UG, GmbH oder Limited & Co. KG

Alles über Rechtsformen, Rechtsformwahl und Rechtsformwandel.
Antworten
frank.karlmann
Beiträge: 13
Registriert: 06.05.2013, 13:12

UG, GmbH oder Limited & Co. KG

Beitrag von frank.karlmann » 08.05.2013, 09:55

Hallo liebe Gruenderfreunde,
hatte mich hier und da ja schon vorgstellt. Ich bin Frank und moechte mich selbststaendig machen. Mein Vetrag bei meiner jetztigen Arbeitsstelle laeuft zum 15.5 aus und bis dahin moechte ich meine Firma wenigstens gegruendet haben. Die Wahl der Rechtsform ist fuer mich wesentlich, denn Haftungsschutz ist fuer mich das A&O.
Zuviel sollte es nicht kosten, weshalb die GmbH eigentlich nur in Frage kommt, wenn sich fuer mich noch erhebliche Vorteile ergeben, die ich so bisher nicht beachtet habe.
Also eigentlich geht es um UG oder Ltd & Co. KG

Zu meinem Geschaeft:
Ich betreue als Webdesigner Kunden in ganz Deutschland (teilweise Europa) und entwickle nebenher noch ein paar Apps.
An Umsatz sollen es in etwa 60.000 pro Jahr werden. Aufgrund bisheriger Analysen scheint das realistisch.
Ich wuerde von zu Hause aus in meinem Buero arbeiten.

Ueber Meinungen und Hinweise wuerde ich mich freuen, paralles informiere ich mich natuerlich und halte euch auf dem Laufenden.

Beste Gruesse - der Frank

adecis
Beiträge: 18
Registriert: 01.05.2013, 12:32
Wohnort: Wiesbaden

Re: UG, GmbH oder Limited & Co. KG

Beitrag von adecis » 09.05.2013, 11:37

Hallo Frank,

abgesehen von den harten Fakten, die überall nachzulesen sind, würde ich die Imagewirkung der Gesellschaftsformen in die Überlegungen einbeziehen.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Rechtsform der Ltd. mittlerweile in Deutschland einen relativ schlechten Ruf hat. Die UG scheint bisher neutral bis leicht negativ bewertet zu werden. Die GmbH ist dagegen häufig sehr hoch angesehen, was sich von der Sache eigentlich nicht so recht erklären lässt. Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass man damit seit Jahrzehnten vertraut ist.

Wenn du als Ltd. firmierst, ein Mitbewerber aber als GmbH, bin ich sicher, dass dies zu deinen Ungunsten ausschlägt (zumindest bei deutschen Kunden). Es wäre bestimmt nicht das entscheidende Kriterium, aber im Geschäftsleben wird viel öfters als man denkt, nach Bauchgefühl entschieden und nicht nach Fakten. Wenn eure Angebote also ungefähr ähnlich wären, könnte dies den Ausschlag geben.

Es gibt zum Thema Imagewirkung natürlich kein richtig oder falsch, weil jeder dazu sein eigenes Gefühl und seine eigene Meinung entwickelt. Deshalb bin ich gespannt, was andere User dazu sagen werden.

Aber noch was anderes: Wenn es dir in erster Linie um die Haftungsfrage geht, lässt sich da nicht etwas mit einer guten Betriebshaftpflichtversicherung machen?

Ein Einzelunternehmen ist – gerade für Einsteiger – eine sehr praktische und flexible Form der Selbstständigkeit, die einige Vorteile gegenüber den genannten Gesellschaftsformen aufweist. Immerhin verursacht jede Art von Gesellschaft zusätzlichen bürokratischen Aufwand und teilweise erhebliche Kosten. Und das kann gerade am Anfang der Selbstständigkeit, wenn man sich eigentlich auf seine Kunden konzentrieren will, ganz schön nervig werden.

Lass‘ dich doch mal beraten, ob deine Haftungsbedenken nicht auch mit einer guten Versicherung zu lösen wären?

Viele Grüße,
Frank
http://www.adecis.de

frank.karlmann
Beiträge: 13
Registriert: 06.05.2013, 13:12

Re: UG, GmbH oder Limited & Co. KG

Beitrag von frank.karlmann » 10.05.2013, 13:13

Hallo Frank -
vielen Dank fuer deine ausfuehrliche Antwort. Das sind genau die Gedankenanstoesse die ich brauche.

Ich kann mir vorstellen, dass das Image einer Limited in Deutschland im Vergleich zu einer GmbH bei weitem nicht so gut ist. Liegt leider wohl in der Natur der Sache, dass der Gruenderkreis, der auf Anhieb 25.000 Euro aufbringen kann das ganze Vorhaben etwas ernsthafter betreibt.

Ganz auf die Limited wollte ich nicht zurueck greifen, aus vielen verschiedenen Gruenden.

Als Einzelunternehmer moechte ich definitiv nicht gruenden. Ich habe da einige Erfahrung aus dem Bekanntenkreis mitbekommen und teilweise selber zu spueren bekommen. Das moechte ich nicht nochmal erleben, deswegen muss es auf jeden Fall mit Haftungsschutz seitens der Gesellschaft sein. Versicherung haben oft auf entsprechende Klauseln oder sehr strenge Voraussetzungen, die einem das Leben schwer machen.

Wie ich nun ueber den Feiertag in Erfahrung bringen konnte scheint die steuerliche Seite mit einer Co. KG wirklich so zu laufen. Also unabhaengig ob eine GmbH & Co. KG oder Ltd. & Co. KG ergeben sich hier steuerliche Vorteile die ich auf jeden Fall nutzen moechte. Keine Koerperschaftssteuer und der entsprechende Gewerbesteuerfreibetrag (24.500) sind Vorteile die oft untergehen. Oder hat irgendjemand negative Erfahrungen damit gemacht? Verstehe gar nicht warum diese Rechtsform nicht oefter gewaehlt wird.

Werde mich am Wochenende jetzt mal noch mit verschiedenen Anbietern auseinandersetzen und mich auf den Websites einlesen.

Wuerde mich freuen wenn der ein oder andere noch Hinweise hat, Sachen die ich soweit nicht bedacht habe.

Danke schonmal vorab und euch allen ein schoenes Wochenende.

Der Frank

riese
Beiträge: 863
Registriert: 29.07.2007, 22:50

Re: UG, GmbH oder Limited & Co. KG

Beitrag von riese » 12.05.2013, 22:06

Hallo Frank,
frank.karlmann hat geschrieben:Keine Koerperschaftssteuer und der entsprechende Gewerbesteuerfreibetrag (24.500) sind Vorteile die oft untergehen. Oder hat irgendjemand negative Erfahrungen damit gemacht? Verstehe gar nicht warum diese Rechtsform nicht oefter gewaehlt wird.
ganz vorsichtig. Die 24500,00 € Freibetrag sind im A..., wenn Du als GF gleichzeitig Kommanditist der KG bist, weil dann Dein GF-Gehalt - egal ob es unmittelbar durch die KG gezahlt wird oder mittelbar durch die GmbH/UG, die dafür eine Verwaltungsvergütung erhält - in gewerbliche Einkünfte umqualifiziert wird. Faktisch erhöht sich dadurch der Gewinn der KG und damit der gewerbesteuerpflichtige Umsatz um diesen Betrag. Umgehen kannst Du das, indem Du einen Strohmann als Kommanditisten wählst, aber gerade bei der UG & Co KG steckt das Kapital ja in der Kommanditisteneinlage. Auch ist zu berücksichtigen, dass die Körperschaftssteuer mit pauschal 15 % günstiger ist als die Einkommensteuer mit ihrem progressiven Steuersatz, der erst bei 22,5% beginnt.

Ob die GmbH/UG oder die Co KG die steuerlich günstigere Alternative ist, richtet sich in der Regel nach dem Umsatz, der Höhe des GF-Gehaltes und der Frage, ob Du Dich mit dem GF-Gehalt als Einkommen begnügen oder die nach Abzug des GF-Gehaltes verbleibenden Gewinne noch obendrein absahnen willst. Bei der UG drängt sich die Thesaurierung ja schon auf.

Mit einer Haftpflichtversicherung kannst Du Dich als GF nahezu vollständig absichern, als Einzelunternehmer jedoch nicht, weil die Versicherung nur bei Deinem Zutun zahlt, nicht bei äußeren Einflüssen auf das Unternehmen. Das Einzelunternehmen ist übrigens die einzige Rechtsform, wo die Haftung in beiden Richtungen läuft. Rennst Du beim Wintersport auf der Piste jemanden über den Haufen und der kommt dabei zu Tode (wie bei diesem Althaus), kann man dafür ohne weiteres in Dein Einzelunternehmen vollstrecken; passiert das aber dem Gesellschafter einer oHG oder dem Komplementär einer KG, ist das Geschäftsvermögen hier vor Pfändungen geschützt (die Haftung ist hier eine Einbahnstraße). Das einer UG/GmbH natürlich auch.

Gruß
Rainer

frank.karlmann
Beiträge: 13
Registriert: 06.05.2013, 13:12

Re: UG, GmbH oder Limited & Co. KG

Beitrag von frank.karlmann » 13.05.2013, 11:46

Hallo Rainer,

vielen Dank für deine Hinweise - auch bei den anderen Posts. So bekommt man einfach immer nochmal eine andere Perspektive vor Augen geführt und denkt dadurch an Sachen, die man vorher so nicht bedacht hat.

Bei mir wird es jedoch so sein, dass ich mir überhalb meines Geschäftsführergehalts nichts auszahlen möchte, sondern das dann lieber in die Firma investiere. Sowas ist ja auch immer ein eigenes Baby, eine Existenzgründund und für mich wäre es das Grösste wenn das alles funktioniert und ich weiter wachsen könnte.

Was nun die konkrete Rechtsformwahl angeht, so habe ich mich nun ein wenig auf die Ltd & Co. KG eingeschossen. Unter Strich ergeben sich für mich hier einfach die meisten Vorteile dich ich so mit einer deutschen Rechtsform nicht bekomme - wenn man alles zusammenzählt. Aber das ist ein Stück weit natürlich auch immer eigene Präferenz und nicht einfach so festzulegen.

Ich habe mich am Wochenende nun mal nach Anbietern umgeschaut. Bei Interlimited bin ich bei google zuerst gelandet, die haben eine sehr übersichtliche Website und viele Informationen.

Danach bin bei Panlegis gelandet. Dort habe ich am Samstag Infos angefordert. Prompt haben Sie sich heute morgen bei mir gemeldet. In einem Gespräch von etwa 15 Minuten wurde auf mich eingegangen und mir genau erklärt wie alles ablaufen wird. Gut gefallen hat mir hier, dass Panlegis wohl viel Erfahrung auf dem Gebiet hat und sehr viele Gründungen durchführt. Die würden auch weiterhin alle Sachen in England für mich übernehmen, was mir sehr wichtig ist, denn ich spreche und schreibe nichts das beste Englisch - es reicht für das Wesentlichste.

Gerade habe ich von meinem Berater nochmal eine Mail bekommen in der er meinen Fall nochmal besprochen hat und alles erklärt. Ich überlege jetzt heute nochmal und werde mich dann aber morgen entscheiden.
Preislich lagen die bei 659 euro - ein fairer preis in meinen augen.

Soweit das Update - melde ich dann bestimmt die nächsten Tage wieder bei euch und halte euch auf dem Laufenden....
bis dahin
der frank

frank.karlmann
Beiträge: 13
Registriert: 06.05.2013, 13:12

Re: UG, GmbH oder Limited & Co. KG

Beitrag von frank.karlmann » 15.05.2013, 09:16

Hallo liebe Gründerfreunder,
es gibt Neuigkeiten - es geht vorwärts und zwar in großen Schritten.

Meine Gesellschaft ist gegründet, ich habe mich nun für die Limited & Co KG entschieden, mit dem Angebot das ich von Panlegis bekommen habe.

Überzeugt hat mich dabei insbesondere, dass ich Haftungsmässig mit der Limited in England alles claer habe und mich da um nichts kümmern muss (das übernehmen die Jungs von Panlegis) und in Deutschland einfach mit der KG relativ unkompliziert alles erledigen kann.
Die Gründungsurkunde meiner Limited habe ich schon vorliegen *stolz*, da waren die relativ fix. Ich hatte am Montag morgen dann alles fertig gemacht und via Kreditkarte bezahlt und am nach 3 Stunden hatte ich die ersten Unterlagen schon per mail. Hätte ich nicht gedacht, dass das so schnell und einfach ist. Mit einer GmbH oder einer UG wäre das nicht so schnell gegangen.

Die anderen Unterlagen werden noch für mich angefertigt und die bekomme ich dann alle. Termin beim Notar in 2 Wochen habe ich auch schon, für die Eintragung der KG, dann kann ich mal optimistisch schätzen, dass ich ab JUNI mit der ltd&co kg loslegen kann und werde.

Ich bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung, werde ich weiter auf dem laufenden halten was die Eintragung und später natürlich das handling angeht.

Bis bald - der Frank

frank.karlmann
Beiträge: 13
Registriert: 06.05.2013, 13:12

Re: UG, GmbH oder Limited & Co. KG

Beitrag von frank.karlmann » 28.05.2013, 11:34

Hallo Miteinander.
Jetzt ist es vollbracht!
Gestern war der Termin beim Notar für die KG-Eintragung, mit den Unterlagen die ich von Panlegis bekommen habe war das relativ problemlos. Der Notar hat mir schön bestätigt, dass die Sudelei auf dem Papier auch von mir stammt und trägt die KG nun ins Handelsregister ein. Dass das alles so einfach geht, hätte ich ja nicht gedacht.
Auf jeden Fall habe ich jetzt meine Limited & Co. KG entsprechend wie ich sich haben wollte. Das Zertifikat, dass mit meiner Firma alles im Reinen ist kommt auch noch. Ich bin sehr zufrieden.
Wenn es dann an die Buchhaltung und Abschlüsse geht wird sich die KG dann hoffentlich doppelt auszahlen. In England muss ich ja nichts machen und die KG ist als Personengesellschaft ja echt nicht der Riesenaufwand. Am Schluss nochmal den Steuerberater über alles drüberschauen lassen und auf Form bringen lassen und dann ist das gröbste ja schon durch.

Die zwei Kunden die ich bisher gefragt habe (beides kleinere Aufträge), was sie von meiner Rechtsform halten, haben sich nicht sonderlich dafür interessiert. Es würde sie auf jeden Fall nicht stören, hauptsache ich würde meine Arbeit gut machen.

Alles in allem bin ich also sehr positiv gestimmt und kann eine Limited& Co. KG empfehlen, gerade diejenigen, die sich mit einer reinen Limited vielleicht etwas unwohl fühlen.
Sollte es mir dann mal nicht mehr passen, schließe ich die LTD eben wieder und schwenke doch noch auf die UG oder GmbH um, auch wenn ich mir das bisher nicht vorstellen kann.

Falls sich irgendwann nochmal etwas interessantes ergeben würde, melde ich mich wieder. Sonst erstmal alles Gute!

Nichtverstehe
Beiträge: 2
Registriert: 03.10.2017, 19:39

Re: UG, GmbH oder Limited & Co. KG

Beitrag von Nichtverstehe » 03.10.2017, 19:55

Sehr gut, aber ich habe eine allgemeine Frage, also ich kenne zwei tolle Menschen, die haben ein Patent inne und das seit über zwei Jahren bereits und kommen nicht in die Pötte, einmal sind es angeblich Bildrechte, angeblich mal wieder was anderes. Zur kurzen Erklärung, mein Bekannter hatte die Idee, es ist selbst Unternehmensberater, er meldete die Idee mit seinen Freund an der ist Programmierer und mein Bekannter braucht eben einen Programmierer. So nun aber, anstatt beide nun anfangen, kommt der Programmierer immer wieder mit 1000 von Ausreden, nun aber dass wichtigste, man machte eine LTD auf, weil es die beste Alternative ist, nun kommt der Programmierer als, er will was anders machen, na gut gehen beide zum Steuerberater und der sagte LTD ist nichts, man zahle wahnsinnige viele Steuern und wegen den Angelsächsischen Gesetz, also beide sollen eine UG machen und die LTD zu machen. Beide UG beziehen die Rechte des Patentes und dazu soll eine GmbH gemacht werden, das sei besser, mein Bekannter sagte was soll denn dass ganze bitte und warum ist eine LTD nicht in Ordnung? Nun meine Frage was denkt Ihr denn darüber, ich denke hier will der STB und der Programmierer erst meinen Bekannten über den Tisch ziehen und später der STB den Steuerberater. Bitte um Eure Meinungen, danke Euch.

BWL kompakt - die Assistenz als Wirtschaftsprofii
Antworten

Zurück zu „Rechtsformen und Rechtsformwahl“