Vorgehensweise kurz vor Insolvenz????????

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John-Steed
Beiträge: 9
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Vorgehensweise kurz vor Insolvenz????????

Beitrag von John-Steed » 16.07.2008, 09:45

Hallo Leute,
wie ich schon in einem anderen Thread berichtete und um Hilfe bat, dort aber nichts erwidert oder geraten wurde, möchte ich in diesem Thread nur die Vorgehensweise mitgeteilt bekommen, wenn ich kurz vor der Insolvenz stehe und die Firma nicht mehr retten möchte.
Ich habe in der letzten Zeit die Situation meiner Firma mit Steuerberater und anderen involvierten Personen zur Genüge durchleuchtet. Eine Sanierung hat keinen Zweck mehr.

Lohnzahlungen wären noch für 2 Monate gewährleistet.
Andere Gläubiger haben sich auf Ratenzahlung offener und neuer Rechnungen mit mir geeinigt.
Nach diesen 3 Monaten ist die Liquidität erschöpft. Laufende Zahlungen könnten von den geringen Einnahmen nur noch tröpfchenweise vollzogen werden.

Am Ende der 2-3 Monate möchte ich Insolvenz mit Restschuldbefreiung beantragen.

Jetzt die Fragen:
Geht es so einfach mit Restschuldbefreiung?
Zu beantragen auf meinem zuständigem Amtsgericht?
Wird mir von dort ein Insolvenzverwalter zur Seite gestellt?
Da ich ja als Selbstständiger gleich ins Hartz IV wandere (so habe ich jedenfalls gehört), muß ich dieses Insolvenzverfahren auch gleich dem Sozialamt mitteilen?

Wir bewohnen zu viert noch ein Haus was mir gehört, jedoch noch mit hohen Belastungen bei der Bank. Daß wir das Haus verlassen müssen ist klar, aber wann muß man verlassen?
Wenn ich die Nebenkosten des Hauses pro Monat noch decken kann, ist ein Bleiben bis zur Zwangsvollstreckung dann noch möglich?

Ich bin sehr neugierig auf Eure Antworten.

Gruß
John

mgb-consulting

Re: Vorgehensweise kurz vor Insolvenz????????

Beitrag von mgb-consulting » 16.07.2008, 16:20

Hallo ...

Sie können auch keine konkrete Antwort erwarten, da es sich dann um eine individuelle Rechtsberatung handeln würde, e ist aber doch schon relativ seltsam, dass sich Ihr StB in diesen Fragen nicht auskennt und Sie berät.

Mir stellt sich vorrangig die Frage, warum Sie das Elend noch weiterführen möchten, bis das letzte Geld verbraucht ist und nicht sofort die Insolvenz anmelden, denn die drohende Zahlungsunfähigkeit nach § 18 InsO ist ja bereits ein Grund für einen Insolvenzantrag.

MfG
MGB-Consulting

beni
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Registriert: 04.08.2008, 22:31

Re: Vorgehensweise kurz vor Insolvenz????????

Beitrag von beni » 05.08.2008, 22:39

ja sehr vieles ist strafbar.
die formulierung nicht weiterführen möchte macht mir auch ein bischen angst :shock:

ich würde vorschlagen versuchen sie die insolvenz zu umgehen wenn sie noch 2 monate zahlen können und arbeiten sie mit ihren gläubigern eine gute ratenzahlung aus. sie dürfen nicht vergessen das eine insolvenz ganz schön hartes stück brot ist. das haus wird das kleinste problem sein. wenn sie danach wieder in ein reguläres arbeitsverhältnis einsteigen wollen müssen sie auch eine sehr loyale firma finden denn ihr einkommen ist begrenzt und jeder cent darüber wird gepfändet. das bedeutet stress und arbeit für ihren arbeitgeber. machen sie dicht, machen sie alles zu geld was geht und setzen sie sich mit ihren gläubigern in verbindung und handeln sie was gutes aus.

ein tipp noch für andere.
man kann sich gegen so etwas schützen. zwar nicht vor der insolvenz allerdings vor der pfändung.
non-profit cooperationen sind das gehemnis. ich erkläre es mal kurz schnell und sehr oberflächlich;

man steckt sein haus in eine non-profit cooperation dann gehört das haus der cooperation die keine geschäfte tätigt und sich somit auch nicht verschulden kann. somit ist das haus, das auto etc. nicht pfändbar zudem ist es von der erbschaftssteuer befreit.

mir fällt da spontan der geschäftsführer vom europapark ein :lol: der will sein park verkaufen weil er fürchtet das die erbschaftsteuer den park in den ruin treibt :lol:
wäre ich unternehmensberater könnt ich mit dem typen ganz gut geld verdienen

aber zurück zum thema. da brauchst du ne richtige beratung und einen neuen steuerberater würd ich mir auch suchen und das zur non profit cooperation - hinterher ist man immer schlauer :x

riese
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Re: Vorgehensweise kurz vor Insolvenz????????

Beitrag von riese » 28.12.2008, 19:54

Hallo Beni,
Beni hat geschrieben:machen sie dicht, machen sie alles zu geld was geht und setzen sie sich mit ihren gläubigern in verbindung und handeln sie was gutes aus.
ein wichtiger Zwischenschritt: Von diesem Geld als allererstes die noch offenen Steuerschulden bezahlen, damit das Finanzamt nur ja nicht zu den Gläubigern gehört! Mit denen ist nämlich kein Verhandeln möglich und wenn sie Gläubiger sind, sind sie es, die das Regelinsolvenzverfahren durchsetzen und jeden Verhandlungsspielraum im Keim ersticken! Privatrechtliche Gläubiger hingegen willigen in Ratenzahlungen, Insolvenz in Eigenverwaltung und ähnliche Dinge ein, da jedes Regelinsolvenzverfahren für sie nachteilhaft wäre - nur das Finanzamt wäre der Querschläger!

Die Idee mit der Non-Profit-Corporation ist übrigens gut. :wink:

Gruß
Rainer

P. Schuldner
Beiträge: 2
Registriert: 06.08.2009, 12:35

Re: Vorgehensweise kurz vor Insolvenz????????

Beitrag von P. Schuldner » 06.08.2009, 12:56

Hallo,

Ich würde mir in diesem Zusammenhang dringen einen rechtlichen Beistand suchen, um unnötige Fehler zu vermeiden. Das Rechtsgebiet ist meiner Meinung nach zu komplex und kleine Fehler können einen große Auswirkung haben. Eine Schuldnerberatungsstelle oder ein kompetenter Rechtsanwalt können an dieser Stelle kompetente Beratungen durchführen. Steuerberatern fehlt häufig das nötige Fachwissen, so dass Sie noch zusätzlichen Schaden anrichten. Auch sollte man aufpassen, dass man sich nicht unter bestimmten Umständen der Insolvenzverschleppung schuldig macht, was noch eine Strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen könnte.

Ein Bekannter hat mit InsolvenzAnwalt24 (http://www.insolvenzanwalt24.de) gute Erfahrungen gemacht, aber es gibt mehrere spezialisierte Anwälte.

Viel Erfolg

Dagobert.jun
Beiträge: 65
Registriert: 11.03.2012, 09:51

Re: Vorgehensweise kurz vor Insolvenz????????

Beitrag von Dagobert.jun » 20.08.2012, 17:15

Ein Insolvenzverwalter darf Zahlungen der letzten 6 Monate "anfechten" und holt das Geld zurück
um seine Gebühren zu decken.
So einfach jetzt noch zahlen ist es nicht. Auch Zahlungen an das Finanzamt lässt sich der Verwalter
zurückerstatten und erhält von den Gerichten Unterstützung.
In der Rechtsprechung ist das zwiespältig geurteilt: meine Finanzverwaltungen verweigern erfolgreich die Rückerstattung, da sie in fast allen Fällen als Gebühren beim Verwalter landet.

Je eher ein solcher Antrag gestellt wird, um so besser.
Wer sich mit den Verfahren nicht auskennt, sollte die Finger davon lassen. Man verbrennt sich.

uvis-beratung
Beiträge: 631
Registriert: 25.10.2011, 10:23

Re: Vorgehensweise kurz vor Insolvenz????????

Beitrag von uvis-beratung » 21.08.2012, 16:18

Oh, Insovlenz ist wieder en vogue, - dachte schon der Pfad wäre eingeschlafen. Nun denn in den letzten fünf Jahren hat sich seit Eröffnung dieses Pfades wieder einiges getan.

Damit eine Insolvenz erst gar nicht eintritt, sollten eine Reihe von Maßnahmen der Prävention betrieben werden. Sind erste Zeichen einer Krise erkennbar, sind umgehend Maßnahmen zu ergreifen, bevor einem das Ruder aus der Hand genommen wird.

Ein Literaturtipp um sich vor Unangenehmen zu wappnen und wenn das Malheur doch einzutreten scheint, vielleicht doch noch mit Partnern einen nachhaltigen Weg aus der Krise zu finden:

Unternehmenscoaching - Insolvenzgefahren vermeiden - ISBN 978-3-938684-11-5

Das Inhaltsverzeichnis und die entsprechenden Vor- und Begleitworte von Partnern aus Hochschule und Wirtschaft können unter http://www.uvis-verlag.de/uv5100.htm nachgelesen werden.

Im Übrigen gilt: Jede Krise birgt auch Chancen

MfG Jürgen Arnold (Autor)
- http://www.uvis.de -

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