Brauche bitte Ratschläge

Alles über eigene Zahlungsschwierigkeiten, nicht bezahlende Kunden, Insolvenz, Liquiditätsprobleme, Inkasso etc.
Antworten
Kaffeemaus
Beiträge: 3
Registriert: 28.01.2011, 19:07

Brauche bitte Ratschläge

Beitrag von Kaffeemaus » 28.01.2011, 20:35

Ich habe Ihre interessante Seite über Google gefunden, da ich große Probleme habe.

Ich möchte Ihnen nunmehr meine Vorgeschichte schildern, die weit zurückreicht:


Bereits im Jahr 1981 bin ich nach dem Tod meiner Großmutter in die elterliche Bauunternehmung, die als ohG firmierte als untätige Teilhaberin eingestiegen. Wir waren 2 Gesellschafter, nämlich mein mittlerweile verstorbener Vater und ich. Ich war nicht in der Firma tätig, weil ich seinerzeit auf dem Weg war Justizbeamtin zu werden, was ich dann letztlich auch war.

Aus der Bauunternehmung habe ich zu keiner Zeit Geld gezogen und mich weil ich zu vertrauensselig war nicht großartig darum gekümmert.

Es gab zwischenzeitlich nachweislich in den Jahren 1990 bis 1996 etliche Mahnbescheide, die an die Unternehmensgesellschafter, nämlich meinen Vater und mich zugestellt wurden. Die Poststücke, die mir gehört hätten hat mein Vater seinerzeit verschubladiert, d.h. mir nicht ausgehändigt und darüber hinaus bei meinen damaligen Kollegen beim Amtsgericht abgeklärt, dass er das alles klären wird, aber dass mir um Himmel Willen niemand von der Mahnabteilung Bescheid geben soll.

Dieses Vorgehen hat gut geklappt, bis dann im Mai 1996 von der AOK Konkursantrag gestellt wurde. Da seinerzeit der damalige Direktor des Amtsgerichts, der seine Arbeit überkorrekt ausführte Konkursrichter war, gelang es meinem Vater nicht mehr, die Angelegenheit und die damit verbundenen Probleme unter den Tisch zu kehren. Er hatte zwar auch den zugestellten Konkursantrag der auf meinen Namen gekommen war vor mir unterschlagen, aber irgendwann kam der Tag an dem ich zu meinem Dienstvorgesetzten gerufen wurde.

Auf dem Weg dorthin traf ich auf meinen Vater der die Angelegenheit einmal mehr „auf seine Art“ regeln wollte, was ihm jedoch jetzt nicht mehr gelang.

Ende Mai 1996 wurde das Konkursverfahren über die Firma eröffnet. Es folgte eine schreckliche Zeit, die bis heute andauert. Da die Firma eine ohG war, ging die Haftung 30 Jahre lang.

Als Beamtin war ich zwar nicht reich geworden, aber bis dahin habe ich gerne ein wenig mit Geldanlagen spekuliert und war dabei auch erfolgreich, hatte mir mit den Gewinnen im Nebenberuf einen Traum erfüllt und eine Kunstgalerie eröffnet, fuhr Sportwagen etc.

Plötzlich war mein Leben ein ganz anderes geworden. Ich fiel in ein psychisches Loch, beging meinen ersten großen Fehler................ trank einen über den Durst in meiner Galerie, weil auch noch unmittelbar eine Vernissage bevorstand und ich nicht wusste wie das alles weitergehen würde......
hatte damals einen Porsche 911, der erst ein paar Wochen alt war, mit dem ich dann im „Suff“ einen Abgrund hinuntergefahren bin, mir ist fast nichts passiert, aber der Porsche hatte nur noch Schrottwert und mein Führerschein war natürlich weg. Es ging weiter bergab, nachdem dann auch noch mein Gehalt bis zum Minimum gepfändet wurde und ich ein knappes Jahr kein Bankkonto mehr eröffnen konnte und zu guter Letzt auch bei Gericht im Rahmen der Grundstücksversteigerung „krumme Sachen“ liefen, wurde ich richtiggehend krank, ging zum Psychiater, der mich fleißig mit Valium etc. versorgte, wodurch ein Tablettenproblem entstand. Aufgrund meiner psychischen Probleme wurde ich dann von der bayerischen Justiz in den Ruhestand versetzt. Es folgten bittere magere Jahre.

Bis zum Jahr 2005 hat mir niemand eine Gelegenheit geboten ein Insolvenzverfahren anzumelden.

Alles im Vorfeld hätte viel Geld gekostet, also konnte ich es mir nicht leisten und habe von 1996 bis 2005 die Sache so gelebt wie sie halt war.

Es waren nachdem alles versteigert war immer noch Schulden in Höhe von rund einer Million damals noch DM verblieben.

Im Jahr 2005 habe ich Rat bei einer Schuldnerstelle der Caritas eingeholt, so dass im Jahr 2006 mein Insolvenzverfahren eröffnet wurde.

Im Nachhinein sehe ich darin schon gar keinen Vorteil mehr, denn daraus sind mir eher noch mehr Nachteile entstanden. Das ging schon los bei der 13. Pension, die so etwas wie Weihnachtsgeld darstellt. Bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens durfte ich wenigstens dieses Geld behalten, jetzt war plötzlich auch das noch weggepfändet bis auf 200 Euro, die mir davon blieben.

Ein Nebenjob musste her und jemand der sich bereit erklärte sein Konto dafür zur Verfügung zu stellen. Ich musste einfach Geld auftreiben, weil mir eine gute Freundin, die letzte übrigens die mir nach dem „Sprung in die Armut“ von meinem ehemals so großen Umfeld geblieben war so oft mit Geld ausgeholfen hatte, wenn wieder irgendetwas im Haushalt kaputtgegangen war, sei es nun der Kühlschrank oder der Herd gewesen, etc.

Diese Freundin erklärte sich dann auch bereit ihr Konto zur Verfügung zu stellen.

Jetzt musste natürlich noch etwas her, das ich von zu Hause aus ausüben konnte, weil ich ja keinen Führerschein mehr habe und in einem Dorf lebe.

Durch eine Zufallsbekanntschaft bekam ich dann einen Job auf einer „Sexline“ vermittelt und habe dort telefoniert. Insolvenzmäßig ist nichts aufgekommen, aber das Finanzamt hat sich gemeldet, weil bei der Betreiberin des Telefondienstes eine Steuerfahndung war. Steuern zu zahlen ist nicht das Problem, das Problem war die Angst ,dass der Insolvenzverwalter „Wind davon“ bekommen könnte.

Das Konto das ich mitnutzen durfte, gibt es mittlerweile auch nicht mehr, weil meine Freundin letztes Jahr an Krebs erkrankt ist und mittlerweile von ein paar Wochen auch verstorben ist.

Ich kann und will das alles so nicht mehr leben, weil ich es jetzt schon seit 1996 so lebe und langsam nicht mehr weiter weiß.

Seit ein paar Wochen telefoniere ich wieder, diesmal jedoch auf einer Astroline und habe aber kein Konto mehr auf das ich den Verdienst kommen lassen kann. Auf mein Konto kann ich das Geld nicht kommen lassen, weil es doch sofort weg ist. Im vergangenen Jahr habe ich einen neuen PC auf Raten gekauft, meine verstorbene Freundin hat mündlich dafür gebürgt, weil ja das Geld vom Telefonieren kam. Mittlerweile liegt mir für den PC eine 2. Mahnung vor und die Androhung eines gerichtlichen Mahnverfahrens.

Ich kann das Ende des Insolvenzverfahrens nicht mehr abwarten, ich zahle und leide hier für Schulden, die ich nie verursacht habe und ich lebe das nicht erst seit ich 2006 endlich ein Insolvenzverfahren eröffnen lassen konnte, sondern bereits seit 1996. Das ist eine lange Zeit, meine Jahre in denen ich viel erreichen wollte, waren mir die Hände gebunden.

Gibt es eine Möglichkeit das Insolvenzverfahren, d.h. die Wohlverhaltenszeit abzukürzen? Gibt es eine Möglichkeit die Altschulden auf andere Weise loszuwerden? Ich möchte den Job auf der Astroline weitermachen, weil ich Kartenlegen real kann, weil mir diese Abwechslung guttut und auch Spaß macht. Aber ich habe nicht einmal ein Konto auf das ich Geld kommen lassen kann und schon 2 Briefe hier liegen mit denen ich an die Angabe meiner Kontodaten erinnert werde.

Ich möchte unbedingt den Job mit dem Kartenlegen/Lebenshilfe weitermachen, weil es einfach total mein Ding ist. Kartenlegen kann ich schon seit ich 15 Jahre alt war, mit 22 Jahren habe ich eine Heilpraktikerausbildung gemacht und kenne mich auch mit Homöopathie und Kräuterwissen ziemlich gut aus. Ausgübt habe ich den Heilpraktikerberuf allerdings nie, zu meinem ehemaligen Beamtenjob habe ich aus zeitlichen/praktischen Gründen damals eine Kunstgalerie nebenberuflich geführt.
Wäre ich besser beraten für Kartenlegen/Lebenshilfe ein Gewerbe anzumelden.
Wie kann ich das Ganze jetzt am besten umsetzen, da ich immer noch in der Wohlverhaltensphase der Regelinsolvenz mit den Altschulden die ja schon von 1996 herrühren bin?

Entschuldigen Sie bitte dass ich jetzt so viel und ausführlich geschrieben habe aber ich wollte Ihnen so viel Information wie möglich geben. Mir geht die Sachen mit den Schulden für die ich noch nicht einmal real etwas kann langsam so richtig auf die Nerven. Ich will endlich wieder ein normales Leben!
Bin dankbar um jeden Tipp.

Kaffeemaus

mgb-consulting

Re: Brauche bitte Ratschläge

Beitrag von mgb-consulting » 29.01.2011, 12:01

Hallo ...

mir ist nicht ganz verständlich, warum Sie nicht bereits im April 2002 eine Privatinsolvenz eingeleitet haben, denn zum 01.04.2002 wurde das neue Insolvenzrecht ja eingeführt und als Angestellte beim Amtsgericht sitzt man ja direkt an der Quelle ?!

Aber ok... es ist nun mal so, dass dies nicht erfolgte.

Aus dem Posting wird es nicht ganz deutlich... arbeiten Sie denn noch beim Amtsgericht und arbeiten nebenbei auf der Astroline oder arbeiten Sie nur noch für die Astroline... was tun Sie?

Wenn man als Angestellter gepfändet wird, dann erfolgt dies nach der Pfändungstabelle § 850c ZPO und alles oberhalb des pfändungsfreien Betrages muss an den Treuhänder abgeführt werden.

Hat man ein Gewerbe angemeldet, dann hat man kein festes Einkommen und von dem Gewinn gehen noch Sozialversicherungen und Steuern ab. Da hier kein festes Einkommen vorliegt und das Einkommen Schwankungen unterliegen kann, muss man mit dem Treuhänder vorab ein so genanntes fiktives Einkommen vertraglich vereinbaren (Gewinn ./. Sozialabgaben ./. Steuern = fiktives Einkommen).

Liegt das tatsächliche Einkommen dann oberhalb dieses fiktiven Einkommens, dann darf der oberhalb des vereinbarten fiktiven Einkommens liegende Betrag nicht gepfändet werden. Es ist daher für einen Selbständigen oder Gewerbetreibenden relativ problemlos sich selbständig zu machen und viel Geld zu verdienen.

Es gibt viele Rechtsanwälte, die Insolvenzberatungen von Mandanten „nebenbei“ mitmachen“ und diesen Umstand leider nicht kennen, als Mandant kann man in Unkenntnis der Sachlage aber auch nicht einschätzen, ob der Anwalt gut oder schlecht ist.

Sie hätten bereits seit Jahren ein Gewerbe anmelden und ein niedriges fiktives Einkommen aushandeln können und hätten sich somit ein festes Standbein schaffen können… auch hier ist es Schade, dass man es Ihnen auf dem Gericht nicht gesagt hat.

Mit freundlichen Grüßen
MGB-Consulting

Kaffeemaus
Beiträge: 3
Registriert: 28.01.2011, 19:07

Re: Brauche bitte Ratschläge

Beitrag von Kaffeemaus » 29.01.2011, 14:24

Hallo liebes mgb-consulting,
vielen Dank für die Antwort.
Wie bereits in der ersten Anfrage ausgeführt, bin ich nicht mehr als Beamtin tätig, sondern beziehe seit dem Jahr 1999 eine Pension, die bereits bin aufs Existenzminimum gepfändet ist.

Ich habe in den Jahren vor 2005 diverse Male den ehemaligen Steuerberater unserer in Konkurs gegangenen Bauunternehmung nach der Möglichkeit einer Insolvenz gefragt. Dieser hat mir jedes Mal gesagt, dass dies nicht möglich sei, weil die Firma eine ohG gewesen ist.

Langsam wird mir das Leben, das ich momentan führen muss so richtig zur Belastung, weil es schon so ewig lange dauert und ich selbst real nicht eine Mark dieser hohen Schuldensumme verursacht habe.
Bin ich wengistens richtig informiert, dass die Insolvenz nach 6 Jahren beendet ist? Aber selbst dann sind es ja immer noch 2 Jahre, die ich ausharren muss.

Durch die Schuldensituation hat sich seinerzeit auch mein Umfeld komplett geändert. Vermeintlich gute Freunde sind gegangen, weil ich plötzlich nichts mehr hatte. Die paar Bekannten die ich momentan noch habe sind in ähnlichen Situationen wie ich selbst, nur stellen sie es glaublich kluger an als ich, weil sie für mich sichtbar nicht derart in der Einschränkung leben wie ich.

Ich habe bis jetzt schon so viel hergegeben, gebe immer noch her, kann nicht mehr richtig finanziell Fuß fassen, solange die Insolvenz läuft.

Gibt es real wirklich keine Möglichkeit die Insolvenz zu verkürzen?
Ich danke für jede Antwort schon jetzt.

Liebe Grüße

Kaffeemaus

mgb-consulting

Re: Brauche bitte Ratschläge

Beitrag von mgb-consulting » 29.01.2011, 16:04

Hallo ...

was die Privatinsolvenz angeht, so hätten Sie bereits seit April 2002 eine Privatinsolvenz anmelden können, die Information des Steuerberaters ist falsch.

Was die derzeitige Situation angeht, so sollten Sie mit dem Treuhänder besprechen, dass Sie sich selbständig machen möchten und ein "fiktives Einkommen" aushandeln. Der Gewinn oberhalb dieses Einkommens kann dann nicht gepfändet werden und muss nicht abgeführt werden.

MfG
MGB-Consulting

Kaffeemaus
Beiträge: 3
Registriert: 28.01.2011, 19:07

Re: Brauche bitte Ratschläge

Beitrag von Kaffeemaus » 30.01.2011, 21:44

Hallo again,

leider habe ich immer noch keine konkrete Antwort auf meine Frage ob die Insolvenz auf irgendeine Weise zu verkürzen ist. Mit meinem Insolvenzverwalter etwas auszuhandeln bzgl. einer Selbstständigkeit ergibt wenig Sinn, da ich ja die Pension beziehe, die real weit über die Pfändungsgrenze hinaus geht. Effektiv bleibt mir davon natürlich nur der pfändungsfreie Betrag. Was ist eigentlich aus der 3jährigen Wohlverhaltenszeit geworden, die irgendwann von Regierungsseite im Gespräch war?
Bin weiterhin dankbar für Antworten.
Danke und beste Grüße

Kaffeemaus

mgb-consulting

Re: Brauche bitte Ratschläge

Beitrag von mgb-consulting » 31.01.2011, 19:17

Hallo ...

die Wohlverhaltensphase kann nur durch Tilgung aller Verbindlichkeiten abgekürzt werden.

MfG
MGB-Consulting

Lex1965
Beiträge: 3
Registriert: 16.08.2011, 09:09

Re: Brauche bitte Ratschläge

Beitrag von Lex1965 » 16.08.2011, 16:47

guch dir mal die Seite http://blog.pactas.com/post/8997771949/ ... teil-1-der an! Die haben meist ganz gute Ratschläge zu jedem möglichen Thema...

Antworten

Zurück zu „SCHUFA, Schulden, Creditreform und Insolvenz“