briefkasten zur Verfügung stellen erscheint mir fraglich. Zum Register ist eine Hausanschrift erforderlich ein Postfach ist nicht zulässig!

Der Company Secretary kann auch von einer juristischen Person gestellt werden, also von einer anderen Limited. Wenn dies durch ein britischen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwalt geschieht wäre dies sicherlich optimal. Allerdings kostet dies auch etwas mehr.

Das Registered Office kann es sich nur um eine Hausanschrift handeln da es nicht zulässig ist nur ein Postfach oder ähnliches zu benennen. Nur was soll man mit der Aussage nur ein Briefkasten anfangen. Der besagte Briefkasten ist nach meinen Verständnis nur in Verbindung einer Hausanschrift möglich, und somit zumindest etwas verwirrend.


Mir erscheint es als fraglich sich mit solchen Aussagen von den Mitbewerbern abzuheben wollen und unterstreicht nicht umbedingt die Qualität des Anbieters.
Zuletzt geändert von MEC am 24.01.2007, 14:54, insgesamt 2-mal geändert.

Rüdiger
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Beitrag von Rüdiger » 24.01.2007, 14:02

Hallo MEC,

z.B. hier ein Link zu der PM
http://www.presseportal.de/story.htx?nr=927431

Gruß,
Rüdiger!

Dattelpalme
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Beitrag von Dattelpalme » 24.01.2007, 15:58

Hallo MEC,

die Zahl steht auch in der von Rüdiger gepossteten Pressemitteilung (gleich das erste Posting in diesem Thread).

Gruß
Dattelpalme

MEC
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Beitrag von MEC » 24.01.2007, 16:04

Dies ist mir alles etwas zu schwammig Formuliert und die Fakten fehlen leider vollständig. Nicht einmal die Behörde wird namentlich genannt die die Prüfung der 25.000 Limiteds angeblich durchführen soll.

Bereits beim durchlesen des ersten Abschnitt erscheinen mir hier mehre Behörden in Frage zu kommen! Neben den Finanzbehörden, wäre Gewerbeamt und Handwerkskammer sowie evtl. das Registergericht zuständig.

Ich kann mich den Eindruck nicht erwähren das dies überwiegend Eigenwerbung für die 'QuickCheck' ist, worüber man vermutlich neue Kunden gewinnen möchte. Was geprüft ist in den entsprechenden Auftragsformular ersichtlich:

Check aktueller Status der Limited
Check Director
Check Shareholder
Check Share Capital
Check Secretary
Check Registered Office
Check Geschäftsjahr
Check Accounts (soweit vorhanden)
qualitative Beurteilung der Limited


Ich habe den Eindruck das die eigentliche Problematik in Bezug mit den Verwaltungssitz in Deutschland außen vor bleibt, und erkenne auch nicht das die Rechtssicherheit aus deutscher sicht überprüft wird.

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