Paar Fragen an die Profis

Wie gründe ich eine Limited? Limited-Provider und Agenturen. Vor- und Nachteile der Limited. Vergleich zu anderen Rechtsformen. FAQs
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haflnk
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Paar Fragen an die Profis

Beitrag von haflnk » 05.05.2009, 20:42

Hallo,

beschaeftige mich seit paar Tagen mit der Limitedgruendung und bin eigentlich zu dem Schluss gekommen, dass die Limitedagenturen nix taugen. Daher will ich versuchen, selber das an die Hand zu nehmen, aber paar Fragen sind noch offen:

1. Companieshouse stellt fuer £15 certified Inc. aus. Dies kann man fuer £28 apostilieren lassen. Frage, was ist mit dem memo und articles? Zeichnet der Officer diese auch, oder muss ich die zum public notary schicken und dann apostillieren lassen? Wenn das estere, was kostet das?
2. Was kostet der Notar in D, der sich von der Uebereinstimmung der beglaubigten memos und articles mit den online abgelegten ueberzeugt, und wie stellt man sich den Ablauf vor?
3. Muss man fuer die Bekanntmachung nach HR Eintragung zahlen oder hat sich das mit 2009 erledigt?
4. Brauche immer noch einen registered office in UK, kennt da jemand einen guten Anbieter?

Dann habe ich noch paar weitergehende Ueberlegungen:
1. Wenn Gesellschafter=Direktor ohne Gehalt, muessen gesetzl. Krankenkassnebeitraege entrichtet werden? (sonst Familienversichert)
2. wenn man in UK einen Direktor einstellt, muss dann immer noch ins HR in D eingetragen werden?

Das waers erstmal, hoffe es sind nicht zuviele Fragen.

Besten Dank

RAKLOSE
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Re: Paar Fragen an die Profis

Beitrag von RAKLOSE » 06.05.2009, 09:46

Lassen Sie die Finger von der Selbstgründung.

C.Ahr
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Re: Paar Fragen an die Profis

Beitrag von C.Ahr » 06.05.2009, 11:08

RAKLOSE hat geschrieben:Lassen Sie die Finger von der Selbstgründung.
Hallo,

das würde ich auch sagen, wenn ich ltd. Verband in der Signatur habe :D

@ haflnk, er hat aber recht, die Ltd. ist zwar "billig" aber nicht preiswert. Sie müssen sich immerhin in zwei Juristdiktionen auskennen, viele Gründer scheitern schon an einer. Warum überhaupt eine Ltd. gründen, wenn es nun doch die UG gibt, und Sie ja scheinbar in Deutschland geschäftlich tätig sein wollen?

Gibt es einen konkreten Grund, nicht die UG zu nehmen?

Beste Grüße,
Christoph Ahr

RAKLOSE
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Re: Paar Fragen an die Profis

Beitrag von RAKLOSE » 06.05.2009, 11:12

nur mal so zur Klarstellung, der Verband gründet nicht. :lol:

Um Himmels willen, doch keine U ntergangs G esellschaft.

C.Ahr
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Re: Paar Fragen an die Profis

Beitrag von C.Ahr » 06.05.2009, 14:43

RAKLOSE hat geschrieben:nur mal so zur Klarstellung, der Verband gründet nicht. :lol:

Um Himmels willen, doch keine U ntergangs G esellschaft.
Und warum ist die UG konkret eine Untergangsgesellschaft? Ich sehe es eher als eine Existenzgründerfreundliche Gründungsalternative der klassischen GmbH.
Aber ich lerne gerne dazu :)
lg

P.s.: okay, dann ist es klargestellt :) By the way: wie gründet man eigentlich einen Verband, und gibt es den schon für die UG? Wäre das nicht ein tolles förderlandforum Vorhaben?

RAKLOSE
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Re: Paar Fragen an die Profis

Beitrag von RAKLOSE » 06.05.2009, 17:13

Wir haben den Verband als e.V. gegründet.

Nur kurz zwei Prblembereiche bei der UG:
Die verdeckte Gewinnausschüttung wird in das Gesellschaftsrecht verlagert.

Wird mit dem thesaurierten Gewinn in Anlagevermögen investiert und verliert dieses an Wert, mindere ich den Gewinn und habe ein Riesenhaftungsproblem.

haflnk
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Re: Paar Fragen an die Profis

Beitrag von haflnk » 06.05.2009, 20:33

Vielen Dank fuer die Antworten:

UG will ich nicht des Namens wegen. All meine Kunden sind im Ausland und die will ich nicht mit xyz UG (haftungsbeschraenkt) (aumlaut auch noch, oder darf man das mit ae ersetzen - w'scheinlich gesetzeswidrig), verschrecken.

Selbstgruendung: Ich war kurz davor, eine Gruendungsfirma zu beauftragen, bis ich dann mal ueber diese Firma nachrecherchiert habe. Die haben selber ihre Limited nicht ordentlich gefuehrt, wie wollen die mich da unterstuetzen?

Ich habe heute bei der Companieshouse angerufen, sehr freundlich die Dame dort. Incorp, Memo und Articles kann der Officer dort unterzeichnen und mir zuschicken. Auf die Incorp kann er auch gleich den Namen des Direktors schreiben. Pro Dokument 15 Pfund. Dann alles binden und zum FDoc (oder so), kostet 28 Pfund fuers Apostillieren.

Zurueck zur Gruendung, Form 10 und 12 sind ja kein Problem, aber die Unterschrift muss vor einem Notar oder Rechtsanwalt geschehen - also doch Gruendungsagentur. Habe mir nun die Quickformations.co.uk ausgesucht. Heute mit denen telefoniert, scheint alles ok zu sein. Registered office wird von denen gestellt. Hat jemand Erfahrungen mit denen? Das mit dem Gruenden ist ja kein Problem, das wird schon gut gehen, am meisten habe ich davor Sorge, dass die mir wichtige Briefe nicht weiterleiten. Companiesmadesimple sind ja bisschen guenstiger, aber da habe ich irgendwie kein gutes Gefuehl.

Zurueck in Deutschland: Die Dokumente muessen uebersetzt und beglaubigt werden. Wird hoffentlich nicht die Welt kosten, im schlimmsten Fall beim Handelsregister eine Satzung von einer Limited kopieren und die beglaubigen lassen (vorausgesetzt, die haben auch Table A benutzt und nicht modifiziert).

Frage zum Notar: Was wird der kosten? Das habe ich nocht nicht herausgefunden. Die Anmeldung habe ich schon vorbereitet, also ich muss vor seinen Augen unterschreiben. Muss er dann die Anmeldung abschicken, oder kann ich das auch machen. Was mich da noch irritiert, bei der HK sagte man mir, der Notar muss durch eigene Wahrnehmung sicherstellen, dass die vorliegende Memo und Articles dem beim Companieshouse online abgelegten entsprechen. Wie macht er das? und was wird das kosten?

Ich muss ja echt sagen, die deutschen Kosten und der Aufwand hier ist um einiges hoeher als die in England - einfach unglaublich. Und dann gleich noch Zwangsmitgliedschaft in der HK, nicht gerade alles gruenderfreundlich.

Besten Dank

MEC
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Re: Paar Fragen an die Profis

Beitrag von MEC » 28.09.2009, 21:38

Grundsätzlich würde ich auch sagen das ein britischer Provider sich sicherlich im Bezug der Limited besser auskennt. Ob dies nun die "Quick Formations Limited" oder die "Small Firms Services Limited" wählen wird keine großen Unterschied machen.

Wenn Sie eine deutsche Agentur beauftrag hat dies auch Vorteile, da die Übersetzungskosten einiges geringer sein dürften.

Grundsätzlich würde ich darauf achten das ich zum WebFiling-System des Companies House einen Zugang erhalte. Somit haben Sie die Möglichkeit den Return auch selbst online einzureichen.
Gleiches gilt auch für die Accounts, jedoch würde ich diese von einen britischen Steuerberater erstellen lassen.

Ich bin der Meinung das es die beste Lösung ist das Reg. Office durch einen britischen Steuerberater zu stellen lassen der sich auch um die steuerl. Belange in UK kümmert.

Haben Sie sich schon einmal überlegt ob es sinn macht über eine deut. Agentur zu gründen und das Reg. Office dann durch einen brit. Steuerberater stellen zu lassen.
Anfangs ist der Aufwand etwas höher, langfristig fahren Sie damit vermutlich an besten.

Dies ist in etwa wie die Frage was mehr sinn macht eine einfache LTD oder doch besser eine LTD & CO KG? Ein pauschale Lösung gibt es nicht - da kommt es immer auf den Einzelfall an.

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Re: Paar Fragen an die Profis

Beitrag von haflnk » 14.05.2010, 09:36

MEC hat geschrieben: Ich bin der Meinung das es die beste Lösung ist das Reg. Office durch einen britischen Steuerberater zu stellen lassen der sich auch um die steuerl. Belange in UK kümmert.

Haben Sie sich schon einmal überlegt ob es sinn macht über eine deut. Agentur zu gründen und das Reg. Office dann durch einen brit. Steuerberater stellen zu lassen.
Anfangs ist der Aufwand etwas höher, langfristig fahren Sie damit vermutlich an besten.
Hmm, vielleicht können Sie mir auf die Sprünge helfen:
Ich habe einen deutschen Steuerberater, der für mich die gesamte Buchführung und Vorsteueranmeldungen etc. macht. Der soll auch den Jahresabschluss erstellen (nach IFRS). Diesen Jahresabschluss wollte ich dann in UK und D einreichen.

Wenn ich jetzt einen engl. Steuerberater nehme, was würde der dann für mich machen? Die Buchführung? Aber wer mach dann die Vorsteueranmeldungen? Den Jahresabschluss, aber dafür brauch er doch die Buchführung?

Wegen registered office, directors service address und SAIL würde ich jetzt tatsächlich einen engl. Steuerberater nehmen wollen...

maltamasche
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Re: Paar Fragen an die Profis

Beitrag von maltamasche » 14.05.2010, 11:07

RAKLOSE hat geschrieben:Lassen Sie die Finger von der Selbstgründung.
Das war vor einem Jahr. Scheinbar nicht drauf gehört?

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Re: Paar Fragen an die Profis

Beitrag von haflnk » 14.05.2010, 19:33

maltamasche hat geschrieben:
RAKLOSE hat geschrieben:Lassen Sie die Finger von der Selbstgründung.
Das war vor einem Jahr. Scheinbar nicht drauf gehört?
Was heisst nicht drauf gehört. Wenn Raklose etwas sagt, dann höre ich immer darauf und beschäftige mich ein wenig mehr mit der Problematik. Aber Ende habe ich eben für mich beschlossen, es selber zu machen. Und es lief alles 1A, überhaupt keine Probleme gehabt, weder in England noch hier in Deutschland. Nur meine Sparkasse hat sich quersgestellt ("grundsätzlich bekommen Ltds kein Konto von uns" - einfach lächerlich). Bei der Deutschen Bank habe ich das Konto dann innerhalb von 3 Stunden bekommen. Und bei der HSBC war es auch kein Problem.

Aber ich glaube nun auch nicht, dass eine Gründungsagentur mir jetzt diese Frage oben besser oder schneller beantworten würde - damit haben die eh nichts zu tun. Daher nochmal, wie machen das andere Ltds mit der Buchführung, mit einem deutschen oder englischen Steuerberater?

maltamasche
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Re: Paar Fragen an die Profis

Beitrag von maltamasche » 14.05.2010, 19:40

Ist den die Limited in UK aktiv oder nur in Deutschland?

maltamasche
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Re: Paar Fragen an die Profis

Beitrag von maltamasche » 14.05.2010, 19:57

In der Annahme , das die Limited nur in D aktiv ist, muss normalerweise eine Nullmeldung beim Finanzamt abgegeben werden zusammen mit der Bestätigung des deutschen Finanzamtes, dass die Limited in Deutschland voll steuerpflichtig ist.

Annual Accounts können entweder in UK GAAP oder IFRS eingereicht werden.
(bei kleinen Firmen eventuell auch FRSSE)

Eigentlich braucht man da nicht unbedingt einen englischen Steuerberater dafür.

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Re: Paar Fragen an die Profis

Beitrag von celtus » 21.06.2010, 17:27

haflnk hat geschrieben:
maltamasche hat geschrieben:
RAKLOSE hat geschrieben:Lassen Sie die Finger von der Selbstgründung.
Das war vor einem Jahr. Scheinbar nicht drauf gehört?
Was heisst nicht drauf gehört. Wenn Raklose etwas sagt, dann höre ich immer darauf und beschäftige mich ein wenig mehr mit der Problematik. Aber Ende habe ich eben für mich beschlossen, es selber zu machen. Und es lief alles 1A, überhaupt keine Probleme gehabt, weder in England noch hier in Deutschland. Nur meine Sparkasse hat sich quersgestellt ("grundsätzlich bekommen Ltds kein Konto von uns" - einfach lächerlich). Bei der Deutschen Bank habe ich das Konto dann innerhalb von 3 Stunden bekommen. Und bei der HSBC war es auch kein Problem.


Aber ich glaube nun auch nicht, dass eine Gründungsagentur mir jetzt diese Frage oben besser oder schneller beantworten würde - damit haben die eh nichts zu tun. Daher nochmal, wie machen das andere Ltds mit der Buchführung, mit einem deutschen oder englischen Steuerberater?
Viele Ltd's tun wenig oder sind sich nicht bewusst ueber die sich anhaeufenen Anmahnungen des Britischen Fiscus. Oft liegt solche Post im registered office ohne weiterleitung (wenn der registered office provider z.B. nur EUR 100 im Jahr kostet. Sowas kann boese enden, denn Steuerschaetzung gehen meisst einher mit Penalties um die GBP 10.000
. Als registered UK tax agent stellen wir normalerweise fuer unsere non resident UK limited Kunden Freistellungsantrag. Dazu ist erforderlich, dass wir einen Steuernachweis des Rechtsraumes haben in dem die Ltd operiert, in Ihrem Fall also Deutschland. Bitte beachten Sie dass die Befreiung von CT600 (Koerpschaftsteueranmeldung) nicht bedeutet dass Sie von der jaehrlichen Anlieferung der Annual Accounts by Companies House befreit sind.

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