Rechtsform für zweites Unternehmen?

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Pinsel
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Rechtsform für zweites Unternehmen?

Beitrag von Pinsel » 06.06.2017, 09:56

Guten Morgen liebe Gründer und Unternehmer,

ich suche nach der richtigen Rechtsform für ein Unternehmen.

Ich habe zusammen mit einem Geschäftspartner ein Handwerksunternehmen, eine GmbH. Jetzt möchten wir ein zweites Gewerbe mit vier Angestellten starten. Wir hatten überlegt es in die GmbH zu integrieren, allerdings hat uns der Steuerberater dazu abgeraten weil es ein völlig anderes Gewerbe/Handwerk ist.

Jetzt suchen wir nach der richtigen Lösung dafür. Mein Geschäftspartner und ich werden Inhaber und Investor sein. Leiten wird den Laden seine Schwester, sie ist Meister, möchte aber nicht Inhaber sein. Daher kommt das Einzelunternehmen nicht in Frage, GbR ist auch keine Option. Bliebe noch die UG oder GmbH, hat natürlich den Nachteil der doppelten Buchführung und Bilanz usw.

Eigentlich hätte ich es am liebsten in der aktuellen GmbH. Die einmalige erforderliche Änderung der Gewerbeanmeldung usw. sollte auf jeden Fall günstiger sein als die Neugründung und jährliche Bilanz für ein zweites Unternehmen.

Vielleicht habt Ihr noch einen Tipp.

riese
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Re: Rechtsform für zweites Unternehmen?

Beitrag von riese » 07.06.2017, 14:05

Hallo Pinsel,

man sollte nie 2 Gewerbe in eine GmbH packen. Geht das eine pleite, geht das andere mit den Bach runter.

Also Neugründung einer UG/GmbH. Warum nicht Du und Dein Kumpel Gesellschafter und sie Geschäftsführerin? Wenn sie nicht an der Gesellschaft beteiligt ist, ist sie auf jeden Fall normale Angestellte (Arbeitsvertrag erforderlich) und kann nicht wegen beherrschender Stellung aus der SV fliegen.

Ich würde auch die "alte" GmbH nicht Gesellschafterin der neuen werden lassen, um "Gefahren" wie Organschaft und Konzernhaftung aus dem Weg zu gehen. Die Tatsache, dass die Gesellschafter beider Gesellschaften die gleichen natürlichen Personen sind, ist belanglos, solange keiner von ihnen selbst als Unternehmer auftritt.

Es spricht aber nichts dagegen, die Buchführung einschließlich Lohnabrechnung beider Firmen über das gleiche Programm laufen zu lassen, da nahezu alle Buchhaltungsprogramme mandantenfähig sind, so dass keine Zusatzkosten entstehen. Von einem Outsourcing der Buchhaltung ist bei einer Kapitalgesellschaft ohnehin abzuraten, da der Geschäftsführer dann für den "Mist" haftbar wäre, den ein Dritter in seinem Namen fabrizieren würde. Das gilt zumindest für die Handelsbilanz, die hier einen wesentlich höheren Stellenwert hat als die Steuerbilanz (bei EU und GbR umgekehrt).

Gruß
Rainer

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