Informationen zur Stammeinlage einer UG

Alles über die Mini-GmbH, 1-Euro-GmbH (Unternehmergesellschaft).
Antworten
seb
Beiträge: 25
Registriert: 14.04.2011, 21:55

Informationen zur Stammeinlage einer UG

Beitrag von seb » 26.10.2011, 14:46

Hallo,

für die Menschen die kurz vor der Gründung einer UG (haftungsbeschränklt), GmBH oder auch UG / GmbH & co. KG stehen möchte ich gerne bzgl. der Stammeinlage noch einmal auf etwas hinweisen.

Ich wurde von meinem Notar darauf hingewiesen.

Also ich kann jeden nur empfehlen die Stammeinlage per Überweisung mit folgenden Verwendungszweck einzubringen: Stammeinlage von Gesellschafter xyz.

Der Hintergrund ist der, das bei einer Einzahlung als "Bareinzahlung" im Falle einer Insolvenz der UG, der Insolvenzverwalter kommen kann und sagt, das er gerne die Stammeinlage von dem Gesellschafter haben möchte, da diese nicht eindeutig identifizeirt werden kann, wenn diese als "Bareinzahlung" erfolgt ist.

Bei einer 1 Euro UG sollte das kein Problem sein, aber wenn es sich um 1000 Euro handelt ist das natürlich wieder etwas anderes, da niemand gerne nochmal 1.000 Euro zum Fenster raus wirft.

kwmaster
Beiträge: 392
Registriert: 15.04.2008, 12:50
Wohnort: Rhein-Sieg-Kreis

Re: Informationen zur Stammeinlage einer UG

Beitrag von kwmaster » 27.10.2011, 06:46

Was für ein Blödsinn!

Auf dem Konto sieht man dann eben "Bareinzahlung Stammeinlage von XXX - 1000,-EUR".

Wenn es nicht eingezahlt ist, erhältst Du auch keine Gründungsurkunde.

Also wenn der Notar Dir beim ersten Mal die Urkunde gibt, weil Du eingezahlt hast, dann kann im zweiten Fall der Insolvenzverwalter nicht behaupten, dass nicht eingezahlt worden ist...

Dann soll er den Notar verklagen - PUNKT!!!

Gruß

Kai

riese
Beiträge: 863
Registriert: 29.07.2007, 22:50

Re: Informationen zur Stammeinlage einer UG

Beitrag von riese » 27.10.2011, 11:22

Hallo Seb,

wenn Du die Eröffnungsbilanz hast (und die solltest Du auch länger als 10 Jahre verwahren - nämlich ewig) und da steht nur das Bankguthaben als Aktiva und das Stammkapital als Passiva drauf, ist das der Beweis dafür, dass das eingezahlte Geld als Stammkapital verbucht worden ist. Und hierauf kommt es an. Tatsächlich eingezahlt oder überwiesen haben kann das Geld der Kaiser von China.

Nebenbei bemerkt ist die Beweislast so, dass der Insolvenzverwalter Dir nachweisen muss, dass Du die Einlage nicht geleistet hättest und nicht umgekehrt. Es gibt natürlich Insolvenzverwalter, die es mit allen Mitteln versuchen - in der Kenntnis, dass es viele Menschen gibt, die den Gang zum Gericht scheuen und alles tun, um einem Prozess aus dem Weg zu gehen...

Gruß
Rainer

seb
Beiträge: 25
Registriert: 14.04.2011, 21:55

Re: Informationen zur Stammeinlage einer UG

Beitrag von seb » 27.10.2011, 12:40

Auf dem Konto sieht man dann eben "Bareinzahlung Stammeinlage von XXX - 1000,-EUR".
Wann sollte man das bei einer Bareinzahlung sehen?
Wenn es nicht eingezahlt ist, erhältst Du auch keine Gründungsurkunde.
Das ist leider auch nicht ganz richtig, weil der "Gutglaube" ausreicht das das Stammkapital eingezahlt ist.
Nebenbei bemerkt ist die Beweislast so, dass der Insolvenzverwalter Dir nachweisen muss, dass Du die Einlage nicht geleistet hättest und nicht umgekehrt. Es gibt natürlich Insolvenzverwalter, die es mit allen Mitteln versuchen - in der Kenntnis, dass es viele Menschen gibt, die den Gang zum Gericht scheuen und alles tun, um einem Prozess aus dem Weg zu gehen...
Ich denke es handelt sich um eine Grauzone.
Weil ehrlich gesagt, buchen kann ich was ich will wenn man das so will.

Der Insolvenzverwalter könnte nun sagen das Geld ist für Irgendwas und Kommt von Irgendwas/Irgendwen. Gibt es irgendwo ein Gesetzesauszug das dies so ausreichend ist (Bareinzahlung + Buchung in der FiBu)?

pieti2
Beiträge: 9
Registriert: 15.10.2011, 18:57

Re: Informationen zur Stammeinlage einer UG

Beitrag von pieti2 » 12.11.2011, 19:11

Wo soll ich das Geld bitte schön einzahlen?
Auf mein Privatkonto? Bevor ich die UG noch nicht gegründet habe, kann ich doch kein Konto auf die UG eröffnen?

Langt es wenn ich das die Höhe des Stammkapitals der UG in Cash zum Notar mit nehme und ihm zeige? Oder einfach eine Überweisung auf mein Privatkonto mit entsprechendem Betreff: "Stammkapital Gesellschafter Hr. X Y UG"

Über eine Antwort würde ich mich freuen, dann steht dem Weg zum Notar nichts mehr im Weg. Vielen Dank!

seb
Beiträge: 25
Registriert: 14.04.2011, 21:55

Re: Informationen zur Stammeinlage einer UG

Beitrag von seb » 13.11.2011, 14:48

Hallo piti2,

also ich kann dir meinen Weg erklären.

1. Zum Notar gehen und Gesellschaftsvertrag/Musterprotokoll beurkunden lassen.
(ich hatte das Geld beim Notar auch in Bar dabei, aber es macht normal kein Unterschied, da es nun auschreichend ist dem Notar Glaubhaft zu versichern das man das Geld einzahlt.)
2. Mit Beurkundeten Vertrag zur Bank gehen und Konto eröffnen.
(Unter Umständen kann man auch vor Beurkundung ein Konto eröffnen und reicht die Dokumente nach, weis ich aber nicht genau, habe davon aber schon gehört.)
3. Geld auf Konto überweisen/einzahlen.
4. HR Auszug abwarten und bei der Bank nachreichen.
5. Gewerbe anmelden

Das sind so die wesentliche Schritte.

Mini-GmbH
Beiträge: 52
Registriert: 07.11.2011, 22:37
Wohnort: Berlin

Re: Informationen zur Stammeinlage einer UG

Beitrag von Mini-GmbH » 13.11.2011, 21:46

Hallo seb und pieti2,

ich habe selbst für meine GmbH den gleichen Weg gewählt wie seb, also Konto auf die GmbH i.g. eröffnet und dort dann eingezahlt. Beim Notar vorzeigen geht auch. Da die Frage immer wieder aufkommt: In meinem Blog ist's im Detail beschrieben.

Eins ist dabei noch wichtig zu bemerken: Freunde von mir haben den Weg gewählt das Geld in bar beim Notar vorzuzeigen, und zwar sogar auch für eine GmbH. Viele Leute würden nicht mit 12.500 EUR Cash durch die Stadt laufen wollen, aber die beiden haben's getant und es ist auch alles gut gelaufen.

Kurz und gut: Beides geht. Das einzige, was man bei der Bargründung nicht tun darf, haben die Leute in der Bank meinen Freunden vorgeschlagen: Die Bank hatte nämlich schon fast geschlossen und konnte ad hoc kein Geschäftskonto eröffnen. Daraufhin kam der Vorschlag, dass sie das Geld ja auf ein Privatkonto einzahlen und später überweisen könnten. Das darf man normalerweise tun, aber nicht, wenn man schon mit dem Bargeld beim Notar war. Ab dem Moment ist es nämlich per Definition Betriebsvermögen, dass nicht mehr mit dem privaten Vermögen vermischt werden darf.

Freudige Grüße und viel Erfolg!

Timon

pieti2
Beiträge: 9
Registriert: 15.10.2011, 18:57

Re: Informationen zur Stammeinlage einer UG

Beitrag von pieti2 » 17.11.2011, 22:48

Danke für eure Antworten, die haben mir sehr weiter geholfen. Auch dein Blog scheint mir sehr weiterzuhelfen. Ich habe die Sache aktuell aufgeschoben...

Darf ich fragen, bei welcher Bank ihr seid? Ich will die Kontokosten möglichst gering halten... getreu dem Motto: "im Einkauf liegt der Gewinn".
Werde wohl bei der Postbank einsteigen und dort auch ein Privatkonto eröffnen, dann ist die Sache im ersten Jahr kostenfrei...

riese
Beiträge: 863
Registriert: 29.07.2007, 22:50

Re: Informationen zur Stammeinlage einer UG

Beitrag von riese » 18.11.2011, 08:03

Werde wohl bei der Postbank einsteigen und dort auch ein Privatkonto eröffnen, dann ist die Sache im ersten Jahr kostenfrei...
Hustekuchen! Die Postbank nimmt Dir einen Pauschalpreis von 9,90 € im Monat ab, wenn Dein Konto nicht eine bestimmte Einlage aufweist. Bei einem Privatkonto beträgt die Mindesteinlage 1000,00 € und bei einem Geschäftskonto seit der Übernahme der PB durch die Deutsche Bank sage und schreibe 10000,00 €. Ein Privatkonto kannst Du für eine UG auch nicht nehmen. Wenn das zulässig wäre, würde ich die ING-DiBa empfehlen; da ist die Kontoführung nämlich tatsächlich kostenlos - unabhängig von der Einlage. Allerdings nur für Privatkunden.

Die Postbank ist die teuerste Bank! Sparkasse und Volksbank nehmen 3,50 €. Die ComDirect nimmt auch keine Gebühren, allerdings ist mir hier nicht klar, ob die juristische Personen ablehnen; ich finde darüber nichts in den Geschäftsbedingungen, aber der Eröffnungsantrag ist ganz auf natürliche Personen zugeschnitten.

Gruß
Rainer

Schönfelder
Beiträge: 20
Registriert: 01.07.2011, 10:40

Re: Informationen zur Stammeinlage einer UG

Beitrag von Schönfelder » 18.11.2011, 09:23

Comdirect bietet ebenfalls keine Konten für Geschäftskunden an. Dieser Bereich ist der Commerzbank vorbehalten.

Die Deutsche Bank ist wohl mit am teuersten, dennoch habe ich dieses Institut für mein Geschäftskonto gewählt. Je nachdem was man machen möchte, sollte man nach seinen Bedürfnissen die passende Bank wählen. Und nicht nur auf die Gebühren schauen :wink:

Wer nicht die großen Halsabschneider unterstützen möchte, sollte auch mal bei der GLS Bank vorbeischauen: Klick.

Letztendlich gibt es auch kostenfreie Geschäftskonten, die beiden Banken die ich kenne, welche dieses Angebot im Portfolio haben, akzeptieren allerdings nur bereits eingetragene Gesellschaften und grundsätzlich keine UGs.

Gruß
Jochen

Mini-GmbH
Beiträge: 52
Registriert: 07.11.2011, 22:37
Wohnort: Berlin

Re: Informationen zur Stammeinlage einer UG

Beitrag von Mini-GmbH » 18.11.2011, 16:23

Hallo pieti2,
pieti2 hat geschrieben:Danke für eure Antworten, die haben mir sehr weiter geholfen. Auch dein Blog scheint mir sehr weiterzuhelfen. Ich habe die Sache aktuell aufgeschoben...
Danke Dir! Das freut mich zu lesen.
pieti2 hat geschrieben:Darf ich fragen, bei welcher Bank ihr seid? Ich will die Kontokosten möglichst gering halten... getreu dem Motto: "im Einkauf liegt der Gewinn".
Werde wohl bei der Postbank einsteigen und dort auch ein Privatkonto eröffnen, dann ist die Sache im ersten Jahr kostenfrei...
Ich war als Einzelunternehmer bei der Volksbank. Schlechter Service, nicht empfehlenswert.

Mit meiner GmbH & Co KG bin ich bei der HypoVereinsbank. Die sind zwar teuer, aber auch echt gut. Bei denen bin ich total zufrieden!

Freudige Grüße!

Timon

pieti2
Beiträge: 9
Registriert: 15.10.2011, 18:57

Re: Informationen zur Stammeinlage einer UG

Beitrag von pieti2 » 04.12.2011, 17:35

Planung ist die halbe Miete... nach reiflicher Überlegung und nochmal einer Verbesserung meines Konzepts will ich über folgenden Weg eine UG Gründen und durchstarten:

Vorgehen UG Gründung:
1. Beim Notar Gesellschaftsvertrag/Musterprotokoll beurkunden lassen.
Musterprotokoll existenzgruender.de
Gesellschafter/Geschäftsführer: Max Mustermann
Gegenstand: Handel mit Holzprodukten und IT Dienstleistungen
Stammkapital: 600€
→ Allround Power UG (haftungsbeschränkt) in Gründung

2. Mit Beurkundeten Vertrag zur Bank gehen und Konto eröffnen.
--> Sparkasse, Geschäftskonto für 3,5€ im Monat

3. Stammkapital auf Konto überweisen/einzahlen

4. Kontoauszug zum Nachweis der Einzahlung und senden die Mitteilung, dass die Einzahlung erfolgt ist, an den Notar.

5. Erst jetzt meldet der Notar die Gründung dem Handelsregister → Eintragung ins Handelsregister
Ist dies so richtig? Entnommen aus mini-gmbh.me/stammkapital-gmbh-und-mini-gmbh/#gruendungs-arten

5. HR Auszug abwarten und bei der Bank nachreichen → damit iG aus Name entfernt wird

5. Gewerbe anmelden auf die Allround Power UG beim Gewerbeamt auf der Gemeinde


IHK Anmeldung? Automatisch oder muss ich da zur IHK? Wenn ich mehrere Geschäftsbereiche habe, zahle ich dann auch mehr IHK Beitrag? Wieviel Geschäftsbereiche darf man haben?

Veröffentlichung im Bundesanzeiger? Automatisch oder muss ich dies starten?

Passt der Weg soweit?

riese
Beiträge: 863
Registriert: 29.07.2007, 22:50

Re: Informationen zur Stammeinlage einer UG

Beitrag von riese » 05.12.2011, 07:39

Hallo Pieti,

eine Kapitalgesellschaft ist kraft Rechtsform ein Gewerbebetrieb. Die IHK-Anmeldung kannst Du Dir sparen. Die wird vom Registergericht benachrichtigt. Ebenso das Finanzamt. Nur bei der örtlichen Gewerbemeldestelle ist eine gesonderte Vorsprache erforderlich, da die auch noch Daten interessieren, die nicht im Handelsregister hinterlegt werden.

Gruß
Rainer

rollerueckwaerts
Beiträge: 11
Registriert: 30.04.2012, 05:40

Re: Informationen zur Stammeinlage einer UG

Beitrag von rollerueckwaerts » 04.06.2012, 19:15

Hallo,

ich wollte heute die Stammeinlage (300 €) überweisen.
Die Notarin hatte mich darauf aufmerksam gemacht das es oft vorkommt das, plötlich Kontoführungsgebühren, buchungskosten u.s.w fällig werden und nach der Einzahlung von 300 € dann nur noch z.B. 290 drauf sind bevor ich nen Kontoauszug bekomme.

Meine Bank ist leider nicht "ums Eck", deshalb wollte ich einfach 320 € überweisen.
Nur .. kann ich einfach 320 € mit Verwendungszweck Stammeinlage überweisen wenn im Gesellschaftsvertrag eindeutig von 300 € die Rede ist?

Falls nein, als was ich soll ich für die 20 € in den Verwendungszweck schreiben ?
Oder ist das vällig egal was im verwendungszweck steht ?

Ich les in rechnungswesenforen immer was von 1890 oder 0730, aber das ist doch erst in der Buchaltung relevant oder ?

riese
Beiträge: 863
Registriert: 29.07.2007, 22:50

Re: Informationen zur Stammeinlage einer UG

Beitrag von riese » 05.06.2012, 09:47

Wenn Du 320,00 € überweist und im Handelsregister 300,00 € Stammkapital stehen, sind die 300,00 als Stammkapital und die 20,00 € als Kapitalrücklage zu verbuchen. Nachzulesen in § 272 HGB.

Gruß
Rainer

Antworten

Zurück zu „Mini-GmbH gründen und führen - Unternehmergesellschaft“