Verluste in Vorgründungsphase und Rechtsformwahl

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aebre
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Verluste in Vorgründungsphase und Rechtsformwahl

Beitrag von aebre » 17.02.2013, 10:37

Hallo zusammen!

Ich möchte nebenberuflich ein Unternehmen gründen. Ein weiterer Partner stände dazu bereit (z.B. für GbR), der aber von mir als Einzelunternehmer auch angestellt werden könnte.
Wichtig: Die zweite Person hat in den vergangenen 2 Jahren jedoch viel Geld in eine erste Ausbildung gesteckt (Steuererklärung ist noch offen), die inhaltlich genau in die Richtung des Unternehmenszweck gehen würde.

Bei der Abwägung zwischen Einzelunternehmer mit Angestelltem und Personengesellschaft mit zwei Gesellschaftern interessiert mich vor allem Folgendes:
1. Vor allem in den Anfangsjahren sollen Verluste zu einem möglichst großen Teil mit Einkommen aus meinem aktuellen Angestelltenverhältnis verrechnet werden (die zweite Person hat ein solches EK nicht). Kann ich dies auch bei einer Personengesellschaft wie einer GbR erreichen? Oder würden die GbR-Verluste auf die Gesellschafter aufgeteilt werden und ich könnte nicht alle Verluste mit meinem EK als Angestellter verrechnen? Wie werden Verluste zwischen zwei Gesellschaftern aufgeteilt?
Wie müssten die Anteile an einer GbR gestaltet sein, um hier möglichst viel Steuern zu sparen?

2. Die Kosten aus der Ausbildung der zweiten Person sollen ebenfalls gewinnmindernd wirken (und idealerweise auch mit meinem Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit verrechnet werden). Wie müsste eine Gesellschafts-Konstellation aussehen, um dies erreichen zu können?
Könnte man diese Kosten der zweiten Persno auch irgendwie als Verluste bei mir als Einzelunternehmer (mit einem Angestellten) verrechnen, obwohl diese vor Gründung anfielen und die Rechnungen auf diese o.a. zweite Person (potentieller Partner oder Angestellter) ausgestellt wurden?

Welche Rechtsform (Einzelunternehmen o. Personengesellschaft) wäre aus o.a. Aspekten die beste Wahl?
Vielen Dank!

riese
Beiträge: 863
Registriert: 29.07.2007, 22:50

Re: Verluste in Vorgründungsphase und Rechtsformwahl

Beitrag von riese » 17.02.2013, 19:13

Hallo Aebre,

in Deinem Fall würde sich die UG & Co KG anbieten. Gründung mit 2 Gesellschaftern und höchstens 100,00 € Stammkapital.

Gründung der KG mit der UG als Komplementärin und den gleichen Personen als Kommanditisten. Die Kommanditeinlage kann auch in Form der Einbringung eines bereits bestehenden Einzelbetriebes erfolgen (Verschmelzung nach §1 Umwandlungsgesetz).

Die UG wird nicht am Kapital und Gewinn der KG beteiligt und schlafend gestellt, d.h. durch den KG-Vertag wird geregelt, dass die KG der UG sämtliche Kosten ersattet, die ihr kraft Gesetzes entstehen (IHK-Beitrag, Körperschaftssteuer im einstelligen Bereich, Kosten der Veröffentlichung des JAB im Bundesanzeiger).

die KG ist als Personengesellschaft nicht einkommen- oder körperschaftssteuerpflichtig. Der Gewinn oder Verlust wird im Rahmen der gesonderten und einheitlichen Feststellung auf die einzelnen Gesellschafter verteilt, die ihrerseits anteilig Einkünfte aus gewerblicher Tätigkeit haben. Im Gesellschaftervertrag kann festgelegt werden, dass die Gewinnverteilung nicht festgezurrt wird, sondern jährlich durch Gesellschafterbeschluss erfolgt. Dann kannst Du Deinen Vorstellungen Rechnung tragen.

Gruß
Rainer

mariamarry
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Registriert: 10.05.2010, 21:07

Re: Verluste in Vorgründungsphase und Rechtsformwahl

Beitrag von mariamarry » 21.02.2013, 17:20

Hallo Rainer,

irgendwie klappt das bei mir mit der PN nicht so, wie ich mir das vorstelle, daher meine Frage an dich:
In welcher Stadt bist du und was machst du beruflich, bietest du eine Beratungsdienstleistung an ?

Grüsse

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