Taxiunternehmen als LTD oder mini-GmbH?

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Heini
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Taxiunternehmen als LTD oder mini-GmbH?

Beitrag von Heini » 05.03.2012, 08:58

Moin, moin, Ihr Lieben, :)

ich möchte ein Taxiunternehmen neu gründen.

Das hatte mein Mann vorher 15 Jahre als Einzelunternehmer, und der ist durch lange Krankheit, und schlechte Beratung seitens des Steuerbüros in die Insolvenz geraten. Leider haftet er jetzt komplett mit allem was wir haben :evil:

Ich fange jetzt neu an, behalte den Namen und die Tel.Nr., und habe daher einen Start ohne Altlasten.

Ich muss mich aber echt absichern, damit nicht wieder alles komplett weg ist falls doch was schief gehen sollte. Oder die Spritpreise oder die hohen Steuern es irgendwann unrentabel machen.

Was ist in meinem Fall denn jetzt besser, eine LTD oder eine Mini GmbH :?: :?: :?:
Ich habe damit keine Erfahrungswerte, und kann mir eine Pleite echt nicht erlauben, von irgendwas müssen wir ja leben.

Problem ist auch, das es sehr schnell gehen muss, da ich die Konzessionen jetzt ab 12.03.12 schon übernehmen muss!!!

Da ich bis heute nicht wusste, ob ich die Genehmigung überhaupt bekomme, konnte ich vorher nichts wirklich anleiern.

Aber jetzt ist alles gut, und ich hoffe, einer von Euch hilft mir auf die Sprünge. Hab schon so viel drüber gelesen, aber schlauer bin ich trotzdem nicht, weil ja jeder Fall anders ist.


Liebe Grüsse, Heini :wink:

riese
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Re: Taxiunternehmen als LTD oder mini-GmbH?

Beitrag von riese » 06.03.2012, 08:25

Hallo Heini,

hier wäre auf jeden Fall die Mini-GmbH vorzuziehen - wenn nicht die richtige GmbH. Gerade bei einem Taxiunternehmen ist die Chance, sie zu einer echten GmbH zu machen, groß. Voraussetzung: Du lässt die Finger vom operativen Leasing (Mietleasing), weil die Fahrzeuge dann nie Dein Eigentum und damit nie zu Kapital würden. Das bedeutet aber auch, nicht auf eine rasche Erneuerung des Fuhrparks zu setzen, sondern die ersten Fahrzeuge solange zu fahren, bis sich die zweiten aus angesammelten Rücklagen finanzieren lassen.

Eine Ltd. dagegen zieht immer folgekosten in dreistelliger Höhe jährlich für den Provider nach sich.

Gruß
Rainer

RAKLOSE
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Re: Taxiunternehmen als LTD oder mini-GmbH?

Beitrag von RAKLOSE » 06.03.2012, 09:22

Die Thesaurierungspflicht bei der UG birgt ganz erhebliche Risiken und später aus der Ltd. eine GmbH zu machen, macht Spaß ;-)

riese
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Re: Taxiunternehmen als LTD oder mini-GmbH?

Beitrag von riese » 07.03.2012, 08:07

Hallo Raklose,
RAKLOSE hat geschrieben:Die Thesaurierungspflicht bei der UG birgt ganz erhebliche Risiken
Risiken können höchstens dann bestehen, wenn private Verbindlichkeiten drücken. Betrieblich kann das Geld ja ausgegeben werden, es darf nur nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet werden. Eine Gewinnausschüttung ist aber ohnehin nicht lukrativ, da sie quasi zu einer Doppelbesteuerung führt. Die Device bei einer Kapitalgesellschaft lautet ohnehin "GF-Gehalt hoch - Gewinn niedrig". Unabhängig von der gesetzlichen Regelung bei der UG ist es sowieso üblich, die GmbH-Gewinne auf neue Rechnung vorzutragen, also zu 100% zu thesaurieren. Bei der UG macht der Staat also nur zur Pflicht, was im Regelfall ohnehin üblich ist.

Allerdings wäre auch zu berücksichtigen, dass es 2 Sorten von UG-Gründern gibt:

1. Diejenigen, die gerne eine "echte" GmbH gegründet hätten, aber das Stammkapital von 25000,00 € weder haben noch für ihren Geschäftszweck benötigen.

2. Diejenigen, die von Herzen gerne Einzelunternehmer wären, jedoch das Haftungsrisiko scheuen. Die wollen natürlich jeden Cent, den sie mit ihrem Geschäft verdient haben, auch in ihrer Hosentasche sehen und nicht nur ein Festgehalt. An diesen Personenkreis richtet sich wohl die Vorschrift mit der Thesaurierungspflicht.

Gruß
Rainer

RAKLOSE
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Re: Taxiunternehmen als LTD oder mini-GmbH?

Beitrag von RAKLOSE » 07.03.2012, 09:20

Moin,
die Problematik habe ich einmal hier:
officeandgo.de/limited-gmbh-umwandlung/Haftungsprobleme-in-der-UG.html
geschildert.

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