GmbH Insolvenz - Verfahrenskosten doch nicht gedeckt !

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Williwill
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GmbH Insolvenz - Verfahrenskosten doch nicht gedeckt !

Beitrag von Williwill » 27.08.2014, 17:17

Hallo ich möchte hier mal einen Fall vortragen da mich Eure Meinung (evtl. auch von einem Experten) interessiert:

A, B und C gründen eine GmbH.

A muss Privatinsolvenz anmelden und verlässt die GmbH.

B kündigt kurz darauf seinen Geschäftsführertitel.

C beantragt einige Zeit später, als letzter Geschäftsführer, Insolvenz für die GmbH.

Der Inso-Verwalter hat das Eröffnen des Verfahrens beantragt, da (lt. Gutachten) zumindest die Verfahrenskosten gedeckt sind, mit einer Quote für die Gläubiger ist nicht zu rechnen.

B nimmt sich einen Anwalt, dieser Anwalt betreut auch die GmbH in diesem Insolvenzverfahren. Deshalb hat der Anwalt auch Einsicht in das Gutachten des Inso-Verwalters.

Nun kommts: Lt. des Gutachtens des Inso-Verwalters ist von A und C nichts zu holen (gut A ist bereits in Privatinsolvenz, aber wieso er glaubt, dass von C nichts zu holen ist? Wahrscheinlich hat C ihm das so erzählt).

Im Gutachten steht, wodurch die Verfahrenskosten gedeckt sind und es wird klar (auch wenn nicht geschrieben), dass diese Forderung komplett gegen B gehen wird. Dementsprechend bekommt B auch (allerdings erst 6 Monate nach Eröffnung) ein Schreiben des Inso-Verwalters mit Aufforderung zur Zahlung von Summe X.

Nun geht es seit Monaten hin und her zwischen dem Anwalt von B und dem Inso-Verwalter, da nicht die gesamte Forderung gerechtfertigt ist und B auch nicht so zahlungskräftig ist wie der Inso-Verwalter irrtümlich angenommen hat.
B kann dem Inso-Verw. 50 % der geforderten Summe als Vergleich anbieten, mehr hat er nicht und auch dieses Geld kommt von Dritten (Vermögensverzeichnis wurde abgegeben), allerdings würde dieser Vergleichsbetrag nicht die vom Inso-Verwalter errechneten Verfahrenskosten decken ( Die Gerichtskosten belaufen sich auf nur 9 % der errechneten Summe, der Rest ist der Lohn für den Inso-Verwalter)!

Was glaubt Ihr wie sich der Inso-Verwalter verhalten wird:

1. Er nimmt den Teilbetrag sofort, auch wenn er dann nur 60 % der errechneten Kosten einnimmt.

2. Ihm ist egal, dass auch B durch diese Forderung Privatinsolvenz anmelden muss und akzeptiert, dass er dadurch höchstens 35 % der errechneten Kosten über sechs Jahre gestreckt einnehmen wird.

3. Er beantragt die Einstellung des Verfahrens ( § 212 Einstellung wegen Wegfalls des Eröffnungsgrunds).

Kann dem Inso-Verwalter eigentlich zur Last gelegt werden, dass er C in Ruhe lässt, obwohl dieser z.B. 4 Wochen vor Insolenzveröffnung noch Geld an sich überwiesen hat!

Sorry für den langen Text! Ach ja, die Frage ob die Forderungen des Inso-Verwalter an B gerechtfertigt sind oder nicht ist schon geklärt! Deshalb bitte ich Euch nur die Frage nach der weiteren Vorgehensweise zu beantworten! Vielen Dank!!!!

Danke!
Williwill

Williwill
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Re: GmbH Insolvenz - Verfahrenskosten doch nicht gedeckt !

Beitrag von Williwill » 27.08.2014, 18:46

.... zu 3. = Hier habe ich den falschen Paragraphen genannt, ich meinte § 207 Inso!

riese
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Re: GmbH Insolvenz - Verfahrenskosten doch nicht gedeckt !

Beitrag von riese » 28.08.2014, 12:20

Hallo Williwill,

um hier antworten zu können, muss man wissen, worin die Forderung des Insolvenzverwalters besteht. In Frage kommen können z.B.

- unerlaubte Handlungen des Gesellschafters
- nicht vollständig eingezahlte Gesellschaftsanteile
- angefochtene Rechtshandlungen
- Steuerschulden
- überbewertete Sacheinlagen
- Insolvenzverschleppung

Daher gehen nicht alle Forderungen gegen alle Gesellschafter. Hinzu kommt auch noch, dass der Insolvenzverwalter seine Forderung einklagen muss, wenn der Gesellschafter nicht zahlungswillig ist, was zunächst zu Lasten der Insolvenzmasse geht und ein Prozessausgang ungewiss ist. Wenn B sagt "klag doch, Du Sack - von mir kriegst Du keinen Cent", kann es durchaus sein (oder sehr wahrscheinlich), dass der Insolvenzverwalter - bevor er eine Klage einreicht - doch versucht, von A oder C was zu holen.

Und wenn B der Geschäftsführer war, kann es auch sein, dass A und C überhaupt nicht zahlungspflichtig sind.

Gruß
Rainer

Williwill
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Re: GmbH Insolvenz - Verfahrenskosten doch nicht gedeckt !

Beitrag von Williwill » 29.08.2014, 08:20

hallo Herr Reiner :-)

Das ist alles etwas kompliziert und bedeutet einen langen Beitrag, ich würde Ihnen gerne eine PN schreiben, wenn ich darf!

LG
Williwill

Williwill
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Re: GmbH Insolvenz - Verfahrenskosten doch nicht gedeckt !

Beitrag von Williwill » 01.09.2014, 09:54

o.k. dann schreib ich halt nochmal an die Allgemeinheit. :D

Nehmen wir mal an, die Forderung des InsoVerwalters an den ehemaligen GF B besteht aus

1. fehlende Stammeinlage
2. Darlehensrückerstattung der GmbH an B (B hatte der GmbH ein kleines "Startkapital" als Darlehen gegeben, welches zurückerstattet wurde).

Bei 1. konnte bewiesen werden, dass B die Stammeinlage erbracht hat und die unter 2. geforderte Summe wird nicht bestritten!

B ist bereit die unter 2. geforderte Summe zu zahlen und möchte damit aber abgesichert haben, dass alle bekannten und unbekannten Forderungen gegen seine Person abgegolten sind.

Dies möchte der InsoVerw nicht erklären (warum auch immer!).
Da B aber somit überhaupt keine Rechtssicherheit hat, was trotz jetziger Zahlung der Summe aus 2. noch an späteren Forderungen des InosVerw auf ihn zukommen kann und ihm trotz der jetzigen Zahlung (die ja schon von Dritten kommt) dann evtl. doch noch Privatinsolvenz droht, wird der Vergleich so nicht akzeptiert. Person B müsste also JETZT Privatinsolvenz anmelden, nicht weil er überschuldet ist, sondern weil der InoVerw. nicht ehrlich ist und nicht gleich alle Fakten auf den Tisch legt (legen will).

Noch zur Erklärung: A B und C waren bei Gründung der GmbH alle zu gleichen Teilen geschäftsführende Gesellschafter! Lediglich gegen A können keine Forderungen mehr gestellt werden, da er ja bereits insolvent ist.

Deshalb noch einmal die Frage: Glaubt ihr, dass der InsoVerw der GmbH riskiert, sich bei einer Insolvenz von B mit dessen Insolvenzverwalter abzuärgern, der ja dann evtl. auch die eine oder andere "neue" Forderung bestreiten wird oder nimmt der doch die jetzige Vergleichssume und bestätigt den "endgültigen" Vergleich?

LG
Williwill

uvis-beratung
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Re: GmbH Insolvenz - Verfahrenskosten doch nicht gedeckt !

Beitrag von uvis-beratung » 24.09.2014, 10:23

... bitte Vorsicht im Umgang mit rechtsberatenden Sachverhalten in einem Forum. Ich schlage vor, hier fachanwaltlichen Rat einzuholen, wenn es klemmt.

Unternehmenscoaching - Insolvenzgefahren vermeiden - ISBN 978-3-938684-11-5

Eine kleine Orientierungshilfe, damit es nicht so weit kommen muss. Inhalte sind via www.uvis-verlag.de/uv5100.htm einzusehen.

MfG Jürgen Arnold - Autor
- www.uvis.de -

leosoon
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Re: GmbH Insolvenz - Verfahrenskosten doch nicht gedeckt !

Beitrag von leosoon » 18.11.2014, 08:32

den Anwalt wechseln will da ich merke der aktuelle Beauftragte lässt sich mit allen Zeit und ist einfach nicht gut in seinem Fachgebiet?

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