UG gegründet, wie kann ich das private Auto einbringen?

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Redcap
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UG gegründet, wie kann ich das private Auto einbringen?

Beitrag von Redcap » 30.11.2015, 20:16

Hi,

meine Frau hat vor 4 Wochen eine UG gegründet und setzt auch bereits Geld darüber um. Nun benötigt sie dafür auch eine Auto und Sie nutzt unser privates Auto dazu. Um es nun über die UG laufen/abrechnen zu lassen, hat uns unser Steuerberater geraten, einfach das Auto an die UG zu vermieten.
Im Internet würden wir die Unterlagen zu solch einem Mietvertrag einfach finden, jedoch fehlanzeige.

Da unser SB ein bekannter ist und er jetzt, in der Anfangsphase, meine Frau pro bono Unterstützt, möchten wir Ihn natürlich nicht zuviel nerven und von seiner Zeit "stehlen" gerade, weil ich auch ein wenig zu den Hintergrüden selbst recherchieren und Wissen möchte.

Wie muss nun solch ein Mietvertrag aufgebaut sein, was muss auf jeden Fall rein? Gibt es dazu einen Mustermietvertrag?

Ich freue mich natürlich sehr über Hilfe.

Vielen Dank im vorraus.

frank47
Beiträge: 6
Registriert: 30.11.2015, 23:28

Re: UG gegründet, wie kann ich das private Auto einbringen?

Beitrag von frank47 » 30.11.2015, 23:40

Von einem Mitvertrag habe ich noch nichts gehört (allerdings bin ich auch Einzelunternehmer). Unsere Steuerberaterin hat uns geraten einfach ein Fahrtenbuch zu führen. Die gefahrenen Kilometer/Verschleiß etc. lassen sich lt. ihr dann über das Fahrtenbuch oder durch eingereichte Tankbelege geltend machen.

Das ist auf jeden Fall die aller einfachste Lösung.

riese
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Re: UG gegründet, wie kann ich das private Auto einbringen?

Beitrag von riese » 01.12.2015, 16:02

Hallo Redcap,

wenn Du das Auto an die GmbH vermietest, kriegst Du ca. 30 Cent pro geschäftlich gefahrenen km dafür. Das ist praktisch nichts.

Fahrtenbuch- und 1%-Methode lassen sich nur anwenden, wenn das Fahrzeug der UG gehört. Dazu müsste es eingebracht werden. Wenn Deine Frau vorher einen Einzelbetrieb hatte, kann sie diesen in die UG einbringen. Soll nur das Fahrzeug eingebracht werden, müsste dies zum Verkehrswert geschehen, d.h. der Wert des Fahrzeugs wäre zu schätzen (DEKRA etc.). Dann Einbringungsvertrag zwischen Deiner Frau und der UG. Buchung: PKW an Kapitalrücklage mit dem im Gutachten angegebenen Preis. Dann wäre ein Überlassungsvertrag für die private Nutzung (Muster im Internet) abzuschließen.

Dann gingen alle Kosten (Steuern, Versicherung, Benzin, Öl, Reparaturen etc.) zu Lasten der UG (auf deren Namen das Fahrzeug umzumelden wäre). Allerdings hätte Deine Frau dann 1% des Bruttolistenpreises oder nach der Fahrtenbuchmethode ermittelte Kosten als geldwerten Vorteil zu versteuern.

Nochmal verdeutlicht, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Geschäftsführer und mitarbeitende Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft sind keine Unternehmer, sondern Arbeitnehmer. Deshalb gilt hier die 10- bzw. 50%-Nutzungsregelung nicht. Es ist hier aber unzulässig, sich durch Entnahmen oder Einzelüberweisungen vom Geschäftskonto zu befriedigen. Auch wenn es nur einen Beschäftigten in dem Betrieb gibt, hat seine Lohnzahlung über ein zertifiziertes Lohnabrechnungsprogramm zu erfolgen. Evtl. kann eine Cloud-Lösung wie SAGE-Online verwendet werden, aber die Kosten für eine Lohnabrechnung zu sparen, kann teuer zu stehen kommen (Untreue, verdeckte Gewinnausschüttung, Verstoß gegen die DEÜV-Vorschriften, Verstoß gegen die Entgeltbescheinigungsverordnung etc.). Die ausgedruckte elektronische Entgeltabrechnung ist der Einkommensnachweis Deiner Frau und nichts anderes gegenüber sämtlichen Behörden wie Job-Center etc. Gerade hier hat es in der Vergangenheit schon viel böses Blut bis hin zum "Zerreißen" der Gesellschaft gegeben, bloß weil jemand nicht "nur für sich" eine Lohnabrechnung machen wollte und dem Amt keine Lohnabrechnung vorlegen konnte, sondern sich dort wie ein Unternehmer präsentierte...
Und der geldwerte Vorteil ist über die Lohnabrechnung zu versteuern.

Gruß
Rainer

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