Umwandlungsmöglichkeiten Einzel-UN -> UG oder GmbH

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ManuCiao
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Umwandlungsmöglichkeiten Einzel-UN -> UG oder GmbH

Beitrag von ManuCiao » 19.11.2012, 18:12

Hallo zusammen,

Seit ein paar Jahren bin ich als Einzelunternehmer tätig und biete Dienstleistung (Fotografie) an.

Nun möchte ich eine GmbH oder UG gründen. Vom Auftreten her würde ich eine GmbH bevorzugen, wenn das mit vertretbarem Aufwand (also keine Mehrkosten von tausenden Euros..) möglich ist.

Wie gehe ich dabei am besten vor? Ich könnte zwar eine Bargründung mit 12500 eur machen, müsste ja dann aber gleich die Einzelunternehmung ((nur?) das Anlagevermögen, ungefähr 20 000) aufkaufen -> verschleierte Sach- oder Nachgründung.

StB empfahl, mit zB 100.- eine UG zu gründen, dann mittels gesellschafterdarlehen die Einzel-UN kaufen.

Eine saubere Möglichkeit direkt zur GmbH sei anscheinend, von einem RA eine bestehnde GmbH (natürlich nur eine "jungfräuliche", die nur "auf Halde" lag) zu erwerben. Fragt sich aber, was das für overheadkosten (mit was sich der RA meine Vorteile die ich ja daraus habe) bezahlen lässt.


Was meint ihr?

riese
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Re: Umwandlungsmöglichkeiten Einzel-UN -> UG oder GmbH

Beitrag von riese » 19.11.2012, 19:27

Was Dein kluger Steuerberater da empfiehlt, führt zur Aufdeckung der stillen Reserven beim Einzelbetrieb, über die das Finanzamt lacht. Außerdem besteht die Gefahr der Überbewertung. Und für das Darlehen müssen Zins und Tilgung gezahlt werden. Außerdem haftest Du für Restverbindlichkeiten aus dem Einzelunternehmen, während die UG von den Verbindlichkeiten des EU befreit wäre. Den StB sollte man in die Wüste schicken, denn der soll sich mal sein Lehrgeld wiedergeben lassen.

UG gründen mit 100,00 € Bargeld ist ok.
Danach machen UG und Einzelunternehmer einen Vertrag, in dem vereinbart wird, dass das Einzelunternehmen mit Wirkung vom...
1. als Kapitalrücklage
2. zu Buchwerten
in die UG eingebracht wird. Nur so wird die UG Rechtsnachfolgerin des Einzelunternehmens. Eine Einbringung als Stammkapital ist rechtlich nicht möglich, weil es sich um eine Sacheinlage handeln würde und das Stammkapital einer UG nicht aus Sacheinlagen bestehen darf. Fehlt der Zusatz "zu Buchwerten", würde das Finanzamt eine Neubewertung des Vermögens und Aufdeckung der stillen Reserven führen, die der Einzelunternehmer zu versteuern hätte.

Druck das Posting mal aus und zeig es Deinem klugen StB. :lol:

Gruß
Rainer

ManuCiao
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Re: Umwandlungsmöglichkeiten Einzel-UN -> UG oder GmbH

Beitrag von ManuCiao » 19.11.2012, 23:28

hi Rainer, danke für deine Antwort. Das wäre also der für eine UG gangbare weg.

Was würdest du für den direkten Weg zur GmbH empfehlen?

RAKLOSE
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Re: Umwandlungsmöglichkeiten Einzel-UN -> UG oder GmbH

Beitrag von RAKLOSE » 20.11.2012, 08:47

Sacheinlage in die UG geht auch dann, wenn damit sofort die 25.000 erreicht werden.

Steuerrechtlich geht Buchwert und handelsrechtlich z.B. geeigneter Zwischenwert. So geht das steuerneutral und verschafft trotzdem u.U. viel Kapitalrücklage.

Für die GmbH hatte ich das in dem anderen Tröt beschrieben.

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