Droht mir die Insolvenz?

Alles über eigene Zahlungsschwierigkeiten, nicht bezahlende Kunden, Insolvenz, Liquiditätsprobleme, Inkasso etc.
Antworten
Micha50
Beiträge: 3
Registriert: 11.04.2012, 14:41

Droht mir die Insolvenz?

Beitrag von Micha50 » 13.04.2012, 12:31

Ich bin neu hier und ich habe ein riesen Problem.

Mir wird die Insolvenz drohen.

20 Jahre harte Arbeit, 20 Jahre Fleiß und Gewissenhaftigkeit und dann ist von einem zum anderen Tag alles nicht mehr wie es war.
Mit einem kleinen Restaurant fing alles an, vor 20 Jahren, im Laufe der Zeit kam in einer anderen Stadt noch eines dazu und ich fand auch einen Geschäftspartner, der sich mit mir zusammenschloss. Wir gründeten eine GmbH.
Aus meiner heutigen Sicht, der Anfang vom Ende.
Ich arbeitete sehr hart für meinen Erfolg und es ging mir richtig gut, meine Arbeit machte mir Spaß.
Auch mein Steuerberater sagte immer wieder, alles im grünen Bereich und so genoss ich auch meine freie Zeit mit Urlauben und Theaterbesuchen.
Schließlich arbeitete ich ja 7 Tage in der Woche sehr hart und konnte es mir leisten.
Dann bekam ich einen sehr besorgten Anruf von meinen, mir über Jahre hinweg, fast schon zum Freund gewordenen Steuerberater.
Voller Panik setze ich mich ins Auto und dann wurde mir der Boden unter den Füßen weggerissen.
Mein Geschäftspartner hatte sich abgesetzt. Und er hatte nicht nur seine eigenen Sachen mitgenommen.
Meine ganze Kraft setzte ich ein, um mein Unternehmen zu retten.
Aber es gelang mir nicht, mein Anwalt meint, mir bleibt nur die Insolvenz.
6 - 10 Jahre bis vielleicht zur Restschulbefreiung, mein Schmerz, meine Wut brauche ich hier wohl niemanden beschreiben.
Nächtelang kann ich nicht schlafen, ich sitze oft über Bilanzen, über Bücher, was war geschehen, dass es so kam und vor allem, was ging in so einen Menschen vor, der mich in diese Krise stürzen ließ?
Ich bin nicht mehr fähig zu denken, meine Freunde machen sich ernsthafte Sorgen.
Droht mir wirklich die Insolvenz oder gibt es noch andere Möglichkeiten?
LG Micha

uvis-beratung
Beiträge: 631
Registriert: 25.10.2011, 10:23

Re: Droht mir die Insolvenz?

Beitrag von uvis-beratung » 16.04.2012, 14:54

@micha50 ...

... das ist ja wirklich heftig. Aber derartige Situationen sind mir nicht unbekannt. Wenn Du schon einen Anwalt eingebunden hast, wird er Dir hoffentlich mit guten Rat und Tat zur Seite stehen. Das ist einmal ein Pluspunkt für Dich.

Aber wie ich vermute, möchtest Du Dir von anderer Seite her, auch eine andere Meinung holen. Setze Dich umgehend einmal mit Deiner zuständigen IHK in Verbindung. Wenn es noch nicht zu spät ist, kann vieleicht ein Rundes-Tisch-Projekt Dir noch eine Perspektive geben. Diese in Zusammenarbeit mit den IHK oder Handwerkskammern von der KfW geförderten Hilfemaßnahmen, geben eine vielleicht letzte Einschätzung zur Situation. Falls es Chancen auf eine positive Fortführung gibt, wirst Du hier Ansätze aufgezeigt bekommen, die Du dann mit Anwalt und auch Steuerberater besprechen solltest.

Die Runden-Tisch-Projekte sind bis auf die Fahrtkosten eines Beraters zu Dir kostenfrei. Die Aufwandsentschädigung für den Berater wird von der KfW getragen. In der Beraterbörse der IHK sind relevante gelistete Berater benannt. Du kannst da gerne recherchieren oder bei Deiner Kammer einmal nachfragen. Lieber ein Gespräch mehr führen, als eines zu wenig. Auch wenn es kompliziert scheint und ein Antragsgang per Internet einzuleiten ist, kann Dir die Kammer behilflich sein.

Sollte die Chancen gut stehen und eine Fortsetzung wirtschaftlich möglich erscheinen, kann dem abgeschlossenen Runden-Tisch-Projekt eine sogenannte Turn-Arround-Beratung folgen. Diese Beratung wird gleichfalls anteilig durch die KfW gefördert. Auch hier ist Dir die Kammer behilflich. Du siehst, es macht Sinn, einfach einmal zu beginnnen und Dir helfen zu lassen.

Du kannst Dich auch gerne in dieses ganze Prozedere einlesen. Zweit Titel der Buchreihe Unternehmenscoaching, nämlich

- Insolvenzgefahren vermeiden - ISBN 978-3-938684-11-5 und
- Rentabilität stärken - ISBN 978-3-398684-12-2

beschreiben diese Aspekte. Sie sind für Existenzgründer und junge Unternehmer vehemennt von Bedeutung, denn sie beschreiben meist die letzten Chancen. Auch die beiden Beratungshilfen der KfW, die Runden-Tisch-Projekte und Turn-Around-Beratungen (TAB) werden dezidiert behandelt, Wege aufgezeigt, wie man sich vorbereitet und mit dem Berater gemeinsam, die zur Beurteilung der Lage notwendigen Fakten erarbeitet. Du kannst Dich gerne über die Inhaltsverzeichnisse via http://www.uvis-verlag.de/uv5100.htm einmal unverbindlich einlesen und selbst beurteilen, ob Du hier eine begleitende Ersthilfe findest.

Ich wünsche Dir gutes Gelingen und hoffe, dass sich noch einen Weg auf tut.
MfG Jürgen Arnold (Buchautor)
- http://www.uvis.de -

mgb-consulting
Beiträge: 78
Registriert: 17.04.2012, 17:17
Wohnort: Bochum

Re: Droht mir die Insolvenz?

Beitrag von mgb-consulting » 17.04.2012, 22:30

Hallo ...

erstmal ganz ruhig...

Wenn Sie mit den Stichworten „Insolvenz“ oder „fiktives Einkommen“ über die Suchfunktion das Forum durchsuchen, dann werden Sie etliche Beiträge von mir zu diesen Themen hier im Forum finden.

Nun zur Sache selbst und hier muss man zwei Dinge voneinander trennen…

1. ob Sie gesetzlich zum Insolvenzantrag gezwungen sind oder
2. ob vielleicht Ihre Gläubiger einen Insolvenzantrag stellen.

Gesetzlich waren Sie nach altem Insolvenzrecht dann zu einem Insolvenzantrag verpflichtet wenn eine Überschuldung vorlag. Nach neuem Insolvenzrecht tritt die Überschuldung als Antragsgrund dann in den Hintergrund, wenn die Fortführungsprognose für das Unternehmen positiv ist, Sie würden sich dann zumindest nicht mehr strafbar machen wegen einer Insolvenzverschleppung.

Ich habe Ihnen hierzu einen Beitrag einer renommierten Kanzlei angehängt: http://www.wp-kloppe.com/downloads/Mand ... 1_2009.pdf

Damit bliebe ein externer Insolvenzantrag eines Gläubigers, der über einen vollstreckbaren Titel verfügt und sich auf eine Ratenzahlungsvereinbarung nicht einlässt. Eine Ratenzahlungsvereinbarung müßte daher über Ihren Anwalt erfolgen, hieb- und stichfest sein, dann aber auch von Ihnen eingehalten werden müssen.

Wenn alle Stricke reißen, dann bleibt die Chance der Insolvenz und eine Neugründung während der Wohlverhaltensphase. Ein Problem könnte die Finanzierung eines neuen Restaurants dann werden, wenn Sie dies nicht über Familienmitglieder können und auf einen Kredit angewiesen sind, die Gründung an sich ist unproblematisch.

Viele Unternehmer scheuen aus Unwissenheit die Insolvenz, weil sie meinen, sie müssten den vollständigen Gewinn an den Insolvenzverwalter abführen.

Das ist aber eine Stammtischweisheit und die ist FALSCH!

Richtig ist, dass ein Gewerbetreibender mit seinem Treuhänder ein so genanntes fiktives Einkommen aushandeln muss, das einem adäquaten Gehalt entsprechen würde und auf dieser Basis wird gepfändet, d.h. dies ist die Obergrenze.

Verdient der Unternehmer mehr, dann darf er dieses Mehr behalten und muss es nicht an den Treuhänder abführen… darin liegt der besondere Reiz bei einer Insolvenz eines Unternehmers… er stößt alle Schulden ab und kann, wenn er in seinem Geschäft gut ist, danach mehr verdienen als zuvor und völlig legal!

Aus diesem Grunde, sollten Sie sorgfältig prüfen wie Sie vorgehen und welche Schritte Sie unternehmen werden. Wichtig ist, dass auch der Anwalt sich damit auskennt, ich habe schon zig Anwälte erlebt, die keine Fachanwälte im Insolvenzrecht waren und nichts von einem fiktiven Einkommen wussten.

Daher sorgfältig prüfen und dann entscheiden wohin die Reise geht… aber es gibt keinen Grund nun in Panik auszubrechen.

Mit freundlichen Grüßen

Coach, Experte, Gutachter und Mentor bei den Gründerwettbewerben in Bochum (Senkrechtstarter) und Dortmund (Start2Grow).

Unternehmensberater mit den Schwerpunkten Existenzfestigungs- und Sanierungsberatung http://www.mgb-consulting.de
Zuletzt geändert von mgb-consulting am 24.04.2012, 11:43, insgesamt 1-mal geändert.

Micha50
Beiträge: 3
Registriert: 11.04.2012, 14:41

Re: Droht mir die Insolvenz?

Beitrag von Micha50 » 24.04.2012, 09:12

Danke für Eure Antworten, ich habe jetzt mit meinem Steuerberater gesprochen und er meinte, es gäbe auch noch andere Wege.
Ob ich schon im Internet geschaut habe und die Beiträge, der EU- Insolvenz gelesen habe,erst wußte ich garnicht,was er meinte, aber nach etlichen Stunden später und nur noch mehr Ratlosigkeit, gibt es ja genug Beiträge und Anbieter, die die Insolvenz in Frankreich oder England anpreisen.

Aber diese Vielfalt im Internet läßt mich unsicher werden, hat denn jemand so etwas schon einmal durchgemacht und was ist zu beachten?
Micha

mgb-consulting
Beiträge: 78
Registriert: 17.04.2012, 17:17
Wohnort: Bochum

Re: Droht mir die Insolvenz?

Beitrag von mgb-consulting » 24.04.2012, 10:11

Hallo ...

kann man machen... man muss hierzu aber seinen Wohnsitz in das Land verlegen, in dem man seinen Insolvenzantrag stellt.

Wenn Sie damit zurecht kommen und Ihren Lebensmittelpunkt in ein anderes Land verlegen können und möchten, dann ist dieser Weg sicherlich praktikabel.

MfG
MGB-Consulting

Coach, Experte, Gutachter und Mentor bei den Gründerwettbewerben in Bochum (Senkrechtstarter) und Dortmund (Start2Grow).

Unternehmensberater mit den Schwerpunkten Existenzfestigungs- und Sanierungsberatung http://www.mgb-consulting.de

Iris2012
Beiträge: 3
Registriert: 08.07.2012, 21:49

Re: Droht mir die Insolvenz?

Beitrag von Iris2012 » 03.01.2013, 12:14

Hallo,

ist es noch aktuell oder konnten Sie die Insolvenz vermeiden?
Bei Fragen können Sie mich gern kontaktieren.

LG Iris 2012

prolife
Beiträge: 9
Registriert: 14.11.2012, 10:21
Kontaktdaten:

Re: Droht mir die Insolvenz?

Beitrag von prolife » 14.02.2013, 22:55

Auch wir können helfen.

Die Ehemaligen

Umut_Mzuck
Beiträge: 9
Registriert: 14.02.2013, 13:42
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Re: Droht mir die Insolvenz?

Beitrag von Umut_Mzuck » 20.06.2013, 17:06

Ich hoffe du konntest die Insolvenz abwenden.

Antworten

Zurück zu „SCHUFA, Schulden, Creditreform und Insolvenz“