Private Darlehen als Eigenkapital

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oekospezi
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Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von oekospezi » 12.10.2009, 10:31

Hallo Forum!
Ein Freund und ich haben vor ein paar Monaten eine UG mit Stammkapital 500 EUR gegründet.
Da wir einige Investitionen tätigen müssen, wollen wir nun einen Darlehensvertrag mit einem Familienmitglied in Höhe von 10 TEUR abschließen.
Nun meine Frage: Wie können wir verhindern, dass wir überschuldet sind, wenn der Vertrag abgeschlossen wird und wir dementsprechend 10 TEUR Fremdkapital in der UG haben?
Gibt es eine Möglichkeit das Darlehen auf das Eigenkapital anzurechnen beispielsweise als stille Einlage oder ähnliches?
Auf jeden Fall soll der Kredit innerhalb von 3 Jahren zurückgezahlt werden (mit Zinsen).
Vielen Dank im Voraus

garbs
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Re: Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von garbs » 12.10.2009, 17:28

oekospezi hat geschrieben:...Da wir einige Investitionen tätigen müssen, wollen wir nun einen Darlehensvertrag ...in Höhe von 10 TEUR abschließen....Nun meine Frage: Wie können wir verhindern, dass wir überschuldet sind...
Servus,

wenn du dir Geld leihst um etwas kaufen zu können, erwirbst du ja einen Gegenwert, der auf der anderen Seite der Bilanz steht. Du bist doch damit nicht überschuldet?

Oder habe ich deine Frage nicht verstanden?

oekospezi
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Re: Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von oekospezi » 12.10.2009, 19:39

Es geht in unserem Fall um "immaterielle" Güter - das heißt wir bezahlen einen Programmierer, der Software-Code erstellt. In sofern weiß ich nicht, wie dieser Gegenwert bewertet werden kann / darf.
Das Problem ist, dass wir ja 10 TEUR zurückzahlen müssen, aber nur 500 EUR Eigenkapital haben und letztens bei einem Seminar der vortragende Rechtsanwalt sagte, wir wären damit dann überschuldet...

oekonom
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Re: Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von oekonom » 15.10.2009, 11:22

und warum nicht per Kapitalerhöhung? Ist natürlich teuerer, aber so habt ihr wengistens auch schonmal das Geld als Stammkapital.
Es steht ja so oder so der Firma zur Verfügung

kwmaster
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Re: Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von kwmaster » 15.10.2009, 11:40

oekonom hat geschrieben:und warum nicht per Kapitalerhöhung? Ist natürlich teuerer, aber so habt ihr wengistens auch schonmal das Geld als Stammkapital.
Welchen Vorteil hat es, das Geld als Stammkapital zu haben?

Gruß

Kai

oekonom
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Re: Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von oekonom » 15.10.2009, 15:04

naja, Darlehen werden i.d.R. verzinst. Wenn man über eine lange Zeit etwas zinslos gewährt, kanns Probleme geben (gabs bei uns mal).
Ausserdem ist das Geld für die Firma und die braucht eh 25K um in ne GmbH zu werden, also warum nicht das Geld auch so deklarieren. Wenn es jetzt 500€ gewesen wären, würd ich das auch nicht machen. Aber 10K ist doch ne Menge.

Mit der Überschuldung: Das Geld geht an Bank/Kasse auf Aktiv und an Verbindlichkeiten auf Passiv.

Oder sind meine Kopfschmerzen so groß, dass ich das grad verwechsle?

maltamasche
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Re: Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von maltamasche » 15.10.2009, 16:49

Wie wärs denn aus der UG eine UG & Co. KG zu machen und die 10.000 Euro als Kommanditkapital aufzunehmen?

kwmaster
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Re: Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von kwmaster » 16.10.2009, 07:39

Hallo Oekonom,

wenn ich 10.000,-EUR in ein Unternehmen stecke und es irgendwan wieder herausnehmen will (bspw. als GF-Gehalt), muß ich es versteuern - ein zweites Mal also.

Wenn ich nun nur einen Kredit gewähre, muß ich nur die Zinsen versteuern.

Die Idee mit der UG & CO KG fidne ich auch nicht schlecht - nur wie sieht es hierbei aus, wenn ich neues Geld in die KG fließen lasse, muß diese dann irgendwo veröffentlicht werden? Kostet eine solche "Kapitalerhöhung" Geld???

Gruß

Kai

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Re: Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von oekonom » 16.10.2009, 09:59

Ein Darlehen ist aber ein Darlehen und kein GF Gehalt. Das ist irgendwann fällig und muss zurückgezahlt werden. Vgl. Bankdarlehen.
Wenn Du es als Stammkapital nimmst, so steht dem doch auch die Investition gegenüber.
Natürlich kostet das Steuer, das ist klar. Ich geh halt immer davon aus, dass das Ziel ist eine GmbH zu "werden" und da muss die Kohle eh irgendwann rein.
Kapitalerhöhung kostet immer Geld wegen Notar. Eine KG Gründung muss soweit ich weiß auch vom Notar gemacht werden.
Das billigste ist sicherlich das Darlehen.

maltamasche
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Re: Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von maltamasche » 16.10.2009, 10:37

KG Gründung kann nicht viel kosten, da der Vertrag ja nicht beurkundet werden muss. Nur die Meldung ans Handelsregister. Ich schätze mal unter 200 Euro. Der Vorteil bei der KG wäre, dass man eventuell noch weiteres Fremdkapital aufnehmen könnte ohne Kontrolverlust.

Aber natürlich hat man dann 2x IHK Beitrag, wobei die UG nur die Hälfte zahlen muss auf Antrag.

Ob die Besteuerung vorteilhafter ist für Euch müsst Ihr mal durchrechnen lassen. Ich vermute mal ja, wenn der Gewinn noch nicht so riesig ist.

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Re: Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von oekonom » 16.10.2009, 15:33

Wie teuer die KG Gründung ist... keine Ahnung. Mal Notar fragen.
Muss aber auch noch ne UG & Co KG Gründung hinten dran, oder?

maltamasche
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Re: Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von maltamasche » 16.10.2009, 15:43

Mit den 200 Euro liegt man ungefähr richtig.

Die UG ist ja schon gegründet. Die KG Gründung an sich muss nicht beurkundet werden. Kann durch einfachen KG Vertrag selbst gemacht werden. Entsprechende Muster gigt es einige im Internet. Aber wenn man da nicht wirklich durchsieht müsste man hierfür einen Fachmann befragen. Das kostet natürlich extra.

Die Anmeldung der UG & Co. KG hat ja nur deklaratorischen Effekt, d.h. der Notar mus eigentlich nur die Anmeldung beurkunden und dann die Unterlagen einreichen.

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Re: Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von oekonom » 16.10.2009, 16:47

Stellt sich dann nur die Frage, auf welchem Geschäftswert sich die Gebühren errechnen. Das Musterprotokoll ist vergünstigt, jeglichen anderen Dinge im Zusammenhang mit der UG werden hypothetische 25.000 € zu Grunde gelegt. Ob das für ne UG & Co. KG auch gilt weiß ich nicht.
Wäre jedenfalls mal ne Option, man müsste sich nur mal danach konkret erkundigen.

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Re: Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von RAKLOSE » 16.10.2009, 17:51

Für Eintragung der KG Notar und Gericht ca. 150
Allerdings sollte man am KG Vertrag nicht sparen. Der sollte schon ausgefeilt sein.
Die Eintragung ist zwar deklaratorisch, aber erst mit Eiontragung Haftungsbeschränkung.

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Re: Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von Dragon » 23.08.2013, 14:35

oekonom hat geschrieben:naja, Darlehen werden i.d.R. verzinst. Wenn man über eine lange Zeit etwas zinslos gewährt, kanns Probleme geben (gabs bei uns mal).
Die angesprochenen Probleme sind nicht unerheblich, darüber muss man sich im klaren sein und diese sollte man auch kennen! Empfehlenswerte Lektüre ist auch der entsprechende Artikel auf Focus. Die Thematik darf man auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen.

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Re: Private Darlehen als Eigenkapital

Beitrag von techcop » 04.10.2020, 17:17

Thank you for the useful information

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