GG einer UG trotz HB und NB

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casper
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GG einer UG trotz HB und NB

Beitrag von casper » 24.01.2012, 22:12

Hallo zusammen,

bislang habe ich immer nur mit gelesen. Jetzt habe ich selber einige Fragen.

Für die die die Überschrift nicht verstehen: Geschäftsführender Gesellschafter einer UG trotz Hauptbeschäftigung und Nebenbeschäftigung

Situation:

Ich bin in einem Arbeitsverhältnis (HB) 3k brutto, sozialversicherungs- und steuerpflichtig.
Zusätzlich als erste Nebenbeschäftigung einen Minijob (400€ netto), der ist sv- und st-frei.

Jetzt will ich zusätzlich eine UG gründen, der Arbeitsaufwand überschaubar, die Umsätze auch.

1. Nun folgendes: Was passiert wenn die UG mir 400€ in Form einer geringfügigen Beschäftigung bezahlt? Sehr gutes (fast passendes Beispiel 1) hier.

Dazu noch folgendes:
Für geringfügig Beschäftigte fällt grundsätzlich die pauschale Steuer in Höhe von 2% an. Dies allerdings nur, wenn auch der pauschale Beitrag zur Rentenversicherung anfällt. Da kein pauschaler Beitrag zur Rentenversicherung anfällt, fällt auch keine pauschale Lohnsteuer an.
Heißt im Klartext: Da ich beherrschender GF-GS bin und somit nicht der Sozialversicherung unterliege, das mich bzw. die UG keine Abgaben erwarten? Mal davon abgesehen, das SV schon durch die HB gezahlt wird?!

2. Für ein Beispiel rechne ich mit 100€ Gewinn pro Monat, kummuliert macht das 1200€ im Jahr.
Darauf entfallen Körperschaftsteuer 15%, Gewerbesteuer 17%, 25% Thesaurierung (bis 25k)und bei Ausschüttung 25% Abgeltungssteuer auf den Ausschüttungsbetrag, richtig?

3. Ab wann wird aus einer Nebenbeschäftigung eine Hauptbeschäftigung? Gibt es da irgendwo Zahlen?
Was wenn ich z.B. 3500 Brutto durch die UG verdienen würde, dann wäre das mehr als bei meiner jetzigen HB.

Besten Dank,
casper

riese
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Re: GG einer UG trotz HB und NB

Beitrag von riese » 25.01.2012, 08:07

Hallo Casper,
casper hat geschrieben:Was passiert wenn die UG mir 400€ in Form einer geringfügigen Beschäftigung bezahlt?
da Du schon eine hast und nebenbei eine Hauptbeschäftigung, wird die 2. geringfügige Beschäftigung zur Hauptbeschäftigung - mit Steuerklasse 6 und so. :(
casper hat geschrieben: Für ein Beispiel rechne ich mit 100€ Gewinn pro Monat, kummuliert macht das 1200€ im Jahr.
Darauf entfallen Körperschaftsteuer 15%, Gewerbesteuer 17%, 25% Thesaurierung (bis 25k)und bei Ausschüttung 25% Abgeltungssteuer auf den Ausschüttungsbetrag, richtig?
Darum wäre der Minijob ein Eigentor. Die Device muss heißen: Hohes GF-Gehalt = hohe Betriebsausgaben = niedriger Gewinn und nicht niedriges GF-Gehalt = hoher Gewinn. Das unterscheidet ja den GF vom Unternehmer - er lebt nicht vom Gewinn des Unterenehmens, sondern von seinem Gehalt, das Betriebsausgaben darstellt. :idea:
casper hat geschrieben:Ab wann wird aus einer Nebenbeschäftigung eine Hauptbeschäftigung?
Rechtlich gibt es keine Haupt- und keine Nebenbeschäftigung, sondern nur Beschäftigungsverhältnisse. Von den Sonderregelungen für Minijobs bis 400,00 € mal abgesehen. Was Du bei 2 Beschäftigungen als Nebenbeschäftigung ansiehst und dort die Steuerklasse 6 hinterlegst, ist Deine Entscheidung.


Gruß
Rainer

casper
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Re: GG einer UG trotz HB und NB

Beitrag von casper » 25.01.2012, 20:51

riese hat geschrieben: da Du schon eine hast und nebenbei eine Hauptbeschäftigung, wird die 2. geringfügige Beschäftigung zur Hauptbeschäftigung - mit Steuerklasse 6 und so. :(
das heißt übern Daumen 50% Abzug vom Lohn der 2ten Nebenbeschäftigung?
rechenbeispiel: die ug muss ca. 530€ für einen 400€ jobber aufbringen, von den 400 landen bei mir aber dann nur knapp über 200€ in der tasche ..respekt.

HB voll steuer- sozialversicherungspflichtig nach Stk 1, Minijob nicht, 2te NB nach Stk 6
wofür stehe ich morgens eigentlich noch auf? :lol:
riese hat geschrieben:
Darum wäre der Minijob ein Eigentor. Die Device muss heißen: Hohes GF-Gehalt = hohe Betriebsausgaben = niedriger Gewinn und nicht niedriges GF-Gehalt = hoher Gewinn. Das unterscheidet ja den GF vom Unternehmer - er lebt nicht vom Gewinn des Unterenehmens, sondern von seinem Gehalt, das Betriebsausgaben darstellt. :idea:
sehe ich ein, nur stellt sich die schwierigkeit das die umsätze nicht bekannt sind und je nach
auftrag auch stark schwanken werden. kann man als gf-gs einen stundensatz mit der ug vereinbaren
und diese je nach auftragsvolumen abrechnen? der grad zum vorwurf der verdeckten gewinnausschüttung ist dann wieder seeeehr schmal, richtig?
riese hat geschrieben:
Rechtlich gibt es keine Haupt- und keine Nebenbeschäftigung, sondern nur Beschäftigungsverhältnisse. Von den Sonderregelungen für Minijobs bis 400,00 € mal abgesehen. Was Du bei 2 Beschäftigungen als Nebenbeschäftigung ansiehst und dort die Steuerklasse 6 hinterlegst, ist Deine Entscheidung.
macht aber sinn dort das beschäftigungsverhältnis zunehmen, welches weniger brutto im monat bringt, richtig?

Danke für deine Hilfe und Gruß
casper

riese
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Re: GG einer UG trotz HB und NB

Beitrag von riese » 26.01.2012, 14:19

Hallo Casper,
HB voll steuer- sozialversicherungspflichtig nach Stk 1, Minijob nicht, 2te NB nach Stk 6
wofür stehe ich morgens eigentlich noch auf? :lol:
berechtigte Frage. Die Steuer wird ja noch bei der Einkommensteuerveranlagung korrigiert. Den RV- und AV-Beiträgen für den 2. Job stehen auch noch entsprechende Leistungsanwartschaften gegenüber. Aber was gibt es für die auf die 2. Beschäftigung entfallenden KV-Beiträge für eine Gegenleistung? :(
kann man als gf-gs einen stundensatz mit der ug vereinbaren
und diese je nach auftragsvolumen abrechnen?


Ja. Es gibt keine Vorschrift, dass ein GF ein Festgehalt haben muss. Das ist durchaus bei einem 1-Mann-Betrieb denkbar, der nicht vorwiegend aus Büroarbeit besteht und die aufzuwendende Zeit sehr vom Auftragsvolumen abhängt. Typisches Beispiel: Handwerksbetrieb, wo auch der Chef selbst mit Hand anlegt und nur einen Bruchteil seiner Arbeitszeit für die Verwaltung des Betriebes aufwendet.
macht aber sinn dort das beschäftigungsverhältnis zunehmen, welches weniger brutto im monat bringt, richtig?
Anderenfalls würde sich auch der Finanzminister über das Zinsgeschenk freuen.

Gruß
Rainer

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