GbR steuerliche Verluste bei gemeinsamer Veranlagung

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eigenstand
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GbR steuerliche Verluste bei gemeinsamer Veranlagung

Beitrag von eigenstand » 06.04.2016, 19:00

Guten Tag,

meine Frau und ich sind gemeinsam veranlagt. Bisher war sie freiberuflich (ich weiterhin angestellt) und hat per EÜR abgerechnet. Wenn dann ein Minus herauskam, hat sich das steuerlich direkt bemerkbar gemacht, weil das Minus unsere gemeinsame Steuerlast gedrückt hat. Ergebnis war eine Rückerstattung.

Jetzt ist sie Hauptgesellschafterin einer GbR. Es sieht so aus, dass dort erstmal viel investiert werden muss (gespeist aus Privateinlagen), bevor Einnahmen fließen oder gar Gewinne entnommen werden können. Bei der EÜR als Freiberufler würde also ein großes Minus stehen. Jetzt stehen die Verluste aber bei der GbR. Dort werden ohne Gewinn dann keine Steuern gezahlt aber die Verluste führen auch nicht zu einer Rückerstattung (da bisher 0 Steuern gezahlt).

Würde sie Gewinne aus der GbR entnehmen, müssten wir diese auf unserer gemeinsamen Steuererklärung aufführen und zusätzlich Steuern zahlen. Gibt es nun die Möglichkeit, auch die Verluste in die gemeinsame Steuererklärung zu bringen, um die finanziellen Ausfälle zu minimieren?

Ich hoffe, ich habe mich richtig ausgedrückt. Sonst beantworte ich gerne Rückfragen!

Vielen Dank im Voraus,

Daniel

KompaktDesign
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Re: GbR steuerliche Verluste bei gemeinsamer Veranlagung

Beitrag von KompaktDesign » 08.04.2016, 07:56

Bei den GbR werden die Gewinne/Verluste, wie Du bereits geschrieben hast, per EÜR ermittelt. Die Gewinne und Verluste, die den Gesellschaftern zuzurechnen sind, müssen dann auch in der ESt.-Erklärung angegeben werden.

Ob Gewinne entnommen werden oder nicht hat bei einer GbR keinen Einfluss auf die Steuerlast.

Jaquemot
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Re: GbR steuerliche Verluste bei gemeinsamer Veranlagung

Beitrag von Jaquemot » 22.04.2016, 11:43

Gegenüber dem Finanzamt wird eine sogenannte "gesonderte und einheitliche Feststellung" des Gewinns oder Verlustes (Anlage GSE) und dessen Verteilung auf die Gesellschafter mitgeteilt. Die dann erfolgende "Zuweisung" von Gewinn/Verlust durch das Finanzamt kann jeder Gesellschafter bei der ESt-Erklärung geltend machen.

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