Zahlungen an Gesellschafter

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seb
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Zahlungen an Gesellschafter

Beitrag von seb » 02.10.2011, 21:41

Hallo,

ich habe vor der geplanten UG Gründung immernoch ein Problem für welches ich keine richtige Lösung finde. Ich hoffe mir kann jemand helfen.

Also ich würde sehr gerne eine Einpersonen UG mit dem Musterprotokoll gründen.
Ich werde auch als Geschäftsführer in der UG fungieren.

So, ich möchte mich nun aber nicht durch einen Arbeitsvertrag bzw. Anstellungsvertrag selbst als Geschäftsführer einstellen, was sowiet ja auch kein Problem ist.
Zudem möchte ich kein Gehalt als Geschäftsführer beziehen, was die Sache mit mit dem nicht angestellten Geschäftsführer vielleicht noch einfacher machen sollte.

ich möchte diesen Weg gehen, da ich mich Hauptberuflich in einer Festanstellung befinde und dort auch alle sozialabgaben leiste und nicht zusätzlich weitere Abgaben durch meine eigene UG haben möchte.

Nun würde ich aber sehr gerne immer mal wieder etwas von dem Jahresgewinn bis zu der maximalen Höhe auszahlen, was soweit auch kein Problem sein sollte, insofern das 1x pro Jahr ist, wenn ich richtig informiert bin.

Ich würde mir aber sehr gerne monatlich immer etwas als Gesellschafter auszahlen, und das am betsen so das es nicht als verdeckte Gewinnausschütung gewertet wird.

Besteht irgendwie die Möglichkeit den Gesellschafter am monatlichen Gewinn zu beteiligen?
In Form von Provisionen oder ähnlichen?

Wäre nett wenn mir da jemand helfen könnte.

Gruß
Sebastian

garbs
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Re: Zahlungen an Gesellschafter

Beitrag von garbs » 03.10.2011, 12:40

seb hat geschrieben:...Ich würde mir aber sehr gerne monatlich immer etwas als Gesellschafter auszahlen, und das am betsen so das es nicht als verdeckte Gewinnausschütung gewertet wird...
Hmm, grundsätzlich machbar, aber nur mit Vorsicht anwenden. Ob das Musterprotokoll allerdings zu dieser Vorabgewinnausschüttung berechtigt, mag ich im Moment nicht mit Sicherheit sagen.

Zitat:
Die Gesellschafter einer GmbH können sich bereits während des laufenden Geschäftsjahres Gewinn vorab ausschütten.

Der Vorabgewinn darf nur ausgeschüttet werden, wenn bei vorsichtiger kaufmännischer Betrachtung sicher mit einem Gewinn zum Geschäftsjahresende zu rechnen ist. Diese Prognose ist zu dokumentieren. Dann ist ein entsprechender Gesellschafterbeschluss gem. § 46 Nr. 1 GmbHG zu fassen.

Die Satzung kann auch vorsehen, dass die Geschäftsführung zur Vornahme solcher Vorabgewinnausschüttungen berechtigt sein soll.

Die Grenze einer Vorabausschüttung ist jedenfalls in den Regeln der Kapitalerhaltungspflicht zu sehen. Durch die Ausschüttung darf auch keine Zahlungsunfähigkeit entstehen.
(zitiert von: Rechtsanwalt Sönke Höft - vielen Dank :wink: )

Hoffe, das hilft dir weiter.... :wink:

seb
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Re: Zahlungen an Gesellschafter

Beitrag von seb » 03.10.2011, 13:15

Vielen Dank für deine Antwort.

Also ich kann das mittlerweile bestätigen was du gesagt hast.
Habe gestern Abend nochmal 3 Stunden gesucht und einen ähnlichen Text gefunden.

Also das heißt es ist prinzipiell möglich aber man sollte es mit extremer vorsicht genießen.

Wenn ich jetzt einmal drüber nachdenke ist mein eigentliches Problem wie folgt, vielleicht hast du ja etwas erfahrung damit und kannst mir helfen.

ich bin wie gesagt fest angestellt in einer Firma und das möchte ich auch bleiben.
In meinen Arbeitvertrag steht das ich wie auch immer ausschließlich der Firma zur Verfügung stehe und nebengewerbe von der Firma schriftlich zu bestätigen / zu genehmigen sind. (Ich weiß auch das diese Klausel auch nicht ganz richtig ist, bin auch kein Azubi mehr oder sontiges, aber dennoch möchte ich jeden Ärger vermeiden in meinen Anstellungsverhältniss)

So
1. ich denke mir jetzt nun wenn ich mich jetzt in meiner UG selbst als Geschäftsführer anstelle, ändert sich doch zwangsläufig meine Lohnsteuerklasse oder?

2. muss ich zudem Lohnsteuer abführen oder?

3. bin ich aber nicht unbedingt sozialversicherungspflichtig, habe ich gelesen, wenn ich 100 % iger eigentümer und Gechäftsführer bin, kann das jemand bestätigen?

4. zudem habe ich gelesen, das wenn ich mir als Geschäftsführer ein Gehalt auszahlen möchte muss ich zwangsläufig einen Geschäftsführer Arbeitsvertrag mit meiner Gesellschaft abschließen um einer evtl. verdeckten Gewinnausschüttung vorzubeugen, falls jemand nachfragt.

5. Habe ich vielleicht noch etwas wichtiges in diesem Zusammenhang vergessen?

Gruß Sebastian

garbs
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Re: Zahlungen an Gesellschafter

Beitrag von garbs » 03.10.2011, 14:22

ich bin wie gesagt fest angestellt in einer Firma und das möchte ich auch bleiben.
In meinen Arbeitvertrag steht das ich wie auch immer ausschließlich der Firma zur Verfügung stehe und nebengewerbe von der Firma schriftlich zu bestätigen / zu genehmigen sind. (Ich weiß auch das diese Klausel auch nicht ganz richtig ist, bin auch kein Azubi mehr oder sontiges, aber dennoch möchte ich jeden Ärger vermeiden in meinen Anstellungsverhältniss)
Klingt fast wie ein AV von einer Zeitarbeietsfirma... :wink:
1. ich denke mir jetzt nun wenn ich mich jetzt in meiner UG selbst als Geschäftsführer anstelle, ändert sich doch zwangsläufig meine Lohnsteuerklasse oder?
Nein.
2. muss ich zudem Lohnsteuer abführen oder?
Nur wenn du ein Arbeitsverhältniss begründest, für das du LSt. abführen musst.
3. bin ich aber nicht unbedingt sozialversicherungspflichtig, habe ich gelesen, wenn ich 100 % iger eigentümer und Gechäftsführer bin, kann das jemand bestätigen?
Bestätigt... :wink: ...aber: Sozialversicherung und LSt. sind zwei paar Stiefel, gelle.
4. zudem habe ich gelesen, das wenn ich mir als Geschäftsführer ein Gehalt auszahlen möchte muss ich zwangsläufig einen Geschäftsführer Arbeitsvertrag mit meiner Gesellschaft abschließen um einer evtl. verdeckten Gewinnausschüttung vorzubeugen, falls jemand nachfragt.
Grundsätzlich ist die Schriftform bei AV nicht zwingend vorgeschrieben. Ein schriftlicher AV dient jedoch zu Zwecken des Nachweises über die vereinbarten Konditionen, damit bist du auf der sicheren Seite.

Wirst du deinem AG deinen Nebenerwerb mitteilen?

seb
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Re: Zahlungen an Gesellschafter

Beitrag von seb » 03.10.2011, 17:28

ok also,

nein, ist keine Zeitarbeitsfirma. ist ein großer Weltweit bekannter Konzern ;)
Wollte jetzt meinen Arbeitgeber auch nicht bescheid geben, weil ich die letzten 4 Jahre auch schon nebenberuflich selbstständig war und das hat auch alles super funktioniert.

Nur jetzt war halt mein Verdacht das er es sowieso mitbekommt falls sich die Steuerklasse ändert, aber anscheind bleibt sie so.

Danke für die Antwort, hat mir auf jeden Fall schon weiter geholfen. Hab eben noch einmal ein bisschen geschaut.

Sagen wir jetzt ich zahle mir ein Fix Gehalt von 200 Euro jeden Monat aus plus evtl. Gratifikation, Gewinnbeteiligung und co.
Mit dem Fix Betrag wäre ich jetzt nicht Lohnsteuerpflichtig.
Gehen wir zudem davon aus ich hätte keine Sozialversicherungspflicht, da ich beherrschender Geschäftsführender Gesellschafter bin.
Dann wäre jetzt erst einmal meine Auffassung das ich auch meine Lohnsteuerklasse (1) behalte da ich ja keine Zusätzliche Lohnsteuerkarte in diesem Sinne benötige, da ich im Freibetrag bin.

Dennoch weiß ich das dies 2 Paar Schuhe sind.

Frage: Wenn ich jetzt weiß das ich als Geschäftsführer Sozialversicherungsfrei und Lohnsteuerfrei bin, muss ich mich trotzdem bei den sozialversicherungen anmelden? oder kann ich mir einfach das gehalt laut vertrag auszahlen und niemand weiß sozusagen etwas davon?

Wenn ich mir es nun recht überlege, dürfte das ja rein theoretisch nicht möglich sein da ich mir ja normal nun auch jeden monat selbst eine Lohnabrechnung erstellen muss.

Seht ihr das ist der ganze Grund warum ich mir einfach als Gesellschafter vorab Gewinnausschüttung geben möchte, einfach um diesem ganzen Zirkus zu sparen.

Ich weiß auch das ich jetzt einfach eine UG & Co. KG gründen könnte, war auch eine meiner ersten Überlegungen (und kommt vielleicht auch noch) aber ich möchte mir da erstmal das Geld für den Jahresabschluss, IHK, Buchführung usw. sparen und das erst in Angriff nehmen wenn ich so viel Gewinn mache das sich das auch lohnt.

riese
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Re: Zahlungen an Gesellschafter

Beitrag von riese » 04.10.2011, 06:24

Hallo Seb,
Dann wäre jetzt erst einmal meine Auffassung das ich auch meine Lohnsteuerklasse (1) behalte da ich ja keine Zusätzliche Lohnsteuerkarte in diesem Sinne benötige, da ich im Freibetrag bin.
auch als GF kannst Du Minijobber sein, wenn Dein Gehalt unter 400,00 € liegt. Dann wäre pauschale Lohnsteuer an die Knappschaft zu zahlen.
Ich weiß auch das ich jetzt einfach eine UG & Co. KG gründen könnte, war auch eine meiner ersten Überlegungen (und kommt vielleicht auch noch) aber ich möchte mir da erstmal das Geld für den Jahresabschluss, IHK, Buchführung usw. sparen und das erst in Angriff nehmen wenn ich so viel Gewinn mache das sich das auch lohnt
Falle! Das macht Dich steuerrechtlich zum Unternehmer. Bei Deinem Geschäftswagen wird geprüft, ob die Nutzung <50% betrieblich ist, private Telefongespräche darfst Du versteuern, wenn Du mit Lebensmitteln handelst, werden Dir Eigenverbräuche in vierstelliger Summe jährlich unterstellt usw.
Abhilfe: Bei der KG wird ein Strohmann Kommanditist und nicht Du.

Gruß
Rainer

Rhett66
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Re: Zahlungen an Gesellschafter

Beitrag von Rhett66 » 12.12.2011, 21:46

riese hat geschrieben:Hallo Seb,
Dann wäre jetzt erst einmal meine Auffassung das ich auch meine Lohnsteuerklasse (1) behalte da ich ja keine Zusätzliche Lohnsteuerkarte in diesem Sinne benötige, da ich im Freibetrag bin.
auch als GF kannst Du Minijobber sein, wenn Dein Gehalt unter 400,00 € liegt. Dann wäre pauschale Lohnsteuer an die Knappschaft zu zahlen.

Ist das denn so richtig? Ist man nicht mit seinen gesamten Einkünften aus selbstständiger und nichtselbständiger Arbeit einkommenssteuerpflichtig? Muß er nicht die 200 Euro/Monat, oder auch, wenn's nur 1 Euro wäre, in der Einkommenssteuererklärung angeben und fallen nicht selbst diese 200 Euro/Monat in die Steuerprogression?

Und ferner - wieso sollte eine Vorab-Gewinnausschüttung (was ich mich nie trauen würde, solange die Firma nicht satte Gewinne macht) steuerlich und abgabentechnisch günstiger sein? Fällt dafür nicht Kapitalertragssteuer an? Und was nicht noch alles?

Die große Frage ist doch: Wozu braucht man überhaupt eine UG, wenn man dieselben, schon vorhandenen Geschäfte doch auch als Einzelunternehmer weiterführen könnte?

Gruß Rhett

riese
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Re: Zahlungen an Gesellschafter

Beitrag von riese » 13.12.2011, 12:52

Hallo Rhett,

1 Minijob neben einem Hauptberuf ist zulässig.
Rhett66 hat geschrieben:Wozu braucht man überhaupt eine UG, wenn man dieselben, schon vorhandenen Geschäfte doch auch als Einzelunternehmer weiterführen könnte?
als Einzelunternehmer kann man Dir im Insolvenzfall die Möbel raustragen, einen Offenbarungseid erzwingen etc. Davor schützt Dich die UG. Aber charakteristisch für eine Kapitalgesellschaft ist das Festgehalt. Wer vom Überschuss leben will und dafür ein schwankendes Einkommen in Kauf nehmen will, für den ist das nicht die richtige Rechtsform.
Schlupfloch wäre aber hier die UG & Co KG. Der alte Einzelbetrieb wird als Kommanditisteneinlage in die KG eingebracht (keine Aufdeckung der stillen Reserven) und Privatentnahmen sind hier erlaubt (wenn der Gesellschaftervertrag nichts Gegenteiliges sagt). Die UG wird lediglich als "Verschlussstopfen" verwendet, damit keine natürliche Person haftet. Die UG wirtschaftet nicht, sondern lässt sich nur ihre unvermeidbaren Aufwendungen (IHK-Beitrag etc.) von der KG erstatten.

Gruß
Rainer

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Re: Zahlungen an Gesellschafter

Beitrag von Mini-GmbH » 13.12.2011, 18:39

Hallo Seb, hallo Rhett,

Rainer hat recht, so geht es und es geht gut. Ich hab' selbst eine GmbH & Co KG, also komplett analog zur UG & Co KG. Meine Gedankengänge dazu habe ich hier einmal dargelegt:
http://www.mini-gmbh.me/rechtsformen-fu ... gmbh-co-kg

Wenn dann die KG die eigentlich wirtschaftlich tätige juristische Person ist und Du durch Investitionen in der Anfangsphase einen buchhalterischen Verlust erwirtschaftest, kann übrigens ein Verlustrücktrag möglich sein. Potentiell eine große Steuersparmöglichkeit.

Was macht Deine (eigene) Firma denn inhaltlich?

Freudiger Gruß!

Timon

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