Einschätzung Haftungsrisiko / Unternehmensanteile

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czery
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Einschätzung Haftungsrisiko / Unternehmensanteile

Beitrag von czery » 16.10.2012, 11:49

Hallo Förderland,

ich bin im Moment mit zwei Kollegen in ein Projekt involviert (Mobile/Web), für welches wir nun eine Finanzierung im mittleren 6-stelligen Bereich aufgetan haben. Das ist für uns ein sehr großer Schritt gewesen und wir sind sehr froh, dass wir jetzt an diesem Punkt angelangt sind und bald mit der Entwicklung des Systems beginnen können.

Jetzt geht es natürlich um die Unternehmensgründung und Anteilsverteilung. Fest steht inzwischen Folgendes: Wir gründen eine AG, der Investor erhält eine Mehrheitsbeteiligung (mit Rückkaufoption zum Nominalwert). Wir Gründer werden eine UG als Beteiligungsgesellschaft gründen, die die restlichen AG-Anteile hält.

Einer der Gründer hat bereits AG-Gründungs- und Vorstanderfahrung und ist auch sonst ganz fit in der Unternehmensführung. Deshalb wird er auch Vorstandsvorsitzender der AG, mein anderer Kollege wird ein weiterer Vorstand sein. Das ist mir auch ganz recht so, da ich mich etwas aus dem administrativen Geschäft heraushalten möchte, um mich um die Produktentwicklung zu kümmern. Folgendes Szenario hat mir der zukünftige Vorstandsvorsitzende nun bzgl. der Aufteilung der UG (Beteiligungsgesellschaft) aufskizziert:

- Vorstandsvorsitzender der AG erhält 40 % der UG-Anteile
- anderer Vorstand der AG erhält 40 % der UG-Anteile
- Rest (=ich) erhält 20 % der UG-Anteile

=> alle Gründer haben bisher die gleiche Arbeitsleistung für das Erreichen des jetzigen Stands erbracht!

Nun wollte ich hier bei euch mal nach einer Einschätzung fragen, ob das Haftungsrisiko der AG-Vorstände so hoch ist, dass es die derartige Anteilsverteilung der Beteiligungsgesellschaft rechtfertigt. Ich hoffe, dass meine Herangehensweise hier nicht zu naiv ist. Habe leider noch keinerlei Gründungserfahrung. Kann das Haftungsrisiko nicht durch Versicherungen minimiert werden?

Vielen Dank schonmal für's Lesen
Gruß

P.S. Als Ergänzung: Wir gehen im Anfangsszenario davon aus, dass der Vorstand noch kein dickes Vorstandsgehalt bekommt.

riese
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Re: Einschätzung Haftungsrisiko / Unternehmensanteile

Beitrag von riese » 17.11.2012, 21:37

Hallo Czery,

eine UG als Mehrheitsaktionär an einer AG mit 6-stelligem Kapital? :shock: Mehr als Aktien im Wert von 24.999,00 € kann eine UG doch gar nicht erwerben.

Was soll überhaupt das Konstrukt? Wollt Ihr damit sicherstellen, dass die Aktionäre Euch nicht mit mit ihrer Mehrheit "entmachten" können? Die richtige Gesellschaftsform wäre dann die UG & Co KGaA. Kommanditisten der KG wären die Aktionäre und Komplementär (und damit die bestimmende Kraft) die UG.

Bei Eurem Konstrukt ginge die UG schon allein durch die IHK-Beiträge pleite, da diesen Kosten keine Einnahmen gegenüberstünden, während im anderen Fall eine Kostenersttung vereinbart werden könnte.

Gruß
Rainer

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