UG (Haftungsbeschränkt) & Co KG - Einnahme - Überschuss Rech

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Unternehmer2012
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UG (Haftungsbeschränkt) & Co KG - Einnahme - Überschuss Rech

Beitrag von Unternehmer2012 » 29.08.2012, 15:23

Wenn eine UG (Haftungsbeschränkt) & Co KG unter 500 000 .- € Umsatz erzielt müsste doch für den Jahresabschluss eine Einnahme - Überschuss Rechnung ausreichen.

Das würde doch dann für die Personengesellschaft ( & Co KG ) sprechen, da dieser Jahresabschluss deutlich einfacher zu erstellen ist als eine Bilanz bei der Kapitalgesellschaft (UG)
Was sich auch in den Kosten beim Steuerberater niederschlagen würde.

Stimmt das so?

Viele Grüße

Anja

nurpo
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Re: UG (Haftungsbeschränkt) & Co KG - Einnahme - Überschuss

Beitrag von nurpo » 30.08.2012, 07:53

Es müssen bei dieser Konstelation allerdings 2 Abschlüsse gemacht werden.

Einer für die Kapitalgesellschaft (die UG) und einer für die Personengesellschaft (KG).

Kann sich natürlich trotzdem lohnen, weil der UG Abschluss dann nicht sehr aufwendig sein sollte.

riese
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Re: UG (Haftungsbeschränkt) & Co KG - Einnahme - Überschuss

Beitrag von riese » 30.08.2012, 10:49

Unternehmer2012 hat geschrieben:Wenn eine UG (Haftungsbeschränkt) & Co KG unter 500 000 .- € Umsatz erzielt müsste doch für den Jahresabschluss eine Einnahme - Überschuss Rechnung ausreichen.
Schau mal in § 241 a und § 238 Abs. 1 HGB. Eine KG ist eine Personengesellschaft und kein Einzelkaufmann! Daher greift § 241a hier nicht. Eine KG ohne natürliche Person ist sogar veröffentlichungspflichtig. Niemals darf eine EÜR zum Bundesanzeiger gesandt werden! Eine solche darf ausschließlich fürs Finanzamt erstellt werden.
nurpo hat geschrieben:Kann sich natürlich trotzdem lohnen, weil der UG Abschluss dann nicht sehr aufwendig sein sollte.
Richtig. Die UG kann man hier "schlafend" stellen, d.h. im Gesellschaftsvertrag der KG wird eine Bestimmung aufgenommen, dass die KG der UG sämtliche Aufwendungen zu erstatten hat, solange sie ausschließlich die formelle Komplementärfunktion ausübt. Aufwand der UG sind dann (bei 300,00 € Stammkapital):
- IHK-Beitrag (ca. 160,00 €)
- Körperschaftssteuer (1,05 €)
- Zinsabschlagssteuer und Soli (16 Cent)
- Veröffentlichungsgebühr des Bundesanzeigers (39,00 €)
Einnahmen sind:
- Zinsen (ca. 45 Cent)
- Kostenerstattung durch KG: 200,21
Die Komplementär-UG braucht kein Girokonto, sondern nur ein Anlagekonto für das Stammkapital (z.B. Sparbuch). Der Zahlungsverkehr wird über das Girokonto der KG abgewickelt (Forderungen/Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen). Ein Steuerberater ist bei den Umsätzen auch rausgeschmissenes Geld; Du brauchst nur ein mandantenfähiges Buchhaltungsprogramm, in dem Du einen Mandanten für die UG und einen für die KG anlegst. Höchstens im 1. Jahr lässt Du Dir von einem SB die Körperschaftssteuererklärung machen - im Folgejahr schreibst Du sie mit den aktuellen Zahlen ab. Die UG kann die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, zumal sie außer bei der Rechnung vom Bundesanzeiger sowieso keine Kosten hat, von denen sie Vorsteuer ziehen könnte. :lol:

Gruß
Rainer

Unternehmer2012
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Re: UG (Haftungsbeschränkt) & Co KG - Einnahme - Überschuss

Beitrag von Unternehmer2012 » 03.09.2012, 15:07

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Zusammenfassend um sicher zu gehen die Sache richtig verstanden zu haben.

Man könnte die UG "schlafend stellen" und hat dadurch hier einen unkomplizierten Jahresabschluss.

Bei der KG könnte einen Jahresabschluss mittels der Einnahme Überschuss Rechnung erstellen.
Was den Jahresabschluss auch sehr errleichtert. (Hier bin ich mir nicht ganz sicher ob ich das richtig verstanden habe :oops:

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist eine UG & CO KG der reinen UG für kleine Firmengründer wie mich der reinen UG vorzuziehen.

Viele Grüße

Anja

frage_n
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Re: UG (Haftungsbeschränkt) & Co KG - Einnahme - Überschuss

Beitrag von frage_n » 04.09.2012, 07:36

Unternehmer2012 hat geschrieben:Bei der KG könnte einen Jahresabschluss mittels der Einnahme Überschuss Rechnung erstellen.
Was den Jahresabschluss auch sehr errleichtert. (Hier bin ich mir nicht ganz sicher ob ich das richtig verstanden habe :oops:
Nein!
Auch für die KG muss bilanziert werden inkl. Jahresabschluss und Einreichung beim eBundesanzeiger.

Vielleicht solltest du erstmal die eine Baustelle sauber abschließen bevor du dich in neue Sachen verrennst, mit denen du dich noch nicht wirklich befasst hast.

Unternehmer2012
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Re: UG (Haftungsbeschränkt) & Co KG - Einnahme - Überschuss

Beitrag von Unternehmer2012 » 04.09.2012, 08:44

Hallo frage_n

vielen Dank für Deine Antwort.
Da mit ich manche Sachen besser verstehe, bin ich ja auch sehr froh das es dieses Forum gibt.
Speziell durch Rainer durfte ich bisher sehr viel lernen. :D
Es ist nicht so, dass hinter jeder Frage eine praktische Anwendung steht.
Oft bin ich auch nur daran interessiert, wie sich die Sache theoretisch verhalten würde. :mrgreen:

Viele Grüße

Anja

riese
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Re: UG (Haftungsbeschränkt) & Co KG - Einnahme - Überschuss

Beitrag von riese » 04.09.2012, 13:18

Hallo Anja,

grundsätzlich gilt: Regelfall = Bilanzierung, Ausnahme = EÜR

Voraussetzungen für EÜR:
1. Einzelbetrieb, GbR oder e.V.
2. Es wird nur ein Abschluss fürs Finanzamt benötigt, nicht für andere (Bank, Bundesanzeiger etc.)
3. Es besteht auch kein Interesse an einer Handelsbilanz
4. Es werden bestimmte Umsatzgrößen nicht überschritten

Macht Dir z.B. die Bank die Bearbeitung eines Kreditantrages von der Vorlage einer Bilanz (zur Bonitätsprüfung) abhängig, kannst Du Deine EÜR vergessen - auch fürs Finanzamt. Merke: Immer wenn Du zum Notar gehst, um eine Gesellschaft zu gründen, die ins Handelsregister eingetragen werden soll, ist diese bilanzierungspflichtig. Eine ins Handelsregister eingetragene Gesellschaft mit EÜR gibt es nicht!

Gruß
Rainer

mariamarry
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@Riese

Beitrag von mariamarry » 24.11.2012, 10:01

Hallo,

ja, ich wollte mich auch bei Rainer bedanken, auch wenn ich im Augenblick nur stillschweigend mitlese.
Und ein wenig Feedback geben: Die 1.Idee zur GmbHCoKG habe ich allerdings verworfen, weil das Ausmass der doppelten Umweltkatastrophen mittlerweile riesig ist (Japan: Erdbeben und Flutwelle). Und mehr möchte ich nicht dazu schreiben.

Aber es gibt ja noch weitere Ideen, die noch "weiterleben".
Was mich ein bisschen an der GmbH oder an den Gesellschaften stört, ist, und das hast du in einem anderen Threat betont Rainer, die angestrebte Langlebigkeit. Das klingt nach 100 Lebensjahren für eine GmbH :lol: . Aber möglicherweise meinst du auch nur 20 Lebensjahre ?

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