Welche Rechtsform

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IcemanRulez
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Welche Rechtsform

Beitrag von IcemanRulez » 03.04.2013, 20:14

Hallo zusammen,

ich stehe momentan vor folgendem Problem!

Ich möchte ein Nebengewerbe anmelden, Hauptberuflich verdiene ich 75.000 Brutto als Angestellter diesen Beruf werde ich definitiv weiterhin ausführen! Jetzt habe ich gleichzeitig die Chance ein Nebengewerbe (Handel) anzumelden und rechne mit einen Umsatz von 150.000 EUR und einem Gewinn von 70.000 EUR welche Rechtsform wäre am besten für mich geeignet, um am meisten Steuern zu sparen und gleichzeitig viel zu verdienen? Das Risiko und Kapitalaufwand ist gering! Eine GmbH würde aufgrund der Einlage noch nicht in Frage kommen!

Vielen Dank für Eure Antworten!

Gruss Iceman

riese
Beiträge: 863
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Re: Welche Rechtsform

Beitrag von riese » 07.04.2013, 19:46

IcemanRulez hat geschrieben:Eine GmbH würde aufgrund der Einlage noch nicht in Frage kommen!
Eine GmbH mit 25000,00 € Eigenkapital nicht, aber die UG (die Mini-GmbH). Aber nicht mit dem lächerlichen 1 € Stammkapital, sondern zahle das ein, was Du wirklich an Startkapital benötigst und lass das vom Notar so beurkunden.

Gruß
Rainer

Dorelle
Beiträge: 6
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Re: Welche Rechtsform

Beitrag von Dorelle » 09.04.2013, 10:54

Würde meinem Vorredner da zustimmen. Man ist hinterher auch besser abgesichert, wenn ein Notar das Ganze bestätigt. Alleine wegen der Haftung ist das schon einmal eine gute Sache.

frank.karlmann
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Re: Welche Rechtsform

Beitrag von frank.karlmann » 07.05.2013, 08:59

Ich wuerde in jedem Fall darauf achten, dass du haftungsmaessig auf der sicheren Seite bist. Man weiss nie, ob die Sachen so rund laufen, wie man sich das vorstellt und wuenscht und dann ist es gut wenn man privat und arbeit rechtlich voneinander getrennt hat.
Wie du das dann konkret ausgestaltest ist ja auch nochmal eine andere Sache. Ich denke gerade auch ueber die Gruendung einer UG nach, da fuer mich die Gmbh ebenfalls aufgrund des Gruendungskapitals rausfaellt. Mich stoert bei der UG aber, dass du die ersten Jahre regelrecht beschnitten wirst was dein Gewinn angeht. Gerade am Anfang moechte man ja vielleicht noch etwas investieren und dann sind 25 % vom Gewinn nicht wenig.
Ich werde mich in jedem Fall nach Alternativen umschauen und informiere mich jetzt mal richtung limited in England, wobei ich da nicht weiss inwiefern das Ansehen der Firma leidet - wenn es von Bedeutung ist. Aber da gibt es ja auch Loesungen beispielsweise mit einer ltd und Co kg. Kenne mich da aber auch nicht aus. Werde mich in den naechsten Tagen aber dann genauer informieren und euch hier auf dem laufenden halten.

riese
Beiträge: 863
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Re: Welche Rechtsform

Beitrag von riese » 12.05.2013, 22:25

Hallo Frank,
frank.karlmann hat geschrieben:Mich stoert bei der UG aber, dass du die ersten Jahre regelrecht beschnitten wirst was dein Gewinn angeht. Gerade am Anfang moechte man ja vielleicht noch etwas investieren und dann sind 25 % vom Gewinn nicht wenig.
hier ist noch ein kleiner Gedankenfehler. Während der Unternehmer vom Gewinn lebt, lebt der Geschäftsführer von dem Gehalt, das er sich vorher selbst genehmigt hat. Der Gewin einer Kapitalgesellschaft fällt also niedriger aus als der eines Einzelbetriebes, weil das GF-Geahalt ja schon als Betriebsausgabe zu Buche geschlagen ist. Gewinnentnahmen sind hier steuerlich nicht lukrativ, weil sie doppelt besteuert würden (Körperschaftssteuer auf Gesellschaftsebene und Einkünfte aus Kapitalvermögen auf Gesellschafterebene). 100 % Thesaurierung (Vortrag auf neue Rechnung) von Gewinnen und Verlusten ist hier der Regelfall. Am luktarivsten wäre es deshalb, das GF-Gehalt so zu kalkulieren, dass kein Gewin mehr übrigbleibt, der der Körperschaftssteuer zu unterwerfen wäre. Allerdings kennt das Finanzamt bei Betriebsprüfungen das Instrument der "verdeckten Gewinnausschüttung", welches zur Anwendung kommt, wenn das GF-Gehalt höher festgesetzt wird als branchenüblich. Deshalb sind die 25 % Zangsthesaurierung nur bei Betrieben mit Fremdgeschäftsführer (wo GF und Gesellschafter - Geldgeber - nicht die gleichen Personen sind) ein echtes Schreckgespenst, denn die Gesellschafter wollen ja von den Gewinnausschüttungen profitieren).

Gruß
Rainer

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