UG Krankenversicherung

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Rolexx7
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UG Krankenversicherung

Beitrag von Rolexx7 » 08.01.2016, 18:55

Hallo...
Ich hätte ein paar Fragen bezüglich einer UG.

Da ich in der Entwicklungsphase einer App bin und dazu noch Schüler, wollte ich nachfragen wie das mit der Krankenversicherung bezüglich UG ist.

Muss ich mich privat versichern, wenn ich eine UG ins Leben rufe oder kann man bei den Eltern noch Familienversichert sein?

Liebe Grüße
und Danke im voraus

riese
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Registriert: 29.07.2007, 22:50

Re: UG Krankenversicherung

Beitrag von riese » 11.01.2016, 14:03

Hallo Rollex,

wer soll Gesellschafter und wer Geschäftsführer der UG sein? Es gibt ein Statusfeststellungsverfahren und den Begriff "Beherrschender Einfluss auf das Unternehmen".

Du bist z.Zt. Student und familienversichert. Wenn Dich die Tätigkeit in der UG keine 20 Stunden in der Woche in Anspruch nimmt, ändert sich daran auch nichts.

Problem ist nur, wenn die GF-Tätigkeit über 20 Stunden hinausgeht oder das Einkommen daraus eine bestimmte Höhe überschreitet. Dann wäre Essig mit Familienversicherung.

Das Musterprotokoll sieht ja bis zu 3 Gesellschaftern und nur einen GF vor. Aus gutem Grund. Machst Du z.B. Deine Eltern zu je 40% zu Gesellschaftern und Dich selbst nur zu 20% (oder lässt Dich selbst außen vor - dann bist Du Fremdgeschäftsführer), wärest Du pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei einem niedrigen Gehalt wären auch die Beiträge niedrig. Auch Minijob (bis 450,00 €) oder Gleitzone (451,00 - 850,00 €) wären möglich.

Übst Du einen beherrschenden Einfluss auf das Unternehmen aus (mehr als 49,99 % der Anteile oder mehr als eine Sperrminorität), fliegst Du aus der SV und müsstest Dich selbst versichern (privat wäre am günstigsten). Auch ein Minijob wäre nicht möglich. Also nicht so "anteilssüchtig" sein!

Noch wichtig: Nicht der Gewinn des Unternehmens ist hier interessant, sondern das Gehalt, das Du als GF bekommst. Deshalb ist ganz wichtig, dass hier nicht das Geld für ein Lohnabrechnungsprogramm gespart (SAGE-Online ist möglich und hier auch am günstigsten) und nicht auf irgendwelchen manuelle Verfahren zurückgegriffen wird, das nicht in der Lage ist, eine Entgeltabrechnung im Sinne der Entgeltbescheinigungsverordnung zu erzeugen. Denn diese und nur diese ist Dein Einkommensnachweis - nicht irgendwelche Bilanzen oder handschriftlich erstellte Bescheinigungen!

Gruß
Rainer

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